Path:
Volume No. 31. Bericht über das Gewerbegericht zu Berlin

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1900 (Public Domain)

14 
Nr. 81. Gewerbegericht. 
Anzahl und Bezeichnung 
Tag 
Beendigt 
durch 
SS 
Bezeichnung 
Ge- 
£ -3" 
-o 
c 
& 
des 
Gewerbes 
Streikenden 
(Arbeitnehmer) 
Arbeitgeber 
Grund des Streiks 
w| 
JO 
SS 5 
£ -- 
"S a» 
JO 
der 
Beendigung 
sammt- 
dauer 
s. ^ 
N — 
.s2 
cIT 
SS.«. 
CS7 X.C'- 
>o 'ö CO 
Ö Ict 
w coo 
6 
Militär- 
effekten- 
fabrikation. 
Anfangs 4M, 
später 310 
Militäreffekten- 
sattler. 
14 Fabrikanten. 
Schon seit Milte Mai standen ungefähr 4M 
in der Militäreffektenfabrikation beschäftigte Ar 
beiter in einer Lohnbewegung. Sie forderten: 
1. Einführung neunstündiger Arbeitszeit, 
2. Abichaffung der Hausindustrie, 
3. einen Miitdeststundenlohn von 0,45 JC und 
für Ueberstunden 25 pCt. Aufschlag, 
4. als Akkordpreis für bestimmte Arbeiten die 
einen, besonderen Einheitstarife zu Grunde 
gelegten Sätze. 
Die unter Nr. 3 und 4 gestellten Forderungen 
verstehen sich unter Ausschluß der Maschinen 
näherei. 
Die Arbeitgeber hatten ihrerseits ebenfalls 
einen Tarif der Akkordarbeitslöhne aufgestellt, der 
vom 9. Juli ab giltig war, die Wünsche der 
Arbeitnehmer aber nicht berücksichtigte. Diese 
wandten sich daher noch vor Ausbruch des 
Streiks an das Gewerbegericht zur Entscheidung 
der Rechlmäßigkeit ihrer Forderungen. Von den 
Arbeitgebern wurde nach erfolgter Anfrage seitens 
des Gewerberichts dessen Vermittelung abgelehnt. 
In Folge dessen traten die Arbeiter in den Aus- 
stand. 
Erst nach einmonatiger Dauer des Streiks 
(am 13. 9.) erklärten sich — dank den Be 
mühungen von Beisitzern des Gewerbegerichts — 
auch die Fabrikanten bereit, vor dem Einigungs 
amte zu erscheinen. 
Langwierige Verhandlungen an drei Sitzungs- 
tagen und ein besonderer Beweistermin führten 
endlich zum Ziele. 
13. 8. 
13. 9. 
27. 9. 
27. 9. 
Nahezu 
7 Wochen 
ja 
7 
Textil 
industrie. 
5M Zwischen 
meister der 
Weberbranche 
und 250 Weber 
gesellen. 
37 Fabrikanten, 
die in Berlin 
Hausweber be 
schäftigen. 
Die in der Hausindustrie beschäftigten Berliner 
Handweber sahen sich in Folge ihrer verzweifelten 
Lage, in die sie durch die fortwährend steigenden 
Lebensbedürfnisse gerathen waren, veranlaßt, am 
21. Mai in eine Lohnbewegung zu treten. Im 
Juni wurden sic bei den Fabrikanten mit den 
Forderungen vorstellig, die Arbeitslöhne zu er 
höhen, namentlich aber die Bezahlung der Neben 
arbeiten allseitig einzuführen. Die zweite For 
derung ließ sich nach ihrer Angabe deshalb uni 
so leichter durchsetzen, weil schon mehrere Firmen 
seit langer Zeit die Nebenarbeiten vergüteten. 
Das geringe Entgegenkommen, das die Haus 
weber bei den Fabrikanten fanden, hatte zur 
Folge, daß jene einen Miuimallohntarif auf 
stellten, der mit dem 1. Oktober in Kraft treten 
sollte. Um diesem Vorgehen den Erfolg zu 
sichern, suchten sie die Vermittelung des Gewerbe 
gerichts nach. 
21. 5. 
3. 9. 
bezw. 
2. 10. 
17.10. 
17.10. 
5 Monate 
_ 
ja
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.