Path:
Volume No. 1. Bericht über die allgemeine Verwaltung des Magistrats

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1903 (Public Domain)

Nr. 1. Allgemeine Verwaltung des Magistrats. 
er in einzelnen Monaten, namentlich im Winter, fast täglich be- 
nutzt wurde. 
Den Ra thau sturm bestiegen im Sommer 1903 4 378 Personen 
gegen 5 082 Personen im Sommer 1902 und 5 545 Personen im 
Sommer 1901. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Eintritts« 
karren zum Preise von 20 Pf. für die Person haben die Aufsichts- 
kostcn während der Dauer der Turmbesteignng nicht gedeckt. 
Als Beitrag zu einer Galerie von Bildern in Berlin 
geborener Maler schenkte der Aelteste der Kaufmannschaft Fabrik 
besitzer Karl Zimmermann der Stadtgcmeinde das Oelgemälde 
„Alte Osteria in Neapel" von Prof. Adolf Treidler. 
Die im Auftrage der Kuustdeputatiou von dem Bildhauer Otto 
Riesch modellierte Marmorbüste des Ehrenbürgers Stadtschulrats a. D. 
vr. Bertram wurde im Märchensaale aufgestellt. 
Anton von Werners Kongreßbild wurde dem Künstler zur 
Ausstellung in der deutschen Knnstabteilung der Weltausstellung in 
St Louis leihweise überlassen. 
Aus den Mitteln des Fonds der Rathausturmbesteignng sind für 
den Taufelaufsatz des Festsaals ein kleiner Lichterkandelaber und eine 
Fruchtschale in feuervergoldeter Bronze hergestellt worden, nach 
Modellen von Schülern des Kunstgewerbemuseums. Für die Sitzungs 
säle des Rathauses wurden messingene Garderobenständer beschafft. 
Im Treppenhause des Rathauses sollen an den Wangen des 
unteren Treppenlaufes zwei künstlerisch ausgeführte Bronzetafeln mit 
den Namen der Oberbürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher seit 
Einführung der Städteordnung angebracht werden. 
Aus dem Magistratskollegium ist folgendes zu berichten: 
Dem im Jahre 1901 infolge seiner Ernennung zum Ober- 
Verwaltungsgerichtsrat ausgeschiedenen Stadtrat und Syndikus Mcu- 
brink verliehen die Gemeindebehörden das Prädikat als Stadtältester. 
Am 30. Januar 1903 trat Stadtrat Voigt in den Ruhestand. 
In Anerkennung seiner Verdienste uni die Stadt bewilligten ihm die 
Gcnieindebehörden das volle Gehalt als Pension und verliehen ihm 
das Prädikat als Stadtältester. Der Magistrat wählte ihn gleich 
zeitig zum Direktor des Berliner Pfandbriefamts. Von staatlicher 
Seite wurden seine Verdienste durch Verleihung des Charakters als 
Geheimer Regierungsrat anerkannt. 
Am 2. April 1903 wurde der Fabrikbesitzer und Handelsrichter 
Kommerzienrat Venzky an Stelle des zum besoldeten Stadtrat ge 
wühlten unbesoldeten Stadtrats Fischbeck für die Zeit bis zum 
1. Januar 1908 zum unbesoldeten Stadtrat gewählt und danach vo>n 
Oberpräsidenten bestätigt. 
Am 7. Mai 1903 wählten die Stadtverordneten den Provinzial- 
schnlrat vr. Michaelis an Stelle des verstorbenen Stadtschulrats 
Di*. Vogt zum Stadtschulrat von Berlin. Nach Bestätigung durch 
den Oberpräsidenten wurde er am 10. September 1903 in sein Amt 
eingeführt. 
Am 26. Juni 1903 wurde der Magistratsassessor Alberti von 
der Stadtverordnetenversammlung zunl besoldeten Stadtrat gewählt 
und ani 7. August vom Oberpräsidenten bestätigt. Eingeführt wurde 
er am 10. September 1903. 
Am 20. Januar 1904 wurden Stadtrat und Syndikus Weise 
und L-tadlrat Tourbiö, deren Wahlzeit zu Ende ging. wiedergewählt. 
AIs Magistratsassessoren wurden auf 6 Jahre angestellt die 
GerichtSassessoren vr. Brunn, Bertholdt, vr. Miersch und Korn. 
Als suristische Hifsarbeitcr traten ein: die Gerichlsassessoren vr. Trau 
mann, Fabian, vr. Simonsohn, Gordan, Schultz, vr. Licht, 
vr. Seeckt. 
Aus dem städtischen Dienst schieden ans: durch den Tod 
Magistratsrat vr. Brasch, Magistratsassessor Wedel infolge seiner 
Wahl zuni 2. Bürgermeister von Memel, Magistratsasseffor vr. Herz- 
feldt, Magistratsassessor Hoffmann infolge seiner Wahl zum Stadt« 
rat in Rirdorf, Gerichtsassessor vr. Traumann, vr. Fabian infolge 
seines Uebertritts zur Staatseiscnbahnverwaltung. 
Die ini Verwaltungsbericht für 1901 erlvähnte Angelegenheit der 
Beilegung der Amtsbezeichnung Magistratsrat für die bis 
herigen auf Lebenszeit angestellten Magistratsassessoren ist im Berichts 
jahre znm Abschluß gelangt. Das Obervcrwaltnngsgericht hatte in 
dem in unserm Verwaltungsbericht für 1901 bereits erwähnten Er- 
kenulnisse ausgeführt, daß die Gemeindekörperschaftcn bei Schaffung 
von Gemeindeänltern auch zur sachmäßigen Bezeichnung derselben 
Befugt wären, soweit diese nicht zur Verwechselung mit denen 
von Staatsämtern führen könnte. Im Anschlüsse hieran beschlossen 
die Gemeindebehörden auf den Vorschlag der von ihnen eingesetzten 
gemischten Deputation, 22 neue Stellen von juristischen Dezernenten 
mit der Amtsbezeichnung Magistratsrat in den Etat für 1903 ein« 
zusetzen, dergestalt, daß diese Stellen mit derselben Gehaltsskala wie 
die bisherigen lebenslänglich angestellten Magistratsassessoren aus 
gestattet würden, und daß bei Berufung eines der bisherigen auf 
Lebenszeit angestellten Magistratsassefforen in eine dieser Stellen der 
Berufene seinen Gehaltsturnns beibehalten, und seine bisherige Stelle 
als lebenslänglich angestellter Magistratsassessor im Etat wegfallen 
wlltc. Bei Uebersendung des Etats wurde dem Obcrpräsidenten mit 
Rücksicht auf die früheren Vorgänge hiervon besondere Anzeige gemacht. 
Ein. Einspruch wurde diesmal nicht erhoben, vielmehr ging dem 
Magistrat am 2. September 1903. ohne daß er in dieser Richtung 
Anträge gestellt hätte, durch den Minister des Innern eine Allerhöchste 
Kabinettsorder vom 15. August des Inhalts zu, daß den bei deni 
Magistrat seit mindestens 6 Jahren angestellten juristischen Hilfs 
arbeitern (Magistratsassessoren) der Amtstitel Magistratsrat beigelegt 
werden dürfe. Die Magistratsassefforen von Schulz, Milbradt, 
vr. Leo, vr. Meyer I, vr. Buls, vr. Kremski, Lohmeyer, 
vr. Schalhorn, Techow, vr. Lederman», vr. Brasch, Ham 
burger und Dietert sind hierauf zu Magistratsräten ernannt 
worden. 
Ter Stadtverordnetenversammlung und ihrer uneigen 
nützigen Tätigkeit für das Gemeinwohl wurden im Geschäftsjahre 
1903 durch den Tod entrissen: die Stadtverordneten Salge am 
24. Mai, Hauer am 24. Juni, Geineinhardt am 12. Juli, Derer 
am 13. August, Hugo Sachs (II) am 19. Oktober, Hinz am 
17. November. 
Aus der Stadtverordnetenversammlung schieden sonst »och aus: 
die Stadtverordneten Wolfs, Röhlich, Oueduow infolge Amts 
niederlegung, Drenske, Homann, Pretzel, Raaz, Wernau nach 
Ablauf der Wahlzeit (31. Dezember 1903). 
In die Stadtverordnetenversammlung traten als Mitglieder ein: 
am 5. Februar 1903 der Kaufmann Groh, am 10. September 
vr. Harrmann. 
Die Stadtverordnetenversammlung hat int Jahre 1903 31 öffent 
liche und 24 nicht öffentliche Plenarsitzungen abgehalten. Ausschuß- 
sitzungen fanden 121 statt. Außer den Ausschüssen wurden 4^e- 
mischte Deputationen eingesetzt. Die 1. Abteilung trat 26. die 2., 3. 
und 5. Abteilung 24 und die 4. Abteilung 26 mal zusammen. 
Es gingen ein 
1. Vorlagen des Magistrats und zwar: 
zur Beschlußfassung 807, 
zur Kenntnisnahme 74, 
Rechnungssachen 176 
(außerdem 70 Notatenbeantwortnngen), 
Wahlsachen 4 495, 
Natnralisationsgesuche 73, 
zusammen 5 625, 
2. Selbständige Anträge von Mitgliedern der Versammlung 13, 
3. Aufragen von Mitgliedern der Versammlung .... 3, 
4. Petitionen 143, 
5. Proteste gegen die Gültigkeit der Stadtverordnetenwahlen 4^ 
Zahl der Beratnngsgegenstände 5 788. 
Außerdem wurden durch Auslegung 48 Eingaben erledigt. 
Unter den der Versammlung zur Beschlußfassung zugegangenen 
Vorlagen des Magistrats befanden sich 142 Anstellungssachen (89 be 
treffend verschiedene Genieindebeamte, 63 betreffend Lehrer und Lehre 
rinnen), 163 Pensionicrnngs- und 140 Unterstützungssachen und ein 
gegen die Richtigkeit der Gemciudewählcrliste erhobener Einwand. 
Wiedergewählt wurden auch für das Geschäftsjahr 1903 zum 
Stadtverordnetenvorsteher Dr. Langerhans und zu dessen Stell 
vertreter Stadtverordneter Michel et. 
Von den unbesoldeten Gemeindebeamten feierten 43 ihr 
25jähriges Dienstjubiläum. 
Von den Bezirksvorstehern schieden 81, von den Stellver 
tretern 86 aus. 17 Bezirksoorstehcr und 66 Stellvertreter traten neu 
ein. 22 Stellvertreter wurden zu Bezirksvorstehern gewählt. Wieder- 
gewählt ivurden 42 Bezirksvorsteher und 28 Stellvertreter. 
Von den Schiedsmännern schieden 36, von den Stellvertretern 
40 aus. 18 Schiedsniänner und 49 Stellvertreter traten neu ein. 
15 Schiedsmanns-Stellvertreter wurden zu Schiedsmännern ver 
pflichtet. Wiedergewählt wurden 110 Schiedsmänner und 80 Stell 
vertreter. 
Zur Feier ihrer goldenen Hochzeit wurden 19 Ehepaaren, 
zur Feier der diamantenen Hochzeit 3 Ehepaaren Ehrengeschenke von 
30 und 50 M zu teil. 
Im Zentralbureau gingen 1317 825 Briefe, Telegramme, 
Pakete ec. ein, 124247 Sendungen mehr als im Jahre 1902, und zwar: 
gewöhnliche Briefe 1 227 672 
unfrankierte Briefe mit Zustellungsurknnden... 10163 
eingeschriebene Briefe 8 584 
Briefe mit Zustellungsurknnden 5 572 
Postanweisungen und Gcldbriefe 56 091 
Sendungen mit Postnachnahme 2 250 
Pakete 4 803 
Telegramme 91 
von der Post als unbestellbar zurückgegebene Briefe 
mit Zustellungsurkunden 2 599 
zusammen 1317 825 
Der Magistrat und seine einzelnen Verwaltungsstellen beförderten 
2 891141 Briefe, Pakete, Telegramme ec., 361729 Nummern mehr 
als im Jahre 1902, und zwar:
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.