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Volume No. 1. Bericht über die allgemeine Verwaltung des Magistrats

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1903 (Public Domain)

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Nr. 1. Allgemeine Verwaltung des Magistrats. 
Außerdem wurden auf der Gold- und Silberwage 
am Aleranderplatz 8 Posten im Gesamtgewicht von rund 19kg für 2,20JC, 
. Oranienplatz — - , , — . . — . 
zusammen 8 Posten im Gesamtgewicht von rund 19kg für 2,20^ 
gewogen. 
Hiernach beträgt di? Gesamtzahl aller Wägungen 59 558 und 
das Gesamtwagegeld 30 097,26 JC gegen 57 984 Wägungen und 
29158,66 JC Einnahme im Vorjahre. 
Duplikatwagescheine wurden 4 408 Stück ausgestellt, im Vorjahre 
3 438 Stück. 
Ferner sind von städtischen Wagemeistern in Wollspeichern zu 
sammen 1531860 kg Wolle gewogen worden, wofür an die Stcwt- 
hauptkassc 919,zz JC gezahlt wurden. Im Vorjahre wurden 
1 611 233,5 kg Wolle gewogen und dafür 966,75 JC vereinahmt. 
Die Ratswage in der Rüdersdorferstraße am Ostbahnhof (nur eine 
Zeniesinialbrückenwage mit Laufgewicht und Registrierapparat) ist für 
den dortigen Getreide-, Heu- und Strohmarkt — zur Zeit Mittwochs 
und Sonnabends — bestimmt und nur während des Marktes geöffnet. 
Die Gesamteinnahmen haben in den letzten 5 Rechnungsjahren 
betragen in runden Summen: 
1899 
1900 
1901 
1902 
1903 
JC 
JC 
JC 
JC 
JC 
1 
Von den Brücken- und 
Schenkelwagen: 
») am Alexanderplatz 
11 157 
11515 
12085 
11682 
11704 
b> - Petriplatz 
*2900 
0) - Oranienplatz 
7677 
7510 
8167 
9269 
9647 
ck) - Garienplatz 
s) in der Rüdersdorfer- 
7524 
9261 
8025 
6606 
6224 
straße 
2923 
3026 
2632 
2601 
2520 
2 
Von den Gold- und 
Silbermagen: 
a) am Petriplatz 
*3 
b) - Aleranderplatz 
2 
3 
2 
1 
2 
c) - Oranienplatz 
1 
3 
2 
1 
— 
3 
Von den Woll wägungen 
auf Wollauktionen 
444 
1 117 
1178 
967 
919 
Summe 
32631 
32435 
32091 
30127^1016 
Der Verkehr auf den städtischen Ratswagen ist im Berichtsjahre 
auf allen Wagen mit Ausnahme der für den Heu- und Strohmarkt 
in der Rüdersdorferstraße gegen das Vorjahr bedeutend stärker ge 
wesen. Die Gesamteinnahmen, die in den letzten fünf Jahren stetig 
etwas zurückgegangen waren, haben sich wieder um 890 JC gegen 
das Vorjahr gehoben. 
Die Ratswage ani Aleranderplatz ist wie bisher auch in diesem 
Jahre wieder am meisten in Anspruch genommen worden und hat 
eine Einnahme von 11706 JC erreicht, 24 JC mehr als im ver- 
gangenen Jahre. Der Verkehr auf dieser Wage ist seit dem Eingehen 
derjenigen am Petriplatz.im Jahre 1899 namentlich in den Winter- 
monaten ein so starker, daß eine ireilere Steigerung dort nicht mehr 
erwartet werden kann und bei einer täglichen Dienstzeit von 10 bis 
11 Stunden von den daselbst beschäftigten Beamten auch auf die 
Dauer nicht zu bewältigen wäre. 
Bei der Ratswage am Oranienplatz hat ebenfalls eine Steigerung 
des Verkehrs stattgefunden. Infolge der günstigen Lage dieser Wage 
am Luisenstädtischen Kanal werden die in den Sommerinonaten zum 
Ausladen gelangenden Kohlen dort gewogen und ist dadurch eine 
Mehreinnahme von 377 JC gegen das Vorjahr erzielt worden. Auch 
die Ratswage am Gartenplatz, die ini vorigen Jahre durch die Kon 
kurrenz der von der Berliner Kaufmannschaft am Nordhafen er 
richteten Wage stark beeinträchtigt war, konnte im Berichtsjahre ihre 
Einnahme gegen das Vorjahr wieder um 618 JC verbessern. Es 
sind von den in dortiger Stadtgegend liegenden Fabriken große Posten 
Eisen für das neue städtische Verwaltungsgebäude und für Schul 
bauten zur Wägung gekommen, und dadurch ist die Mehreinnahme 
erwachsen. 
Dagegen geht die Benutzung der Wage für den Heu- und Stroh- 
markl in der Rüdersdorferstraße von Jahr zu Jahr etwas mehr 
zurück: um 81 JC ist die Einnahme gegen die des Vorjahres dort 
geringer geworden. 
Die Bedeutung der hiesigen Heu- und Strohmärkte nimmt über- 
Haupt stetig ab. nur aus den nahe gelegenen Ortschaften kommen 
noch Zusubren für diese Märkte. Der Verkehr zieht sich immer mehr 
nach den Bahnhöfen: hier sowohl wie zu Wasser kommt das meiste 
Heu und Stroh von außerhalb nach Berlin und wird an den be 
treffenden Ausladeplätzen auch gleich auf den dort besindlichen Privat- 
*) Bis 30. September 1899. 
wagen gewogen, so daß die städtischen Ratswagen aus dem Bahn- 
und Wasserverkehr Einnahmen nicht erzielen. 
Zentesimalbrückenwagen. 
Diese für den Fuhrwerksverkehr bestimmten Wagen werden am 
meisten benutzt und haben nach folgender Zusammenstellung in den 
letzten 5 Jahren an Einnahmen gebracht: 
1899 . . . . 29 791 JC, ] 1902 .... 26 752 JC, 
1900 .... 29 192 - I 1903 . ... 27 473 - 
1901 .... 28 513 - j 
Im Berichtsjahre sind auf diesen Wagen 267 Posten mehr 
gewogen und 721 JC mehr vereinnahmt worden als im Vorjahre. 
Dezimalbrückenwagen und Schenkelwagen. 
Die Einnahmen aus diesen Wagen setzen sich aus sehr kleinen 
Beträgen zusammen und haben in den letzten 5 Rechnungsjahren 
ergeben: 
1899 2 390 JC, 1902 2 405 .JC, 
1900 2119 ■ 1903 2 622 - 
1901 2 396 - 
Es sind hier im Berichtsjahre 1 164 Posten mehr gewogen und 
217 JC mehr vereinnahmt worden als im Vorjahre. Außer zur 
Wägung kleinerer Gegenstände werden diese Wagen vielfach zur Fest 
stellung des Körpergewichtes einzelner Personen benutzt. 
Gold- und Siloerwagen. 
Dieselben befinden sich ani Alexander- und Oranienplatz. Die 
Benutzung dieser Wagen ist, wie nun schon seit Jahren, eine ganz 
geringe gewesen. Während am Alexanderplatz 8 Posten zur Wägung 
gekommen und dafür 2,20 JC Wagegebühren erzielt worden sind, ist 
die Goldwage am Oranienplatz gar nicht in Anspruch genommen 
worden. 
Im Vorjahre wurden zusammen l,«o JC für 7 gewogene Posten 
vereinnahmt. 
Wägungen außerhalb der Ratswagen. 
Für Wägungen von Wolle außerhalb der Ratswagen kommt 
zur Zeit nur die Firma Hergersberg & Co. in Betracht, welche 
2 mal im Jahre große Wollauktionen abhält. Das Ergebnis au 
Einnahme für das Wiegen dieser Wolle war 919 JC gegen 967 JC 
im Vorjahre. 
9. 
I. Im Jahre 1903 sind auf Grund des Reichsgesetzes vom 
tz Jlnunlr betreffend die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen und 
des Preußischen Ausführungsgesetzes vom 12. März 1881 für 16 
wegen Rotzkrankheit auf polizeiliche Anordnung getötete Pferde 3 620 JC 
(im Vorjahre für 10 Pferde 2 950 JC) Entschädigungen gezahlt worden. 
Zur Deckung der von der Stadtgemeinde vorschußweise gezahlten 
Entschädigungen nebst Verwaltungskosten und Verzinsung des ge 
leisteten Vorschusses ist von den Eigentümern der Pferde und Esel. 
die in Berlin ihren gewöhnlichen Standort haben, eine Abgabe von 
. 15 ^ für jedes Stück (im Vorjahre gleichfalls 16 4) erhoben worden. 
Die am 1. Dezember 1903 erfolgte Aufnahme des Pferde-, Esel- 
und Rindviehbestandes in Berlin hat einen Bestand von 43 777 Pferden 
und Eseln und 10 000 Stück Rindvieh (am 1. Dezember 1902 
42 940 Pferde und 9 340 Stück Rindvieh) ergeben, indessen sind hierin die 
in dem Reiche, dem preußischen Staate und zu den landesherrlichen 
Gestüten gehörenden Tiere, sowie das im öffentlichen Schlachthause 
aufgestellte Schlachtvieh nicht enthalten. Diese Tiere werden nicht 
gezählt, weil für sie eine Abgabe nicht erhoben wird. 
Von den Besitzern von Rindvieh ist eine Abgabe nicht erhoben 
worden, weil Entschädigungen für getötetes lungenseuchenkrankes 
Rindvieh nicht zu zahlen waren. 
II. Auf Grund des Gesetzes vom 22. April 1892 betr. die Ent 
schädigung für an Milzbrand gefallene Tiere (Gesetzsammlung 
Seite 90) ist, wie im vorjährigen Bericht des Näheren ausgeführt 
worden ist, auch für den Kommunalverband Berlin durch Reglement vom 
4.%«)tembct 1902 die Gewährung von Entschädigung für an Milzbrand 
gefallene Tiere eingeführt worden. Im Jahre 1903 sind Entschädi 
gungen nicht zu zahlen gewesen. 
10. 
Vom Berliner Pfaiidbriefinstitut sind bis Ende 1903 2 018 
Grundstücke beliehcn worden; es sind also im letzten Jahre 121 Grund 
stücke hinzugetreten. 
Seit Eröffnung des Institutes sind überhaupt ausgegeben worden 
19 096 800 JC SVaprogenttge, 21720000 JC 4prozentige, 45 910 600 JC 
41/2 prozentige, 9 765 300 JC 5 prozentige (alte) und 16 624400 JC 
3 prozentige, 84 479 000 JC 3V ä prozentige, 37 018 700 JC 4 prozentige 
Neue, zusammen 234 514 700 JC Pfandbriefe auf 2 018 Grundstücke. 
Davon sind ausgeschieden bis Ende 1903 740 Grundstücke aus 
Anlaß gekündigter und zurückgezahlter Darlehen mit 4 198 500 ^
	        
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