Path:
Volume No. 35. Bericht der städtischen Verkehrsdeputqation

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1905 (Public Domain)

Nr. 35. Verkehrsdeputation. 
I 
Erstattung der von den letzteren sowie von den Zubußen des Staates 
und der Städte 3 vom Hundert zu berechnenden Zinsen nach dem 
Verhältnisse der beiderseitigen Zinsbeträge. 
Berlin, den (Datum). 
Der Magistrat der Stadt Berlin. 
Eine gleiche Erklärung hat die Stadt Stettin nach einer Mitteilung 
des Ministers der öffentlichen Arbeiten bereits abgegeben. 
Die Stadt Charlottenburg hat sich ebenso wie im Jahre 1900 
von neuem der Stadt Berlin gegenüber verpflichtet, 10 v. Hundert des 
auf die Stadt Berlin entfallenden Gesamterfordernisse zu übernehmen. 
Sie hat daran die nachstehenden Bedingungen geknüpft: 
1. Die Stadt Charlottenburg wird von allen hierdurch über 
nommenen Verpflichtungen befreit, soweit die Provinz Branden 
burg in dieselben eintritt oder zur Deckung des Gesamt 
erfordernisses beiträgt. 
2. Die Stadt Berlin verpflichtet sich, wegen Entscheidung wichtiger 
Fragen, betreffend die endglütige Festsetzung der Beträge, welche 
von der Stadt Berlin der Staatskasse oder jener von dieser zu 
erstatten sind, sich mit dem Magistrat von Charlottenburg vorher 
ins Benehmen zu setzen. 
3. Die oben wiedergegebene Verpflichtungserklärung der Stadt 
darf nicht ohne Zustimmung der Stadt Charlottenburg ab 
geändert werden. 
4. Stempelkosten werden seitens der Stadtgemeinde Charlottenburg 
nicht getragen. Soweit eine Stempelbefreiung nicht gewährt 
werden sollte, hat die Stempelkosten der Fiskus bezw. die 
Stadt Berlin zu tragen. 
Von diesen Bedingungen ist nur die unter Nr. 4 aufgeführte neu: 
sie ist jedoch gegenstandslos, da auf die Einziehung von Stempel 
kosten laut Kabinettsorder vom 16/ Juli v. Js. verzichtet ist. 
Diese Garantieübernahme wurde seitens der Stadtverordneten 
versammlung genehmigt, auch der Magistrat ermächtigt, die Ver 
pflichtungserklärung der Stadtgemeinde Charlottenburg anzunehmen, 
gleichzeitig aber ersuchte die Versammlung den Magistrat, unverzüglich 
die Vorarbeiten in Angriff zu nehmen, die erforderlich sind, um den 
für den Berlin—Stettiner Großschiffahrtsweg notwendigen Hafen im 
Norden Berlins zu errichten. 
AIs hierzu geeignetes Gelände kam einzig und allein in Frage 
das sowohl für den in Aussicht genommenen Hafen in der unmittel 
baren Nähe des Ausgangspunkts des Berlin—Stettiner Kanals günstig 
gelegene als auch durch guten Bahn- und Wasseranschluß vortrefflich 
geeignete Terrain, das sich östlich der Beusielstraße zwischen dem Süd 
ufer und der Ringbahn erstreckt und sich im Eigentum der Evangelischen 
Johannesstiftung, der Neuchatel Asphalte-Company und der König 
lichen Eisenbahndirektion befindet. 
Ein kleinerer hier ebenfalls noch in Betracht kommender Land 
streifen gehört bereits der Stadtgemeinde Berlin. 
Das weitaus größte dieser Grundstücke ist das der Evangelischen 
Johannesstiftung, welches eine Größe von ungefähr 278 100 gm hat. 
Die mit der Stiftung eingeleiteten, früher als ergebnislos abgebrochenen 
Kaufverhandlungen führten im Berichtsjahre zum Abschluß. Die 
Stadtgemeinde erwarb das ganze Gelände zu einem Preise von 40 JC 
für das Quadratmeter, einschließlich der auf dem Grundstücke befindlichen 
Gebäude. Die Auflassung hat auch inzwischen bereits stattgefunden. 
Nur der mit Gebäuden besetzte Teil des Grundstücks, der sogenannte 
Anstaltspark, in einer Größe von ungefähr 80 000 gm ist nach dem 
Vertrage zunächst noch von der Auflassung ausgeschlossen und soll 
erst später, längstens nach 4 Jahren in das Eigentum der Stadt 
übergehen. 
Auch mit der Neuchatel Asphalte-Company ist eine Einigung 
über den Ankauf des zirka 19000 gm großen Grundstücks zu einem 
Preise von 30 M für das Quadratmeter erzielt worden, die Auf 
lassung dieses Geländes hat inzwischen ebenfalls stattgefunden. 
Mit der Königlichen Eisenbahndirektion, welche eine Preisnennung 
für ihr Grundstück ablehnte, aber einen Austausch gegen im Besitz 
der Stadt befindliche Grundstücke als erwünscht bezeichnete, schweben 
die bezüglichen Verhandlungen zur Zeit noch. 
o) Lagerschuppen am Humboldthafen. 
Bei deni in Berlin immer schwerer empfundenen Mangel an 
Speichern an den Wasserläufen sind wir einer Anregung des König 
lichen Polizeipräsidiums und der Königlichen Ministerialbaukommission 
auf Errichtung einer derartigen Baulichkeit am Humboldhafen um so 
bereitwilliger gefolgt, als auch die Aeltesten der Kaufmannschaft so 
wohl wie die Handelskammer die dringende Notwendigkeit einer der 
artigen Anlage betonten und es für zweckmäßig und notwendig 
hielten, daß der Bau und Betrieb durch die Stadtgemeinde erfolge, 
um so die Benutzung der Anlegestelle und der Speicher der Allgemein 
heit zu gewährleisten. 
In Verbindung mit der Tiefbaudeputation haben wir daher ein 
Projekt ausgearbeitet, nach welchem an der Westseite neben dem 
schmalen Teil des Humboldthafens die Errichtung eines Lagerschuppens 
von 104 m Länge und 25 m Tiefe, d. h. von 2600 gm Grundfläche, 
sowie zur möglichst schnellen Ent- und Beladung der anlegenden 
Schiffe die Aufstellung zweier beweglicher Krane erfolgen soll. Die 
Stadtverordnetenversammlung hat diesem Projekt, dessen Kosten auf 
rund 190000 JC veranschlagt find, ihre Zustimmung erteilt, worauf 
wir mit den beteiligten Staatsbehörden die weiteren Verhandlungen 
eingeleitet haben. 
Berlin, den 15. August 1906. 
Städtische Vcrkehrsdeputation. 
Kirschner. 
Anlage I. A. Zusammenstellung der im Etatsjahre 1905 im städtischen Hafen am Urban angekommenen und entladenen Fahrzeuge nach Art und Menge. 
1905/06 
I. 
Baumaterialien. 
a) Hölzer 
b) Steine 
Bohlen 
Bretter 
Schal 
bretter 
Kant 
hölzer 
Netzriegel 
Rund- 
stämme 
Bausteine 
Pflasterst eine 
Dach- 
bczw. 
Decken 
steine 
Kalksteine 
Mauer 
steine 
Beton- 
und 
Bruch 
steine 
Mosaik 
steine 
Pflaster 
steine 
und Bord 
schwellen 
* 
t 
t 
t 
t 
Tsd. 
cbm 
Tsd. 
t 
cbm 
i 
April . . 
2174 
1000 
466 
98 
— 
388 
6 668 
— 
210 
283 
Mai . . 
— 
3 479 
40 
2 021 
160 
276 
— 
433 
9148 
— 
— 
655 
Juni . . 
— 
3 086 
— 
1746 
— 
180 
— 
357 
9 391 
— 
50 
150 
Juli . . 
— 
2 836 
— 
1350 
373 
180 
— 
119 
11 950 
— 
60 
62 
August. . 
— 
3 248 
— 
1 342 
— 
5 
— 
— 
10 155 
— 
— 
182 
September 
— 
2 309 
— 
798 
— 
— 
— 
120 
9 168 
— 
— 
160 
Oktober . 
— 
2 020 
— 
612 
— 
— 
— 
100 
8 478 
— 
180 
116 
November. 
— 
1535 
— 
1 289 
— 
— 
— 
480 
9 292 
— 
— 
710 
Dezember. 
— 
401 
— 
1230 
— 
— 
— 
— 
5 047 
— 
— 
341 
Januar 
— 
— 
— 
— 
• 
— 
— 
— 
156 
— 
— 
13 
Februar . 
— 
— 
— 
— 
— 
— 
— 
— 
1233 
— 
120 
142 
März . . 
— 
242 
— 
396 
— 
— 
— 
271 
6 761 
— 
228 
— 
Summe 
— 
21329 
40 
11783 
999 
739 
— 
2 268 
87 447 
— 
848 
2 814 
1902 
230 
21259 
7 690 
666 
32 
30 
2 491 
61424 
974 
3482 
1 165 
1903 
201 
16 020 
— 
7 858 
364 
775 
113 
2 846 
97 525 
825 
633 
620 
1904 
177 
17 231 
194 
11174 
927 
1467 
94 
1514 
59 586 
605 
1025 
3 388
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.