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Gelegenheits-Gedichte

Volltext : Gedichte / Fontane, Theodor (Public Domain)

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Ein Mahnwort war's; und eh' der Vorhang fiel,
Erschien im Kranz erst werdender Gestalten
Der Dichter-Fuͤrst. Ihn schmuͤckten Lorbeer-Reiser —
Der erste Trinkspruch aber unsrem Kaiser!

Dem Kaiser, ihm, der unser Schirm und Schild,
Ihm, der uns Hut und Hort auf unsren Wegen —
Am Fenster steht er, gruͤßt uns freundlich mild,
Und jeden trifft's, als traͤf' ihn Heil und Segen;
Ein Talisman wird uns sein hehres Bild,
Ein Hoffnungskeim, den wir im Herzen hegen,
Als muͤsse fortan auf uns niedersteigen
Ein Teil der Goͤtterqgnade, die sein eigen.

Ja, in der Horen wechselvollem Tanz —
Er sprach es selbst — erfuhr er viel der Gnaden,
Doch der ihm vorbestimmte Siegeskranz
Ward auch erkaͤmpft auf dornenreichen Pfaden;
Mit Zwangeskraft, weil Pflicht sein Leben ganz,
Hat er das Gluͤck an seinen Tisch geladen,
Das Gluͤck auch ihn — doch wozu teilen, scheiden?
Er war zu groß, um Groͤße zu beneiden.

An Siegen fast noch reicher als an Jahren,
Kroͤnt Demut ihn als seine hellste Zier;
Ob Hoͤchstes oder Tiefstes er erfahren,
Er weiß es wohl, der Urquell quillt nicht hier;
Wie ruhmbegleitet seine Wege waren,
Er weist hinauf: „Ihm Ehr' und Preis, nicht mir!“
Uns aber ziemt das Wort zu dieser Frist:
Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist!

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