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Volume No. 31. Bericht über das Gewerbegericht zu Berlin

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1900 (Public Domain)

?kr. 31. Gewerbegericht. 
17 
3 
Unter 
werfung 
unter den 
Schieds 
spruch 
(§ 68) 
Ablehnung der 
Unterwerfung unter 
Schiedssprüche (8 68) 
seitens 
ss 
SS 
JO 
'S s 
Zahl der erfolglosen 
Einigungsversuche 
ohne Schiedsspruch 
(§69) 
im Falle des 
Nichtzustande 
kommens des 
Schieds 
spruchs gemäß 
8»Abs.2Satz2 
ö Ö0 
rr 
Namen und Beruf 
der Beisitzer 
Wortlaut des Vergleichs 
oder 
Schiedsspruchs 
Arbeitgeber: 
1. Ingenieur Bern 
hard. 
2. Grubenbesitzer 
Crohn 
Arbeitnehmer: 
1. Former Körsten. 
2. Handelshilfs 
arbeiter Schutz 
mann. 
Verglerch. 
1. Der Arbeitgeber zahlt in Zukunft jedem Kutscher pro Woche 20 Jt 
Arbeitslohn und zwar vom Tage der Wiederaufnahme der Arbeit ab 
bis zum 15. März 1901. 
Die Kutscher sollen bis zum 15. März 1901 ohne Aussetzen arbeiten. 
Es wird bemerkt, daß alle anderen Arbeiter außer Kutscher und 
Handwerker pro Stunde 35 ^ Lohn bekommen, und daß, sobald die 
Filiale Köpenickerstraße wieder in Betrieb gesetzt wird, die dort seiner 
Zeit beschäftigten Arbeiter — Kutscher und Handwerker kommen hier 
nicht in Betracht — ebenfalls zum Lohnsätze von 35 ^ pro Stunde 
wieder eingestellt werden. 
2. Vom Tage der Wiederaufnahme der Arbeit ab bis zum gedachten 
15. März sollen, je nach Bedarf, die Handwerker (Sattler, Schmiede, 
Stellmacher, zur Arbeit angenommen werden. 
Die eine Hälfte der Arbefter soll sofort eingestellt werden. 
3. Der Arbeitgeber verpflichtet sich ganz allgemein, die von ihm ent 
lassenen Arbeiter und Streikenden wieder einzustellen, ebenso wie die 
Arbeiter sich ihrerseits verpflichten, die Arbeit wieder aufzunehmen. 
4. Die Arbeitsaufnahme seitens der sämmtlichen Arbeiter findet am 
11. Januar 1901 statl. Derjenige Kutscher, Handwerker und Arbeiter, 
welcher bis zum 14. Januar 1901 frühmorgens die Arbeit nicht 
angetreten hat, hat sein Recht auf Wiedereinstellung verwirkt. Wie 
es mit der Wiedereinstellung der Arbeiter in der Filiale Köpenicker- 
straße zu halten ist, ergiebl sich aus Nr. 1. 
5. Parteien verpflichten sich, vor dem 15. März 1901 durch beiderseitige 
Verhandlungen die Löhne der Kutscher und Arbeiter für eine bestiminte 
Zeitperiode zu vereinbaren. Jedenfalls soll der neue, vom 15. März 
1901 ab geltende Arbcitsvertrag vor dem 15. März 1901 vor dem 
Gewerbegericht festgelegt werden Alle Differenzen, welche ans diesem 
Vertrage bei den Verhandlungen über den Abschluß desselben oder 
sonstwie zwischen den Arbeitgebern und Arbeitern entstehen sollten, sind 
zur Vermeidung von Streiks und Aussperrungen der Entscheidung 
des Einigungsamtes des Gewerbegerichts zu unterbreiten. 
Das Gewerbegerichl ist innerhalb einer Frist von 3 Tagen nach 
Ausbruch eines nicht beizulegenden Streiks anzurufen. 
6. Maßregelungen finden nicht statt. 
7. Der Vertreter des Arbeitgebers nimmt diesen Vergleich vorbehaltlos 
an, während die Arbeitnehmer den Vergleich vorbehaltlich der Ge 
nehmigung der heute tagenden Versammlung der Streikenden annehmen. 
Ergänzende Bemerkungen: 
Die in Punkt 7 obigen Vergleichs vorgesehene Annahme ist erfolgt. 
Arbeitgeber: 
1. Hutmachcrmeister 
L u ch t. 
2. Lederhändler 
Mayer. 
Arbeitnehmer: 
1. Former Körsten. 
2. Tischler Koblenzer. 
Vergleich. 
1. Der Arbeitgeber wird in Zukunft dem Sattlermcister Rumpf, welchem 
er vor dem Abschluß des Vergleichs vom 27. September 1900 dauernde 
Beschäftigung versprochen hat, pro Woche nur so viel Arbeit zuer- 
theilen, als 4 Sattler in einer Werkstatt wöchentlich erledigen können. 
2. Die Aptirung der Patronentaschen, welche Arbeitgeber Juli v. Js. 
übernommen hat, und welche etwa bis 1. Juli d. Js. dauern wird, 
ist den Saktlergehilfen nach dem durch Vergleich voni 27. September 
v. Js. festgesetzten Tarif zu bezahlen. 
3. Die Arbeitgeber sowohl wie die Arbeitnehmer nehmen diesen Vergleich 
vorbehaltlos an. 
Sobald die Aptirung der fraglichen Patronentaschen beendet ist, 
also spätestens vom 1. Juli d. Js. ab, gelten die Bestimmungen des 
ß 4 des Vergleichs vom 27. September v. Js. 
Arbeitgeber: 
1. Ingenieur Bern 
hard. 
2. Fabrikant Maas. 
Arbeitnehmer: 
1. Tischler Koblenzer. 
2. Buchdrucker Mas- 
sini. 
Vergleich, 
dessen Wortlaut am 31. Januar, wie folgt, von den Parteivertretern, dem 
Vorsitzenden und dem Protokollführer festgestellt worden ist. 
Bezüglich der in dem sog. Kontrollbuche unter I—IV verzeichneten 
Arbeitsbedingungen wird Folgendes vereinbart: 
1. Der Inhalt von I behält Giltigkeit. 
Hiernach kann das Arbeitsverhältniß von beiden seilen ohne 
Junehaltrmg der gesetzlichen Kündigungsfrist gelöst werden. Die be 
gonnene Akkordarbeit ist stets fertig zu stellen. 
2. Die Aufhebung des Arbeitsvcrhälmisses hat bei Lohnarbeit nur jeden 
Abend mit Arbeitsschluß zu erfolgen. 
3. Es sind jedoch Arbeitgeber wie Arbeitnehmer jeder für sich zu jeder 
zeitiger Auflösung des Arbcitsverhältnisses befugt — auch bei be 
gonncner Akkordarbeit —, wenn ihnen gesetzliche Auflösungsgründc 
zur Seite stehen. Der Arbeitgeber soll 'ferner zu jederzcitiger Ent-
	        
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