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Volume No. 42. Bericht der Deputation des städtischen Gaswerke

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1904 (Public Domain)

Nr. 42. Gaswerke. 
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2. Die Einnahmen aus der Gasabgabe. 
Die Einnahmen für das Gas haben (nach dem Einheitspreise 
von 12,35 ^ für das Kubikmeter und 10 ^ für 675 1 Automalgas) 
22 291 887,97 „Ä gegen 21 242 673,e? JC im Vorjahre betragen. Es 
sind also 1049 214,3»^ mehr eingenommen worden. Die Kosten 
für den eigenen Gasverbrauch haben sich, 1 cbm mit 10 ^ berechnet, 
auf 202 808,30 JC gegen 168 586,20 JC im Vorjahre belaufen. Der 
Mehrbedarf von 84 217,io JC ist durch die größere Produktion und 
die Vermehrung der Bureauräume entstanden. 
Für den Gasverbrauch zur öffentlichen Beleuchtung studel eine 
Erstattung aus dem Stadthaushaltsetat an die Gasverwalkung 
nicht statt. 
3. Die Einnahmen für Nebenprodukte. (Tabelle 6). 
Die Durchschnittspreise für Koks haben sich gegen das Vorjahr 
nicht verändert. Durch den größeren Absatz von Koks ist eine Mehr- 
einnähme von 409 782,3? JC, gegen das Vorjahr erzielt worden. 
Teer und Ammoniakwasser brachten annähernd dieselben Preise 
wie im Vorjahre: infolge der größeren Produktion hat die Mehr 
einnahme 31095,ivJC, bczw. 35 939,27 JC betragen. 
Ausgebrauchte Reinigungsmasse brachte einen Durchschnittspreis 
von 23,55 JC gegen 18,89 JC und Graphit einen solchen von 45,62 JC 
gegen 44,19 JC im Vorjahre. 
Für eine Fuhre Schlacken wurden durchschnittlich 0,65 M gegen 
0,80 JC im Vorjahre gelöst. 
4. Die Kosten der Privatbelcuchtung. 
Die Kosten der Privatbeleuchtung, d. h. die Verwaltungskosten 
der Reviere und die Auslagen für Gaseinrichtungen, die zu dies 
seitigen Lasten ausgeführt sind, berechnen sich: 
für 1904 aus 821 891,72 JC, 
. 1903 - 719165,43 
demnach 1904 102 726,29 M mehr als im 
Vorjahre. 
Der Ueberschuß der Einnahmen gegenüber den Ausgaben für die 
Ausführung von neu eingerichteten Gasleitungen für privale Rechnung 
stellt sich, — ohne Berücksichtigung der Ausgaben für kostenfreie Gas 
leitungen, die bei den Ausgaben für das Röhrensystem verbucht 
find (vergl. II 6) — 
1904 auf 365 893,46 M, 
1908 - 248 900,« -, demnach 
1904 116 993,oi JC mehr als im 
Vorjahre. 
Wird dieser Ueberschuß aus den Privateinrichtungen in Abzug 
gebracht, so find von den Gaswerken an Kosten für die Privat- 
beleuchtung zu tragen gewesen: 
1904 455 998,26 JC, 
1903 470 264,98 -, demnach 
1904 14 266,72 JC weniger als im 
Vorjahre. 
Die Kosten der Gasmesserreparaturen betrugen im ganzen 
143 577,«s JC\ da 10 892 Gasmesser repariert wurden, stellten sich 
die Kosten für die Reparatur eines Gasmessers im Durchschnitt: 
1904 auf 13,18 JC, 
1903 - 13,72 - und 
bei 198 4M vorhandenen Gasmessern 
1904 auf 0,72 M, 
1903 - 0,60 -, demnach 
1904 0,12 JC mehr als im 
Vorjahre. 
Der Buchwert der aufgestellten Gasmesser betrug am 31. März 
1905 7 853 476,44 JC. 
5. Die Kosten der öffentlichen Beleuchtung. 
Nach Abzug der von Privaten erstatteten Beträge berechnen 
sich die den Kontrolleuren und Latcrnenwärtern gezahlten Löhne 
1904 auf 416 170,02 JC. 
1903 402 321,59 - 
29 829 -4- 80 297 
In, Durchschnitt sind sr — 30 063 Flammen vor 
handen gewesen. 
Die Bedienung für jede Flamme kostet demnach: 
1904 13,84 JC, 
1903 13,47 - 
Die Ausgaben für Reparaturen und Unterhaltung nach Abzug 
der von Privaten geleisteten Erstattungen betrugen: 
1904 186 076,80 JC, 
1903 176 644,ii 
demnach mehr 9 432,69 JC. 
für jede Flamme also — 6,19 JC gegen 6-91 JC im Vorjahre. 
Die Kosten für Bedienung und Unterhaltung einer Petroleum- 
laterne stellten sich durchschnittlich 
ohne Petroleum aus 29,05 JC, 
für - - 21,74 > 
. Reparatur u. s. w. aus . . 8,72 - 
zusammen aus 59,si JC, 
gegen 61,48 JC im Vorjahre. 
6. Die Kosten des Röhrensystems, 
a) Kosten der Erweiterung. 
Die gesamten Kosten für die im Jahre 1904 ausgefühnen 
Arbeiten, welche in Erweiterungen, Verstärkungen und Umlegungen 
des Rohrnetzes nebst Anlage der Zuleitungen für Private und Auf 
stellung von Kandelabern bestanden, betrugen ... 1 471 245,11 JC, 
Hiervon wurden für Privatzuleitungen er 
stattet 242 446,92 JC, 
Die Ausgaben für die Umlegung 
von Rohrleitungen von den Dämmen 
nach den Bürgersteigen betrugen . . 37 639,08 - 
und für die Erneuerungen schon vor 
handener, schadhaft oder unzureichend 
gewordener Rohrleitungen . 
58 257,40 - 
338 343,35 
so daß sich die Kosten für die Neuanlagen des Rohr 
netzes pro 1904 einschließlich der den Konsumenten 
kostenlos gewährten Privatleitungen auf 1 132 901,76 JC 
stellen. 
Für die den Konsumenten kostenlos gewährten Leitungen wurden 
505 710,92 JC aufgewendet, einschließlich der bei der Privatbelcuchtung 
(II 4) verausgabten 455 998,26 JC. 
Bis zum Schluß des Jahres 1903 waren insgesamt verausgabt 
worden 22 694 865,06 JC, so daß der Beschaffungswert des gesamten 
Rohrnetzes am Schluffe des Jahres 1904 23 827 766,82 JC betrug. 
b) Die Reparaturkosten 
des Röhrensystems haben betragen: 
1904 106 520,56 JC, 
1903 89 124,io - 
demnach 1904 mehr 17 396,45 JC. 
7. Betriebs- und Verwaltungskosten. 
Die Ausgaben für die Unterhaltung des Grund und Bodens, 
für Steuern und Versicherung, für Betriebskosten und Pensionen sind 
nicht nur der zunehmenden Produktion entsprechend, sondern auch auf 
1 MO cbm produziertes Gas bezogen, gestiegen, während die Aus 
gaben für Gehälter zwar gestiegen, pro 1000 cbm produziertes Gas 
aber ebenso wie im Vorjahre geringer geworden find. 
Die gesamten Betriebs- und Verwaltungskosten sind 
für 10M cbm produziertes Gas von 25,15 JC im Vorjahre 
auf 24.82 JC, also um 0,33 ,M gefallen. 
8. Die prozessuale Tätigkeit. 
Von den Rechtsstreiligkeiten, die wir durchgeführt haben, har sich 
die Mehrzahl aus die Einziehung rückständiger Forderungen für ge 
liefertes Gas und Gasmeffermiete bezogen: in einigen Fällen handelte 
es sich um Einziehung der Kosten für abhanden gekommene Gegen- 
stände, die den Gasabnchmern zu der ihnen gelieferten Automatgas 
einrichtung überlassen worden waren: mehrfach mußte auch wegen der 
in den Bedingungen für die Lieferung von Automatgas ausbedungenen 
Nachzahlung bei zu geringem Gasverbrauch gerichtlich vorgegangen 
werden. In 10 Fällen find die Reparaturkosten für beschädigte 
Straßenlaternen beigetrieben worden. 
Ein Mahnverfahren wurde in 229 Fällen eingeleitet. Gegen 
56 Zahlungsbefehle ist Widerspruch erhoben worden: in 50 Fällen 
haben wir ein obsiegendes Erkenntnis erstritten: in einem Falle ist 
uns nur ein Teil unserer Forderung zuerkannt worden: eine Klage 
haben wir wegen Geisteskrankheit des Verklagten zurückgenommen: 
4 Klagen schweben noch 
Ohne vorheriges Mahnverfahren ist ein Prozeß anhängig gemacht 
worden, der zu unseren Gunsten entschieden ist. 
Wegen Entwendung von Gas sind 3 Personen zu 1 dezw. 3 
und 4 Monaten Gefängnis, ein Fuhrherr ist wegen Beleidigung eines 
Platzmeisters zu 40 JC Geldstrafe verurteilt worden. 
Andererseits hat uns das Gewerbegericht zur Ausstellung eines 
Zeugnisses für einen Revierarbeiter verurteilt, den weitergehenden 
Antrag auf Schadenersatz aber abgewiesen. 
9. Die Anleihen. 
Die Amortisation der für Zwecke der Gaswerke aufgenonimeneu 
Anleihen hat planmäßig stattgefunden. Von dem Werte der Gebäude, 
Apparate, Röhren und Gasmesser sind 1 328 470,40 JC abgeschrieben 
worden. 
Für die Verzinsung der Anleihen, sowie der 8 806 545 JC, die 
den Gaswerken aus den Gewinnübcrschüffcu bis zum 'Jahre 1867 zu 
Erweiterungen überlasten worden sind, alio für das Anlagekapital 
find 2 089 032,39 JC verausgabt worden.
	        
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