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Volume No. 23. Bericht über die Verwaltung des Arbeitshauses und des Arbeitshaus-Hospitals in Rummelsburg

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1905 (Public Domain)

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Nr. 23. Arbeitshausverwaltung. 
gutgeschrieben. Ten Häuslingen steht jedoch irgend ein rechtlicher 
Anspruch aus die Arbeusprämie nicht zu: sie wird erst ihr Eigentum 
mit deren Aushändigung bei der Entlassung. 
Einer besonderen Uebervcrdienstkasfe liegt die Gnlschreibung, Auf 
bewahrung und Auszahlung der Arbeitsprämie ob. 
Die Höhe des Ueberverdienstes bei den Männern beträgt meist 
10 ,.j für den Arbeitstag, für einige geringe Arbeiten dagegen 5 und 
3 bei den Weibern gleichfalls unter Berücksichtigung der Arbeits 
schwierigkeit 6, 5 und 8 
Der Jahresabschluß der Ueberverdienstkasfe weist nach: 
Am Beginn des Berichtsjahrs einen Bestand von . . 27 719,53 Jt, 
hierzu Einnahme 61 978,ss - 
dagegen Ausgabe. . ' . 59193,96 
am Schluß des Berichtsjahrs Bestand von .... 30 498,so •M 
(auf 2012 Konten durchschnittlich 15,ie Jt). 
Die Einnahmen und Ausgaben verteilen sich folgendermaßen: 
Einnahme. 
a) aus den Arbeitslisten sich ergebende Ueberverdienstbeträge: 
1. von den Arbeilgebern außer dem Arbeitsverdienste gezahlt: 
36 040.2b Jt, 
657,20 - 
608,77 - 
657,69 
13 122,38 
324,oo 
152,30 
für Arbeiten auf den Rieselfeldern 
für sonsstge Arbeiten außerhalb der Anstalt . 
desgleichen innerhalb der Anstalt .... 
Arbeiten für Beamte des Arbeitshauses . . 
2. von der Arbeitshausverwaltung aus eigenen 
Mitteln gewährt: 
für die übrigen in der Hauptanstalt beschäf 
tigten männlichen und weiblichen Häuslinge 
— außerdem sind Extrazulagen (schmalz, 
Wurst, Eier, Heringe tm Werte von 298,2« Jt 
gegeben worden — 
für die in der Arbeitshausbäckcrei beschäf 
tigten Häuslinge 
für die in der eigenen Landwirtschaft Be 
schäftigten . 
Summe des während der Haft gutgeschriebenen 
Ueberverdienstes 
b) ferner Beträge, die aus Gefangenenanstalten bei der 
Einlieferung oder sonst von Behörden und anveren 
Personen zur Gutschreibung für Häuslinge ein- 
Ausgabe. 
a) zum Ankauf vonZusatzverpflegung während der Haft 
b) zu Briefporto. Bestellgeld 
c) für erbetene Neuausfertigung von Militärpapieren 
und für Pässe 
d) für erbetene Einlösung oder Verlängerung des Ein 
lösungsrechts verpfändeter Sachen 
e) aus dem Ueberverdieust eingezogene Transportkosten 
k) zum Ersatz des Wertes von böswillig oder aus 
Unachtsamkeit ganz oder teilweise vernichteten oder 
in Verlust gebrachten Sachen 
g) für angekaufte Kleidungsstücke, Leibwäsche, Schuh 
werk behufs Ausstattung bei Entlassung .... 
b) Beträge, die an Behörden zur Auszahlung an ent- 
laffene Häuslinge abgeliefert sind 
i) Beträge, die bei der Entlassung an die Häuslinge 
abgeliefert sind . 
Summe der Ausgabe 59 193,8« Jt. 
In einzelnen Fällen, z. B. wenn wegen andauernder Krankheit 
nur ein geringer Ueberverdieust gutgeschrieben war, oder zur Belohnung 
für besonderen Fleiß bei tadelfreier Führung, können ferner aus 
Mitteln, die für diesen Zweck ausgeworfen sind, Unterstützungen bei 
der Entlassung gewährt werden. In dieser Weise wurden an 169 Per 
sonen 978,3« Jt gegeben. 
Außerdem sind noch vielen Entlassenen Kleidungsstücke, Leibwäsche 
oder Schnhwerk, zum Teil von Nachlässen der Verstorbenen her 
rührend, uncnigeltlich verabfolgt worden, wenn der für sie notierte 
Ueberverdieust gering, ihre Führung genügend und ihre Kleidungs 
stücke sehr schlecht und dürftig waren. 
4. Seelsorge. 
Für die evangelischen Häuslinge und Hospitaliten wurde an 
Sonn- und Feiertagen, am Weihnachtsheiligenabend und Sylvester in 
der Anstallskirche Gottesdienst abgehalten. Soweit es den wirtschaft, 
lichen Betrieb in der Hanptanstalt nicht störte, fanden auch Dienstags 
Wochengotiesdienste statt. Die Gottesdienste für die Häuslinge in 
Malchow und Wartenberg wurden von dem Ortsgeistlichen dortselbst 
auf Grund vokationsmäßiger Verpflichtung wahrgenommen. Auf den 
übrigen Arbeilskommandos fanden Gottesdienste alle 8 Wochen und 
an den hoben Festtagen statt. 
Abendmahlsfeiern wurden in der Hauptanstalt ea. alle 6 Wochen 
sowohl in der Kirche für die Gesunden als auch auf den Stationen 
für die Kranken veranstaltet. Vor jeder Feier wurde mit den ein 
zelnen Kommunikanten eine vorbereitende Besprechung gehalten. In 
den Baracken auf den Rieselfeldern wurde alle Vierteljahre nach vor 
heriger Unifrage Abendmahl gefeiert. 
Für jeden Verstorbenen wurden in der würdig ausgestatteten 
Leichenhalle der Anstalt unter Beteiligung von Häuslingen resp. Hospi 
taliten. oft auch von Angehörigen der Verstorbenen Trauerfeiern 
gehalten. 
Die katholischen gottesdienstlichen Handlungen in der Hauptanstalt 
und in den Häuslingsbaracken, in denen ausschließlich wie in Blanken 
burg oder zuni Teil Häuslinge katholischen Glaubens untergebracht 
waren, wurden durch einen katholischen Geistlichen wahrgenommen. 
In der Anstaltskirche wurde monatlich einmal Gottesdienst für sämt 
liche katholische Insassen gehalten, vierteljährlich einmal Gelegenheit 
zur Beichte gegeben und ebenso oft die in Frage kommenden Häus 
lingskommandos besucht. 
Die Häuslinge und Hospitaliten jüdischen Glaubens, von denen 
die ersteren an den Sabbathen und Fasten zur Arbeit nicht gezwungen 
werden, erhielten jüdische Gebetbücher und an den hohen Festtagen 
von der jüdischen Gemeinde zu Berlin ebenfalls Gebetbücher und 
rituelle Speisen. 
5. Gesundheitspflege. 
Die Krankenbewegung in den Anstaltslazaretten gestaltet sich 
folgendermaßen: 
51 562,68 Jt, 
10 410,74 . 
In den 
Arbeitshaus- 
lazaretten 
M. W. 
In 
Hosp 
lazar 
M. 
den 
ital- 
etten 
W. 
5= 
B 
t 5 
co 
61 973,33 Jt. 
Bestand am 31. März 1905 . . 
65 
24 
118 
30 
237 
Zugang 
363 
98 
194 
56 
711 
14 858,88 Jt, 
Ueberhaupt in Behandlung . . . 
428 
122 
312 
86 
948 
116,77 - 
298,92 - 
Abgang: 
Geheilt oder gebessert 
324 
92 
98 
30 
544 
Gestorben 
24 
4 
97 
29 
'154 
35,14 - 
Anderen Anstalten überwiesen . . 
32 
7 
13 
2 
54 
449,18 - 
Summe 
380 
103 
208 
61 
752 
Bleibt Bestand am 31. März 1906 
48 
19 
104 
25 
196 
5 100,06 - 
4 949,34 - 
Im täglichen Durchschnitt waren in 
Behandlung 
53 
17 
96 
27 
193 
9 567,80 - 
Die Behandlungstage betrugen im 
Durchschnitt 
45 
53 
112 
110 
320 
28 817,76 - 
Das Alter der Kranken betrug: 
in 3 Fällen 
- 144 
- 122 
- 235 
von 20 
30 
40 
bis 20 Jahre, 
30 
40 
50 
in 180 Fällen von 50 bis60Jahre, 
. 264 - - 60 Jahren und 
darüber. 
6. Beköstigung. 
Die Gesamtzahl der Verpflegungstage beträgt 
997 923, durchschn. tägl. 2 734 Personen, 
davon sind im städtischen 
Obdach verpflegt . . . 1 207, - 3 
Bleiben auf Rechnung der 
Spezialverwaltung Nr.23 996 716, durchschn. tägl. 2 731 Personen, 
welche sich verteilen wie folgt:
	        
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