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Volume No. 39. Bericht über den städtischen Vieh- und Schlachthof sowie die städtische Fleischschau

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1900 (Public Domain)

8 
Nr. 39. Lieh- und Schlachthof. 
V 
Lon den geschlachteten Rindern waren 73 163 Bullen, 78 527 Ochsen 
und 35 032 Kühe, das sind 39,18 bezw. 12,ob und 18,77 v. H. der 
geschlachteten Rinder. 
Diese Vcrhältnißzahlen haben in den vorhergehenden Jahren 
zwischen 35,so und 41,9, zwischen 39,s und 44,70 und zwischen 15,64 
und 22,ev geschwankl. 
Als zur menschlichen Nahrung ungeeignet hat aus dem Schlacht- 
hofe in den öffentlichen Schlachthäusern zurückgewiesen und beanstandet 
und der Polizeibehörde zur weiteren Perfügung überwiesen werden 
müssen das Fleisch nebst den Eingeweiden 
von 4 230 ganzen Rindern, 1 000 mehr als im Jahre zuvor, 
710 Kälbern, 99 - - - - 
220 Schafen, 13 weniger - - - 
- 1919 Schweinen, 387 mehr 
Demnach Hai im Allgenieinen, der Zunahme der Schlachtungen 
annähernd entsprechend, eine Zunahme der Beanstanditngen statt 
gefunden; nur bei Rindern ist sic abnorm hoch, bei Schafen geringer 
als sonst gewesen. 
Das Anwachsen der Beanstandungen im Laufe der Jahre ergiebt 
sich aus folgender Tabelle: 
In den 
Jabren 
wurden endgilrig beanstandet, in absoluten Zahlen und pCt. 
der geschlachteten Thiere 
Rinder 
Kälber 
Schafe 
Schweine 
abs. 
v. H. J 
abs. 
v. H. 
abs. 
v. H. 
abs. 
v. H. 
1883/85 - d 
128 
0.133 
33 
0,043 
39 
0,023 
2 684 
1,013 
1886/90 /■§ 
1 669 
1 033 j 
123 
0.116 
190 
0,069 
4 281 
1,008 
1891/95 if 
2 030 
1,470 
274 
0,239 
114 
Ü,03ü 
4 141 
0,736 
1895/1900 
2 957 
1,818 
575 
0,383 
169 
0,036 
4 584 
0,843 
1896 
2 677 
1,826 
566 
0,399 
123 
0,031 
4 445 
0,840 
1897 
2 132 
1,418 
391 
0,284 
97 
0,024 
4 641 
0 708 
1898 
2 515 
1,640 
539 
0,369 
93 
0,028 
4 379 
0.864 
1899 
3 230 
1.951 
641 
0,424 
263 
0,062 
4 532 
0.819 
1900 
1230 
2,266 
740 
0.451 
220 
0,042 
4 919 
0,687 
Ausfallend ist die nnverhältnißmäßige Zunahme der Zahl 
der beanstandeten Rinder. Die Zunahme der Beanstandungen 
dürfte allster in der Zunahme der Tuberkulose unter den Rindern im 
Allgemeinen hauptsächlich darin ihren Grund haben, daß die guten 
Fuklerverhältnisse der letzten Jahre und das Ansteigen der Viehpreise 
zu einem Anwachsen der Aufzucht geführt haben, dem eine stärkere 
Abstostung von älteren Znchtthieren folgen mußte. 
Im Uebrigen liegen die Gründe für die abnorme Zunahme der 
Beanstandungen theils darin, daß eine erheblich geringere Anzahl nur 
theilwciser Beanstandungen vorgenommen werden konnte, theils darin, 
daß trotz der Zunahme der Rinderschlachtnngcn um 11,3 v. H. dennoch 
im polizeilicticn Schlachthause weniger Rinder geschlachtet worden sind 
(923 gegen 1 058 und 1 208 in den vorhergehenden beiden Jahren), 
theils endlich wohl auch darin, daß die Beschau in den östlichen Vor 
orten sicb allmählich wirksamer gestaltet, sodaß Rinder von zweifel 
hafter Gesundheit jetzt nicht mehr in so großer Zahl wie vordem dort, 
sondern auf dem hiesigen Viehhofe zur ischlachtung gelangen. 
Im Berichtsjahre sind in den öffentlichen Schlachthäusern an 
ganzen Thieren beanstandet worden: 
wegen 
ü 
vO 
d 
iS) 
d 
iS) 
Ci 
ir ® 
Tuberkulose 
2 730 
168 
26 
o 315 
6 239 
verschiedener Entzündungs 
krankheiten 
310 
253 
56 
94 
713 
Gelbsucht ....... 
1 
17 
29 
154 
201 
Wassersucht oder wässeriger 
Beschaffenheit des Fleisches 
(hhdräm. Kacherie) . . . 
121 
106 
63 
61 
351 
blutiger Beschaffenheit des 
Fleisches 
40 
20 
9 
43 
112 
Rothlaufes 
— 
— 
— 
347 
347 
Säiweinescuche 
— 
— 
— 
69 
69 
Harninfiltration und urinösen 
Geruches des Fleisches 
(Urämie) 
13 
5 
15 
3 
36 
fischig thranigen Geruches des 
Fleisches und Feiles . . . 
13 
13 
Neubildungen 
19 
2 
— 
1 
22 
Trichinen 
— 
— 
— 
139 
139 
Finnen 
913 
19 
— 
474 
1406 
verkalkter Parasiten (Kalk- 
konkremente) 
101 
101 
multipler Blutaustretungen . 
— 
3 
— 
82 
85 
Eilerfiebers....... 
36 
8 
i 
45 
wegen 
Rinder 
-« 
'ätz 
a 
'S 
rs 
o 
rs 
C 
Ci B 
K 
Blutvergiftung 
19 
2 
i 
22 
Leukämie und Pseudoleukämie 
1 
2 
— 
— 
3 
Schlachtung während des Ab 
sterbens 
27 
135 
18 
180 
Lupinose 
— 
— 
3 
— 
3 
Fäulniß 
— 
— 
1 
1 
verdorbener Beschaffenheit . . 
— 
— 
— 
3 
3 
zusammen 
4 230 
740 
220 
4 919 
10 109 
Bei 104 Rindern hat eine theilweise Beanstandung stattffnden 
müssen. Von diesen Thieren waren 57 Rinder mit lokaler Tuber- 
kulosc behaftet, 7 Rinder mit umfangreichen, abgekapselten Abscessen, 
4 Rinder und ein Kalb mit ausgebreiteten lokalen Blutergüssen in 
der Muskulatur, 10 Rinder mit veralteten Entzündungen; bei 
6 Rindern war ein Theil des Fleisches von wäsierig-sulziger Be- 
schaffenheit und bei 1 Rinde war es mit Neubildungen (Neurofibromen) 
durchsetzt. Das Gewicht des aus diesen Gründen beanstandeten 
Fleisches betrug insgesammt 16 702,5 lex. 
Außer den in obiger Tabelle aufgeführten, sammt ihren Ein 
geweiden beanstandeten Thieren hat eine große Anzahl einzelner 
Theile und Eingeweide beanstandet werden müssen. 
Die Gcsammtsumme betrug in absoluten Zahlen und in Pro 
zenten der geschlachteten 
in 
Rinder 
Kälber 
Schafe 
Schweine 
zusammen 
den Jahren 
abs. 
v. H. 
abs. 
v. H. 
abs. 
v. H. 
abs. 
v. H. 
abs. 
v. H. 
1883/85 
2 
22 
696 
23,17 
78 
0,io 
5 
526 
3,20 
7 910 
4,18 
39 543 
6,45 
1886/90 
r *e 
25 
093 
21,26 
118 
0,io 
15 
446 
4,67 
26 581 
4,67 
45 656 
6,42 
1891/95 
34461 
25,00 
203! 
0,18 
20 
704 
5,79 
39 233 
6,83 
94 601 
7,88 
1896/1900 
K 
66 
891 
41,46 
1 123 
0,73 
35 
764 
8,66 
106 104 
14,52 
209 882 
14,38 
1896 
45 
762 
31,30 
276! 
0,19 
23 
115 
5,84 
58 140 
8,39 
127 293 
9,23 
1897 
57 
490 
36,20 
666 
0,48 
31 
853 
7,88 
81 006 
12,18 
171 015 
12,67 
1898 
70 
966 
46,25 
1146 
0,76 
37 
413 
9,14 
105 630 
16.00 
215 154 
15,87 
1899 
83 
918 
50,6!» 
1419 
0,94 
49 
240 
11,63 
124 679 
16,80 
259 256 
17.46 
1900 
76 
319 
40,87 
2 10* 
1.28 
37 
200 
8,31 
161 01!5 
19,24 
276 692 
16,92 
Ferner sind 915 ungeborene, nahezu ausgetragene Kälber der 
Polizeibehörde zur technischen Verwerthung überwiesen worden. 
In den Stallungen des Schlachthofes sind 112 Thiere verendet 
und zwar 9 Rinder, 26 Kälber, 16 Schafe und 361 Schweine. Die 
häufigste Todesursache war Rothlauf (bei 326 Schtveinen). 
Bei Weitem am häufigsten hat wiederum die Tuberkulose Per- 
anlassung zur Beanstandung gegeben. Ueber die Zahl der tuberkulös 
erkrankt befundenen Thiere der einzelnen Schlachtvichgattungen, über 
die Verwerthung dieser Thiere und das Verhältniß dieser Zahlen zu 
den entsprechenden der beiden vorhergehenden Jahre geben die spl- 
genden drei Tabellen Aufschluß: 
Im 
Jahre 
R 
i n d er 
tuberkulös 
befunden 
Stück > v. H. 
davon 
t 
1 
’Z ■§ 
B « 
'S e 
ganz 
b e a n st a n d l 
Bullen 
Ochsen 
M 
SS ^ 
davon zur' 
S-- ilT 
;» »tj-g 
j sc- 
bestimmt 
der geschlachteten 
v. H. der geschlachteten 
1883/86 
2 077 
2,17 
1,72 
0,360 
0,350 
1886/90 
6 883 
5,20 
4,21 
— 
— ! — 
— 
0,992 
— 
0,992 
1891/95 
21468 
15,54 
14,38 
— 
0,151 0,323 
0,683 
1,157 
0,289 
0,868 
1896/1900 
13 878 
(21,08 
16,07 
0,09 
0,184 0,495 
0,901 
1,230 
0,635 
0,695 
1896 
29 783 
20,54 
18,93 
0,08 
0,224 0,412 
0,897 
1,633 
0,782 
0,761 
1897 
30 920 
20,56 
19,55 
0,122 
0,172 0,260 
0,460 
0,892 
0,472 
0,420 
1898 
30167 
19,66 
18,47 
0,127 
0,152 I 0,319 
0,592 
1,063 
0,621 
0,442 
1899 
38 320 
23,14 
21,85 
0,09 
0,148 0,396 
0,666 
1,200 
0,686 
0,614 
1900 
40199 
21,62 
20,23 
0,03 
0,184 0,431 
0,848 
1,463 
0,624 
0,838
	        
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