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Volume No. 16. Bericht der Armen-Direktion, Abtheilung für die Waisenverwaltung

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1900 (Public Domain)

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Nr. 16. Waisenverwaltung. 
Franke'schen Waisen verpflegt wurden, so kostet die Bekleidung eines 
Kindes 46,3-.' -M. 
10. Bauliche Unterhaltung. 
Die Kosten betrugen 2004,56 Jt. 
11. Hausbedürfnifsc. 
Es sind verausgabt: 
für Brennmaterial 4 930,on Jt, 
- Erleuchtung 3 715,os - 
- Haus- und Küchengeräthe 3 652,64 - 
Reinigung der Schornsteine und Lufthciz- 
apparate 60,oo - 
- den Wasserbedarf 1085,35 - 
zusammen 18 443,84 Jt. 
12. Unterhaltungskosten 
Die Gesammtkosten für die Verwaltung des Waisenhauses Berlin 
ausschließlich der BüreauS der Abtheilung für die Waisenverwaltung 
haben ohne Berücksichtigung der von der Stadthauptkasse gezahlten 
personellen Kosten 72 437,i? Jt betragen, gegen 62 888,eo Jt im 
Vorfahre. 
13. Vcrpflegungskosten. 
Aus Grund des Beschlusses der Gemeindebehörden voni 
4. Februar 1897 sind die jährlichen Verpfleguugskosten für ein im 
Waisenhauie Berlin verpflegtes Kind auf 385,20'^ festgesetzt. 
B. Das Franke sche Waisenhaus für Ncvierarme. 
An deni mit dem Waifeuhaufe Berlin verbundenen Franke'schen 
Waisenhause für Revierarnie sind nach den testamentarischen Bestim 
mungen des Stifters, Kaufmann August Friedrich Franke in 
Berlin, mindestens 12 Kinder evangelischen Bekenntnisses aus dem 
28. Polizeirevier, bei denen die Voraussetzungen der Wohlthätigkeits 
armenpflege vorbanden sind, dauernd zu verpflegen und zu erziehen. 
Die Kinder besuchen die der Anstalt zunächst gelegene Gemeindeschule. 
Verpflegt und gekleidet werden sie wie die Kinder des Waisenhauses 
Berlin; in der Schule tragen sie jedoch, um nicht als Waisenkinder 
gekennzeichnet zu sein, die Kleidung, die die Kostkinder erhalten. 
Am 1. April 1 MO befanden sich in der. Anstalt 2 Knaben und 
1 Mädchen, 1 Mädchen wurde neu aufgenommen. Am 1. April 1901 
waren 2 Knaben und 2 Mädchen im Waisenhause. 
2 Knaben und 1 Mädchen wurden behufs Kräftigung ihrer Ge 
sundheit zu einem mehrwöchentlichen Sommeraufenthalt in die See 
bäder Mariendorf auf Rügen und Sundische Wiesen gesandt. Der 
Kurerfolg war recht günstig. 
Für die unbesetzten Stellen den Bedingungen entsprechende 
Aspiranten zu finden, ist bisher nicht gelungen, obgleich die Armen 
kommissionen, die Gemeindewaisenräthe und die Gemeindekirchenräthe 
der St. Jacobi-, Luisenstadt- und St. Petrikirche, innerhalb deren 
Parvchien das 28. Polizeirevier gelegen ist, ersucht worden sind, Vor 
schläge für die Besetzung der Stellen zu machen. 
C. Die Kostpflcge. 
Die lägliclie Durchschnittszahl der Kinder betrug ini Fahre 1900 
2 237 Knaben, 2 133 Mädchen — 4 370 Kinder. 
I. Berliner Kostpsiege. 
1. Frequenz. 
Bestand am 1. April 1900 745Knabeu, 763 Mädchen — 1 508 Kinder, 
Zugang . . . . 380 430 = 810 
zusammen 1 125 Knaben, 1193 Mädchen — 2 318 Kinder. 
Abgang . . . . 351 392 - — 743 
Bkilandam l.April1901 774 Knaben, 801 Mädchen — 1 575 Kinder. 
2. Säuglinge. 
Bestand am 1. April 1900 12 Knaben, 13 Mädchen — 25 Kinder. 
Zugang: 
1. vom Waiienhause 
Berlin 25 36 - — 61 
2. durch Neuaufnahme 3 3 - — 6 
zusammen 
40 Knaben. 52 Mädchen — 92 Kinder. 
Abgang: 
1. rns Waisenhaus Berlin 
18 - 15 
33 
2. durch den Tod . . . 
6 - 8 
= 14 
3. mit vollendetem 1. Le- 
bensjahre 
4 - 11 
- — 15 
4. in Krankenanstalten . 
1 2 
= 3 - 
5. zu den Angehörigen . 
- - 2 
- — 2 
zusammen 29 Knaben, 38 Mädchen = 67 Kinder. 
Bestand am 1. April 1901 11 - 14 — 25 - 
3. Lebensalter der Kinder. 
Von den am 1. April 1901 in hiesiger Kostpficge verbliebenen 
1 575 Kindern waren: 
im 
1. Lebensjahre 
11 Knaben, 
14 Mädchen 
— 25 Kinder, 
- 
2. 
28 
24 
— 52 
- 
3.-6. 
132 
168 - 
= 290 - 
- 
7.-14. 
498 
627 
= 1 125 - 
über 
14 Jahre all . . 
4 
79 
= 83 - 
zusammen 673 Knaben. 902 Mädchen — 1 575 Kiitder. 
4. Stand der Pstegeeltern. 
Von den 2 318 Kindern waren untergebracht: 
1. 
bei Handwerkern . . . 
922 
7. bei Eigenthümern . . 
37 
2. 
- Arbeitern .... 
644 
8. - Unverehelichten . . 
26 
3. 
- Wittwen .... 
218 
9. Rentnern.... 
14 
4. 
Kauf- und Handels 
10. - Fabrikanten . . . 
14 
leuten 
141 
11. - Fuhrhcrren . . . 
10 
5. 
- Beamten .... 
121 
12. - Lehrern .... 
5 
6. 
Hausdienern . . . 
56 
13. in besonderen Anstalten 
110 
2 318 
Von den am 1. April 1901 in Pflege verbliebenen 1 575 Kindern 
waren 110 in besonderen Anstalten. 
Von den übrigen 1 465 Kindern befandeu sich in 1 408 Familien 
je 1 Kind, in 27 Familien je 2 Kinder, in 1 Familie 3 Kinder. 
5. Beaufsichtigung der Kinder. 
Die Kinder und deren Pfleger wurden von dem bestellten Gemciudc- 
waisenrath beaufsichtigt. Ende März 1901 bestanden 261 Kommissionen 
mit 1 868 Mitgliedern und 615 Pflegerinnen, die nicht nur die Auf 
sicht über die Pflege und Erziehung der Kinder geführt, sondern auch 
für 1 246 Familien, die zur Uebernahme von Waisenkindern bereit 
waren, die vorschriftsmäßigen Fragebogen aufgenommen haben. Von 
diesen sind 763 berücksichtigt und 483, deren Verhältnisse den An 
forderungen nicht entsprechen, abgewiesen worden. 
Von den Gemeindewaisenräthen wurden 2 659 Kostpflegeberichte 
erstattet. 
6. Gesundheitspflege. 
Die ärztliche Behandlung geschah wie früher durch die Bczirks- 
armenärzte, die angewiesen sind, den Requisitionen der Gemeinde 
waisenräthe ihrer Mcdizinalbezirke ivegen freier ärztlicher Behandlung 
der in! Bezirk untergebrachten Kinder nachzukommen. Bei schweren 
und langwierigen Krankheiten siud die Armenärzte berechtigt, die 
Kinder durch die Vermittelung des Waisenraths einem Krankenhause 
zu überweisen. 
Zur Kräftigung ihrer Gesundheit wurden im Sommer^1900 für 
Rechnung der Wohlthätigkeitsfonds 26 Kinder in See- oder Soolbäder 
gesandt. 
Die städtischen Flußbadcanstalten sind im Sommer von den 
über 10 Jahre alten Kinderm fleißig benutzt worden. 
Verstorben sind einschließlich 14 Säuglinge 15 Kinder, niithin 
von allen 2 318 in Kostpflege untergebrachten Kindern 0,85 v. H. 
7. Lehr- und Dienstunterbringung. 
Nach erfolgter Einsegnung schieden aus 70 Knaben 66 Mädchen, 
zusammen 136 Kinder Die Knaben sind zu geeigneten Lehrmeistern 
und die Mädchen in passende Stellungen gekommen. 
8. Fürsorge für entlassene Waisenmädchen. 
1. In dem Asyl des Waisenhauses Berlin, das den entlassenen 
Mädchen bei eintretender Dicnstlosigkeit eine Zufluchtsstätte gewährt, 
haben 21 Mädchen Aufnahme gefunden. 
2. Die Sonntagabendversaminlungen, die die entlassenen 
Mädchen zu sittlich hebender Gemeinschaft und erheiternder Ge- 
selligkeit vereinigen und ihnen zugleich Gelegenheit bieten sollen, mit 
dem Waisenhause in Verbindung zu bleiben, wurden regelmäßig alle 
14 Tage von 6 bis 9 Uhr' abgehalten. In jeder von den 25 Ver 
sammlungen waren durchschnittlich 58 Mädchen anwesend. 
Das Weihnachtsfest wurde auf die gewohnte festliche Weise am 
16. Dezember 1900 mit 98 Mädchen gefeiert. 
Die Bibliothek benutzten 40 Mädchen. 
9. Prämien. 
Aus der Stiftung vom 17. November 1822 sind 5 Knaben und 
5 Mädchen und aus der Massutcstiftung 3 Mädchen prämiirt worden. 
Aus der Rentier Schultze'schen Stiftung haben durch das Loos 24 Knaben 
und 12 Mädchen die Anwartschaft auf eine Unterstützung erhalten. 
Die Prämien oder Unterstützungen im Betrage von je 150^ 
nebst anzusammelnden Zinsen werden bei sorteesetzt guter Führung 
den Knaben bei ihrer Etablirung und den Mädchen bei ihrer Ver- 
heirathnng oder nach zurückgelegtem 30. Lebensjahr ausgezahlt.
	        
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