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Volume No. 32. Bericht über die städtische Bauverwaltung

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1900 (Public Domain)

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Nr. 32. Bauverwaltung. 
Ueber die Herstellung neuer Brunnen und die Beseitigung alter Kesselbrunnen ec. bietet nachstehende Zusammenstellung einen 
näheren Uebcrblick: 
Flachbrunnen*) 
Tiefbrunnen*) 
Alte 
Keff'el- 
brunnen 
mit 
hölzernem 
Pump 
werk 
Alte Kessel- 
brunnen mit 
eiiernem 
Pumpwerk 
und eisernem 
Gebäuse 
neuer Kon 
struktion 
Alte 
Keffel 
ohne 
Pumpen 
Alte 
Rohr 
brunnen 
mit 
hölzernem 
Pump 
werk 
Alte 
Kessel 
brunnen 
mit monu 
mentalem 
Zink 
gehäuse 
Rohr 
brunnen 
in neuer 
Konstruk 
tion 
Alte 
Kefsel- 
brunnen 
mit 
hölzernem 
Pump- 
werk 
Alte 
Kessel- 
brunnen 
mit 
eisernem 
Pump 
werk 
Alte 
Keffel- 
brunnen 
ohne 
Pump 
werk 
Rohr 
brunnen 
neuer 
Konstruk 
tion 
Aus der 
Wasser 
leitung 
gespeiste 
Brunnen 
Am 1. April 1900 waren vor 
handen 
350 
53 
33 
61 
8 
619 
15 
1 
149 
16 
Im Berichtsjahre sind hinzuge- 
kommen 
4 
_ 
__ 
_ 
_ 
7 
Im Berichtsjahre und beseitigt . 
6 
— 
— 
2 
— 
— 
1 
— 
— 
— 
— 
Mithin Bestand am 1. April 1901 
344 
53 
37 
st 59 
8 
619 
14 
1 
— 
149 
23 
Hiervon geben Trinkwasser . . 
335 
48 
— 
57 
7 
592 
14 
1 
— 
149 
23 
*) Flacbbrunnen sind solche Brunnen, bei denen der niedrigste Wafferstand nicht mehr als höchstens 5 w, Tiefbrunnen dagegen solche, bei denen der 
niedrigste Wafferstand tiefer als 5 m unter der Straßenoberiläche liegt, 
st) Darunter 1 mit eisernem Gehäuse. 
Die seit einer Reihe von Jahren zur Ausführung gebrachten 
Rohrbrunnen dienen in gleicher Weise wie die alten Kesselbrunnen 
sowohl zur Lieferung von Wasser zu Genußzwecken als auch zu Feuer 
löschzwecken. Die Erfahrung hat nun gelehrt, daß es in technischer 
und wirthschasllicher Beziehung vortheilhafl ist, beide bezeichneten 
Zwecke nicht zu vereinigen, vielmehr eine Trennung der Anlagen, je 
nachdem sie zur Beschaffung von Trinkwasser oder zur Speisung von 
Feuerspritzen ec. bestimmt sind, eintreten zu lassen. Es liegt dem 
entsprechend in unserer Absicht, das zum Trinken dienende Wasser, 
das, nachdem die Wasserleitung über das gesammte bebaute Weichbild 
ausgedehnt ist, kauni noch den öffentlichen Straßenbrunnen entnommen 
zn werden pflegt, an den Stellen, wo solches in Zukunft noch er 
forderlich sein wird, durch die städtische Wasserleitung mittelst sogen. 
Wasserpfosten zu liefern. Die für Fcuerlöschzwecke fernerhin noch 
anzulegenden Einrichtungen würden gesondert davon, in einfacher 
Konstruktion und voraussichtlich in größerer Entfernung, als gegenwärtig 
der Fall ist, hergestellt, auch würde dann von einem weiteren Ersatz 
der Kesselbrunnen durch Rohrbrunnen Abstand genommen werden 
können. Die Berhandlungen, die über diese Angelegenheit niit dem 
König!. Polizeipräsidium, Abtheilung für Feuerwehr, eingeleitet wurden, 
gelangten 1900 noch nicht zum Abschluß. Wir hielten es nicht für 
angebracht, vor Erledigung dieser Verhandlungen mit dem Bau von 
Rohrbrunnen fortzufahren. 
Die oben aufgeführten 2 346 Jt wurden zur Vermehrung der 
sog. Freibrunnen für die Schiffer (Wasserpfosten in der Nähe der 
Flußläufe) verwendet. 
Springbrunnen. 
Auf dem Wörther Platz, an der Ecke der Weißenburger- und 
Wörlherstraßc, ist der Springbrunnen, der früher auf dem Alerander- 
platz stand, dort aber wegen der Aufstellung der Berolina beseitigt 
werden mußte, wieder aufgestellt worden. 
Die Gesammizahl der von der unterzeichneten Verwaltung am 
31. März 1901 zu unterhaltenden Spring- und Laufbrunnen betrug 18; 
Bemerkt sei, daß noch eine Anzahl von Springbrunnen vor 
handen sei, z. B. auf dem Dönhoffplatz (2), auf dem Mariannen 
platz (2) und auf dem Johannestisch, die von der Parkverwaltung 
unterhalten werden. 
XI. Bedürfnisanstalten. 
Bedürsnißanstalten für Männer (Pissoirs). In unseren 
letzten Berichten ist schon erwähnt worden, daß bei der Erbauung 
von neuen Anstalten nur noch das Oclsystem zur Verwendung kommen 
und daß die Waffcrspülung nach und nach auch aus den vorhandenen 
Anstalten entfernt und durch die Leleinrichtung ersetzt werden soll, 
soweit nicht Interessen anderer Verwaltungen, insbesondere der 
Wasserwerke die Beibehaltung der Wafferspülung bedingen. Im 
Berichtsjahre sind 5 siebenständige Anstalten und 1 zehnsländige Anstalt 
neu aufgestellt und 46 Anstalten umgewandelt worden. 
Die Gesammrzahl der Anstalten betrug am 31. März 1901 167, 
darunter 89 zweistündige, 1 sechsstündige, 121 siebenständige, 5 zehn 
ständige, 1 clfständigc. Von diesen haben 1 zweiftändige, 1 sechs- 
ständige, 118 siebenständige, 5 zehnständige und 1 elfständige Oel- 
einrichtung. 
Eine siebenständige Anstalt (am Dönhoffplatz) ist versuchsweise 
mit Torfiteinrichtung versehen worden. 
Für die Aufstellung und Veränderung solcher Anstalten wurden 
aufgewendet: 
im Etatsjahr 1895 . . . 38 452 Jt, 
1896 ... 5067 - 
1897 . . . 48 994 - 
1898 . . . 35 599 - 
1899 . . . 88 670 - 
1900 . . . 107 897 - 
Bedürfnißanstalten mit Klosetteinrichtung. 
Gemäß dem Beschluß der Gemeindebehörden, sind die Verträge 
mit den Unternehmern Protz und von Asten über den Betrieb solcher 
Anstalten auf die Zeit vom 1. April 1901 bis 31. März 1904 
verlängert worden unter der Bedingung, daß die bisher nur zum 
Uriniren eingerichteten Freizellen für Frauen mit Klosetts versehen 
werden. 
Die Zahl der von Protz betriebenen Anstalten beträgt z. Zt. 18, 
die Zahl der von von Asten betriebenen 21. 
Die Anstalten sind von den Unternehmern auf eigenen Kosten 
erbaut und sind von ihnen zu unterhalten; mit ihrer Fertigstellung 
sind sie Eigenthum der Stadtgemeinde geworden, die von der Brutto 
einnahme aus dem Betriebe eine Abgabe von 10 v. H. erhebt. 
Die Abgabe betrug: 
für die Protz'schen Anstalten 
im Etatsjahr 1895 . . . 8 788 Jt, 
1896 . . . 9 571 - 
1897 . . . 9050 - 
1898 . . . 9031 - 
1899 . . . 8 742 - 
1900 . . . 8 943 - 
für die Hirschberg und von Asten'sch en Anstalten 
im Etatsjahr 1895 . . . 6 968 Jt, 
1896 . . . 7 490 - 
1897 . . . 7 406 - 
1898 . . . 7 686 - 
1899 . . . 7 461 - 
- - 1900 ... 7 595 - 
Die vorerwähnten Umernehmeranstalten befinden sich auf Straßen 
und Plätzen oder doch in der Nähe solcher, also an Orten, wo der 
Betrieb einen Gewinn erwarten läßt. Für die Errichtung von An 
stalten in städtischen Parkanlagen, die im Winter fast gar nicht und 
im Sommer zumeist von Frauen und Kindern in Anspruch genommen 
werden, waren Unternehmer nicht zu gewinnen, und die Stadtgemeinde 
mußte darauf Bedacht nehmen, aus eigenen Mitteln eine dem 
Bedürfnisse entsprechende Vermehrung eintreten zu lassen. 
Im Jahre 1898 wurden 3 Anstalten für Frauen und Kinder, 
im Jahre 1899 1 Anstalt für beide Geschlechter und 3 Anstalten für
	        
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