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Volume No. 38. Bericht über die städtischen Markthallen

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1900 (Public Domain)

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Nr. 38. Markthallenverwallung. 
und dem angeführten Deputationsbeschluß nicht ertheilt werden konnte, 
find bedeutend gestiegen und betrugen 4 859,«»^. Unsere Händler 
find zum größten Theil auf die Eisenbahnanlage angewiesen und be- 
zahlen willig die höheren Gebühren, um die Vortheile des Eisenbahn- 
anschlusses ausnutzen zu können, 
Kehrichtabfuhr. 
Die Abfuhr des Kehrichts aus den Markthallen war bis zum 
31. Dezember 1900 den Abfuhrunternehmern Bohm & Günther 
gegen eine Entschädigung von 30000.^ übertragen. Für ihre 
Zwecke hatten sie ein der Stadtgemeinde Berlin gehöriges Gelände 
gepachtet, auf das sie den Kehricht hinschasten. Am 17. August 1900 
wurde ihneu jedoch von der städtischen Grundeigenthumsdeputation 
das Abladen von Kehricht auf städtischem Grundbesitz untersagt. 
Unsere Vorstellungen bei der Deputation um Aufhebung des erlaflenen 
Verbots hatten keinen Erfolg. In der uns zugesandten Erwiderung 
wurde ausgeführt, daß durch die in Fäulniß übergehenden organischen 
Stoffe Fliegen und Insekten in großen Mengen angezogen und zu 
einer förmlichen Plage für die Nachbarschaft werden, wozu sich noch 
der ekelerregende Geruch der Verwesungsprodukte gesellt, endlich aber 
auch der Boden so bedeutend aufgehöht wird, daß er bei einer 
späteren Bebauung wieder abgefahren werden müßte. Trotzdem kamen 
die Unternehmer ihren Verpflichtungen bis zum Ablauf des Vertrages 
nach und gaben auch bei der Neuausschreibung der Kehrichtabfuhr 
für das Jahr 1901 wieder eine Offerte ab. Da aber auf Ver 
anlassung der städtischen Grundeigenthumsdeputation im Submissions 
termine den Bietern ausdrücklich eröffnet wurde, daß unter keinen 
Umständen das Unterbringen des Markihallenmülls auf städtischen 
Ländereien gestattet werde, so zogen Bohm & Günther ihre Offerte 
wieder zurück. Mindestfordernder blieb dann mit einem Gebot von 
26000^5 der Abfuhrunternehmcr Otto Berndt, dem auch die Ab 
fuhr für das Kalenderjahr 1901 übertragen worden ist. 
Unsere im Samariterdienst ausgebildeten Beamten haben in 
436 Fällen die erste Hilfe geleistet und zwar bei 9 Bißwunden. 
13 Quetschwunden, 53 Rißwunden, 2 Brandwunden, 34 Stichwunden. 
10 Stoßwunden, 263 Schnittwunden. 17 Hiebwunden, 4 Ver- 
renkungen, 11 Krampfanfällen. 6 Ohnmachtsanfällen, 4 Schlag- 
wunden, 2 Brüchen und 8 sonstigen Verletzungen. 
Von Bränden sind die Markthallen in dem verflossenen Berichts- 
jähre verschont geblieben. 
In den folgenden 32 Tabellen bringen wir Nachweisungen über 
Grunderwcrbs- und Baukosten, Jnventarienwerth, Versicherungen, über 
den Verkehr auf unserm Eisenbahnanschluß und über die Standgeld- 
einnahmen der einzelnen Markthallen, sowie eine vergleichende Zu 
sammenstellung der Besetzung der Verkaufsstände und der Standgeld- 
einnahmen in den letzten 10 Jahren, endlich eine Nachweisung der 
finanziellen Ergebnisse der Markthallen im Etatsjahre 1900. 
Berlin, den 30. September 1901. 
Der Direktor der städtischen Markthallen.! 
I. V.: Graue. 
' Den vorstehenden Bericht bringen wir hierdurch zur öKentlichen 
Kenntniß. 
Berlin, den 10. Oktober 1901. 
Städtische Markthallendeputation. 
Scharfer.
	        
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