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Volume No. 41. Bericht der Deputation für die städtischen Kanalisationswerke und Rieselfelder

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1900 (Public Domain)

Nr. 41. Kanalisationswerke und Rieselfelder. 
43 
Abtheilung des Etats 
Davon entfallen auf 
die Kanali 
sationswerke 
die Rieselfelder 
JC 
I J 
JC 
tf 
JC | jj 
Im Verwaltungsbericht für 1895/W (Druck 
sache 42 und 43) sind die Grunde auseinander- 
gesetzt, die es gerechtfertigt erscheinen lassen, die 
Ävtirung und Drainirnng der Rieselfelder als un- 
mittelbare Fortsetzung der Kanalisationswerke an 
zusehen unb deshalb die Kanalisationsgebühr nicht 
lediglich den Kanalisationswerken zuzurechnen, 
sondern einen Theil und zlvar einen Betrag, der 
den sür die Apiirungs- und Drainirungskosten 
jährlich aufzuwendenden Anleihezinsen und Ämorti- 
sationsraten gleichkommt, den Rieselfeldern zuzu 
weisen. 
Die Anlagekosten der Rieselfelder, soweit sie 
ans Anleihemitteln gedeckt sind, betragen einschließ 
lich der für die Aptirungs- und Drainirungskosten 
während der Bauzeit ausgewendcteu Zinsen (Bau- 
zinsen — vergl. Theil III und V im dritten Ab 
schnitt des Verwaltungsberichts) 45 319 330,38 JC, 
und zwar au Kaufgeldern, für 
Wirthschaftsbauteu n. und 
Kursverlust 27 044 617,44 - 
und an Aptirungs- und Drai 
nirungskosten (einschl. der Bau 
zinsen) 18 274 712,89 - 
Für die Verzinsung und Amortisation der ge- 
sammten Anlagekosten sind im Rechnungsjahre 1900 
laut vorstehender Berechnung 2 005 022,43 JC auf 
gewendet. Hiervon würde auf die Aptirungs- und 
Drainirungskosten nebst Bauzinsen etwa der Antheil 
von 808 511,71 JC entfallen. 
Ueberweist man nun von der Kanalisations- 
gedühr von 5 227 459,e« JC den antheiligen Betrag 
den Rieselfeldern, so stellt sich der Antheil für die 
Kanalisationswerke auf 4 418 947,82 JC, und das 
Gesammtresultat wie folgt: 
Die Einnahme 
Die Ausgabe 
Der Zuschuß baar • • • • 
Hierzu der Mehrwcrth der Bestände, wie vor an 
gegeben L 
Also Zuschuß überhaupt 
8084156 
9814180 
82 
20 
4 883 210 
5 095 812 
41 
80 
3 200 946 
4 718 367 
41 
40 
1730 023 ! 38 
39 300 
212 602 39 
1 517 420 99 
39 300 
1690 723 i 38 
212 602 39 
1 478 120 99 
Bemerkungen 
Wenn die Ausgaben für die Amortisation, die ja eine reine 
Finanzniaßregel ist und nicht zu den unmittelbaren Kosten des Unter 
nehmens gehört, außer Betracht bleiben, so verwandelt sich der Zuschuß 
für die Gesammtverwaltung in einen Ueberschuß von 387 112,82 JC, 
speziell für die Kanalisationswerke crgiebt sich alsdann cm Ueberschuß 
von 1867858,5« JC, für die Rieselfelder ein Zuschuß von 1480745,94 JC. 
Der Zuschuß von 1690 723,88 JC, der im Verwaltungsjayr 1900 
aus dem Stadthaushaltsetat geleistet worden ist, stellt sich dar als 
ein im öffentlichen Interesse aufgewendetes Aequivalent für me Ent- 
Wässerung des gesammten Straßengebietcs der Stadt Berlin mit den 
städtischen und privaten Bedürinißanstalten und für die Vortheile, 
welche durch die Kanalisation für andere Zweige der Stadtverwaltung, 
insbesondere die Straßenrciuigung, entstanden sind, und ferner alv 
ein Beitrag zu den Kosten sür die Unterbringung und landwirthschast 
lichc Verwerthung dieser Abwässer. 
Wäre dieser Betrag nicht durch einen Zuschuß aus den Mitteln 
des Stadthaushalts gedeckt, an betten Stelle vielmehr die hauptsächliche 
und eigentliche Einnahmequelle der Kanalisationsverwaltung — die 
Kanalisationsgebühr — in höherem Maße in Anspruch genommen 
worden, so hätten von den abgabepflichtigen Grundstücken Berlins 
(deren Zahl sich für das Verwaltungsjahr 1900, da 24 178 Grund 
stücke für das volle Jahr und 69 für einen Theil desselben veranlagt 
69 
worden sind, auf 24178 + -g- = 24 213 angeben läßt) statt 1% pCt. 
des Nutzertrages 2,oi pCt. als Kanalisalionsgebühr erhoben werden 
müssen.
	        
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