Path:
Volume No. 31. Bericht über die städtische Bau-Verwaltung

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1899 (Public Domain)

4 
Nr. 81. 
Bau-Verwaltuug. 
28. Neubau eines Kinder-Asyls in der Kürassierstraße 
(aus Stiftungsmitteln). 
Die weiteren Arbeiten wurden derart betrieben, daß Ende August 
1899 der Dachstuhl aufgestellt war. Die Dachdeckerarbeiten und 
Klempnerarbeiten waren am 23. Oktober bis auf einzelne Theile am 
Thurm und au den Dachluken, woselbst noch Aenderungen bewirkt 
werden mußten, beendet. Im Oktober und November wurden die 
massiven Decken, die Blitzableiteranlagen und Malerarbeiten ani Thurm 
und an den Dachüberstanden ausgeführt. Der nunmehr eintretende 
Frost unterbrach die Arbeiten, jedoch war Ende Februar 1900 der 
Rest der Dachdeckerarbeiten hergestellt. Es folgte das Versetzen der 
Treppen und die Ausführung der Steinbildhauerarbeiten. 
29. Neubau der Waschküche, Kochküche rc. auf dem Grund 
stücke des Krankenhauses Moabit. 
Nach Eingang der Bauerlaubniß wurde am 15. April 1899 mit 
den Ausschachtungsarbeiten und Mitte Mai mit den Maurerarbeiten 
begonnen. Mitte November war bei der Waschküche das Dach ge- 
richtet, während bei der Kochkücke wegen des Steinnietzenstreiks der 
Dachverband erst in der ersten Hälfte des Monats Dezember auf 
gestellt werden konnte. Die Eindeckung der Dächer und die weiteren 
Arbeiten konnten in Folge des kalten Winters nur langsam betrieben 
werden, so daß die Rohbauabnahme für die Waschküche erst am 
23. März 1900 stattfand. Bei der Kochküche waren die Arbeiten bis 
zum Schluß des Berichtsjahres noch nicht so weit gediehen. 
30. Neubau eines Kesselhauses, eines Eiskellers und eines 
Stalles für Bersuchsthiere und Umbau des Leichenhauses rc. 
im Krankenhause im Friedrichshain. 
Im Anschluß an den vorjährigen Bericht ist zu bemerken, daß 
die Bauarbeiten in der Weise weiter betrieben worden sind, daß die 
polizeiliche Gebrauchsabnahme des Leichenhauses, des Kesselhauses 
mit Dampfjchornstein, des Eiskellers und des Stalles für Versuchs 
thiere am 12. September 1899 stattstnden konnte. Die Gebäude 
wurden der Anstalts Verwaltung am 2. November 1899 übergeben. 
Mit dem Umbau des Wirthschaftshauses wurde am 10. Juni 
begonnen. Die Mädchenkammern im nördlichen. Flügel sind fertig 
gestellt und bereits in Benutzung genommen. Der Anbau der neuen 
Waichküche ist nahezu vollendet, sodaß demnächst mit dem Umbau der 
alten Waschküchenräume begonnen werden kann. 
31. Neubau zweier Fachwerk-Pavillons im Krankenhause 
im Friedrichshain. 
In Folge des Stadtverordneten-Beschlusses vom 1. Juni 1899 
wurde, nachdem auch die baupolizeiliche Genehmigung am 24. Juni 
eingegangen war, mit dem Bau begonnen. Die Rohbauabnahme 
fand am 3. September 1899 und die Gebrauchsabnahme am 1. Februar 
1900 statt. In Benutzung wurden die Pavillons am 21. Februar 
genommen. 
32. Errichtung eines Gewächshauses beim Dienstgebäude 
im Humboldthain. 
Das Projekt wurde durch Beschluß der Stadtverordneten-Ver- 
sammlung ani 6. April 1899 genehmigt. Die polizeiliche Bauerlaubniß 
erfolgte unterm 8. Juni 1899. Die Arbeiten wurden so gefördert, 
daß am 21. Oktober 1899 die Rohbauabnahme und am 1. Dezember 
1899 die Gebrauchsabnahme stattstnden konnte. Am 6. Januar 1900 
wurde das Haus in Benutzung genommen. 
33. Neubau eines Materialicnschuppens auf dem Grundstück 
der Irren-Anstalt Herzberge. 
Nach Ertheilung der baupolizeilichen Genehmigung wurde der 
Bau des Schuppens am 7. August 1899 in Angriff genommen und 
Ende September fertiggestellt. Die Gebrauchsabnahme fand am 
12. Oktober 1899 statt. 
34. Erweiterungsbauten im Krankenhause am Urban. 
a) Erweiterung des Operationsgebäudes, 
b) Aufbau eines Stockwerks auf dem Diphtherie-Pavillon, 
o) Erneuerung des Anstrichs der Dachreiter, 
ä) bauliche Aenderungen in den Pavillons I bis X. 
Zur Ausführung dieser Bauten ertheilte die Stadtverordneten- 
Versammlung am 22./29. Dezember 1898 die Genehmigung. Der 
Bauschein ging Ende Juni 1899 ein, worauf am 25. Juli mit den 
Arbeiten begonnen wurde. Die Rohbauabnahme fand bei a am 
23. September, bei b am 16. September statt. Am 8. Dezember 
1899 waren sämmtliche Arbeiten fertiggestellt: die Gebrauchsabnahme 
erfolgte am 16. Januar 1900. 
35. Neubau des Märkischen Museums. 
Nach Festsetzung der neuen Baufluchtlinie am Ausgang der 
Wallstraße konnten die Ausschachtungsarbeiten am 26. Mai 1899 in 
Angriff genommen werden. Durch den Abbruch alter Fundamente 
in der Baugrube schritten die Arbeiten nur langsam vorwärts. In 
Folge ungünstiger Bodenverhältnisse mußten ausgedehnte Probe 
rammungen vorgenommen und konnte auf Grund der hierbei ge 
wonnenen Resultate mit den eigentlichen Rammarbeiten erst am 
17. November begonnen werden. Die Betonschüttarbeiten wurden am 
20. Januar, die Maurerarbeiten am 1. Februar 1900 in Angriff 
genommen. Bis zum Schluß des Berichtsjahres war rund die Hälfte 
der Fundirungsarbeiten fertiggestellt worden. 
36. Neubau des IV. städtischen Krankenhauses an der 
Seestraße. 
Die im Vorjahre begonnenen gärtnerischen Anlagen wurden 
durch Anpflanzungen von großen Bäumen nnd Sträuchern fortgesetzt, 
insbesondere konnte auch die Baumschule durch gelegentliche billige 
Erwerbungen vergrößert werden. Da die Besprengung der hohen 
Alleebäume, sowie die zahlreichen zu gleicher Zeit für die Bauten be 
anspruchten Wafferzapfstellen einen erhöhten Wasserdruck in der 
Leitung erforderten, mußte die im Vorjahre hergestellte Wasserleitung 
weiter ausgebaut werden. Der für die Mauerungen bisher er 
forderliche Sand ivurde in geringer Tiefe auf der Baustelle selbst ge 
funden. Der große Umfang der gleichzeitig in der Ausführung be 
griffenen Gebäude erheischte eine Anlage von vier Ausladestellen am 
Nord Ufer des Spandauer Schifffahrtskanals. Ferner mußte ein 
dritter Zementschuppen errichtet werden. Gleichzeitig mit diesen 
Nebenarbeiten konnte auch der Bau der eigentlichen Krankenhäuser in 
Angriff genoinmen werden. Nachdem die Stadtvcrordneren-Ver- 
sammlung am 6. April 1899 den Kostenanschlag für den Bau der 
Baracken genehmigt hatte, wurde am 23. Mai mit dem Ausschachten 
der Baugruben für dieselben begonnen. Am Schluffe des Berichts 
jahres waren fertiggestellt: 
10 Baracken im Rohbau, 
4 - bis zur ersten Balkenlage, 
2 - - Unterkante des Sandsteinsockels, 
2 - - Fensterhöhe. 
3 - Erdgeschoßgleiche. 
In Verbindung mit den Baracken wurde auch der Dampfstrang- 
Rundkanal, der sämmtliche Bauten unter Terrain miteinander ver 
bindet, fertiggestellt. 
37. Um- und Erweiterungsbau der Bäckerei im Arbeits 
hause zu Rummelsburg. 
□ Die Genehmigung zur Ausführung dieser Arbeiten wurde von 
der Stadtverordneten-Versammlung durch den Etat Nr. 35 für 1899 
ertheilt. Am 28. August 1899 nahmen die Arbeiten ihren Anfang und 
wurden so betrieben, daß im November die Rohbauabnahme und am 
5. Januar 1900 die Gebrauchsabnahme erfolgen konnte. 
38a. Erweiterungsbauten des städtischen Schlachthofes. 
Während des Berichtsjahres wurde der innere Ausbau des 
Kühlhauses vollendet. Im Januar 1900 begannen alsdann die 
Ausführung der Luftkanäle, die Maurerarbeiten für die maschinellen 
Anlagen und die Einrichtung der elektrischen Beleuchtungs- und 
Kraftanlagen, am 21. März die Montirung der Dampfmaschinen. 
Inzwischen waren auch die Wellblechüberdachuugen der Transport- 
geleise zwischen dem Schlachthause B Ic und dem Stall B IIb , dem 
Schlachthause B Ib und dem Stall Bu>>, sowie längs des Stalles B 1Ik 
ausgeführt. 
b. Umbau des alten Trichinenschaugebäudes auf dem 
Schlachthofe. 
Das Projekt zum Umbau des Trichinenschauamtes zu Dienst 
räumen für die Fleischschau wurde durch Beschluß der Stadtverordneten- 
Versammlung vom 16. Februar 1899 zur Ausführung genehmigt. 
Die am 22. April in Angriff genommenen Maurerarbeiten waren 
im September soweit gefühlt worden, daß mit den Maler- und 
Tapeziererarbeiten begonnen werden konnte. Am 7. Oktober 1899 
wurden die Räume zur Benutzung übergeben. 
c. Bauliche Veränderungen auf dem alten Schlachthofe. 
Die noch im vorigen Jahre aufgestellten Projekte für den Umbau 
der drei alten Schweineschlachthäuser zu Schlachthäusern für Klein 
vieh und die Umänderung der Schweinestülle zu Hammel- und Kälber 
ställen wurden durch Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung 
am 16. Februar 1899 zur Ausführung genehmigt. Der Unibau der 
drei Schlachthäuser A, B und C wurde gleichzeitig im Juni 1899 
in Angriff genommen und so gefördert, daß sie am 1. Februar 1900 
ihrer Bestimmung übergeben werden konnten. 
Die Vergrößerung des Stalles v wurde im Juni 1899 be- 
gönnen und im September beendet, ebenso begannen im August in 
sämmtlichen Stallumbauten die Reparaturen des Pflasters, der Thüren, 
und der Fenster, das Anbringen der Raufen, das Jnstandfetzen der 
Buchtenwände, der Anstrich der Deckenschalung, der Thüren und 
Fenster, sowie das Schlemmen der einzelnen Räume. Sämmtliche 
Arbeiten waren bis zum 1. Februar 1900 beendet.
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.