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Volume No. 1. Bericht über die allgemeine Verwaltung des Magistrats

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1905 (Public Domain)

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Nr. 1. Allgemeine Verwaltung des Magistrats. 
im Wahlbezirk 11 der Stadtverordnete Meybring, 
12 - Ratszimmermcister Schloepke, 
13 - Stadtverordnete Witkowski, 
14 - - _ Gronewaldt, 
15 . Fabrikant Sökeland, 
16 - Stadtverordnete Dinse, 
von der I. Abteilung am 10. November 1905: 
im Wahlbezirk 1 der Bankdirektor Werner, 
2 - Stadtverordnete Kyllmann, 
3 - - Dyhrenfurtb, 
4 - - Gohlicke, 
5 - - Eckardt, 
6 - Redakteur Dr. Levy, 
7 - Stadtverordnete Herzberg, 
8 - - Paul. 
9 . . Haberland, 
10 - - Seeger, 
11 < , - Butzke, 
12 - - Förster, 
13 - . Brunzlow, 
14 - > Meißner. 
15 . - Mertens, 
16 - - Flohr. 
In den Bezirken 1, 6, 7 und 30 der III. Abteilung fanden 
engere Wahlen statt, da keiner der Kandidaten die absolute Stimmen 
mehrheit erhalten hatte. 
Gewählt wurden. 
im Wahlbezirk 1 der Stadtverordnete Giese, 
6 - Goldschmiedemeister Menzel, 
- - 7 - Stadtverordnete Ullstein, 
- - 30 - . Rettig. 
Sämtliche Stadtverordnete sind bis Ende 1911 gewählt. 
Außer den Ergänzungswahlen fanden Ersatzwahlen statt, und 
zwar wurden gewählt: 
am 9. November 1905 im 7. Wahlbezirk der II. Abteilung für 
den ausgeschiedenen Stadtverordneien Schöpke der Bezirksvorsteher 
Lofmann bis Ende 1909', 
am 10. November^ 1905 im 16. Wahlbezirk der I. Abteilung für 
den ausgeschiedenen Stadtverordneten Fritsch der Kommerzienrat 
Keyling bis Ende 1909; 
am 29. November 1905 im 17. Wahlbezirk der III. Abteilung 
für den Gastwirt Kressin, dessen Wahl durch Erkenninis des Ober- 
oerwaltnngsgerichts für ungültig erklärt war, der Kaufmann Zacharias 
bis Ende 1909; 
am 29. November 1905 im 5. Wahlbezirk der II. Abteilung für 
den verstorbenen Geheimen Sanitätsrat Dr. Rüge der Stadtverordnete 
Barth bis Ende 1909. 
Gegen die Gültigkest der im 7. Wahlbezirke der I. Abteilung 
vollzogenen Wahl des Stadtverordneten Herzberg war Einspruch 
erhoben worden, der jedoch von der Stadtverordnetenversammlung 
als unbegründet erachtet wurde. ' 
Den Bestimmungen der §§ 36 ff des Gerichtsverfassungsgesetzes 
entsprechend ist die Urliste der zum Schöffen- und Ge- 
schworenenamlc geeigneten Personen ausgestellt und öffentlich 
ausgelegt worden; sie enthielt 329 203 Namen. 
Infolge der Auflösung der Einheit des Gerichtsstandes der Ber- 
liner Bevölkerung und der Aufteilung der Stadtgemeinde Berlin in 
die Amtsgerichlsbezirke Berlin - Mitte, Berlin - Schöneberg, Berlin - 
Tempelhof, Berlin-Wedding und Neu-Weißensee, deren Wirksamkeit 
am 1. Juni 1906 in Kraft trat, wurde die Aufstellung der Urliste 
entsprechend der neuen Einteilung bewirkt. Aus demselben Grunde 
mußte auch an Stelle der bisherigen 7 Vertrauensmänner für den 
Ausschuß, der über die gegen die Urliste der Schöffen und Geschworenen 
erhobenen Einsprachen zu entscheiden und aus der berichtigten Urliste 
die Schöffen, Hilfsschöffen und Geschworenen für das nächste Jahr 
zu wählen hatte, die Wahl der folgenden Anzahl von Vertrauens 
männern erfolgen: 
für die Amtsgerichte 
Berlin-Mitte die Wahl von 7 Vertrauensmännern 
Berlin-Schöneberg - - - 2 
Berlin-Tempelhof - . . 6 
Berlin-Wedding - - - 5 
Neu-Weißensee - - - 1 Vertrauensmann. 
Infolge Zunahme der Bevölkerung wurde im Berichtsjahre eine 
Teilung folgender Stadtbezirke notwendig: 
des Stadtbezirks 177B in Stadtbezirk 177 B und 0, 
178 - 
178A 
• 
B, 
1810 - 
1810 
- 
F, 
- 
250 - 
250A 
B, 
274 - 
274 A 
• 
B, 
294 - 
294A 
- 
B. 
308A - 
308 A 
. 
0. 
314A - 
314A 
• 
0, 
323 - 
323 A 
- 
B, 
326 A - 
326A 
- 
0. 
In den staatlichen, städtischen und privaten Schulen Berlins 
wurden zu Ende des Jahres 1905 270535 Kinder unterrichtet, und 
zwar 137154 Knaben und 133 371 Mädchen; gegen das Jahr 1904 
mehr 3 222 Kinder. Im Alter von 6—14 Jahren standen 249 939 
Kinder; älter waren 20 586 Kinder. Ihrem Glaubensbekenntnis nach 
waren: evangelisch 117 288 Knaben, 114117 Mädchen, kathölisch 
11732 Knaben, 11819 Mädchen, jüdischer Religion 7109 Knaben, 
6165 Mädchen, dissidentisch 1025 Knaben, 1270 Mädchen. 
Zu Anfang des Berichtsjahres bestanden^273 Gemeindeschulen 
mit 4765 Klaffen. Neu eröffnet wurden 7 Schulen mit 105 Klassen, 
so daß am Schluffe des Winterhalbjahres 1905/06 280 Schulen mit 
4870 Klaffen bestanden. 
In den 280 Gemeindeschulen wurden zu Ende März 1906 auf 
städtische Kosten 225 237 Kinder unentgeltlich unterrichtet, d. i. gegen 
das Vorjahr mehr 3290 Kinder. Außer den Gemeindeschülern er 
hielten auch noch 738 Kinder in den städtischen Waisen- und Erziehungs 
häusern, der Taubstummen, und Blindenschule, der Dalldorfer 
Jdiotenanstalt und der Schule des städtischen Obdachs freien Unter 
richt. Aus den Vororten besuchten im Sommerhalbjahr 587, im 
Winterhalbjahr 660 Kinder die hiesigen Gemeindeschulen gegen Zahlung 
eines monatlichen Schulgeldes von 2,50 JC. 
Nach erfüllter Schulpflicht schieden aus den Gemeindeschulen 
24 361 Kinder aus gegen 22 778 im Vorjahre. 
Der Benutzung übergeben wurden folgende Schulhäuser: die 
Doppelschulgebäude in der Pappelallee, Hausburg- und Esmarchstraße 
und die beiden einfachen Schulhäuser in der Putbuser Straße und 
am Koppeuplatz, ferner 3 Barackenschulcn. 
Die Ausgaben für das Gemeindcschulwesen betrugen 17 213313«« 
(1904 16 201529 JC): die Kosten für ein Schulkind beliefen sich auf 
6,42 JC (1904 73 JC). 
Das Jahr 1905 ist für das Fortbildungsschulwesen 
der Stadt Berlin von größter Bedeutung gewesen: nach Genehmigung 
des von den Gemeindebehörden festgesetzten Ortsstatuts für die Pflicht- 
fortbildungsschule durch den Oberpräsidenten und nach vorgeschriebener 
Veröffentlichung- dieses Staturs wurde die Pflichtfortbildungs 
schule am 1. Mai 1905 eröffnet. Ihre Verwaltung ist der durch 
Gemeiudebeschluß neugebildeten Deputation für die städtischen Fach- 
und Foribildungsschulen übertragen. Zu Leitern der zunächst gebil 
deten 4 Fortbildungsschulbezirke wurden solche Personen berufen, die 
auf dem Gebiete des Fortbildungsschulwesens Erfahrung haben und 
sich als Dirigenten von Wahlfortbildungsschulen oder sonst im 
städtiscben Dienst bewährt hatten. Eigene Schulgebäude hat die 
Pflichtsortbildungsschule noch nichr; sie ist in geeigneten Räumen 
städtischer Gemeindeschulen und anderer städtischer Schulanstalten 
untergebracht. 
Die erste Einschulung ergab einen Besuch von 2 280 Schülern, 
der sich bis zum Schluffe des Sommerhalbjahres 1905 bis auf 3466 
Schüler steigerte. Am Schluffe des Winterhalbjahres 1905/06 waren 
schon 8558 Schüler vorhanden, die in 251 Klaffen unterrichtet 
wurden. 
Die Kosten der Pflichtfortbildungsschule haben rund 200 000 JC 
betragen. 
Die städtischen Wahlfortbildungsanstalten und Wahl- 
fortbildungsschulen, die zu Ende des vorigen Berichtsjahres 
bestanden, sind auch von Ostern 1905 ab weitergeführt worden. Die 
Gesamtzahl der Teilnehmer der 4 Fortbildn nganstalten 
betrug im Sommer 1905 883 und im Winter 905 gegen 908 und 
1113 im Vorjahre. Die Unterhaltung der Anstalten erforderte einen 
Zuschuß aus städtischen Mitteln von 23 604«« (1904 28 708 JC). 
Die Gesamtzahl der Teilnehmer der 13 Wahlfortbildung s- 
schulen für Jünglinge betrug im Sommer 1905 11 555 und 
im Winter 1905/06 11143 (im Vorjahre 11637 und 12517). An 
den M ä d ch e n f o r t b i l d u n g s s ch u l e n, von denen 9 aus 
schließlich und 2 mit Unterstützung von Vereinen und Kuratorien, die 
sie ins Leben gerufen haben, unterhalten werden und 2 — die beiden 
Handelsschulen und kaufmännischen Fortbildungsanstalten — von der 
Korporation der Kaufmannschaft verwaltet und unterhalten werden — 
die Stadt gibt nur die Räume her — nahmen im Sommer 1905 
6385 und im Winter 1905/06 6 467 Schülerinnen teil (1904 5604 
und 6050). 
Der Zuschuß zu den Kosten der städtischen Fortbildungsschulen 
einschließlich derjenigen für Taubstumme betrug 432 827 JC (1904 
467 105 JC). 
Zu den 13 städtischen Realschulen, die am Schluffe des 
vorigen Berichtsjahres bestanden, trat zu Ostern 1905 die 14., die 
in Mietsräumen des Hauses Müllerstraßc 30 zunächst mit 3 Klassen 
eröffnet wurde, denen zu Michaelis 1905 2 weitere Klaffen an 
gegliedert wurden. Im ganzen betrug die Zahl der Realschulklaffen 
zu Ende des Jahres 1905 165 gegen 159 im Vorjahre. Die Zahl 
der Schüler belief sich zu Ende 1905 auf 6116 (1904 5968). Die 
Unterhaltungskosten erforderten 1420 000 JC, der Zuschuß aus 
Gemeindemilteln 919300 JC (1904 812000 JC), d. i. für jeden Schüler 
150,si JC gegen 136,o« JC im Vorjahr. 
Das Statut für die Verwaltung des Kommunitätsfonds bei dem 
Gymnasium zum Grauen Kloster (vergl. den Bericht für 1904, 
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