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Volume No. 40. Bericht der Deputation für die städtischen Kanalisationswerke und Rieselfelder

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1899 (Public Domain)

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Nr. 40. Kanalisationswerke und Rieselfelder. 
57 
8 
Abtheilung des Etats 
Jt 
Davon entfallen auf 
die Kanali 
sationswerke 
Jt \ 
die Rieselfelder 
Jt ; ^ 
emerkungen 
Im Verwaltungs-Bericht für 1895/96 (Druck 
sache 42 und 43) sind die Gründe auseinander 
gesetzt, die es gerechtfertigt erscheinen lassen, die 
Aptirung und Drainirung der Rieselfelder als 
unmittelbare Fortsetzung der Kanalisationswerkc 
anzusehen und deshalb die Kanalisationsgebühr 
nicht lediglich den Kanalisationswerken zuzurechnen, 
sondern einen Theil und zwar einen Betrag, der 
den für die Aptirungs- und Drainirungskosten 
jährlich aufzuwendenden Anleihezinsen und Amorti 
sationsraten gleichkommt, den Rieselfeldern zuzu 
weisen. 
Die Anlagekosten der Rieselfelder, soweit sie aus 
Anleihemitteln gedeckt sind, betragen einschließlich 
der für die Aptirungs- und Drainirungskosten 
während der Bauzeit aufgewendeten Zinsen (Bau 
zinsen — vergl. Theil HI und V im dritten Ab 
schnitt des Verwaltungs-Berichts) 44 561 110,92 -Jt, 
und zwar an Kaufgeldern, für 
Wirthschaftsbauten x und 
Kursverlust 26 883 968,4? - 
und an Aptirungs- und Drai 
nirungskosten (einschl. der 
Bauzinsen) 17 677 142,46 - 
Für die Verzinsung und Amortisation der 
gesammten Anlagckosten sind im Rechnungsjahre 
1899 laut vorstehender Berechnung 2 026 020,39 Jt 
aufgewendet. Hiervon würde auf die Aptirungs- 
und Drainirungskosten nebst Bauzinsen etwa der 
Antheil von 803 935,32 Jt entfallen. 
Ueberweist man nun von der Kanalisations 
gebühr von 5060367,72 Jt den antheiligen Be 
trag den Rieselfeldern, so stellt sich der Antheil 
für die Kanalisationswerke auf 4 256 432,40 Jt, 
und das Gesammtresultat wie folgt: 
Die Einnahme 
Die Ausgabe 
Der Zuschuß baar 
Hierzu der Minderwerth der Bestände, wie vor 
angegeben _. . 
Also Zuschuß überhaupt 
8 103 410 
9 447 811 
1344 400 
52 505 
4 600 589 | 36 
4 889 872 i 99 
3 502 821 
4 557 938 
61 
78 
SO 
289 283 
1 396 905 80 
289 283 
63 
1 055 117 
52 505 
17 
68 
1 107 622 17 
Wenn die Ausgaben für die Ainortisation, die ja eine reine 
Finanzmaßregel ist und nicht zu den unmittelbaren Kosten des Unter 
nehmens gehört, außer Betracht bleiben, so verwandelt sich der Zuschuß 
für die Gesammtverwaltung in einen Ueberschuß von 711388 Jt, 
speziell für die Kanalisationswerke ergiebt sich alsdann ein Ueberschuß 
von 1000 536,si Jt, für die Rieselfelder ein Zuschuß von 289148,si Jt. 
Der Zuschuß von 1 396 509,so Jt, der im Verwaltungsjahr 1899 
aus dem Stadthaushalts-Eiat geleistet worden ist, stellt sich dar als 
ein im öffentlichen Interesse aufgewendetes Aequivalent für die Ent 
wässerung des ^gesammten Straßengebietes der Stadt Berlin mit den 
städtischen und privaten Bedürfniß-Anstalten und für die Vortheile, 
welche durch die Kanalisation für andere Zweige der Stadtverwaltung, 
insbesondere die Straßenreinigung, entstanden sind, und ferner als 
ein Beitrag zu den Kosten für die Unterbringung und landwirthschaft- 
liche Verwerthung dieser Abwässer. 
Wäre dieser Betrag nicht durch einen Zuschuß aus den Mitteln 
des Stadlhaushalts gedeckt, an dessen Stelle vielmehr die hauptsächliche 
und eigentliche Einnahmequelle der Kanalisations-Verwaltung — die 
Kanalisationsgebühr — in höherem Maße in Anspruch genommen 
worden, so hätten von den abgabepflichtigen Grundstücken Berlins 
(deren Zahl sich für das Verwalnmgsjahr 1899, da 23 911 Grund 
stücke für das volle Jahr und 83 für einen Theil desselben veranlagt 
83 
worden sind, auf 23 911 + 2 = 23 953 angeben läßt) statt l l / 2 pCt. 
des Nutzertrages 1,88 pCt. als Kanalisationsgebühr erhoben werden 
müssen.
	        
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