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Volume No. 20. Bericht über die städtischen Heimstätten für Genesende

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1906 (Public Domain)

24 
Nr. 20. Heimstätten. 
Gelbgießer .... 
3 
Gärtner 
5 
Hausdiener.... 
49 
Handelsmann . . . 
4 
Handlungsgehilfe. . 
25 
Hobler 
4 
Heizer 
2 
Kaufmann .... 
34 
Kassenvote .... 
3 
Kellner 
9 
Kutscher 
13 
Klempner .... 
14 
Krankenpfleger. . . 
7 
Korbmacher.... 
1 
Lackierer 
1 
Lehrling 
71 
Laufbursche. . . . 
4 
Lithograph .... 
3 
Mechaniker.... 
14 
Maurer 
14 
Metalldreher . . . 
7 
Maler 
27 
Maschinenbauer . . 
1 
Monteur .... 
9 
Möbelpolierer. . . 
4 
Magistratsradfahrer. 
1 
Maschinist .... 
1 
Mitfahrer .... 
2 
Milchkühler. . . . 
1 
Nachtwächter . . . 
1 
Postbeamter . . . 
3 
Packer 6 
Posamentierer 1 
Präparand 1 
Rohrleger 7 
Reisender 2 
Schlosser 62 
Schneider 22 
Schuhmacher 9 
Schreiber 2 
Schmied 5 
Schlächter 8 
Sattler 4 
Schüler 1 
Schaffner 2 
Straßenreiniger .... 3 
Stellmacher 3 
Schriftsetzer 3 
Steinträger 2 
Steindrucker 7 
Schornsteinfeger .... 2 
Tischler 71 
Tapezierer 10 
Töpfer 3 
Techniker 1 
Uhrmacher 2 
Vergolder 3 
Werkführer 1 
Weber 1 
Zimmermann 4 
Zapfer . 1 
Zugführer 3 
zusammen 865 
Zum zweiten Male kamen 18 Pfleglinge in die Heimstätte. Von 
ihnen hatten je einer an Lungenentzündung mit Typhus, an Leber 
verhärtung mit Herzleiden; je 2 an Influenza mit Lungen- und 
Brustfellentzündung, an Nervenschmerzen bei Blutarmut, an Herz 
asthma; je 8 an Herzklappenfehler, an Magengeschwür mit Blutung; 
je 4 an Lungenentzündung mit Nervenschwäche gelitten. Zum dritten 
Male kam ein 19 jähriger Zapfer als Rekonvaleszent von Blutarmut 
und nervösem Herzklopfen: ein 50 Jahre alter Maler, der Blei 
vergiftung mit Blasenkatarrh und mäßiger Vergrößerung der Vor 
steherdrüse, ein anderer. 45 jähriger Maler, der ebenfalls Bleivergiftung 
aber ohne Komplikationen überstanden hatte; ferner ein Rekonvaleszent 
von Nervenschwäche, ein anderer von Nervenschwäche mit Lungen 
blähung. von Gelenkrheumatismus mit allgemeiner Körperschwäche; 
3 Pfleglinge mit Herzklappenfehlern, und schließlich ein 35 Jahre alter 
Tischler mit operiertem Magengeschwür und allgemeiner Körperschwäche. 
Durchwegs war für jeden Pflegling eine Aufenthaltsdauer von 
3 Wochen vorgesehen; leider mußte diese aber in vielen Fällen ab- 
gekürzt werden. 
Es verließen nämlich die Heimstätte 
schon nach 1 Tag je 1 Pflegling mil Nervenschwäche; mit akuter 
Herzerweiterung (zurück ins Lazaruskrankenhaus): mit akuter 
Augencntzündung, 
nach 2 Tagen je 1 Rekonvaleszent von Nervenschwäche mit erregter 
Herztätigkeit; von Magenkatarrh mit Appetitlosigkeit und Nerven 
schwäche; von rechtsseitiger Brustfellentzündung (Rückfall) und all 
gemeiner Körperschwäche, 
nach 4 Tagen 1 Pflegling mit Nervenschwäche und anhaltend erhöhter 
Temperatur (39^ bis 40°), 
nach 5 Tagen je 1 Rekonvaleszent von Asthma mit stümischer Herz 
tätigkeit; von Pleuritis oxouäotiv» (Rückfall); von Nervenschwäche; 
von croupöser Lungenentzündung; von Nierenbeckenkatarrh, 
nach 6 Tagen je 1 Pflegling mit Herzfehler; Asthma; mit großer 
körperlicher Schwäche (reichlich Eiweiß im Urin); mit Brustfell 
entzündung; mit Nervenschwäche und Schlaflosigkeit, 
nach 7tägigem Aufenthalte je 1 Rekonvaleszent von Schrumpf 
niere mit bedrohlicher Atemnot; von Leberschwellung mit Knochen- 
hautentzündung und Blutarmut: von chronischem Magengeschwür; 
von Lungenentzündung, 
nach 8 Tagen je 1 Pflegling mit mehrjähriger Nervenschwäche; 
von Typhus (weil die Kasse nicht weiterzahlen wollte); von Hysterie; 
von Schlaganfall (Rückfall). 
Nach 9 Tagen wurde ein Pflegling mit Nervenschwäche, Schwindel- 
anfüllen und Verdauungsstörungen auf seinen Wunsch enilaffen. 
Nach 10 Tagen verließ ein Rekonvaleszent von chronischer Nieren 
entzündung ebenfalls freiwillig die Heimstätte und 
nach 13 Tagen ein Herr, der nervöses Magenleiden überstanden hatte 
(unstillbares Erbrechen). 
42 Pfleglinge konnten schon nach 14 Tagen entlassen werden, 
weil sie sich wieder erwerbsfähig fühlten; dahingegen verblieben 
258 Pfleglinge ...... 3 Wochen. 
148 - 4 
214 - 5 
104 - 6 
30 - 7 
16 - 8 
Für eine verlängerte Aufenthaltsdauer war stets das Bestreben maß 
gebend, die Pfleglinge möglichst erwerbsfähig zu entlassen: wenn dies 
leider nicht immer erreicht werden konnte, so lag es in der Art und 
dem Wesen der oft unheilbaren Krankheit. 
Am 80. Oktober v. I. faßte das Kuratorium der Heimstätten 
folgenden Beschluß: „Die Pfleglinge sind anzuhalten, mindestens 
einmal innerhajb 14 Tagen ein warmes Bad zu nehmen; Ausnahmen 
sind vom Anstaltsarzte zu genehmigen. Auf ihren Wunsch soll den 
Pfleglingen Gelegenheit gegeben werden, auch öfters, mindestens ein 
mal wöchentlich zu baden." 
Bon dieser Verfügung machten die Pfleglinge gern und reichlich 
Gebrauch. Nur in ganz vereinzelten Fällen, z. B. bei vorgeschrittenem 
Herzleiden, Neigung zu Schwindelanfällen, badete ein Pflegling nicht. 
Außerdem wurden seit dem 15. November v. Js. in geeigneten 
Fällen Fichtennadel- und Soolbäder verordnet, ebenso auch kalte Ab 
reibungen. Auch diese Einrichtungen bewährten fich und beförderten 
in vielen Fällen die Besserung. 
Folgende Tabelle dient zur Ergänzung des vorhin Gesagten. 
Uebersicht über die im Jahre 1906 aufgenommenen und wieder entlassenen 855 Pfleglinge der Heimstätte Heinersdorf. 
Krankheit 
Zahl der 
Gewichtszunahme in Kilo 
Bemerkungen 
05 
*05 
Ö=- 
» 
05 
o 
05 
Ö=- 
» 
C 
1 
S 
o 
's 
größte 
kleinste 
mittlere 
Scharlach 
4 
115 
12,5 
*6 
1 
» 
3,1 
* nach 28 Tagen. 
Rose 
1 
28 
6.5 
— 
— 
— 
Grippe 
19 
530 
64,25 
•6 
0,76 
3,. 
' nach 35 Tagen. 0,5 kg Verlust bei einem 27 jährigen Schlächter 
nach 21 Tagen. 
Blutvergiftung 
4 
105 
7,76 
*3,76 
0,6 
1,9 
* nach 35 Tagen. 
Typhus 
36 
952 
145,30 
*11 
to 
4,2 
* nach 35 Tagen. ff18 jähriger Hausdiener; litt häufig an rheuma- 
Genickstarre 
1 
35 
4,5 
— 
— 
tischen Schmerzen beider Fußgelenke. 
Akuter Gelenkrheumatismus 
50 
1 480 
174,90 
*12,5 
0 
2,9 
* nach 48 Tagen. 
Lungenschwindsucht geheilt . . 
1 
21 
2 
— 
— 
— 
Skrofeln 
1 
35 
6 
— 
— 
— 
Bleivergiftung 
17 
685 
78,25 
*8,76 
|0,6 
4,6 
* nach 66 Tagen bei einem 36 Jahre alten Steindrucker. 
Schädelbruch 
2 
86 
— 
4.5 
3,76 
f nach 28 Tagen bei einem 44 Jahre alten Schlosser. 
Kontusion des Kopfes und des 
Rückens 
1 
21 
1 
Rippenbrüche 
2 
61 
— 
4,76 
2 
— 
Zerreißung innerer Bauchorgane 
1 
•56 
3,6 
— 
— 
— 
Stichwunde in die linke Bauch- 
* 21 Jahre alter Kontorbursche mit hochgradiger Körperschwäche: 
feite 
1 
11 
*1,6 
— 
_ 
— 
konnte wegen Familienangelegenheit nicht länger bleiben.
	        
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