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Volume No. 31. Bericht über das Gewerbegericht zu Berlin

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1900 (Public Domain)

Nr. 31. Gewerbegericht. 
b) Streiks, bei denen das Gewerbegericht nur von einer Seite als Einigungsamt angerufen worden ist. 
s: 
JO 
Bezeichnung 
des 
Gewerbes 
Anzahl und Bezeichnung 
der Streikenden 
bezw. der 
Arbeitnehmer 
der 
Arbeitgeber 
Grund des Streiks 
Angerufen 
von 
ArbeU- 
gebern? 
Arbeit 
nehmern? 
Dauer 
Beendigt: 
Verkehrs 
gewerbe. 
2 400 Schaffner 
und 2 350 
Magenführer, 
fund Kutscher. 
1. Große Ber 
liner Straßen 
bahn. 
2. Westliche Ber- 
liner Vorort- 
bahn. 
3. Südliche Ber 
liner Vorort 
bahn. 
Die Nichtbewilligung verschiedener 
Forderungen, von denen hier nur die 
wichtigsten verzeichnet werden mögen: 
1. Festsetzung des Gehaltes wie folgt: 
a) für Führer, Schaffner und 
Kutscher, einschließlich des Re 
servepersonals, im Anfang IM Jt 
monatlich, steigend von Jahr zu 
Jahr um 10 Jt bis zum Höchst 
gehalt von 150 Jt monatlich, 
b) für Weichensteller, Streckenwärter, 
Wagenwäscher und Stallleute 
3,so Jt täglich, steigend von Jahr 
zu Jahr um 0,25 Jt täglich bis 
bis zumHöchstbetrage von 4,5«^; 
2. Regelung des Dienstes: 
a) die tägliche Dienstzeit beträgt 
9 Stunden, einschließlich einer 
1 / i stündigen und einer V 2 ständigen 
Pause, 
b) die Haltezeit an den Endstationen 
beträgt 12 Minuten, 
v) unbedingt nothwendige Ueber- 
stunden — in Folge von Betriebs 
störungen .'c. — sind mit 0,eo Jt 
zu bezahlen, 
d) Jnstruktionsstunden sind wie 
Ueberstnnden zu bezahlen: 
3. freie Tage: 
a) jedem Angestellten ist ein freier 
Tag in der Woche zu gewähren. 
Jeder vierte freie Tag muß auf 
einen Sonntag fallen, 
b) jeden. Angestellten, der mindestens 
Ya Jahr bei der Gesellschaft ist, 
wird ein Erholungsurlaub von 
10 Tagen im Jahre gewährt, 
v) Angestellten, die zu inilitärischen 
Uebungen eingezogen werden, ist 
das Gehalt weiter zu zahlen 
unter Abzug des Betrages, der 
den zu Uebungen Eingezogenen 
vom Staate gewährt wird; 
4. die feste Anstellung erfolgt nach 
dreimonatiger Probezeit; 
5. Versetzungen nach anderen Bahn 
höfen werden den verheiratheten An 
gestellten mindestens 3 Monate, den 
unverheirathetenmindestens4Wochen 
vorher bekannt gegeben; 
6. Strafen: Geldstrafen dürfen nicht 
verhängt werben. Falsch durch- 
lochle Fahrscheine werden von den 
Kontrolleuren oder den Hofverwal 
tern kassirt; 
7. für jeden Bahnhof ist von den 
Angestellten eine Kommission zu 
wählen, die olle dienstlichen Streitig- 
feiten zwischen Angestellten und deren 
Vorgesetzten zu prüfen und auf 
Grund berechtigter Beschwerden bei 
der Direktion die Abhilfe der Uebel 
stände zu bewirken hat; 
8. die Pensionskasse tritt spätestens 
am 1. Juli 19M in Kraft; 
9. Maßregelungen wegen dieser 
Lohnbewegung dürfen nicht statt 
finden. 
den Arbeit 
nehmern. 
19. 5. bis 
91 ^ 
(3 Tage). 
Durch Vergleich in Folge 
Vermittelung des Ober 
bürgermeisters. Die wich 
tigsten Zugeftändniffe find 
folgende: 
Die Gehälter zu 1 der 
Forderungen find in nach 
stehender Weise festgesetzt: 
Anfangsgehalt für Neuein 
gestellte 85 Jt, nach 6 Mo 
naten 90 Jt, nach 2 Jahren 
95 Jt, nach 5 Jahren 100^, 
nach 8 Jahren 105 Jt, nach 
10 Jahren 110 Jt, nach 
12 Jahren 113 Jt, nach 15 
Jahren 115 Jt, nach 17 
Jahren 118 Jt, nach 20 
Jahren 120 Jt. 
Zu 2: Den Fahrern ist 
eine Dienstzeit von 9 Stun 
den, den Schaffnern eine solche 
von 11 Stunden einschließ 
lich der Vorbereitnngs- 
arbeiten und der Haltezeit 
zugestanden. Ueberstunden 
werden mit 0,5v Jt. bezahlt. 
Jnstruktionsstunden gelten 
als Ueberstunden. 
Zu 3: Jeder siebente freie 
Tag soll nach Möglichkeit 
ein Sonntag sein. Jeder 
Angestellte erhält alljährlich 
einen Erholungsurlaub. Zu 
c ist bewilligt. 
Zu 4: Soll erst nach 6 
Monaten erfolgen. 
Zu 5: Bewilligt. 
Zu 6: Geldstrafen sollen 
nur bei groben Fahrlässig 
keiten verhängt werden. Falsch 
durchlochte Fahrscheine wer 
den von den Kontrolleuren 
oder Hofverwaltern kassirt. 
Zu 7: Die Kommissioneil 
treten vierteljährlich zu 
sammen, um der Direktion 
die Wünsche des Personals 
zu unterbreiten. 
Zu 8 und 9: Bewilligt.
	        
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