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Volume No. 13. Bericht der Deputation für Statistik

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1903 (Public Domain)

Verwaltungsbericht 
des 
Magistrats zu Berlin 
für 
das Ltatsjahr 1905. 
M 13 
WerichL 6er Deputation für Statistik. 
Die Geschäfte des Statistischen Amts haben im Berichtsjahr eine 
bedeutende Erweiterung erfahren. 
Das Jahrbuch erschien für die Jahre 1900, 1901 und 1902 zu 
gleich und zwar schon im September 1903. 
Die monatlichen Veröffentlichungen, welche sich bis dahin nur 
auf die Witterungs-, Temperatur- und Grundwasferverhältniffe, sowie 
auf den Stand und die Bewegung der Bevölkerung erstreckt hatten, 
ivurden vom 1. April 1903 ab auch auf Mitteilungen städtischer und 
anderer Verwaltungsstellen ausgedehnt. 
Es finden sich seit dieser Zeit darin Aufstellungen über die Bau 
gesuche und Baugenehmigungen, die abgenommenen Rohbauten und 
oie zum Gebrauch fertig gestellten Neubauten, über Abbrüche von 
Wohngebäuden, ferner solche über die Brände, die Hilfeleistungen der 
Feuerwehr bei anderen Gelegenheiten und die Verletzungen des aus 
übenden Personals, über den Besitzwechsel der Grundstücke und die 
Trinkwasserverhältnisse. Weitere Tabellen enthalten die Zahlen über 
die Leistungen der städtischen Straßenreinigung, der Kanalisation, der 
Berliner Elektrizitätswerke und der Verkehrsgesellschaften', andere 
bringen die Zahlen über den Fremdenverkehr, die öffentlichen Ver 
sammlungen und die Benutzung der städtischen Badeanstalten, Auf 
stellungen über die Leistungen des Schlachthofes und der Desinfektions 
anstalt, die Ein- und Rückzahlungen bei der Sparkasse und die Geschäfte 
bei der Jnvaliditäts- und Altersversicherung, auch die Mitglieder 
bestände der Krankenkassen in Berlin und den Vororten, sowie die 
Belegungszahlen des Arbeitshauses und des städtischen Obdachs sind 
in die monatlichen Veröffentlichungen aufgenommen. Ferner enthalten 
dieselben die Zahlen der an die Polizeireviere eingelieferten Bettler 
und der Verurteilungen wegen Bettelei, Obdachlosigkeit und sitten 
polizeilicher Kontravention, die Bestände in den städtischen Anstalten 
und in der Privatpflege, die Zahlen der laufend unterstützten Almosen 
empfänger, der Pflegekinder und der gezahlten Unterstützungen, die 
Erkrankungen und Sterbefälle in den großen Berliner Krankenhäusern, 
die Bestände in der städtischen Jrrenpflege, die Siechenanstalten und 
den Heimstätten für Genesende. Die Mitteilungen über den Arbeits 
nachweis, die Konkurse, die Gewerbe- und Betriebssteuer und die Zu- 
und Abzüge von Staatseinkommensteuerzahlern nach bezw. von Berlin 
nach Steuerstufen machen den Beschluß. Wichtigere Tabellen werden 
am Schluffe besonderes erläutert. Im Berichtsjahr wurden die erste 
Abteilung der Berliner Volkszählung von 1900 — die Grundstücks- 
nnd Wohnungsaufnahme — und das erste Heft der Zeitschrift: 
Berliner Statistik, welches Besprechungen des Milchverbrauchs und des 
Omnibus-, Straßenbahn' und Eisenbahnpersonenverkehrs in Berlin 
enthält, fertig gestellt und gleich nach dem Schluffe des Berichtsjahres 
veröffentlicht. Die zweite Abteilung der Berliner Volkszählung 1900 — 
die Bevölkerungsaufnahme — befand sich in der Vorbereitung und 
ist jetzt auch schon erschienen. 
Vorbereitet wurden außerdem für die Berliner Statistik Besprechungen 
der Ergebnisse der Grundstücksausnahme vom 28. Oktober 1900 in 
Berlin und 23 Nachbargemeinden und der Erhebungen über Haus- 
Haltungsbudgets und Löhne. 
Die überaus wichtige, bereits im Vorjahre begonnene Revision 
der Virchowschen Nomenklatur der Todesursachen, wurde zum Abschluß 
gebracht. Das aus den Beratungen hervorgegangene neue Verzeichnis 
wurde dem Kultusministerium vorgelegt, dort erneut geprüft, ergänzt 
und endgültig festgesetzt. Das Verzeichnis ist im Interesse einer 
gleichmäßigen Verwertung des statistischen Urmaterials von dem Herrn 
Kultusminister und dem Herrn Minister des Innern den staatlichen 
und kommunalen Behörden als maßgebend für die statistischen Aus 
zählungen überwiesen worden. 
Die Kosten des statistischen Amts, welche vom Jahre 1891 ab 
stetig gestiegen waren, und 1901 die Höhe von 116 826^ und 1902 
von 133198 M erreicht hatte», sind im Berichtsjahr um 9027 JC 
gefallen, und betragen nach dem Voranschläge 1901 nur noch 
119 720 M. Dementsprechend waren auch die Zahl der im Amt 
beschäftigten Beamten und Hilfsarbeiter, sowie deren Kosten stetig 
gestiegen. Sie betrug 1901 16 mit einem Kostenaufwande von 
102118 M, und 1902 19 mit einem solchen von 110929 JC. 
Dieselbe ist aber im Berichtsjahr um 6 Personen und 10116 M 
Kosten vermindert. Im Jahre 1901 betragen die persönlichen Kosten 
nach dem Voranschläge nur noch 97170 Ji. 
Die Bibliothek umfaßte 20232 Bände. 
Berlin, den 26. Juni 1901. 
Deputation für Statistik. 
Weigert. 
Druck bor 38. k ®. Loewenthal, Berlin.
	        
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