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Volume No. 19. Bericht der Deputation für die städtische Irrenpflege

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1907 (Public Domain)

Nr. 19. Städtische Jrrenpflegc. 
-15 
bis zu 
10 Jahren 
bis zu 
20 Jahren 
bis zu 
30 Jahren 
bis zu 
40 Jahren 
bis zu 
50 Jahren 
über 
50 Jahre 
fraglich 
Männer 
101(18% v.H.) 
172 (31 Vs v H ) 
122 (22% v.H.) 
GO 
-1 
K 
a 
& 
50(9% v. H.) 
14 (2 % v. H.) 
Frauen 
37(34%«- - ) 
43(39% - - ) 
22(20% - - ) 
4(6 '/io * " ) 
1 ( %0 ’ * ) 
1( %o - ') 
— 
Knaben 
13(92%«- - ) 
1( 7%o- - ) 
— 
— 
— 
— 
Mädchen 
14 (737io ’ ' ) 
o(26%«- - ) 
— 
— 
— 
— 
— 
Bestraft waren von den neu Aufgenommenen 409 Männer 
(63 3 /s v. H.) und 1 Frau (% 0 v. H.) und zwar: 
mit Arbeitshaus: 12 Männer ( l 9 /i« v. H.) 
nur mit Haft: 46 - ' ( 7 l / 5 - - ) 
mit Gefängnis: 316 - (49%« - - ) und 1 Frau ( T /io v- H) 
- Zuchthaus: 35 - ( 5% - - ) 
Eine erbliche Belastung, hauptsächlich Abstammung von trunk 
süchtigen Eltern, konnte unter den an Epilepsie und Hysteroepilevfie 
leidenden bei: 
272 Männern (49% v. H.), I 5 Knaben (35 7 / 10 v. H.), 
49 Frauen (46% - - ), | 10 Mädchen (52% - - ), 
nachgewiesen werden. 
Jnbesondere wurde eine erbliche Belastung durch Trunksucht eines 
der Erzeuger oder beider, der an Epilepsie und Hysteroeplepsie leidenden 
nachgewiesen bei: 
107 Männern (19% v. H.), I 5 Knaben (35%« v. H.), 
19 Frauen (17% • •), | 6 Mädchen (31% - - ), 
Eine bestehende Familienanlage, die sich aus der gleichzeitigen 
Erkrankung von Geschwistern ergab, fand sich außerdem noch bei: 
237 Männern (38% v. H.), I 3 Knaben (17% v. H.). 
39 Frauen (29 - - ), | 8 Mädchen (34% - -), 
Abgang. 
Es schieden aus: 
durch Entlassung 587 Männer, 137 Frauen, zusammen 724 Personen. 
. Tod 51 - 31 - 82 
638 Männer. 168 Frauen, zusammen 806 Personen. 
Von den Abgegangenen wurden entlassen: 
Männer 
Frauen 
Zusammen 
Personen 
in die eigene Familie 
264 
72 
336 
in fremde Familien 
127 
29 
156 
in Berliner Krankenhäuser .... 
11 
1 
12 
in Untersuchungshaft 
5 
— 
5 
nach der Irrenanstalt Dalldorf. . . 
— 
— 
— 
Herzberge . . 
— 
— 
— 
. . - Buch .... 
4 
— 
4 
. Provinzialanstalten 
13 
7 
20 
• der Heimat 
2 
5 
< 
unbekannt wohin 
161 
28 
182 
zusammen 
587 
137 
724 
Das Nähere über die Todesursache erhellt aus folgender Uebersicht: 
L Anstalt Wuhlgarten 
Männer 
Frauen 
Zusammen 
Epileptischer Zustand ..... .s 
5 
4 
9 
Epileptischer Anfall (Erstickung dabei)) 
Gehirngeschwulst 
2 
1 
3 
Gehirnblutung bei Schädelbruch und 
Gehirnerschütterung 
1 
1 
Chronische Gehirnhautentzündung . . 
1 
— 
1 
Erweichungsherde im Gehirn . . . 
1 
— 
1 
Apoplexia cerebri 
1 
— 
1 
Arterioselerose 
1 
2 
3 
Endocard. valv 
— 
3 
3 
Herzschwäche, Marasmus 
' 8 
3 
11 
Pleuritis exsud 
— 
3 
3 
Lungenschwindsucht 
— 
3 
3 
Lungenentzündung 
6 
13 
19 
Carcinoma ventriculi 
1 
— 
1 
Chronische Nierenentzündung . . . 
— 
2 
2 
Uraemie 
3 
— 
3 
Blinddarmentzündung 
1 
— 
1 
Enteritis dysent 
— 
1 
1 
zusammen 
31 
35 
66 
II. In der Privatanstalt von Sanilätsrat vr. Edel, 
Charlottenburg 
Männer 
Epilepsie 
2 
Phlegmone der Oberlippe mit anschließender Sepsis . . 
i 
Phthisis pulmonum 
2 
Pneumonie 
I 
Lysolvergiftung 
i 
zusammen 
7 
III. In der Privatanstalt des vr. Auer 
und vr. Leubuscher in Hoppegarten 
Männer 
Epilepsie 
1 
Lungenentzündung 
1 
Tuberkulose 
1 
zusammen 
3 
An außerhalb Berlins ortsangehörigen Kranken wurden 13 Männer 
und 3 Frauen verpflegt, welche im Berichtsjahr 2075 Berpflegungs- 
lage in Anspruch genommen haben, darunter bestnden sich 4 Männer 
mit überhaupt 3465 Verpflegungstagen. 
Nach dem Reglement für die Anstalt Wuhlgarten, betreffend die 
Aufnahme, Behandlung und Entlastung Epileptischer und über die 
Höhe der zu erstattenden Kosten, ist die Deputation für die städtische 
Jrrenpflegc befugt. Epileptische, die in Berlin Unterstützungswohnsitz 
haben, soweit die Anstalt Raum gewährt, gegen Bezahlung aufzunehmen. 
In der Regel haben diese Kranken einen Verpflegungssatz zu zahlen, 
welcher den Selbstkosten (2,65 JC täglich) gleichkommt. Die Deputation 
ist indessen auch befugt, auf Grund einer Untersuchung der Vermögens- 
und Erwerbsvcrhältnisse desKranken oder seiner unterstützungspflichtigeu 
Verwandten den Verpflegungssatz bis auf die Hälfte zu ermäßigen. 
Im letzteren Falle werden besonders aufgelaufene Kosten. Extradiät, 
Brillen und ähnliches außer Berechnung gelassen. 
Der Vormund namens des Kranken, bezw. dessen unterstützungs 
pflichtige Angehörige müssen sich aber verpflichten, im Fall der Kranke 
oder besten Angehörige in bessere Vermögens- oder Einkommens- 
verhältniffe gelangen, den während der Verpflegung des Kranken un 
gedeckt gebliebenen Betrag der Selbstkosten, sowie die Kosten der Extra- 
diät usw. nachträglich einzuzahlen. 
Im übrigen bestimmt die Depuiation die Zahlungsbedingungen, 
doch müssen die Verpflegungsgelder für die Kranken mindestens einen 
Monat im voraus bezahlt werden. 
Im Berichtsjahre sind 22 zahlende Kranke verpflegt und zwar: 
13 Personen zum Satze von 2,es JC täglich, 
1 Person - - - 2,ss - 
1 - - » » 1,so - 
7 Personen - - - l.rs - 
Diese 22 Personen haben im Berichtsjahre 5859 Verpflegungs- 
tage erfordert und einen Kostenaufwand von rund 15 187 M ver- 
ursacht, wobei der nach dem finanziellen Ergebnisse für 1906 berechnete 
Durchschnittsbetrag für die Verpflegung eines Kranken einschließlich 
der Zinsen von dem Ankaufspreise des Gutes und der Kosten des 
Baues sowie Einrichtung, dagegen abzüglich der Einnahme aus der 
Landwirtschaft und den Küchenabgängen mit 2,892 JC für den Tag 
der Berechnung zugrunde gelegt ist. 
Hierauf sind rund 12 421 JC eingegangen, sodaß ein Zuschuß 
von 2766 JC erforderlich war. 
Von den Aerzten schied aus: 
am 30. September 1907 Assistenzarzt vr. Willi ms k y. 
dagegen traten als Assistenzärzte ein: 
am 1. Oktober Iu07 vr. Kurtz, 
am 17. Januar 1908 zum 2. Mal vr. Bibrowicz. 
Es verblieben in ihren Stellungen die Assistenzärzte vr. Westphal 
und vr. Welzel. 
Außerdem war der russische Arzt vr. Scgaloff während der Zeit 
vom 15. April 1907 bis 10. November 1907 als Volontär beschäftigt.
	        
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