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Volume No. 1. Bericht über die algemeine Verwaltung des Magistrats

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1906 (Public Domain)

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Nr. 1. Allgemeine Verwaltung des Magistrats. 
re Heber. Pollzichungsbeamlcn, Grundstücksaufseher und Ratswage 
meister und einiger technischen Beamienkategorien, durch die Vermehrung 
der Stellen der Magistratssekretäre, der Bureauasststenten, Bureau- 
anwärter, der ständigen Bureangehilfen. der Magistratskanzlisten, 
Steuererheber, Hilfsstcuererheber, der Stadtsergeanlen und Magistrats- 
dicner. Besonders stark ist wiederum der Diätenfonds in Anspruch 
genommen worden, weil Bureangehilfen in größerer Zahl eingestellt 
werden mußten als angenommen wurde. Auch die durch die stetig 
fortschreitende Zunahme der Bevölkerung veranlaßte Vermehrung der 
Geschäfte hat eine bedeutende Mehrausgabe für Schreibarbeit bewirkt. 
Die persönlichen Aufwendungen für Dienstpensionen und Hinter- 
bliebenenversorgung. für Unterstützungen und Ruhegeld sind ebenfalls 
nicht unerheblich gestiegen. 
Die Mehrausgaben für sächliche Kosten sind vornehmlich hervor 
gerufen durch bauliche Unterhaltungskosten der Bureaudienstgebäude, 
durch längere Heizung der Diensträuine infolge des strengen Winters, 
durch Beschaffung von Inventar und durch Mietling von Bureau- 
raumen. Ferner waren höhere Aufwendungen nötig für den Ankauf 
und Druck von Plänen, für Drucksachen, Buchbindcrarbeiten, Jnse- 
rieruiigen, für Anschaffung von Büchern und Zeitschriften, für die 
außerdienstliche Revision von Jahresrechnungen der städtischen Haupt- 
kassen. für die Unfallversicherung infolge der erheblichen Zunahme der 
Persicheruiigspflichligen und für die Vorarbeiten zur Reichslagswahl. 
Gegen die Etatsansätze sind im Berichtsjahre 1906 bei Berück 
sichtigung der am Schluffe des Jahres verbliebenen Einnahme- und 
Ausgabereste 
mehr verausgabt .... 190 031 M, 
mehr vereinnahmt .... 44474 - 
Die Mehrausgabe berechnet sich wie folgt: 
1. Verwaltung der Bnrcaudienstgebäude k. (@iat 39 A) 33 884 Jt 
2. Gcschäslsbedürfnisse (Spezialetat 398) . . . . 46 1 073 - 
zusammen 497 957 Jt 
Mindcrausgaben sind entstanden bei 
3. den Gehältern der Magistratsmilglieder 
tSpezialeiat 37) . . . . . . . 2002 Jt 
4. dem Personalbesoldungsetat (Spczial- 
etal 38) . 246 813 - 
5. den Dienstpensionen .’c. (Spezialetat 40) 56 111 
zusammen 304 926 .M 
bleibt Mehrausgabe wie oben 193 031 Jt 
Die Mehreinnahme ergibt sich wie folgt: 
1. Bei den Geschäftsbedürsnisieu (Spezialelat 398) . 57 306 - 
2. - der Verwaltung der Dienstgebäuoe (Etat 39 A) 5 022 - 
8. - den Dienstpenfionen k. (Spezialelat 40) . . 5 055 
zusammen 67 383 Jt 
Hiervon ab die Mindereinnahme 
4. beim Personalbesoldungsetat (Spezialetat 38) mit 22 900 
bleibt Mehreinnahme wie oben 44 474 Jt 
Bezüglich derjenigen persönlichen und sächlichen Kosten, welche in 
dieser Berechnung nicht enthalten sind, verweisen wir auf unseren Be- 
richt vom Vorjahre Seite 12. 
Allgemeine Finanzlage. 
Das Rechnungsjahr 1906 hat einen Ueberschuß von 14649557,oo „Ä 
ergeben. Ein so günstiges Ergebnis ist bisher noch nie erzielt worden. 
Der Ueberschuß berechnet sich wie folgt: 
Gegen die Etatssätze 1906 haben 
I. Mehrüberschüsse geliefert: 
Di» Kämmereiverwaltung 11 973 Jt 
Gemeindegrundsteuer 746 737 - 
Gewerbesteuer 601 883 - 
Warenhaussteuer 28 639 - 
Betriebssteuer 35194 - 
Gemeindeeinkommensteuer ....... 3 089 226 « 
Hundesteuer 67 436 - 
Braumalzsteuerzuschlag . . . ■ 20282 - 
Wanderlagersteuer 50 - 
Umsatzsteuer 1807 953 - 
Verschiedene Einnahmen 1346 244 - 
Von den städtischen Werken die Gaswerke, Wasser 
werke, Viehmarkt- und Schlachthofverwaltung 
und die Markthallenverwaltung mit zusammen 2 439 328 - 
II. Mindcrzuschüffe haben ergeben: 
Schuldenverwaltuna 2 825 552 « 
Armenverwaltung 537 208 - 
Kranken- und Gesundheitspstege 102 817 • 
Park- und Gartenvcrwaltung 1716 
Bauverwaltung 1 492 939 - 
Polizciverwaltung 34 316 - 
Gemeindefriedhöfe, Standesämter, Märkisches 
Provinzialmuseuni, Statistijches Amt, Ge 
werbe- und Kaufmannsgericht, Stadtbibliothek, 
Volksbibliotheken und Lesehallen ... 15 372 Jf 
Von den Werken die Kanalisaiionsverwaltung. 
der Hafen am Urban, die Beschau für das 
von außerhalb eingeführte Fleisch zus. mit 636 197 
15 841 057 M 
111. Mehrzuschuß war erforderlich bei 
der Unterrichtsverwaltung . . . 180 468 Jt 
den Verwaltungskosten .... 148558 - 
der Straßenbeleuchtung, -Reini 
gung ec 859338 - 
derFleischschauaufdem Schlachthofe 3141 - 
1 191500 - 
sodaß an Ueberschuß verbleiben 14 649 567 Jf 
Wie das vorstehende Bild zeigt, haben alle Verwaltungen mit 
Ausnahme von nur 4 Ueberschüsse erzielt bezw. Minderzrffchüfse zu 
verzeichnen gehabt. 
Die Mehrzuschüsse, die bei der Unterrichtsverwaltung erforder 
lich waren, sind infolge der Neuregelung der Besoldungsverhältnisse 
der Gemeindeschullehrer je. hervorgerufen, bei den übrigen Ausgaben 
dieser Verwaltung sind meist Minderausgaven entstanden. Die Mehr- 
zuschüsse bei den Verwaltungskosten sind im wesentlichen durch höhere 
extraordinäre Aufwendungen für Vieh- und Volkszählungsarbeiten 
und die bei der Straßenreinigung und -Besprengung infolge der er 
heblichen Kosten für die Beseitigung der ungewöhnlich starken Schnee- 
fälle entstanden. 
Der Mehrüberschuß von 1346 244 Jt bei den verschiedenen 
Einnahmen und Ausgaben setzt sich zusammen aus 48 831 M Mehr 
einnahmen und 1 297 913 Jt Minderausgaben. Die Mehreinnahme 
betrifft höhere Abgabe der Aktiengesellschaft. Berliner Elektrizitätswerke 
von der Brutloeinnahme und höherer Gewinnanteil mehrerer Straßen- 
bahngesellschafleu. Die Minderausgaben sind in der Hauptsache hier 
in Abgang gestellte und an anderer Stelle verausgabte Beträge. 
(Mehrbedarf für Lehrerbesoldungen k.). 
An den Mehrüberschüssen der Werke von 2 439 323 Jt sind 
beteiligt 
die Gaswerke mit 1718696 Jt 
• Wasserwerke mit 340089 - 
der Viehmarkl mit 218000 . 
• Schlachthof mil 80840 - 
die Markthallen mit 81698 
zusammen wie oben 2 439 323 Jt 
Die Minderzuschüsse der Werksverwaltungen im Betrage von 
636197 Jt berechnen sich wie folgt: 
Die Kanalisationsverwaltung einschließlich der Riesel 
felder 611006 Jt 
Hafen am Urban . , 5 587 - 
Beschau für das von außerhalb eingeführte Fleisch . 19 604 
zusammen wie oben 636 197 Jt 
Die Minderzuschüsse der Schuldenverwaltung sind in der Haupt 
sache auf die Mehreinnahmen bei den Positionen Kapitalien und An 
leihen zurückzuführen. 
Bei dem Kapitel „Armenverwaltung" haben Mehrzuschüsse er 
fordert: 
Die Waisenpflege mil 62 415 Jt 
- Fürsorgeerziehung mit 114 285 - 
- Desinfektionsanstalt 11 mit . 2 107 
zusammen 178 807 Jt 
Die übrigen Verwaltungen, das Armenwesen, Friedrich 
Wilhelmshospital und Siechenanstalten, Arbeits 
haus Rummelsburg, Obdach haben Minder 
zuschüsse im Betrage von ■ 716 015 
ergeben, so daß an Minderzuschüssen verblieben . . 537 208 Jt, 
welche zum größten Teil auf die geringe Belegung der Anstalten 
zurückzuführen sind. 
Der bei der Kranken- und Gesundheitspflege berechnete Minder- 
zuschuß ist im wesentlichen ebenfalls eine Folge der gegen den Vor- 
entwurs eingetretenen Minderbelegung bei den Kranken- und zum Teil 
auch bei den Irrenanstalten. Bei den Heimstätlen hat sich zwar eine 
höhere Zahl der Verpflegungstagc, als zum Etat angenommen war, 
ergeben: die höheren Ausgaben sind aber infolge höherer Erstattung 
durch Verpflegungskosten ausgeglichen. 
Bei der Bauverwaltung sind die Minderzuschüssc eingetreten für 
die Hochbauverwallung namentlich durch günstigere Abschlüsse bei Ver- 
gebung der Arbeiten und bei der Tiefbauverwaltung durch Minder 
ausgaben für Landerwerb und für Neu- und llmpflasterungen. 
Der Minderzuschuß bei oer Polizeiverwaltung ist zum Teil ver 
anlaßt durch höhere Einnahmen aus deni Erlöse überflüssig gewordener 
Gegkiisläude. welche die Stadt Berlin vor dem 1. April 1893 für die 
Orispolizeibchörde beschafft hat. und durch Minderausgaben persön 
licher Natur für die Straßenbaupolizei-Verwaltung sowie durch den 
gegen Etat um 16 000 Jt geringeren Zuschuß für das Feuerlöschwesen.
	        
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