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Volume No. 31. Bericht über das Gewerbegericht zu Berlin

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1900 (Public Domain)

Nr. 31. Gewerbegericht. 
13 
Unter 
werfung 
Ablehnung der 
Unterwerfung unter 
Schiedssprüche (K 68) 
seitens 
Zahl der erfolglosen 
Einigungsversuche 
ohne Schiedsspruch 
(tz 69) 
Namen und Beruf 
der Beisiyer 
Wortlaut des Vergleichs 
oder 
Schiedsspruchs 
unter den 
Schieds 
spruch 
(8 68) 
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im Falle des 
Nichtzustande 
kommens des 
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Arbeitgeber: 
1. Ingenieur Bern 
hard. 
2. Fabrikant Börner. 
Arbeitnehmer: 
1. Maurer Hersorth. 
2. Former Körnen. 
IV. die Arbeitszeit wird festgesetzt: 
a) für den Sommer: von 7 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends. 
Pausen sind zu gewähren für die Zeit von 8 l / 2 bis 9 Uhr 
Morgens, von 12 bis 1 Uhr Mittags, von 4>/ 2 bis 5 Uhr Nach 
mittags: 
b) für den Winter: von 8 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends, 
Pausen sind zu gewähren für die Zeit von 9 bis 9 1 / 2 Uhr 
Morgens, von 12 bis 1 Uhr Mittags, von 4 1 /* bis 5 Uhr Nach 
mittags. 
V. Sollten von einigen Arbeitgebern höhere Löhne gezahlt werden, wie 
hier vereinbart, so dürfen Herabsetzungen nicht vorgenommen werden. 
VI. Zur Regelung etwaiger zukünftiger Differenzen und zur Vermeidung 
von Streiks und Aussperrungen soll innerhalb 4 Wochen eine 
Kommission gebildet werden. Sie har sich zusammenzusetzen aus 
5 Arbeitgebern oder Arbeitgeberinnen und 5 Arbeitnehmern oder 
Arbeitnehmerinnen. 
Den Vorsitz soll ein Unparteiischer, ein Richter des hiesigen Ge- 
werbegcrichts führen. 
VII. Maßregelungen dürfen aus dieser Lohnbewegung von keiner Seite 
vorgenommen werden. 
Vergleich. 
1. Der Stundenlohn beträgt bei neunstündiger Arbeitszeit für die Ar 
beitnehmer, die als Fliesenleger thätig sind, durchschnittlich 
a) im ersten Jahre 0,?o Ji für die Stunde, 
b) • zweiten Jahre 0,72’/ 2 M für die Stunde, 
e) vom dritten Jahre ab 0,7° M. 
Vom 1. April erhallen diejenigen Arbeitnehmer, welche nach 
weislich länger als sechs Jahre als Fliesenleger thätig sind, einen 
Stundenlohn von 77 1 j 2 
2. Die Arbeitszeit beginnt um 7 Uhr Morgens und dauert bis 6 Uhr 
Nachmittags; Pausen sind: 
a) von 9 bis 9V 2 Uhr Vormittags, 
b) - 12 bis 1 Uhr Mittags, 
c) - 4 bis 4V 2 Uhr Nachmittags. 
3. An den Sonnabenden wird eine Stunde früher als gewöhnlich, an 
dem Tage vor den hohen Festtagen (Weihnachten, Ostern und 
Pfingsten) drei Stunden früher wie unter 2 festgesetzt ist, Feier 
abend gemacht, jedoch ohne Lohnabzug. 
4. Für Arbeiten innerhalb des Kreises der auf dem Büreau der Arbeit 
geber aushängenden Karte werden Fahrgelder nicht vergütet. 
Außerhalb dieses Kreises werden gewährt und zwar: 
für den Weg zur Baustelle innerhalb der Ringbahn die aus- 
gelegten Fahrgelder; bei Arbeiten, die aus einer außerhalb 
der Ringbahn' liegenden Baustelle ausgeführt werden, auch 
neben den zn gewährenden Fahrgeldern die mehr erforderliche 
Zeit. 
5. Bei Arbeiten, die außerhalb des Vorortsverkehrs auszuführen sind, 
wird außer den Entschädigungen unter 4 gezahlt ein Beitrag von 
2,7s Jt für den Tag; falls Kost und Logis gewährt wird, ver 
ringert sich der Zuschlag von 2,75 M auf 0,öo M für den Tag. 
6. Ueberstunden, Nacht- und Sonntagsarbeit sind nach Möglichkeit zu 
vermeiden. Wenn Ueberstunden gemacht werden müssen, so ist für 
dieselben bis 9 Uhr Abends ein Zuschlag von 25 pCt. zu zahlen. 
Nachtarbeiten von 9 Uhr Abends bis 7 Uhr Morgens, sowie Sonn 
tagsarbeiten sind mit IM pEt. Zuschlag zu entgelten. Zur Arbeit 
werden seitens der Arbeitgeber Schnur, Schwanim und Pinsel ge 
liefert. 
7. Zur Schlichtung der aus dem Arbeitsverhältniß etwa entstehenden 
Streitigkeiten, zur Vermeidung von Streiks und Aussperrungen wird 
eine Kvmmision von 4 Arbeitgebern und 4 Arbeitnehmern unter dem 
Vorsitz eines Gewerberichters gebildet. 
Gegen die Entscheidungen dieser Kommission sieht der unter- 
liegenden Partei die Berufung an das Einigungsamt des Gewerbe- 
gerichts zn. Diese Berufung ist innerhalb drei Tagen nach Per- 
öffentlichung der Entscheidung anzubringen. 
Ter Kommission soll es insbesondere obliegen, vor Ablauf der 
Dauer dieses Vergleichs über die neuen Arbeitsverlragsbcdinguitgen 
zu berathen und zu beschließen. 
Auch gegen den Beschluß über den neuen Arbeitsvertrag steht den 
Parteien die Berufung an das Einigungsamt des Gewerbegerichts zu. 
8. Arbeitsordnungen dürfen Bestimmungen, die dieieni Vergleiche ent 
gegenstehen, nicht enthalten.
	        
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