Path:
Volume No. 27. Bericht über die Altersversorgungsanstalten und Hospitäler städtischen Patronats

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1906 (Public Domain)

2 
Nr. 27. Alterversorgungsanstalten und Hospitäler städtischen Patronats. 
des Kaisers und Königs und Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin 
im Februar 1907 600000 Jt der Stiftung zu Stiftszwecken über 
wiesen haben. Wenn sich das Vermögen trotzdem nicht um die über 
wiesene Summe vermehrt hat, so hat dies seinen Grund in dem er 
heblich niedrigerem Kurswert unserer Effekten am 31. März 1907. 
Obwohl wir bisher nur mit Hilfe der städtischen Behörden in 
der Lage waren, die Insassen der alten Anstalt zu erhalten, haben 
wir doch, um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen, beschlossen, 
von den überwiesenen 500 000 Jt 225 000 Jt zur Errichtung eines 
neuen Stiftsgebäudes auf dem vorhandenen Terrain zu verwenden 
und aus den Einnahmen des alsdann verbleibenden Restes neue 
Stiftsstellen zu schaffen. Leider reichen die Mittel nicht aus. um den 
mit 52 Zimmern ausgestatteten Neubau vollständig zu belegen: der 
Hospitalit kostet rund 400 Jt im Jahr; wir können deshalb nur 
20 Stellen einrichten, während wir die übrigen 32 Zimmer vorläufig 
vermieten müssen. 
Die städtischen Behörden werden uns auch für die Zukunft die 
bisher bewilligte reiche Beihilfe kaum versagen, aber an dieselben 
schon in der nächsten Zeit mit neuen Forderungen heranzutreten, 
dürste gegenüber der erst kürzlich dargebrachten reichen Gabe erfolglos 
sein, deshalb wenden wir uns wiederholt an unsere Mitbürger mit 
der Bitte, durch Zuwendungen von größeren und kleineren Beiträgen 
uns doch recht bald in den Stand zu setzen, den Erweiterungsbau 
der Anstalt vollständig mit Hospitaliten belegen zu können und da- 
durch alten würdigen und bedürftigen Einwohnern Berlins einen 
sorgenfreien Lebensabend zu gewähren. 
Unseren bisherigen Gönnern sagen wir hiermit herzlichen Dank. 
Berlin, den 28. August 1907. 
Kuratorium der Kaiser Wilhelni- uud Augustastiftung. 
Mielenz. 
Hospitals durch ein Glückwunschschreiben und durch ein Blumenarran 
gement erfreut zu werden. 
Am 1. April 1906 betrug die Gesamtzahl unserer Hospitaliten 
2 männliche 139 weibliche — 141 Hospitaliten. 
Gestorben sind. . 1 10 =11 
bleiben 1 männliche 129 weibliche — 180 Hospitaliten. 
Neu aufgenommen 
sind .... - - 13 . - — 13 
Mithin waren Ende 
März 1907 vor 
handen ... 1 männliche 142 weibliche — 143 Hospitaliten. 
Die 11 verstorbenen Hospitaliten haben ein Lebensalter von 63, 
68, 70, 74, 75, 76, 78, 79, 81, 83 und 90 Jahren erreicht; sie 
befanden sich 1 bezw. 3. 7, 8. 10, 13, 18 (2), 21, 22 und 27 Jahre 
in unserem Hospitale. 
Die 13 Neuaufgenommenen sind im Lebensalter von 60 (2) bezw. 
62 (3), 64. 65 (2), 66, 69, 71 (2) und 79 Jahren in unser Hospital 
eingetreten: sie haben zusammen ein Eintrittsgeld von 14 670 Jt 
entrichtet. 
Aus den Nachlässen der 11 verstorbenen Hospitaliten sind unserer 
Kaffe im ganzen 5 581,78 Jt zugefallen. 
Von den 143 Hospitaliten, die am Schluffe des Berichtsjahres 
vorhanden gewesen sind, standen, im Lebensalter von 
55 bis 60 Jahren 2 Hospitaliten, 
60 - 65 - 29 
65 - 70 - 37 
70 - 75 - 29 
i 5 * 80 - 26 - 
80 - 85 - 16 
85-90 3 
90 - 95 1 
2. Dietrichs—Thorastiftung. 
Im Jahre 1906 haben sich die Verhältnisse der Stiftung gegen 
das Vorjahr nicht geändert. Die Einkünfte der Stiftung reichen auch 
heute noch nicht ans, das Hans mit so viel Benenziatinnen zu be 
legen, wie es vom Stifter geivünscht ist. 
Aufgenommen in die Stiftung sind 4 Damen, welche die vollen 
Benesizien und zwar: freie Wohnung. 25 Jt monatliche Zubuße, 
25 Jt jährlich als Entschädigung zur Beschaffung von Brennmateri 
alien erhalten. Die übrigen 3 Zimmer sind vermietet. Ende März 
d. Js. ist eine der Insassinnen erkrankt, nach der Charits und von 
dort nach der Irrenanstalt Buch überführt: ob unheilbare Geistes- 
krankheit vorliegt, ist noch nicht festgestellt, aus diesem Grunde auch 
noch nicht über die anderweite Besetzung dieser Stelle Beschluß gefaßt. 
Die Einnahmen der Stiftung beliefen sich inkl. des Barbestandes 
auf 3 487,18 Jt, 
dieser Einnahme stand eine Ausgabe von ... . . 3 380,or - 
gegenüber. Es verblieb mithin ein Kaffenbestand von 107,u Jt. 
Die Vermügensverhältniff'e der Stiftung stellen sich am Schluffe 
des Etatsjahres 1906 wie folgt: 
1. Grundbesitz 75 278,ooJK, 
2. Jnhaberpapicre unter Zugrundelegung des Kurs- 
wertes vom 31. März 1907 3 369,oo - 
3. Barbestand 107,u • 
4. Wert des Mobiliars 256,oo > 
Berlin, den 12. August 1907. 
Kuratorium der Dietrichs—Thorastiftung. 
Marggraff. 
79010,ii Jt. 
3. St. Gertraudthospitat. 
In unseren Befugnissen sind Aenderungen im Berichtsjahre nicht 
eingetreten. 
Am 16. Juli >906 starb unser Mitglied, der Versicherungs- 
direktor Wilhelm Herrmann. Dem Vorstande seit 10. Juni 1883, 
also über 23 Jahre angehörend, hat der Verstorbene mit seltener Hin- 
gebung seines Amtes gewaltet. Er ist uns stets ein bewährter, liebens 
würdiger und treuer Mitarbeiter gewesen; wir werden dem dahin 
geschiedenen Freunde allezeit ein dankbares und ehrendes Andenken 
bewahren. An feine Stelle wurde der Kaufmann Robert Lonchant, 
Jüdenstraße 64, vom Magistrat am 14, November 1906 zu unserem 
Mitgliede gewählt und am 8. Dezember 1906 in den Vorstand 
eingeführt. 
Infolge eines schweren Unfalles war der unterzeichnete Bor- 
fitzende gezwungen, sich mehrere Monate lang von allen Dienst- 
geschäften fernzuhalten. Denizufolge wurde ihm in der Person des 
Stadtrats Selberg für die Dauer dieser Behinderung, die bis zum 
26. Januar 1907 gewährt har, mittelst Magistratsverfügung vom 
13. November 1906 ein Vertreier bestellt. 
Am 17. Januar 1907 war r* dem unterzeichneten Vorsitzenden ver- 
gönnt, das 80. Lebensjahr zu vollenden. Es wurde ihm an diesem 
Tage die Auszeichnung zuteil, von dem Vorstande des St. Gertraudt- 
Den Hospitaliten sind im Berichtsjahre an Benesizien 
a) Geldzuschuß (monatlich 20 Jt] 33 000,oo Jt 
b) Brennmaterialiengeld (vierteljährlich 9 Jt) 4 966,so - 
zusammen 37 966,so Jt 
gezahlt worden. 
Ihre ärztliche Behandlung hat, abgesehen von dem Honorar 
unseres Anstaltsarztes, einen Kostenaufwand von 4 401,i° ^ (das sind 
847,66 Jt mehr als 1905 und 1 788,27 Jt mehr als1904) verursacht. 
Davon entfallen auf: 
a) Krankenunterstützungen und Krankenwachen 701,«o Jt, 
b) Verpflegung siecher Hospitaliten 2 008,oo - 
c) Verpflegung geisteskranker Hospitaliten . . 107,so - 
ä) Kurkosten an öffentliche Krankenhäuser . . 982,50 - 
e) Arzneikosten, für Bruchbänder jc 437,« - 
f) Krankentransport 164,is - 
sind wie oben 4 401,is Jt. 
Zu d. Am Beginn des Berichtsjahres befanden sich 2 und am 
Schluffe 6 unserer Hospitaliten im St. Elisabethsiechenhause, Ebers- 
walder Straße 17/18. Der Pensionspreis stellte sich im Berichts 
jahre für unsere Hospitaliten auf monatlich 48 Jt. 
Zu c. Fräulein Rother, die mehrere Jahre geisteskrank war, 
ist im Berichtsjahre in der städtischen Irrenanstalt in Dalldorf ge 
storben. Fräulein Bode mußte am 19. März 1907 in die städtische 
Irrenanstalt zu Herzberge überführt werden. 
Außer den vorstehenden sind im Berichtsjahre u. a. noch die 
folgenden Ausgaben geleistet worden: 
1. Beerdigungskosten 1 369,«e Jt, 
2. Bauliche Unterhaltung des Hospitals . . . 1l 034,4« - 
3. Unterhaltung des Hospitalgartens .... 276,io - 
4. Feuerkassenbeitrag 262,87 - 
5. Entwässerungsabgabe 420,« - 
6. Gemeindesteuer für unseren in Treptow und 
in Rixdorf belegenen Grundbesitz .... 901,so - 
7. Beitrag zur brandenburgifchen landwirtschaft 
lichen Berufsgenossenschaft 18,22 - 
8. Schornsteinreinigung 235,oo - 
9. Gas 1 915,70 - 
10. Wasser 787,oo - 
11. Unterhaltung des Inventars 539,os - 
12. Depotgebühren an die Reichshauptbank . . 295,80 - 
13. außerordentliche Reinigung des Hauses und 
der Kapelle ' . . 148,oo - 
14. für Abfuhr des Mülls rc 263,oo - 
Am 1. April 1907 haben wir 2 vierprozentige Hypotheken von 
94 000 Jt und 162 000 Jt erworben. Von der ersteren Hypothek 
stehen dem Hospitalfonds 76 300^ und dem Hanssonfonds 17 700^ 
und von der letzteren dem Hospitalfonds 44000 ^ und dem Predigcr- 
witwenfonds 108 000 Jt zu. Zur Erwerbung der Hypotheken sind 
aus dem Hospitalfonds 116300 Effekten. 
- - Hanssonfonds 17 700 - 
und aus dem Predigerivitwenfonds . . 104 IM - 
sind zusammen 238 100 Jt Effekten
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.