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Volume No. 47. Bericht des Kuratoriums der städtischen Zentrale Buch

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1906 (Public Domain)

Verwaltungsbericht 
des 
Magistrats zu Berlin 
für 
das Ltatsjahr !906. 
M XI. “ 
'ZäerichL öes Kuratoriums der städtischen Zentrale Wuch. 
I. Bau der Zentrale. 
Durch Beschlutz der Gemeindebehörden wurde im April 1906 
für sämtliche auf dem städtischen Gelände in Buch erbauten städtischen 
Anstalten, wie die III. Irrenanstalt, die Heimstätte für Genesende und 
das Hospital, eine gemeinschaftliche Zentrale zur Bereitung des Dampfes 
für Heiz- und Wi'rtschaftszweckc, zur Bereitung von Warmwasser, zur 
Wafferbeschaffung und zur Erzeugung des elektrischen Stromes, ferner 
eine Zentrale für den Wäschereibetrieb und eine Bäckerei errichtet, 
welche später auch für die in Buch weiterhin in Aussicht genommenen 
städtischen Anstalten und Verwaltungen nutzbar gemacht werden soll. 
Der Zweck der Errichtung einer solchen Zentrale war haupt 
sächlich darin begründet, datz bei ihrer Anlage an Stelle von Einzel- 
anlagen sowohl an Ausführungs-, wie auch an Betriebskosten wesentliche 
Ersparnisse zu erreichen sein dürften. Als ein geeignetes Gelände für 
die Zentrale wurde ein zwischen der III. Irrenanstalt und dem 
Hospital belegenes 3,8 da großes, in städtischem Besitz befindliches 
Grundstück gewählt, welches an die für den Neubau der Irrenanstalt 
bereits ausgeführten Gleisanlage angeschlossen werden konnte. 
Einem Beschlusse des Magistrats entsprechend, sollte die Zentrale 
zunächst für 
1. die Heimstätte, 
2. die im Bau begriffene HI. Irrenanstalt, 
3. das im Bau begriffene Hospital 
projektiert werden. Außerdem sollte die für Buch in Aussicht ge 
nommene IV. Irrenanstalt bei Anlage der Zentrale berücksichtigt und 
schließlich auch das Rieselgut Buch von dieser mit elektrischer Kraft 
gespeist werden. Auf Grund dieses Magistratsbeschlusses wurden 
seitens der Hochbauverwallung die speziellen Entwürfe zu einer 
Zentrale ausgearbeitet und nach diesen Entwürfen der Bau vollzogen. 
Er enthält im einzelnen: 
1. das Kesselhaus, 
2. das Maschinenhaus, 
3. die Dampfschornsteine, 
4. die Waschküche, 
5. die Bäckerei, 
6. die Pumpstation, 
7. den Wasserturm, 
8. den Rundkanal, 
9. die Umwährungen, 
10. das Anschlußgleis. 
1. Kesselhaus. 
Aus der Rücksicht auf eine bedarfsgemäße künftige Erweiterung 
hat sich eine mehrfache Gliederung des Gebäudes und eine Auflösung 
der Ueberdeckung in eine Anzahl Satteldächer ergeben, wobei zugleich 
große und kostspielige Konstruktionshöhen vermieden werden konnten. 
Die Zisternen für das Kondenswaffer und die Kessel für die 
Warmwasserbereitung sind im Untergeschoß angeordnet worden. 
Der architektonische Aufbau lehnte sich in bescheideneren Formen 
an die Architektur der benachbarten III. Irrenanstalt an. 
2. Maschinenhaus. 
Das Maschinenbaus enthält im Erdgeschoß einerseits die Räume 
für die elektrischen Maschinen und für die Akkumulatoren mit den er 
forderlichen Nebenräumen für die Säuren k., auf der anderen Seite 
der Mittelachse ein Speisezimmer, ferner die vom Personal des Kessel 
hauses zu benutzenden Wasch-, Bade-, Garderoben- und Klosetträume, 
eine Reihe von Werkstatträumen für die verschiedenen Handwerker 
und im Obergeschoß des Mittelteiles des Gebäudes Wohnung für 
einen verheirateten Heizer und zweiZimmer für unverheiratetes Personal. 
3. Dampfschornstcine. 
Es sind vorerst 2 Dampfschornsteine errichtet worden, ivelche je 
bei einer Gesamthöhe von etwa 60 m zur Ausführung gelangt sind. 
4. Waschküche. 
Das Gebäude selbst niußte schon jetzt in seinem ganzen, auch dem 
künftigen Bedarf genügenden Umfange ausgeführt werden. Von den 
maschinellen Einrichtungen sind jedoch nur die zunächst erforderlichen 
Gegenstände berücksichtigt worden, und die erforderlichen Räume der 
fortlaufenden Handhabung beim Betriebe aneinander gereiht. Un 
mittelbar gegenüber dem Haupteingange, der zum Schutze der 
Wartenden eine kleine Vorhalle erhalten hat, befindet sich die Wäsche 
annahme. 
Zur Linken der Eingangshalle liegt außer dem Bureau ein zur 
Zeit mit einem Dampfdesinfektor ausgestalteter, direkt von außen zu 
gänglicher Raum zur Annahme und Desinfektion der infizierten Wäsche. 
Zur Rechten des Einganges wurden Wasch- und Garderobe-, Klosctt- 
und Badcrüume für das männliche Personal angeordnet. Der 
Wäscheannahmerauni, welcher zum Aufhäufen der eingelieferten Wäsche 
dient, enthält zugleich auch die Sortier- und Einweichkästen, an welchen 
der große, die Waschmaschinen und Zentrifugen enthaltende Waschraum, 
der Dampfmangelraum, der mit Trockenapparat ausgestattete Trocken 
raum, sowie der Ausgaberaum für die großen Wäschestücke sich un 
mittelbar anschließen. 
Im ersten Stock befinden sich für die getrocknete Wäsche die 
Roll- und Plätträume, sowie diejenigen für die Aufbewahrung der 
fertigen Wäsche. 
Das erste Stockwerk enthält ferner über den für die Wäsche- 
annahme bestimmten Räumen einen großen gemeinschaftlichen Speise- 
raum für das gesamte Personal, desgleichen Schlaf-, Wohn- und 
Baderäume für weibliche Bedienstete. Um eine Verbindung der durch 
den großen Waschraum getrennten Räume des ersten Geschosses unter 
einander herzustellen, ist in entsprechender Höhe eine Galerie an den 
Wänden des Waschraumes vorgesehen worden. 
Die im Dachgeschoß eingebauten Zimmer dienen für die weib 
lichen Angestellten als Schlafräume. 
5. Bäckerei. 
Die Bäckerei ist zur Versorgung sämtlicher städtischen Austal'en 
in Buch mit Backwaren bestimmt und ist vorerst nur für die III. Irren- 
anstalt und für die Heimstätte mit Backöfen ausgestattet worden. Die 
Bäckerei ist mit Aufziehvorrichtung für das Mehl nach dem als 
Mehllager dienenden ersten Stock und Dachboden und mit Misch- 
und Knetmaschinen ausgerüstet. 
Die Backöfen sind neuester Konstruktion (Viktoria) Etagenöfen. 
Eine Wohnung für den Backmeister hat im ausgebauten Dach 
geschoß Platz gefunden, während der in gleicher Höhe liegende Dach 
boden über dem Backofenraum als Rescrvebrotlager benutzt wird: ein 
Zimmer für einen unverheirateten Bäcker ist im Erdgeschoß vorhanden. 
6. Pumpstation. 
Die für die gemeinsame Wasserversorgung der Anstalten in Buch 
erforderlichen Pumpen mußten einschließlich der Enteisenungsanlage 
in einem entsprechenden besonderen Gebäude untergebracht werden. 
In einem kleinen Anbau haben die für das Personal notwendigen 
Nebenräume Platz gefunden. 
Auf einer Seite des Pumpenhauses liegen die Reinwasserbassins 
7. Wasserturm. 
Der Wasserturm dient zur Aufnahme eines ca. 500 odw fassenden
	        
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