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Volume No. 10. Bericht über städtische Blindenpflege

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1904 (Public Domain)

Nr. 10. Blindenpflege. 
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Leser genießen durften. — Frau M. Kappel spendete wieder, wie in 
früheren Jahren, 100 Ji zu einem Sommerausflug mit den er 
wachsenen Blinden, der am 3. Juli nach Friedrichshagen unternommen 
wurde. — Dieselbe Gönnerin der Blinden überreichte dem Direktor 
eine gleiche Summe mit der Bestimmung, 50 der Bedürftigsten unter 
den Erwachsenen ein Geldgeschenk von je 1 Ji zu verabfolgen und 
den Rest zur Beschenkung der übrigen Erwachsenen mit Aepfeln und 
Pfefferkuchen zu verwenden. — Frau Baronin v. Maltz an lieb für 
jedes der 72 Schulkinder eine Düte mit Aepfeln und Zuckerwerk auf 
dem Bescherungstische niederlegen. — Die hiesige Juwelen- und Uhren 
handlung von L. Simon, Friedrichstrabe, übersandte dem Direktor 
6 Stück Taschenuhren, zum Gebrauch für Blinde eingerichtet, mit 
der Bitte, 5 der fleihigsten Blindenschülern damit eine Weihnachts 
freude zu bereiten. — Am Geburtstage des Kaisers empfingen nach 
vorausgegangener Feier in der Aula die sämtlichen erwachsenen 
Zöglinge ein Geldgeschenk von je 10 Ji aus dem Poppeschen Legat 
und, da dieses die ganze Summe nicht verfügbar hatte, in Ergänzung 
derselben aus anderen Stieftungen. 
IV. Stiftungen und Legate. 
Im Laufe des Berichtsjahres sind an Geschenken eingegangen 
bezw. an Stiftungen hinzugetreten: 
1. Aus schiedsmännischen Vergleichen 32,so Ji. 
2. Die Rudolf und Auguste Eyfferthstiftung . . 15 000,oo - 
3. Von Frau von Hirschfeld, Herrn Reinhold 
Schicht, Fräulein Scior und einer unbekannten 
Dame je 3,oo - 
Den Geschenkgebern sagen wir auch an dieser Stelle im Namen 
der Blinden unseren verbindlichsten Dank. 
Das nachstehende Verzeichnis gibt eine Uebersicht der am 
31. März 1905 vorhandenen und unserer Verwaltung unterstehenden 
Stiftungen: 
Bezeichnung 
Zweck 
der Stiftung 
8 
10 
11 
Abegg-Stiftung. 
Aus dem Nachlab des am 3. Juni 1880 zu Wiesbaden verstor 
benen Fräuleins Luise Abegg für die Stadt Berlin 85000 Ji. 
Aus diesem Vermächtnis überweist die Stiftungsdeputation der 
Blindenanstalt jährlich 450 Ji. 
Aisleben-Legat. 3000 Ji. 
Aus dem Nachlast des am 2. Juli 1878 zu Potsdam verstorbenen 
Stadtältesten Ferdinand Alsleben. 
Arnold'scher Fonds. 151117 Ji. 
Nachlast des am 11. August 1887 zu Ilmenau verstorbenen, hier, 
Alte Jakobstraste 171 wohnhaft gewesenen früheren Bureauvorstehers 
der preußischen Rentenversicherung Carl Friedrich Wilhelm 
Arnold. 
Der Fonds ist vorläufig nicht verfügbar; eine Tochter des Erb- 
lasfers hat den Nießbrauch. 
Anna Diettrich'sche Stiftung. 25 262 M. 
Legat der am 9. Dezember 1896 hiersclbst verstorbenen ver 
witweten Frau Stadtgerichtsrat Sophie Diettrich geb. Ebers. 
Rudolf und Auguste Eyfferth-Stiftung. 15000 Ji. 
Vermächtnis der am 27. November 1908 Hierselbst verstorbenen 
Witwe Auguste Eyffert geb. Schiff. 
Friedländerscher Geschenkfonds für Blinde. 1500 Ji. 
Geschenk eines öffentlich nicht genannt sein wollenden Wohltäters 
für die Zwecke der städtischen Blindenpflege. 
Heitz'sches Vermächtnis. 60000 Ji. 
Legat des am 9. März 1892 zu Berlin verstorbenen Fräuleins 
Martha Heitz. 
Lessing'sches Legat. 6200 Ji. 
Der am 12. September 1891 Hierselbst verstorbene Rentier 
Siegfried Lessing hat dem Königlichen Blindeninstitut Hierselbst ein 
Legat von 5 000 Ji vermacht. Durch Urteil des Königlichen Kammer- 
gerichts vom 25. Februar 1894 ist das Legat der Stadtgemeinde 
Berlin für die städtische Blindenschule zugesprochen worden. 
Poppe'sches Legat. 30000 Ji. 
Vermächtnis der am 4. Juli 1897 verstorbenen Frau Justizrat 
Poppe, Marie geb. Br am er (Charlottenburg). 
vr. Reinicke-Fonds. 12 000 ^. 
Vermächtnis des am 16. November 1867 verstorbenen vr. jur. 
Friedrich Wilhelm Reinicke und dessen am 25. Mai 1876 ver- 
storbenen Ehegattin Karoline Dorothee geb. Teichmann. 
Schultze'sches Legat. 10000 Ji. 
Legat des am 5. Dezember 1895 Hierselbst verstorbenen Verlags- 
buchhändlers Friedrich Wilhelm Schultze. 
Für die Blindenschule zur stiftungsmästigen Verwendung zum 
besseren Fortkommen und zum Zwecke der Fortbildung aus der 
Blindenschule entlassener Zöglinge. 
Aus den Zinsen alljährlich am Todestage des Erblassers an 
arme Blinde, vorzugsweise Ortsangehörige, Unterstützungen nicht 
unter 6 M zu verteilen. 
Zur Unterstützung, Unterweisung, Heilung und Fortbildung Blinder. 
1. Der Fonds ist eisern zu verwalten. 
2. Sollte jedoch die Stadt dazu schreiten, ein Heim für bedürftige 
Blinde mit mindestens 24 Stellen zu errichten, so kann von 
der zu 1 getroffenen Bestimmung in Höhe eines Betrages von 
72 000 Ji abgewichen werden. 
Diese 72 000 ji dürfen dann unter besonderen im Testamente 
aufgeführten Bedingungen in dem Bau verwendet werden. 
Der hiesigen städtischen Blindenanstalt zugefallen. 
Diese Anstalt hat die Zinsen und Nutzungen des ihr zugefallenen 
Vermögens für ihre Stiftnngszwecke zu verwenden. 
Der städtischen Blindenanstalt ohne nähere Bestimmung vermacht 
Ohne besondere Bestimmung. 
Nach einem Deputationsbeschlust sollen die Zinsen vornehmlich 
zur Unterstützung solcher Blinder verwendet werden, die nicht Zög 
linge der städtischen Blindenanstalt sind. 
Das Vermächtnis ist laut Testament „den armen Blinden Berlins" 
ohne nähere Bestimmung zugefallen. 
Nach einem Deputationsbeschlust sollen die Zinsen vornehmlich 
zur Unterstützung solcher Blinder verwendet werden, die nicht Zögling 
der städtischen Blindenanstalt sind. 
Zur Unterstützung erkrankter Blinder, welche in der Beschäftigungs- 
anstalt arbeiten. 
Die Zinsen alljährlich am Geburtstage Seiner Majestät des 
Kaisers Wilhelm II. unter die Bedürftigsten der Anstalt in Raten 
nicht unter 10 Ji zu verteilen. 
Aus den Zinsen hiesige bedürftige Blinde zu unterstützen. 
Nach einem Beschlusse der Stiftungsdeputation, welche diese 
Stiftung früher verwaltete, sollen die Zinsen zu laufenden Unter 
stützungen für Blinde verwendet werden. 
Ohne nähere Bestimmung der hiesigen städtischen Blindenanstalt 
verniacht. 
Nach einem Beschluß des Magistrats sollen die Zinsen zur Pflege 
kränklicher und bedürftiger Zöglinge der städtischen Blindenanstcilt 
verwendet werden.
	        
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