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Volume No. 32. Bericht über die städtische Bauverwaltung

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1900 (Public Domain)

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Nr. 32. Bauverwaltung. 
teinber wurden die Moutirungsarbeilen der Eisenkonstruktion in An 
griff genommen und Mitle Dezember war diese soweit gediehen, daß 
das Montagegcrüst wieder entfernt werden und der Anstrich der 
Brücke vor' sich gehen konnte. Gleichzeitig wurden die Gasrohr- 
leiiungen und die Röhren zur Aufnahme der verschiedenen Kabel 
verlegt. Die Maurer- und Steinmetzarbeiten zum Aufführen der 
Brückenpfeiler bis zur Fahrbahnoberkanie wurden im Januar wieder 
aufgenommen. Sie mußten zwar des starken Frostes wegen häufig 
umcrbroäien werden, wurden aber Anfang März zu Ende geführt. 
Am 15. März 1901 konnte der stromab gelegene Bürgersteig dem 
Verkehr übergeben werden. Am Schluß des Berichtsjahres wurde 
mit den entsprechenden Arbeiten für den stromauf gelegenen Bürger 
steig und mii dem Beloniren der Fahrbahn begonnen. 
Gleichzeitig mit diesen Arbeiten wurde die Herstellung der zur 
Brücke führenden Rampen in den Straßen Siegmundshof und Schles- 
wiger Ufer durch stetige Anfuhr von Boden und die Errichtung des 
Bohlwerks betrieben. Letzteres war am 31. März 1901 nahezu 
fertig gestellt. 
Der sonstigen erwähnenswerthen Bauausführungen, wie Ufer 
einfassungen u. s. w„ ist bereits unter Abschnitt IV gedacht worden. 
v) Flußbadeanstalten. 
Die Zahl der Flußbadeanstalten hat im Berichtsjahre einen Zu 
wachs nicht erfahren. Es wurden nur einige, der besonderen Er 
wähnung nicht werthe Veränderungen an den bestehenden Anstalten 
ausgeführt. 
IX. Kleinbahnen. 
Die Wahrnehmung der Rechte der Stadtgemeinde in Bezug auf 
die Herstellung und den Betrieb von Kleinbahnen (Gesetz vom 
28. Juli 1892) liegt der städtischen Verkehrsdeputation ob. Hier wird 
daher nur der ausgeführten Bauten und der den Etat berührenden 
Angelegenheiten gedacht werden. 
a) Straßenbahnen. 
Die Zahl der Gesellschaften, die in den städtischen Straßen oder 
in den außerhalb des Weichbildes belegenen Chausseen u. s. w. Geleise 
liegen haben, beträgt z. Zt. 8. 
Für die Benutzung des städtischen Eigenthums gemäß § 6, Abs. 3 
des Gesetzes vom 28. Juli 1892 haben die Gesellschaften — aus 
schließlich jedoch der Gesellschaft für den Bau von Untergrundbahnen, 
die mit Rücksicht auf die ihr durch die Herstellung des Spreetunnels 
entstandenen hohen Kosten davon befreit ist — eine nach der Höhe 
der Einnahme sich richtende Abgabe zu zahlen. Diese wird jedoch 
nicht beim Etat der unterzeichneten Verwaltung (36), sondern beim 
Spezialetat 45 vereinnahmt. 
Die wesentlichsten Bestimmungen hinsichtlich des Bahnpflasters 
sind folgende: 
Die Herstellung des besseren Bahnpflasters geschieht durch die 
Stadtgemeinde: die Unterhaltung des gesammten Bahnkörpers liegt 
den Gesellschaften ob. Die Gesellschaften tragen jedoch die Kosten der 
ersten besseren Pflasterung für eine Breite von 30 am zu beiden 
Seiten jeder Schiene und für die gleiche Breite auch nur die Kosten 
der Unterhaltung. Die Erstattung der auf beiden Seiten verauslagten 
Kosten erfolgt in der Hauptsache nach vereinbarten Tarifsätzen. 
Soweit bei der Erneuerung des definitiven Pflasters in Folge 
des Vorhandenseins der Geleise besondere Aufwendungen (Verstärkung 
der Unterbettung und dergl.) nothwendig werden, so sind die Gesell 
schaften zur Tragung der bezüglichen Kosten verpflichtet. 
für die Kalenderjahre 
An Abgaben hat die Stadlgemeinde 
1895 
1896 
1897 
1898 
1899 
1900 
Jt 
Jt 
Jt 
Jt 
Jt 
Jt 
der Großen Berliner Straßenbahn . . 
1 215 366 
1 347 764 
1 341 539 
1450 308 
1 565 491 
1692 088 
der Neuen Berliner Pierdebahngesellichaft 
80459 
94072 
95 928 
103 116 
113 516 
* 
der Berlin-Charlottenburger Straßenbahn 
1500 
5 717 
20000 
37 133 
41 395 
50 265 
für 1. Oktober bis 
81. Dezember 
10938 
der Westlichen Berliner Vorortbahn. . 
— 
— 
— 
— 
1 187 
für 1. Juli bis 
31. Dezember 
der Südlichen Berliner Vorortbahn. . 
— 
— 
, 
— 
3 540 
7 041 
für 21. Oktober bis 
der Kontinentalen Geiellschaft für elek- 
31. Dezember 
Irische Unternehmungen 
— 
— 
— 
— 
621 
4 990 
f ü r 
d i e Etatsjahre 
1895 und 1896 
vom 1. April bis 
für das Kalender- 
der Berliner Elektrische Straßenbahnen 
Jt 
31. Dezember 
jähr 1900 
68 904 
Aktiengesellschaft 
f 2 835 
30195 
35 077 
39 384 
einschl. 119 Jt 
Zinsen. 
* Die Neue Berliner ist jetzt mit der Großen Berliner Srraßcnbalm verschmolzen. 
In Folge der Einführung des elektrischen Betriebes waren an den 
vorhandenen Geleisen vielfach Aenderungen vorzunehmen, namentlich 
die Kurven zu erweitern, die Schienen auszuwechseln und letztere an 
den Stößen zur besseren Rückleitung des elektrischen Stromes mit einer 
leitenden Kupferdrahtverbindung zu versehen.
	        
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