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Volume No. 1. Bericht über die allgemeine Verwaltung des Magistrats

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1904 (Public Domain)

Nr. 1. Allgemeine Verwaltung des Magistrats. 
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Räume in dem der Schulverwaltung gehörigen Hause Breitestraße 10 
lPültzsche Stiftung) gemietet werden. 
Nachdem die Landesversicherungsanstalt Berlin aus dem Hause 
Klosterstraße 41 in ihr neuerrichtetes Verwaltungsgebäude am Kölnischen 
Park 8 übergesiedelt war, ist dorthin im Interesse des beteiligten 
Publikums, das zum größten Teile aus kranken, altersschwachen 
Personen besteht, und zur Erleichterung der Abwicklung der Geschäfte 
der Invalidenversicherung auch die Abteilung für die Jnvalidenver- 
sicherung verlegt worden. Die von ihr bis dahin im 1. und 2 Stock 
werk des städtischen Gebäudes Breitestratze 24 benutzten Räume wurden 
der 1. Steuerannahmestelle, und von den Räumen, die sie im Erd 
geschoß des Rathauses innegehabt hatte, ein Teil der Kalkulator der 
Einziehungsabteilung der Stadthauptkasse überwiesen. Die Räume 
der letzteren, Zimmer 15 des Rathauses, sollen wegen des kalten Fuß 
bodens und der schlechten Beleuchtung nur noch für Lagerzwecke Ver- 
Wendung finden. 
Das Bureau des städtischen Ingenieurs für Heizanlagen rc. wurde, 
da desien Räume im Hause Königstraße 61 die Oberpostdirektion als 
Eigentümerin selbst in Gebrauch nehmen mußte, in die im Hause 
Schicklerstraße 1 neugemieteten Räume verlegt. 
Aus dem Magistratskollegium ist folgendes zu berichten: 
Am 17. November 1904 wurden von der Stadtverordnetenver- 
sammlung die besoldeten Sladträte Bohm und Mugdan auf weitere 
12 Jahre vom 1. Februar 1905 ab und die unbesoldeten Stadträte 
von Friedberg, Kolle, Mielenz, Schaefcr, Selberg, Wagner, 
vr. Weigert, auf weitere 6 Jahre vom 1. Januar 1905 ab wieder 
gewählt. 
Am 31. Dezember 1904 schieb der unbesoldete Stadtrat Haack 
aus dem Gemeindedienst aus. In Anerkennung seiner 36jährigen 
verdienstvollen Tätigkeit zum Wohle der Stadtgemeinde ernannten 
ihn die Gemeindebehörden zum Ehrenbürger und ließen ihm durch 
eine Deputation einen künstlerisch ausgeführten Ehrenbürgerbrief über 
reichen. 
An seiner Stelle wurde der Königliche Geheime Baurat, Direktor 
Rumschöttel vom 1. Januar 1905 ab zum unbesoldeten Stadtrat ge 
wählt. 
Als Magistratsräte wurden angestellt: die Magistratsassessoren 
vr. Meyer II, Collatz und Gerth, als Magistratsassessoren auf 
6 Jahre die juristischen Hilfsarbeiter Neumann, vr^Westphal, 
vr. Simonsohn, Gordan, Schultz, Licht und vr. Seckt. Aus 
geschieden ist der Magistratsrat vr. Meyer II. 
Nachdem im verflossenen Berichtsjahre 13 älteren Magistrats- 
assefsoren die Amtsbezeichnung Magistratsrat beigelegt worden war, 
wurde auch bei unseren älteren Bauinspektoren der Wunsch rege, 
ihre bisherige Amtsbezeichnung mit derjenigen von Magistrats 
bauräten vertauschen zu dürfen. Wir befolgten in dieser An 
gelegenheit dasselbe Verfahren, das wir bei der Einführung 
der Amtsbezeichnung Magistratsrat beobachtet hatten. Es wurden in 
den Etat von 1905 20 Stellen von Magistratsbauräten nach vorher 
eingeholter Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung mit der 
Maßgabe eingestellt, daß diese Stellen vornehmlich mit städtischen 
Bauinspektoren besetzt werden sollten, die als solche bereits 6 Jahre 
ini Dienste der Stadt gestanden hatten. Diese Stellen erhielten dieselbe 
Gehaltsskala, die bisher die Bauinipektoren mit 6jährigem Dienst 
alter gehabt hatten, dergestalt, daß bei Berufung eines der Baum- 
spektoren in eine solche Stelle er seinen bisherigen Gehaltsturnus 
beibehalten, und im Etat die Stelle eines Bauinspektors fortfallen 
sollte. Gegen diesen Gemeindebeschluß und die dementsprechende 
Etatsaufstellung erhob die Aufsichtsbehörde keinen Einspruch. Die 
Ernennung von Magistratsbauräten blieb dem nächsten Jahre vor 
behalten. 
Der Stadtverordnetenversammlung und ihrer uneigen- 
nützigen Tätigkeit für das Gemeinwohl wurden im Geschäftsjahr 1904 
durch den Tod entrissen: die Stadtverordnelen Schein am 19. Juli, 
Cutter am 13. August und Manegold am 19. Dezember. 
Aus der Stadtverordnetenversammlung schieden sonst noch aus: 
die Stadtverordneten vr. Freudenberg und vr. Friedeberg in 
folge Amtsniederlegung, Stadtverordneter Maas infolge seiner Wahl 
zum unbesoldeten Stadtrat, Stadtverordneter Leid, weil er seiner aus 
öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte für verlustig erklärt 
worden war. 
In die Stadtverordnetenversammlung traten als Mitglieder ein: 
am 7. Januar die Herren Antrick, Brunzlow, Gombert. 
Gronewaldr, Gründel, Kotzke, Leis, vr. Ritter, Salinger, 
Schneider, Schubert, Sonnenfeld, Spendig; am 30. Juni 
vr. Arons: am 22. Dezember die Herren Herzberg und Wenzels. 
Die Stadtverordnetenversammlung hat im Jahre 1904 40 öffentliche 
Plenarsitzungen gehabt. Ausschußsitzungen fanden 128 statt. Außer 
den Ausschußsitzungen wurden 6 gemischte Deputationen eingesetzt. 
Die 1. Abte lung trat 22, die 2., 3. und 5. Abteilung 23 und die 
4. Abteilung 25 mal zusammen. 
Es gingen ein 
1. Vorlagen des Magistrats und zwar: 
zur Beschlußfassung 799 
zur Kenntnisnahme 76 
Rechnungssachen (außerdem 80 Notatenbeantwortungen) 182 
Wahlachen 4 456 
Naturalisationsgesuche . 105 
zusammen 5 618 
2. Selbständige Anträge von Mitgliedern der Versammlung 14 
3. Anfragen von Mitgliedern der Versammlung .... 3 
4. Petitionen 191 
5. Proteste gegen die Gültigkeit der Stadtverordnetenwahlen 2 
Zahl der Beratungsgegenstände im ganzen 5 828. 
Durch Auslegung wurden 79 Eingaben erledigt. Unter den der 
Versammlung zur Beschlußfassung zugegangenen Vorlagen des 
Magistrats befanden sich 137 Anstellungssachen (83 verschiedene Ge 
meindebeamte betreffend, 54 betreffend Lehrer und Lehrerinnen), 
206 Pcnsionierungssachen, 88 Unterstützungssachen und ein gegen die 
Richtigkeit der Gemeindewählerliste erhobener Einwand. 
Wiedergewählt wurden auch für das Geschäftsjahr 1904 zum 
Stadtverordnetenoorsteher vr. Langerhans und zu dessen Stell 
vertreter Stadtverordneter Michelet. 
Von den unbesoldeten Gemeindebeamten feierten 21 ihr 
25jähriges Dienstjubiläum. 
Von den Bezirksvorstehern schieden 37, von den Stellvertretern 
33 aus. 11 Bezirksvorsteher und 67 Stellvertreter traten neu ein. 
34 Stellvertreter wurden zu Bezirksvorstehern gewählt. Wieder 
gewählt wurden 20 Bezirksvorsteher und 21 Stellvertreter. 
Von den Schiedsmännern legten 47, von den Stellvertretern 
41 ihr Amt nieder. 21 Schiedsmänner und 75 Stellvertreter traten 
neu ein. 28 Schiedsmanns-Stellvertreter^wurden zu Schiedsmännern 
verpflichtet. Wiedergewählt wurden 66 Schiedsmänner und 18 Stell- 
Vertreter. 
Zur Feier ihrer goldnen Hochzeit wurden 26 Ehepaaren, 
zur Feier ihrer diamantenen Hochzeit 2 Ehepaaren Ehrengeschenke 
von 30 und 50 Jt überreicht. 
Im Zentralbureau gingen 1438668 Sendungen ein, d. i. 
120 843 mehr als im Jahre 1903, und zwar: 
gewöhnliche Briefe 1 327 775 
unfrankierte Briefe mit Zustellungsurkunden... 3 516 
eingeschriebene Briefe 9 067 
Briefe mit Zustellungsurkunden 5 843 
Postanweisungen und Geldbriefe 82 899 
Sendungen mit Postnachnahme 2 637 
Pakete 3 562 
Telegramme 149 
von der Post als unbestellbar zurückgegebene Briefe 
mit Zustellungsirrkunden 3 220 
zusammen 1 438 668 
Der Magistrat und seine einzelnen Verwaltungsstellen beförderten 
2 475 999 Sendungen, d. i. 415142 weniger als im Jahre 1903, 
und zwar: 
Briefe durch die städtischen Briefboten 537 787 
- - - Stadtsergeanten 122 834 
• Stadtpost 468 544 
• • • Post nach auswärtigen Orten . . 406 294 
Pakete 17 362 
Postanweisungen und Geldbriese 33 565 
Drucksachen 28 469 
Postkarten 402 371 
Telegramme 1 203 
Steuerveranlagungen durch die^Steuererheber . . 457 570 
zusammen 2 475 999 
Außerdem beförderten die 14 Aktenwagen 368 400 Pakete und 
Briefe, im täglichen Durchschnitt 1 200 Stück (1903 1 250 Stück).
	        
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