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Volume No. 8. Bericht der städtischen Schuldeputation

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1905 (Public Domain)

Verwaltungsbericht 
des 
Magistrats zu Berlin 
für 
das Ctatsjahr 1905. 
^'^8. 
Wericht 6er städtischen Schuldeputation. 
Um einen Ueberblick über die Ausdehnung des gesamten Berliner 
Schulwesens zu gewinnen, schicken wir, wie alljährlich, unserem dies 
jährigen Bericht eine statistische Ueberstcht über sämtliche öffentliche 
und private Lehranstalten Berlins voraus. Zwei dem Berichte bei 
gefügte Tabellen enthalten die einzelnen Arten der bestehenden Schulen, 
und zwar Tabelle I unter Angabe der Zahl der Klassen und Schüler, 
Tabelle II unter Angabe des Religionsverhältnisses und des Alters. 
In beiden Tabellen sind Vergleiche mit den Zahlen des vorhergehenden 
Berichtsjahres gezogen und der Zu- oder Abgang in den Besuchs 
ziffern der Schulen angegeben. 
Zur Erläuterung der in den Tabellen summarisch ausgeführten 
Unterrichtsanstalten zählen wir sie nachstehend namentlich auf: 
1. Gymnasien. 
a) 4 königliche: Friedrich Wilhelm-, Französisches-, Wilhelm- 
und Luisengymnasium. 
b) 11 städtische: Berlinisches Gymnasium zum Grauen Kloster, 
Friedrich Werdersches-, Köllnisches-, Friedrich-, Luisen-, 
städtisches-, Sophien-, Askanisches-, Humboldt-, Leibniz-, 
Königstädtisches- und Lessinggymnasium. 
2. Realgymnasien. 
a) das Königliche Kaiser Wilhelmrealgymnasium. 
b) 7 städtische: Königstädtisches., Dorotheenstädtisches-, Luisen- 
städtisches-, Friedrich-, Sophien-, Andreas- und Falkreal- 
gymnasium. 
8. 2 städtische Oberrealschulen: Friedrich Werdersche- und Luisen 
städtische Oberrealschule. 
4. Die städtischen Realschulen (höhere Bürgerschulen) 1—14. 
5. Höhere Mädchenschulen: 
a) 2 königliche: Elisabeth- und Augustaschule. 
b) 6 städtische: Luisen-, Viktoria-, Sophien-, Charlotten-, 
Margarethen- und Dorotheenschule. 
6. Oeffentliche Mittel- und Elementarschulen einschließlich 
Vorschulen der höheren Lehranstalten.^ 
a) 8 königliche: Präparandenanstalt, Seminarschule und 
Theaterschule. 
b) Vorschulen: 
«) 4 königliche Anstalten: Vorschule des Friedrich Wilhelm 
gymnasiums und des Realgymnasiums, des Französischen, 
des Wilhelm- und des Luisengymnasiums. 
ß) 18 städtische Anstalten: Vorschule des Köllniscben-, 
Friedrich Werderschen-, Friedrich-, Luiseustädtischen-, 
Sophien-, Humboldt-, Askauischen-, Leibuiz-, König- 
städtischen- und des Lessinggymnasiums; Vorschule des 
Dorotheenftädtischen-, Friedrich-, Andreas-, Sophien-, 
Königstädtischen., Luisenstädtischen, und Falkrealgym- 
nasiums; Vorschule der Luisenstädtischcn Oberrealschule. 
v) Die Gemeindeschulen 1—280. 
ck) Schulen für Viersinnige: Königliche Taubstummenanstalt, 
städtische Taubstummenschule und städtische Blindenanstalt. 
e) Städtische Waisenhausschulen: Schule des Waisenhauses 
zu Rummelsburg und Schule im Berliner Waisenhause. 
k) Sonstige städtische Erziehungsanstalten: Die Schule 
ini Erziehungshause für verwahrloste Mädchen in Klein- 
beercn. Schulen der städtischen Jdiotenanstalt in Dalldorf 
und der Anstalt für Epileptische in Wuhlgarten, Schule im 
städtischen Obdach. 
7. Schulen von Vereinen, Kirchen usw. 
a) Knabenschulen: Schule des Luisenstists und der Erziehungs» 
anstatt zum Grünen Hause. 
b) Mädchenschulen: Schule der evangelisch-böhmischen Brüder- 
gemeinde und des Goßnerhauses, Luisenstiftung. 
v) Schule für beide Geschlechter: St. Hedwigpfarrschule. 
8. Jüdische Schulen: 1 Knaben-, 1 Mädchenmittelschule. 
9. 5 höhere Privatknabenschulen: Dr. Brauner, Dr. Greve, 
Dr. Hermanni, Ohmstede und die Handelsschule von Lach. 
10. 2 Elementarkuabenschulen: Kraft und Kollmorgen. 
11. 38 höhere Privatmädchenschulen: Aubert, Böhm, Brühl, 
Burtin, Dittrich, Dörstling, Dräger, Götte, v. Hagen, Herrman», 
Heßling, Hitzigrath, Harter, Junghahn, Kaul, v. Keisenberg, 
Klinkhardt, Knauer, Kollmorgen, Kreysig, Kühn, Lützow, Morris, 
de Mugica, Neumann, Ollmann, Plehn, Prox, Reichardt, 
Dr. Richter, Fräulein Richter, Dr. Schmeckebier, Stier, Ulrich, 
Vogeler, Wagner, Weichelt und Weinholz. 
12. 8 Privatmittel- und Elementarmädchenschulcn: Eupel, 
Lange, Marthashofschule. 
13. Privatelementarschule für Knaben und Mädchen: evan- 
gelisch-lutherische Gemeindeschule. 
14. Koniraktschulen: Michatscb, Wernicke, Straube, und Melior. 
A. AUgerueiuer Teil. 
I. Einrichtung und Besetzung. 
Eine Aenderung in der Organisation der städtischen Schuldeputation 
ist während des Berichtsjahres nicht eingetreten. 
Infolge Neueinteilung und Vermehrung der Berliner Syuodal- 
bezirke trat eine Erhöhung der Zahl der Deputationsmilglieder um 
einen evangelischen Geistlichen ein; in diese neue Stelle wurde der 
Superintendent Dr. Büttner gewählt. Im Laufe des Berichtssahres 
schieden aus die Stadtverordneten Dr. Hermes und Flitsche, sowie 
der Bürgerdeputierte Gold heim; dafür traten ein die Stadtverord 
neten Perls und Modler. 
Nur wenige Wochen nach Schluß des Berichtsjahres verstarb 
nach kurzem Leiden Stadtschulrat Dr. Karl Gottfried Gerstenberg, 
der erst im Jahre 1901 als Stadtschulrat gewählt worden war. Der 
Magistrat widmete ihm folgenden ehrenden 
Nachruf: 
„Am 13. Mai, abends 6^ Uhr verschied nach kurzem, schwerem 
Leiden 
Herr Stadtschulrat Dr. Karl Gottfried Gerstenberg. 
Der Tod riß ihn plötzlich im sechzigsten Lebensjahre mitten aus 
reicher, wichtiger und gesegneter Arbeit, die dem Wöhle unserer Stadt 
und ihrer Jugend galt. 
Am 21. Oktober 1846 in Schlesien geboren, verlor er früh seine 
Eltern und machte eine schwere Kindheit durch. Aber unterstützt von 
väterlichen Freunden, fand er den Weg von der Volksschule zum 
Gymnasium und von dort zur Universität, auf der er Geschichte und 
Philologie studierte. Sein vaterländischer Sinn trieb ihn 1870 aus 
dem Studium heraus zur Teilnahme an dem Feldzuge gegen Frank 
reich. Da er für den Dienst mit der Waffe für untauglich befunden 
wurde, machte er als Diakon einer mobilen Johanniterkolonne zehn 
Schlachten von Weißcndurg bis Orleans mit und brachte mitten im 
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