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Volume No. 27. Berichte über die Alterversorgungsanstalten und Hospitäler städtischen Patronats

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1904 (Public Domain)

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Nr. 27. Alterversorgungsanstalten und Hospitäler städtischen Patronats. 
In der Zusammensetzung des Kuratoriums sind während des 
Berichtsjahres folgende Veränderungen vorgekommen: 
Infolge seiner Wahl zum Stadtrat hat der Stadtverordnete 
Maas aus dem Kuratorium austreten und sein Amt als Hauskurator 
niederlegen mästen, an seine Stelle wurde Stadtverordneter Alt 
gewählt. 
Am 31. März 1904 befanden sich 29 Insassen im Stiftungshause, 
davon verstarben im Laufe des Jahres 8 Jnsasien, 1 wurde dem 
Siechenhause überführt. Neu aufgenommen wurden 5, so daß am 
31. März 1905 30 Personen vorhanden waren ini Alter von 88 bis 
56 Jahren. Es waren: geborene Berliner und etabliert gewesen 
18 Personen, geborene Berliner und Kommis gewesen 4 Personen, 
geborene Preußen und etabliert gewesen 8 Personen, geborene Preußen 
und Kommis gewesen 5 Personen. Das Durchschnittsalter betrug 
71,9 Jahre gegen 69,88 Jahre des Vorjahres. 
Von den Insassen befinden sich einer 22 Jahre, acht 10 bis 
19 Jahre, zehn 6 bis 9 Jahre und elf weniger als 5 Jahre in der 
Anstalt. 
Der Gesundheitszustand war, abgesehen von den unvermeidlichen 
Altersbeschwerden, auch in diesem Jahre gut. 
Das Stiftsvermögcn setzt sich am 31. März 1905 zusammen aus: 
1. Wert des Grundstücks 137 865 Jt. 
2. Hypolhekenforderungen 311000 - 
3. Wertpapiere im Kurswerte von 152205 - 
4. barer Kassenbestand 2119 - 
5. Wert des Inventars und der Vorräte .... 1006 - 
zusammen 604 195 Jt. 
Ende März 1904 betrug das Vermögen .... . 582 350 - 
Mithin jetzt mehr 21 845 Jt. 
Der Nennwert der Papiere hat sich dadurch verringert, daß ein 
Teil Berliner Stadtanleihescheine verkauft und der Erlös mit den 
geniachten Zuwendungen in Hypotheken belegt wurde. 
Die Gesamteinnahme der Stiftung belief sich einschließlich des 
aus dem Jahre 1903 übernommenen Kassenbestandes von 956 Jt 
auf 25 216,12 
Ihr standen folgende Ausgaben gegenüber: 
1. Verwaltungskosten 2 325,wJt, 
2. Verpflegung der Insassen, Reinigung der Bettwäsche, 
Arznei, ärztliche Hilfe sowie Begräbniskosten . . 8179,41 - 
3. Baruntcrsrützung 4 813,8» ■ 
4. Hausbedürfnisse 2 378,48 > 
5. Lasten und Abgaben 41,37 - 
6. Zur zinsbaren Belegung 4601,4» - 
7. Verschiedene Ausgaben . . .' 757,is - 
zusammen 23 097,ie Jt. 
Hiernach Bestand am 81. März 1905 2119,26 - 
Wenn wir auch zum Schlüsse dieses Berichtes die Ergebnisse 
d?s vorliegenden Jahres als recht befriedigend hinstellen können, 
geben wir uns doch der Hoffnung hin, daß hierdurch der Wohl 
tätigkeitssinn unserer verehrten Mitbürger nicht erlahmt, und es uns 
durch weitere Zuwendungen recht bald ermöglicht wird, durch Er 
richtung eines neuen Gebäudes auf dem noch reichlich vorhandenen 
Stistungsterrain den edlen Gedanken des Stifters zu verwirklichen, 
60 Stellen zu schaffen und dadurch weiteren verdienten Männern des 
Kaufmannsstandes, welche entweder durch das Alter oder durch körper 
liche Gebrechen verhindert sind, für ihren Unterhalt zu sorgen, einen 
ruhigen Lebensabend zu sichern. 
Allen bisherigen Freunden und Gönnern aber sagen wir hiermit 
für die in so hochherziger Weise gewährten Unterstützungen nochmals 
unseren verbindlichsten Dank. 
Berlin, den 8. September 1905. 
Kuratorium der Reuterstiftung. 
Heller. 
13. I. H. Weydingersche Stiftungen. 
Die von dem verstorbenen Kaufmann Johann Heinrich Wey 
dinger im Jahre^1837 errichteten und im Jahre 1843 ins Leben 
getretenen beiden Stiftungen (Weydingersche und Schreinersche 
Stiftung) sind bestimmt, Personen beiderlei Geschlechts aus der Familie 
des Stifters und demnächst aus dem Stande der Weber, welche das 
60. Lebensjahr vollendet haben und durch unverschuldete Unglücksfälle 
in hilfsbedürftige Lage gekommen sind, Wohnung und Unterstützung 
zu gewähren. 
Von den am 31. März 1904 im Stiftshause Gr. Frankfurter- 
straße 24 verbliebenen 19 männlichen und 28 weiblichen Insassen 
sind 4 Männer und 6 Frauen ausgeschieden, davon je 4 durch den 
Tod, dagegen 3 Männer und 4 Frauen neu aufgenommen, sodaß 
am 31. März 1905 vorhanden waren 18 Männer und 26 Frauen, 
welche, mit Ausnahme einer Frau aus der Familie des Stifters, dem 
Stande der Weber angehören. 
Von den infolge Todes Ausgeschiedenen waren 2 Männer, 
2 Frauen 81 und 79 Jahre bezw. 80 und 76 Jahre alt und halten 
die Wohltaten der Stiftungen bis zu 16 Jahren lang genossen. 
Von den im Sliftshause Verbliebenen zählt bei den Männern 
der älteste 84, der jüngste 67 Jahre; bei den Frauen die älteste 85, 
die jüngste 63 Jahre; am längsten im Stifte sind ein Mann 15 und 
eine Frau 13 Jahre. 
Das Kapitalvermögen hat sich um 5 500 Jt vermehrt und be 
trägt jetzt 389 700 Jt, darunter 377 200 Jt in Hypotheken. Außer 
dem sind zur Deckung von Begräbniskosten 4 Sparkassenbücher über 
zusammen 355 Jt vorhanden. 
Die Einnahmen beliefen sich einschließlich des Ende 1903 ver- 
bliebenen Bestandes auf 20 138,22 Jt, die Ausgaben auf 17 417,96 
so daß ein Bestand von 2 720,28 Jt verblieb, der auf die Rechnung 
von 1905 übernommen worden ist. 
Die Benefiziaten erhielten wie bisber monatlich 12 Jt, ferner 
eine jährliche Beihilfe von 15 Jt zur Beschaffung von Brennmateria- 
lien, 6 Jt Weihnachtsgeld, 3 Jt am Geburtslage des Stifters, außer 
dem an den Geburtstagen Ihrer Majestäten je 1,so Jt städtisches 
Geldgeschenk. 
Wegen besonderer Bedürftigkeit wurden 114 Jt außerordentliche 
Unterstützungen gewährt. 
Berlin, den 14. April 1905. 
Kuratorium der I. H. Weydingerschen Stiftungen. 
I. V.: Mielenz. 
Druck von W. & S. Loewcnihat. Berti,r
	        
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