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Volume No. 15. Bericht der Armen-Direktion, Abtheilung für die Waisen-Verwaltung

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1899 (Public Domain)

6 
— - ^ ■ » 
Nr. 1». Waisen-Verwaltung. 
IV. Erziehungs Anstalten» in denen sich Kinder auf Kosten 
der Waisen Verwaltung befanden. 
Bestand 
Bestand 
A. Anstalten in Berlin 
am 
Zugang 
Abgang 
am 
1.4.99. 
i. 4.00 
Kn. IM. 
Kn. 
M. 
Kn.lM. 
Kn. M. 
1. 
St. Airastift 
1 6 
3 
_ 
3 
6 
2. 
Goßnerhaus 
— 
1 
— 
— 
— 
— 
1 
3. 
Jüdisches Waisenhaus 
6 
2 
1 
— 
3 
1 
4 
1 
4. 
Katholisches Waisenhaus für Knaben 
67 
— 
16 
— 
19 
— 
64! — 
B 
Anstalten außerhalb Berlins. 
1. 
Erziehungshaus am Urban zu 
Zehlendorf 
19 
21 
9 
14 
10 
10 
18 
25 
2. 
Evang. Johannesstift zu Plötzensee 
11 
— 
5 
— 
6 
— 
10 
— 
3. 
Jüdisches Erzichungshaus zuPankow 
1 
— 
— 
— 
1 
— 
— 
— 
4. 
Kathol. St. Josephs-Waisenhaus zu 
Potsdam 
46 
34 
_ 
14 
21 
32 
13 
5. 
Kathol. Waisenhaus für Mädchen 
zu Dt.-Wilmersdorf 
_ 
52 
23 
12 
63 
6. Magdaleuenstift zu Plötzensee . . 
— 
2 
— 
1 
— 
2 
— 
1 
7. 
Nabmi-Wilkestift zu Guben . . . 
2 
8 
— 
2 
— 
— 
2 
10 
8. 
Erziehungshaus „Zionshülfe" in 
Schöneberg 
6 
_ 
1 
7 
9. 
Bethabarastift zu Weißensee . . . 
— 
4 
— 
3 
— 
5 
— 
2 
10. 
Neanderhaus zu Klein-Kammin 
9 
— 
— 
— 
4 
— 
5 
— 
11. 
Rettungshaus „Heilbrunn" in Brunn 
bei Wusterhausen a. D 
8 
2 
2 
_ 
8 
_ 
12. 
Rettungshaus „Siloah" in Pankow 
— 
— 
— 
3 
— 
— 
— 
3 
13. 
St. Josephsheim in Neu - Weißensee 
1 
1 
II. Die Wohlthätigkeit» Fonds. 
A. Kapital. 
Bestand am 1. April 1899 799 271,38 ./&. 
Zugang 13 981,33 - 
Mithin Bestand am 81. März 1900 . . . . 813 252,71 Jt, 
und zwar: 
an Hypotheken 431 725,oo 
• Werthpapieren 380100,oo - 
- Sparkaffenbüchern 1 427,71 - 
B. Zur Verausgabung verfügbare Mittel. 
Kapitals-Umsetzungen 42,os Jt. 
Bestand am 1. April 1899 13 519,86 - 
Zinsen vom Kapital-Vermögen 29 386,W - 
Hebungen aus anderen Fonds 1 941,58 - 
Geschenke von. Privaten 580,oo - 
Verschiedene Einnahmen ....... . 31,W - 
Summe 45 501,04^. 
Ausgaben 1899/1900 28 826,92 - 
Bleibt Bestand am 31. März 1900 .... 16 674,12 
Erläuterungen der Ausgaben. 
A. Allgemeine Kosten. 
1. Gezahlte Renten 1922,«^, 
2. Zur Pflege k. von Gräbern (hierunter 15 Jt 
Asservate) 76,«o - 
Summe 1 999,oo 
B. Für die Waisenkinder. 
I. Allgemeine Ausgaben. 
1. An die Stadt-Hauptkasse die Zinsen derjenigen 
Legate und Geschenke, deren Verwendung be 
sonderen Bestimmungen nicht unterworfen ist . 5122,50 - 
2. Remnncraiion an Lehrer und Lehrerinnen für 
Belehrung und Beaufsichtigung der Kinder bei 
Spaziergängen . ' 600,oo - 
3. Für Beaufsichtigung der Fickert'schen Pfleglinge 150,00 Jt, 
4. Für die Buchbinderwerkstatt im Waisenhause 
Berlin 179,10 - 
5. Für Erfrischungen der Kinder bei feierlichen 
Gelegenheiten 531,03 - 
6. Für Weihnachtsgeschenke 1 988,8« - 
7. Für die besondere Pflege kranker und kleiner 
Kinder 866,70 - 
8. Für Schulprämicn 251,so = 
9. Für die Abendversammlungen konfirmirter 
Waisenmädchen 188,37 - 
10. Kapitals-Umsetzungen 4 683,89 - 
Summe 14 562,25 Jt, 
II. Ausgaben für einzelne Kinder. 
1. Zur Ausbildung 
für 1 Postgehilfen 360,oo Jt. 
- 1 Kostgeldempfänger 90,00 - 
- 6 Seminaristen 2 611,50 - 
1 Optikerlehrling 360,00 - 
- 6 Präparanden oder Schüler .... 1 742,oo - 
2. Für 4 Bürgerwaisen 505,oö - 
3. Kostgeldzuschuß für 9 Fickert'sche Pfleglinge 1296,oo - 
4. Transport- und Verpflegungskosten für 27Kinder, 
die in See- oder Soolbäder geschickt wurden 1 408,« - 
5. Für auf Sparkassenbücher belegte Geldprämien 
an 27 Kinder 2 043,84 » 
6. Verschiedene Ausgaben 1848,88 - 
Summe 12 265,67 Jt. 
E. Zwangserziehung. 
Die Zahl aller feil Erlaß des Gesetzes vom 13. März 1878 bis 
zum 31. März 1900 zur Zwangserziehung überwiesenen Kinder hat 
sich wie folgt gestaltet: 
Zur Zwangserziehung waren überwiesen: 
1 272 Knaben, 242 Mädchen, 
davon wurden widerruflich ent 
lassen 59 - 6 
definitiv entlassen 736 - 158 
gestorben sind . . . . . . 25 4 
In Zwangserziehung verblieben 
am 31. März 1900 .... 452 Knaben. 74 Mädchen. 
Von diesen befinden sich: 
1. Im Erziehungshause Lichtenberg 133 Kinder, 
2. - - Kleinbeeren 5 
3. in Lehrlings- oder Dienstverhältnissen .... 160 
4. - auswärtiger Kostpflege 108 
5. - anderen Erziehungs-Anstalten .91 
6. als entlaufen abwesend 19 
7. in Krankenhäusern 9 
8. im Waisenhause Berlin 1 Kind. 
Der Zugang von 97 Kindern (83 Knaben und 14 Mädchen), 
dem ein Abgang von 68 Kindern (59 Knaben und 9 Mädchen) 
gegenübersteht, bestand aus 64 in Berlin und 33 außerhalb Berlins 
geborenen Kindern, von denen 74 der evangelischen und 23 der 
katholischen Konfession angehörten, 23 unehelich geboren waren, 68 
noch die Eltern, 11 nur den Vater und 18 nur die Mutter hatten. 
Unter den Eltern der Kinder befanden sich 38 Arbeiter, 36 Gesellen, 
2 Kutscher, 21 Unverehelichte (davon 11 inzwischen verheirathet). 
Die strafbaren Handlungen, auf die die gerichtliche Ueberweisung 
zur Zwangserziehung erfolgte, waren: 
1. Diebstahl bei 70 Knaben, 9 Mädchen, 
2. Diebstahl und Unterschlagung . - 8 - — 
3. Diebstahl und Bettelei .... - 3 - 2 
4. Bettelei 2 - 3 
zusammen bei 83 Knaben, 14 Mädchen. 
Für die Zwangserziehung sind 104 263,49 Jt verausgabt worden. 
Wieder eingezogen sind vom Staate 51330,57 Jt, von Privaten 
1 602,35 Jt, zusammen 52 932,92 Jt. 
Berlin, den 4. Januar 1901. 
Verwaltungs-Direktion des Großen Friedrichs-Waisenhauses. 
Schuster.
	        
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