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Volume No. 3. Bericht der Steuer-Deputation

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1899 (Public Domain)

16 Nr. 8. Steuer-Lerivaltung. 
Die Zunahme der Grundsteuerposten ist der Vermehrung der 
grundstcnerpflichtig gewordenen Gebäude, die Zunahme der Gewerbe- 
»nd Betricbssteuerposten aber der allgemeinen Besserung der Erwerbs- 
»nd Geschäftsverhälinisse zuzuschreiben, die die Begründung zahlreicher 
neuer steuerpflichtiger Gewerbe und Betriebe zur Folge gehabt hat. 
Auch die Neuanschaffung vieler Hunde muß auf die bessere wirth- 
schaftliche Lage der bethciligten Steuerpflichtigen zurückgeführt werden, 
während die Zunahme der Einkommen- und Ergänzungssteucrposten 
theils durch den fortgesetzt starken Zuzug von Steuerpflichtigen, theils 
aber dadurch herbeigeführt ist, daß in Folge natürlichen Zuwachses 
und gründlicherer Prüfung der Einkommenverhältnisse durch die Ein 
schätzungs-Kommissionen eine gegen das Vorjahr wesentlich größere 
Zahl zuvor steuerfreier Personen zu dem ihrem Einkommen ent 
sprechenden Steuersätze veranlagt wurde. y%‘\ 
Die Zahl der veranlagten Personen hat in den letzten Jahren so 
stark zugenommen, daß wiederholt das Beamtenpersonal vermehrt 
werden mußte. 
Ein großer Theil der Zunahme entfällt aui die zum Steuersätze 
von 4 M veranlagten Personen mit einem Einkommen von 660—900 M 
einschließlich. Zu diesem Steuersatz sind veranlagt worden: 
für das Etatsjahr 1895/W 168 814 Personen, 
1896/97 174 838 
1897/98 184 753 
1898/99 193 570 
1899 199 420 
Die Gesammtzahl aller im jetzigen Berichisjahre zur Einziehung 
gestellten Steuerposten, einschließlich der Restposten aus Vor 
jahren, beträgt ausweislich Spalte 10 der Nachweisung 
2 794073 Posten, 
gegen 2 715 202 
im Vorjahre, 
mithin mehr 78 871 Posten, 
Davon wurden: 
a) durch die Steuererheber eingezogen , . 2 069 282 Posten, 
oder 74,oe v, H. gegen 2 068 658 Posten 
oder 76,is v. H. im Vorjahre (siehe 
Spalte 11 der Nachweisung), 
b) direkt zur Kaffe gezahlt 302474 ,- 
oder 10,82 v, H. gegen 290599 Posten 
oder 10,70 v, H. im Vorjahre (siehe 
Spalte 12 der Nachweisung), 
e) niedergeschlagen 379 075 
oder 13,68 v, H, gegen 317 256 Posten 
oder 11,89 v, H. im Vorjahre (siehe 
Spalte 13 der Nachweisung), 
«I) in die Restliste übertragen 48 242 
oder 1,54 v, H. gegen 38689 Posten oder 
1.42 v. H, im Vorjahre (siehe Spalte 14 
der Nachweisung). __ 
Sind obige 2 794 073 Posten. 
Die Erledigung der Steuerposten hat sich hiernach etwas un 
günstiger als im Vorjahre gestaltet, namentlich aber haben sich die 
Zahlungen an die Steuererheber um mehr als 2 v. H. verringert. 
Vou den direkt zur Kaffe gezahlten 302 474 Posten (siehe oben 
inner b) mußten, da die Hebelisten der Kaffe noch nicht vorlagen, als 
Vorausbezahlungen 
besonders gebucht iverden: 
a) bei der Grundsteuer und den Sublevationsbeiträgen 
858 Posten über 205 174,39 J6, 
b) bei der Gewerbesteuer . 902 - - 67 995,28 - 
c) - - Betriebssteuer . 2 30,oo - 
d) - . Einkommen- und 
Ergänzungssteiler . . . 10118 - - 2 280103,3s - 
zusammen 11 880 Posteit über 2 553 303,03 M 
gegen 11 544 - - 2 570 660,44 - 
im Vorjahre. 
Bemerkt wird ferner, daß, wie in den Vorjahren, 21 266 Steuer- 
posten, welche die ini Abschnitt 2 gedachten, erst Ende April und 
Mitte Mai 1900 der Steuerkaffe überwiesenen 360065,48 JC Ein 
kommen und Ergänzungssteuer-Zugänge betreffen, im diesjährigen 
Verwaltungs- Bericht wegen zu späten Eingangs außer Betracht 
bleiben mußten. 
Zur Erhebung und zwangsweisen Beitreibung der bei den ver 
schiedenen Stcueraricn itachgewicsenen 2 755 384 Posten 
(siehe Spalte 7 der Nachweisung), abzüglich der 
daselbst »itlcr E, J und K angegebenen 
1 637 Posten Umsatzsteuer, 
1 048 - Rentenbankrenten und 
2 589 Wandergewerbestener, 
zusammen 5 274 
— deren Einziehung der Annahmestelle für ver 
zogene Steuerzahler obliegt — . . 
noch 2 750110 Posten 
oder im Diirchschnikl vierteljährlich . . . . 687 527 
(gegen 667 643 Posten im Vorjahre), waren außer deir in der An 
nahmestelle für verzogene Steuerzahler beschäftigten 66 Steuererheben, 
in jedem Vierteljahr des Etatsjahres 1899 250 Steuererheber mit 
festen Revieren (gegen 244 im Vorjahre) erforderlich. 
Die Zahl der auf jeden dieser 250 Steuererheber viertel 
jährlich entfallenden Posten ist hiernach von 2 732 im Vorjahre auf 
2 750 im jetzigen Berichtsjahr gestiegen. 
Dies giebt keinen Maßstab ab für das den Steuererhebern 
obliegende Arbeitspensum, denn die Thätigkeit der Steuererheber wird 
auch durch die ihnen obliegenden Schreib- und Rechniingsarbeiten, 
sowie durch die ihnen von den Büreaus der I. und II. Abtheilung oft in 
großer Anzahl ertheilten Aufträge (z. B. Recherchen in Veranlagungs 
sachen, Zustellung der Veranlagungen, Auskragen und Einsammeln 
verschiedener Listen), endlich aber durch die beständige Zunahme der 
im Laufe des Elatsjahres innerhalb Berlins verzogenen 
Steuerpflichtigen und der in den Geschäftslokalen der Besteuerten 
oder in anderweit angegebenen Zahlstellen zu erhebenden Quittungen, 
die ausgesondert und durch besondere Listen weiter verfolgt werden 
müssen, in hohem Maße in Anspruch genommen. 
Zu erwähnen ist hierbei noch, daß die von jedem Steuererheber 
mit festem Revier ausgesonderten Quittungen derjenigen Steuer 
pflichtigen, die innerhalb des. Hebereviers der betreffenden Steuer- 
Annahmestelle bekannt verzogen sind, nach bewirktem Austausch durch 
die zuständigen Steuererheber der Stelle eingezogen werden inüffen, 
während die ausgesonderten Quittungen derjenigen Steuerpflichtigen, 
deren neue Wohnung außerhalb des Hebereviers der betreffenden 
Sleuer-Annahmestelle liegt, durch die bereits weiter vor gedachte» 
66 besonderen Steuererheber der Annahmestelle für verzogene Steuer- 
zahler weiter verfolgt werden. 
Von den wegen bekannten Verzugs der Steuerpflichtigen inner 
halb Berlins sowie wegen genehmigter Erhebung der Steuern in 
besonders angegebenen Zahlstellen zur Aussonderung gekommenen 
Steuerquittuugen waren zu erledigen: 
I. In den Steuer-Annahmestellen I—XIII: 
im Vierteljahr April/Juni 1899 .... 36389 Posten, 
- - Juli/September 1899 . . . 44 576 
- - Oktober/Dezember 1899 . . 61925 
Januar/März 1900 . . 60 558 
zusammen 203 448 Posten 
gegen 203 371 
im Vorjahre, 
mithin mehr 77 Posten, 
und im Durchschnitt vierteljährlich 50862 gegen 
50843 Posten ini Vorjahre. 
Von obigen 203 448 Posten 
und den am Schluffe des Vorjahres in Rest ver 
bliebenen 2 796 
zusammen 206 244 Posten 
wurden: 
a) durch die Steuererheber eingezogen . . . 120 163 Posten 
gegen 119 925 ini Vorjahre, 
b) direkt zur Kasse gezahlt 26 713 
gegen 26589 im Vorjahre, 
c) durch fruchtlose Pfändung u. A. m. erledigt 56 312 
gegen 56 293 im Vorjahre. 
d) in die Restliste übertragen 3 056 
gegen 2 796 im Vorjahre. 
Sind 206 244 Posten. 
II. In der Annahmestelle für verzogene Steuerzahler: 
im Vierteljahr April/Juni 1899 .... 70580 Posten, 
- - Juli/September 1899... 91002 
Okrober/Dezember 1899 . . 114 901 
Januar/März 1900 . . . 114 784 
Sind 391 267 Posten. 
Außer diesen lediglich für Rechnung der Steuer- 
Annahmestellen I—XIII einzuziehenden und den am 
Schluffe des Vorjahres als Rest nachgewiesenen 18 920 
find der Annahmestelle für verzogene Steuerzahler 
— wie bereits oben erwähnt — zur Einziehung 
und selbstständigen Bearbeitung zugewiesen 
worden: 
1. die Umsatzsteuer mit 1 637 
2. - Rentenbankrenten mit 1048 
3. - Wandergewerbesteuer niit. . . . 2 589 
überhaupt 415 561 Posten, 
gegen 400 523 Posten ini Vorjahre, und ini Durch 
schnitt vierteljährlich 103 865 Posten gegen 
100131 Posten im Vorjahre.
	        
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