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Volume No. 44. Bericht über die Verwaltung der Feuerwehr und des Telegraphen

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1900 (Public Domain)

6 
No. 44. Feuerwehr. 
Gesundheitszustand. 
Kranke ii- Rapport 
über die Mannschaften für das Etatsjahr 1900. 
Bestand war am 1. April. . .. . 
88 
Zugang 
420 
Im Ganzen behandelt 
508 
Abgang ■ 
geheilt 
'SSI 
gestorben 
2 
anderweitig .... 
53 
Im Bestand bleiben am 31. März 1901 
102 
Behandlungstage 
34 085 
Erkrankungen im Dienst .... 
128 
Davon Verletzungen 
beim Alarm, auf Brandstelle, Rück 
fahrt 
86 
beim Exerzier- und Tumdienst. . 
16 
anderweit 
26 
Der Krankenzugang: (420) ist gegen das Vorjahr mit 428 Kranken 
um ein Geringes -— 8 Fälle — günstiger gestellt. Der tägliche Zugang 
an Neuerkrankungen belief sich auf 1,12 gegen 1,17 im vorigen 
Berichtsjahre. 
Auf die einzelnen Monate vertheilte sich der Zugang, wie folgt: 
1899 
1900 
April 
.... 31 
19 
Mai 
.... 26 
28 
Juni 
19 
Juli 
.... 34 
20 
August 
.... 30 
41 
September .... 
.... 26 
29 
Oktober 
.... 36 
38 
November .... 
.... 31 
30 
Dezember .... 
.... 47 
50 
1900 
1901 
Januar 
.... 48 
52 
Februar 
.... 52 
51 
März 
.... 42 
43 
428 
420 
Die Wintermonate behaupten, wie auch früher, die erste Stelle 
im Krankenzugang; die höchste Krankenziffer erreicht diesmal der 
Januar mit 52 Kranken, die Höchstziffer des Vorjahres, die auf den 
Februar entfiel. 
Sämmtliche Behandelten (Bestand und Zugang) beanspruchten 
insgesammt 34 085 Behandlungstage, jeder einzelne demnach durch 
schnittlich 67 (gegen 62) Tage. Rechnet man jedoch diejenigen Kranken, 
die im Berichtsjahre pensionirt worden sind oder ihrer Pensionirung 
entgegensehen können — nämlich 116 Mann mit 23 516 Behandlungs 
tagen (202,7 im Durchschnitt) ab, so entfallen auf die Geheilten und die 
am Ende des Berichtsjahres ihrer völligen Wiederherstellung entgegen 
sehenden immer noch 30,i Behandlungstage gegen 25,b im Vorjahre bei 
einer Gesammtbehandlungsdauer von 10569 Tagen. 
Wird die erstere Gesammtbehandlungszeit auf die Gesammtzahl 
der Mannschaften — gesunde und kranke — mit 826 Köpfen vertheilt, 
so er giebt sich für den einzelnen Mann ein durchschnittlicher Dienst 
ausfall von 41,b Tagen in Folge von Krankheit gegen 39 im vorigen 
Berichtsjahre. Er hat also eine abermalige Steigerung erfahren. 
Der tägliche durchschnittliche Krankenbestand betrug 93,4 gegen 
86,2 im Vorjahre. 
Den höchsten Krankenbestand hatte der 23. Februar 1901 mit 120, 
den niedrigsten der 10. Juni 1900 mit 74 Kranken aufzuweisen. 
Auf die einzelnen Krankheitsgruppen des Kranken-Rapports ver 
theilte sich der Krankenzugang wie folgt: 
1899 1900 
I. Allgemeine Erkrankungen 56 64 
II. Nervenkrankheiten W 29 
III. Krankheiten der Athmungsorgane 58 42 
IV. „ des Blutkreislaufs 9 9 
V. „ der Ernährungsorgane 67 82 
VI. „ „ Harn- und Geschlechtsorgane . 7 8 
VII. Venerische Krankheiten 3 2 
VIII. Krankheiten der Augen 8 15 
IX. „ „ Ohren 3 5 
X. „ „ äusseren Bedeckung 25 24 
XI. „ „ Bewegungsorgane 59 60 
XII. Mechanische Verletzungen 102 79 
XIII. Altersschwäche 3 1 
428 420 
Nach der Häufigkeit des Zugangs geordnet, ergiebt sich 
Reihenfolge der Gruppen: 
1. 
Gruppe 
V 
(im Vorjahre 
an 
2. 
Stelle) 
2. 
„ 
XII 
(„ 
„ 
,, 
1. 
) 
3. 
„ 
I 
(„ 
,, 
„ 
5. 
„ ) 
4. 
,, 
XI 
(» 
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„ 
3. 
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5. 
,, 
III 
(,. 
„ 
„ 
4. 
.. ) 
6. 
„ 
II 
(- 
„ 
„ 
6. 
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7. 
„ 
X 
(- 
„ 
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7. 
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8. 
„ 
VIII 
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,, 
„ 
9. 
) 
9. 
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IV 
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8. 
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10. 
,, 
VI 
('. 
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10. 
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11. 
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IX 
(- 
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12. 
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13. 
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XIII 
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„ 
13. 
- ) 
folgende 
Von den insgesammt Behandelten 508 Köpfen (Bestand und Zu 
gang) wurden geheilt: 351; 53 wurden pensionirt; 2 Kranke starben 
(Gehirnerweichung und Schwindsucht). 
Gruppe I. Sowohl der Zahl als auch ihrer Bedeutung nach 
nehmen die „Vergiftungen“ in dieser Gruppe das Hauptinteresse in An 
spruch; es handelte sich in allen Fällen um die in der Ausübung des 
Berufs erlittenen Raucheinwirkungen. Nachdem die Grippe im ver 
flossenen Jahre an Zahl und Bedeutung der einzelnen Fälle zurück 
getreten ist, haben die Rauchvergiftungen bei einer Zunahme um 16 Fälle 
die Höchstzahl in dieser Gruppe erreicht, sodass mit den 5 aus dem 
Vorjahre im Bestände verbliebenen Fällen fast die Hälfte (29 Er 
krankungsfälle) der Gruppenziffer unter diese Krankheitsbezeichnung ent 
fallen. Die Bedeutung dieser Krankheitszustände kommt allein schon 
durch die lange Behandlungsdauer zum Ausdruck. Während diese im 
Durchschnitt für die Gruppenkranken 53,i Tage beträgt, steigert sie sich 
für die Fälle von Rauchvergiftung auf 73,2. 
Es muss aber hier an dieser Stelle ausdrücklich hervorgehoben 
werden, dass die in dieser Gruppe ausgeführten Fälle nur die akuten 
Erkrankungen mit den ausgesprochenen Erscheinungen einer Vergiftung 
umfassen, wodurch die Befallenen unmittelbar — vorübergehend oder 
dauernd — berufsuntauglich wurden. Eine grosse Zahl von Rauch 
vergiftungen wirkt schleichend, mehr oder minder langsam; die Anfangs 
erscheinungen sind derartig, dass sie den Erkrankten nicht zur sofortigen 
Krankmeldung zwingen. Erst die allmählich sich steigernden Beschwerden 
hauptsächlich nervöser Art und von Seiten des Herzens machen ihn 
dienstunfähig. Diese Klasse von Kranken kommt dann unter anderen 
Krankheitsbezeichnungen (Neurasthenie, nervöses Herzklopfen, Blut 
armuth u. s. w.) in Zugang und werden anderen Gruppen einverleibt. 
Es lassen sich dann noch nachträglich diese Krankheitsfälle zwanglos 
auf ganz bestimmte Rauchvergiftungen zurückführen. Eine dritte Klasse 
wird in Gruppe III bezw. VIII geführt, weil anfänglich Reizung der 
Schleimhäute der Athmungswerkzeuge oder der Augenbindehäute im 
Vordergründe standen. Die ärztliche Erfahrung lehrt täglich, dase alle 
diese Formen der Raucheinwirkung selbst in leichteren Fällen hin 
sichtlich ihrer Tragweite als sehr ernst angesehen werden müssen und 
für die spätere Beurtheilung etwaiger dauernder Dienstuntauglichkeit 
(Invalidität) sehr eingehende Beobachtungen und Untersuchungen, sowie 
zeitige Festlegung des Untersuchungsergebnisses erforderlich machen, 
da die Weiterentwiokelung des Leidens meist keine stetige, anscheinend 
häufig eine springende und von mehr oder minder langen Zwischen 
räumen subjektiven Wohlbefindens unterbrochen ist. Objektiv bestehen 
aber auch während dieser Ruhepausen merkliche Krankheitserscheinungen, 
besonders von Seiten des Herzens, entweder dauernde Beschleunigung
	        
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