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Volume No. 14. Bericht über die städtische Armenpflege

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1906 (Public Domain)

18 
Nr. 14. Armenpflege. 
An Stelle der in den letzten Verwaltungsberichten gebrachten 
nur einige Jahre umfaflenden Uebersicht über das Verhältnis der 
niittlcren Zahl der laufend unterstützten Personen zu der mittleren 
Zahl der Zivileinivohncr lassen wir auch in dem vorliegenden Bericht 
eine Zusammenstellung folgen, die dieses Verhältnis hinsichtlich aller 
unterstützten Personen, also einschließlich der mit Extraunterstützungen 
bedachten, auf viele Jahre zurück veranschaulicht. 
Hierbei ist zu bemerken, daß die mittleren Zahlen der unter 
stützten Personen durch Zwölfteilung aller einzelnen Zuwendungen 
im Laufe des Jahres gewonnen sind, also gegen die mittlere Zahl 
der durchschnittlich unterstützten Personen insofern abweichen, als 
vielfach im Jahre denselben Personen wiederholt Zuwendungen 
gemacht werden. Bei dem Mangel einer genaueren Statistik hierüber 
sind mit dieser Einschränkung die nachfolgenden Zahlen unter sich 
wohl vergleichbar. 
Jahr 
Mittlere 
Einwohnerzahl 
Mittlere Zahl der 
Almosen- | Pfl,gekmder 
empsanger “ 
Extra 
unterstützten 
Summe 
Auf 
100 
Einwohner 
Aufwand der öffentlichen 
Armenpflege 
insgesamt 
pro Kopf 
1884 
1233823 
15 522 
7006 
1959 
24 487 
1,98 
2 866 760 
2,32 
1885 
1284334 
15998 
7 355 
2012 
25 365 
1,97 
2 996038 
2,33 
1886 
1327162 
16 550 
7 522 
1893 
25 965 
1,96 
3 102 651 
2,34 
1887 
1399755 
17 060 
7 692 
1 859 
26611 
1,90 
3 225 777 
2.30 
1888 
1 453 6! >3 
17619 
6 982 
2013 
26614 
1,88 
3376 531 
2,32 
1889 
1 512 997 
18 409 
' 7810 
2 009 
28 258 
1,87 
3 535 972 
2,34 
1890 
1564616 
19 087 
7 751 
2 279 
29117 
1,86 
3736692 
2,39 
1891 
1578672 
20169 
7976 
3 213 
31358 
1,99 
4 490 509 
2,84 
1892 
1595 393 
21737 
8 399 
4180 
34 316 
2,18 
4605287 
2,89 
1893 
1 609001 
28 062 
8654 
4 195 
35 911 
2,23 
4919503 
3,0« 
1894 
1624 538 
24 132 
8 675 
4 878 
37 685 
2,82 
5 223 537 
3,22 
1895 
1644 316 
25460 
8 938 . 
4681 
89077 
2,88 
0 49t> 853 
3,84 
1896 
1684565 
26 466 
8 997 
4 235 
3!» 698 
2,36 
5 656 472 
3,88 
1897 
1720793 
27 685 
9268 
4 486 
41 43!» 
2,41 
5 988 899 
3,48 
1898 
1765 533 
28460 
9509 
4 576 
42 545 
2.41 
6 317771 
3,58 
1899 
1804913 
29505 
9669 
4581 
43 755 
2,42 
6661212 
3,69 
1900 
1851221 
29 869 
9907 
4 788 
44 564 
2,41 
6 936 649 
3.75 
1901 
1871771 
30845 
9 959 
6234 
47 038 
2,61 
7 464 698 
3,99 
1902 
1 886 705 
32 428 
10 559 
6 933 
49 920 
2,66 
8 076 166 
4,28 
1903 
1917609 
33 945 
11060 
6 138 
51143 
2,67 
8 334 680 
4,37 
1904 
1972045 
33844 
11058 
5 535 
50 437 
2,66 
8401563 
4,2« 
1905 
2010826 
33944 
11341 
5204 
50489 
2,51 
8503186 
4,23 
1906 
2064 677 
33528 
11354 
4924 
49806 
2,41 
8616126 
4,17 
Die in der ähnlichen Tabelle im vorigen Verwaltungsbericht ge- i 
brachte Zusammenstellung auf den Kopf der einzelnen Umerstützten 
in jedem Kreise ist für den vorliegenden Bericht noch erweitert worden, 
und zwar sind in den nachfolgenden Tabellen die Unterstützungen 
nach Art und Umfang, ob in bar oder in Naturalien, nach der 
Häufigkeit der Zusatzunlerstützungen usw. ersichtlich gemacht, so oaß die 
Tätigkeit der Armenkrcise im einzelnen und im Verhältnis zu einander 
beurteilt werden kann. 
Einer näheren Erläuterung hierzu glauben wir uns vorläufig 
noch enthalten zu sollen, da die Abweichungen so mannigfach und 
zum Teil so erheblich sind, daß neben der Verschiedenheit der örtlichen 
Verhältnisse und der wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung in gewissem 
Maße auch eine unterschiedliche Handhabung der Armenpflege durch 
die Verwaltungsorgane hierbei mitgewirkt haben kann. 
Die Feststellungen werden zu Erwägungen innerhalb der Ver 
waltung anregen und sollen fortgesetzt werden. 
Unter den Schwankungen fallen hauptsächlich diejenigen auf, die 
hinsichtlich der Ertraunterstützungen — besonders der in Naturalien 
und der zusätzlich gewährten — hervortreten. 
Die dritte Tabelle zeigt u. a. die Prozentsätze, zu denen unter 
allen Ertraunterstützungen Naturalien verabfolgt worden sind. Am 
I reichlichsten hat die 18. Armenkommission Naturalien gewährt, nämlich 
98 v. H. aller Extraunterstützungen, wogegen die 195 ä.. Armen 
kommission den niedrigsten Satz mit etwas mehr als 1 v. H. aufweist. 
Einzelne Kommissionen haben besonders viel Kleidung bewilligt. 
Die Hälfte aller Naturalien und darüber sind als Bekleidung durch 
folgende Armenkommissionen verabsolat worden: 3A, 128 B, 129, 130, 
133 A, 133 B, 85 A, 86. 114 B, 115 D, 113 A, 134, 185 und 139. 
Bemerkenswert ist, daß 60 Armenkommissionen selbständig über 
haupt keine Naturalien bewilligt haben, nämlich: 1, 8, 9, 10, 11, 14, 
15. 16. 17. 18. 19 B, 20 A, 20 B, 24, 22 B, 23 A, 23 0, 25, 27 A, 
83 B, 84. 36 D, 38 A, 40, 43, 55 A, 55B, 48, 68. 69 B, 70. 72, 76. 
79, 104 B, 104 F, 106 B, 123 B, 143, 153, 157, 15SB, 168G, 168H, 
171 D, 178 B, 179, 181, 182, 193, 194 A, 194 D, 196 B, 198 B, 
203 ß, 203 B, 209, 211 A, 213 A und 213 0. 
Von allen Kommissionen haben gewährt 
a) keine Naturalien 60 Kommissionen, 
b) nur Nahrungsmittel .... 113 
c) nur Bekleidung 37 
d) Nahrungsmittel und Bekleidung 181 . 
zusammen 391 Kommissionen.
	        
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