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Volume No. 20. Bericht über die städtischen Heimstätten für Genesende

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1907 (Public Domain)

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Nr. 20. Heimstätten. 
c) Blankenfelde. 
In die städtische Heimstätte für brustkranke Frauen zu Blanken 
felde wurde in der Zeit vom l. April 1907 bis 31. März 1908 
528 Pfleglinge aufgenommen, von denen im Berichtsfahre 448 zur 
Entlassung kamen. Außerdem wurden 78 Pfleglinge entlassen, die 
aus dem Vorjahre übernommen waren, so daß sich dieser Bericht auf 
526 Pfleglinge bezieht. Von diesen waren 319 ledig, 163 verheiratet, 
30 verwitwet, 7 geschieden: 7 lebten getrennt von ihren Ehemännern. 
Von den ärztlichen Attesten über sämtliche Entlassene waren ausgestellt: 
von Krankenkassenärzten 364 
- Armenärzten 34 
. Privatärzten 21 
- den Fürsorgestellen für Lungenkranke ....... 52 
. Krankenhäusern 50 
a) vom Krankenhause Moabit 11 
b) vom Krankenhause Gitschiner Straße 10 
c) vom Rudolf Virchow Krankenhause 8 
d) vom Hedwigskrankenhause 9 
e) vom Krankenhause am Urban 4 
f) vom Krankenhause im Friedrichshain 3 
g) vom Elisabeth Krankenhause . . 1 
h) vom Paul Gerhardlstist . . 1 
i) vom Lazaruskrankenhause 1 
k) vom Krankenhause Bethanien 1 
l) vom Krankenhause Weißensee 1 
von der städtischen Waisendeputation 3 
von der Königlichen Poliklinik für Lungenkranke .... 1 
von dem Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose in Rixdorf 1 
Von den 526 entlassenen Pfleglingen standen im Alter 
von 7—10 Jahren . . 1 von 31—40 Jahren . . 128 
. 11—15 - . . 16 - 41—50 - . . 35 
. 16-20 - . . 112 . 51 —60 - . . 6 
- 21—30 - . . 228 
Von den 526 entlassenen 
Arbeiterin (in verschiedenen 
gewerblichen Betrieben) 
Näherin 
Schneiderin 
Verkäuferin 
Dienstmädchen .... 
Plätterin 
Kontoristin 
Köchin 
Packerin 
Krankenpflegerin . . . 
Falzerin 
Lageristin ) 
Expedientin / 
Stepperin 
Stickerin 
Putzmacherin .... 
Portiersfrau ..... 
Anlegerin 
Kellnerin 
Buchhalterin .... 
Waschmädchen .... 
Stalionsmädchen . . . 
Küchenmädchen.... 
Aufsichisdame .... 
Badefrau 
Zeitungsausträgerin . . 
Koloristin 
Poliererin 
Prägerin 
Büffetmamsell .... 
Pfleglingen waren dem Berufe nach 
Telephonistin 
Kellnerin 
Spulerin 
120 
92 
27 
24 
20 
18 
13 
9 
8 
7 
6 
Schreiberin 
Druckerin 
Garniererin 
Spinnerin 
Zimmervermieterin 
Scheuerfrau. . 
Perrückcnmacherin 
Krankenwärterin 
Reinmachefrau . 
Vorrichterin. . 
Korrespondentin 
Wirtschafterin . 
Kassiererin . . 
Einrichterin . . 
Friseurin . . 
Milchausträgerin 
Wicklerin. . . 
Hebamme . . 
Wäscheaufseherin 
Weberin . . . 
Krankenschwester 
Privalsekretärin 
Bronziererin 
Lehrmädchen 
Prefferin. , 
Stickerin . . 
Wäscherin 
Stütze der Hausfrau 
2 
1 
4 waren Schülerinnen und 83 ohne besonderen Beruf, zumeist 
nur in der eigenen Wirtschaft tätig. 
66 Pfleglinge suchten eine städtische Heimstätte für Brustkranke 
zum zweiten Male, 21 zum dritten Male, 4 zum vierten Male, 
2 zum fünften Male, 1 zuni sechsten Male auf. 41 Pfleglinge waren 
schon früher in Lungenheilstätten, — zumeist aus Kosten der Landes- 
versicherungsgnstalt —, gewesen (je 16 in Beelitz und Vogelfang, 6 in 
Görbersdorf, 3 in Kolkwiy): 8 Pfleglinge bezogen bereits Invalidenrente. 
Hereditäre Belastung durch Lunaenkrankheiten war — nach den 
Angaben der Pfleglinge — bei 163 Pfleglingen vorhanden und zwar 
von seiten der Eltern bei 18, durch die Mutter bei 64, von seiten des 
Vaters bei 81 Pfleglingen. 
28 Pfleglinge verließen die Heimstätte schon in den ersten 14 Tagen 
und zwar 8 wegen ungünstiger häuslichen Verhältnisse, 4 wegen Er 
krankung naher Angehöriger, 4 auf ärztliche Anordnung, weil das 
Lungenleiden zu weit vorgeschritten war, 4 weil es ihnen nicht gefiel, 
2 wegen Sehnsucht nach Hause, 1 weil sie nach der Lungenheilstätte 
Beelitz kam, 1 wegen Unterleibsblutungen. 1 weil die Krankenkasse 
nicht länger zahlte, 1 weil sie Geld verdienen mußte, 1 wegen vor- 
geschrittener Schwangerschaft, 1 weil es ihr zu kalt war während der 
Liegekur. Die 498 länger wie 14 Tage in der Heimstätte verpflegten 
Personen blieben zusammen 25 426 Tage in der Anstalt und nahmen 
2 633 kg an Gewicht zu, d. h. auf den einzelnen Pflegling — durch, 
schnittlich gerechnet — 51 Tage Aufenthaltsdauer und 5,2 kg 
Gewichtszunahme. 
Die Gewichtszunahmen bewegten sich 
bei 256 Pfleglingen zwischen 0 — 5 kg, 
. 213 - 5,s — 10 - 
. 19 . . 10,5 — 15 . 
. 2 - - 15,6 — 20 « 
2 Pfleglinge blieben auf ihrem Gewichte stehen, 4 Pfleglinge 
nahmen an Gewicht ab (2 : 2 kg, 1 : 1 kg, 1 : 0,6 kg), 2 Pfleg 
linge wurden nicht gewogen, weil sie dauernd bettlägerig waren: die 
größte Gewichtszunahme von 18,6 kg wurde in 84 Tagen erreicht. 
Die Krankheit war bei der Aufnahme kompliziert: 
24 mal durch schwere Neurasthenie, 
13 - - Herzfehler. 
7 - - Hysterie, 
6 - - chronische Unterleibserkrankungen, 
4 - - Otitis media purutlenta, 
4 - - chronisches Magengeschwür, 
4 - - chronischen Kehlkopfkatarrh, 
3 - - Morbus Basedowii, 
2 - - Kniegelenltuberkulose, 
2 - - chronische Nierenentzündung, 
2 - - Kyvhoskcoliose erheblicheren Grades, 
2 - - Schuppenflechte, 
2 - ■ hochgradige Bleichsucht, 
1 . - Jchthyosis, 
1 - - chronische Gelenkrheumatismus, 
1 - . chronische Herzmuskelentzündung. 
An neuen Erkrankungen traten während des Aufenthaltes in der 
Heimstätte hinzu: 
13 mal Influenza, 
12 - Halsentzündung, 
8 - akuter Kehlkopfkatarrh, 
2 - Venenentzündung am Bein, 
1 . Gallensteinkolik, 
1 . wässrige Brustfellentzündung, 
1 . Regenbogenhautentzündung, 
1 . Magengeschwür, 
1 . Panarilium am Finger, 
1 - Arythema essudetioum, 
1 - Urticaria erheblichen Grades, 
1 . ein Recidiv eines syphilitischen Exauthems. 
4 mal traten leichte Lungenblutungen auf, 1 mal erfolgte eine 
sehr schwere, fast tötliche Lungenblutung.
	        
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