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Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1869 (Public Domain)

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Dieser Vermehrung der Ausgaben gegen das Vorjahr entsprechend, hat 
sich die Zahl der Almosen. Empfänger, Pflegemütter und Pflegekinder ver 
mehrt. 
Dieselbe betrug 1868: 1869: mithin 1869 
mehr: 
an Almosen'Empfängern . . 8020 8337 317 
an Pflegemüttern 2565 2614 49 
an Pflegekindern 4141 4168 27 
Der monatlich durchschnittliche Verpflegungssatz hat betragen: 
mithin 
pro 1868: pro 1869: 1869 mehr als 
im Vorjahre: 
für einen Almosen- 
Empfänger ... 2. 26. 3. 2. 26. 10. 7 Pf. 
und für eine Pfle- 
gegcld-Empfängerin 1. 13. —. 1. 13. 7. 7 - 
Die Preissteigerung mancher Lebensbedürfnisse, namentlich der Woh 
nungen, erklärt diese Erhöhung des Verpflegungssatzes. 
Nach den Almosen-Listen befanden sich von den 8337 Almosen-Em 
pfängern im Alter 
von 
unter 
20 bis 
20 Jahren 
30 
51 
127 
- 
30 - 
40 
- 
308 
- 
40 - 
50 
s 
691 
- 
50 - 
60 
- 
1653 
- 
60 - 
70 
- 
3420 
- 
70 - 
80 
s 
1774 
o 
80 - 
90 
- 
297 
- 
90 - 100 
- 
16. 
Nach Stand und Beruf vertheilen sich die 8337 Almosen-Empfänger 
auf folgende Klassen: 
frühere Beamte und Lehrer 32 Personen, 
Künstler, Gelehrte und Literaten ... 35 - 
Handeltreibende Personen ..... 45 - 
Gewerbetreibende, Handarbeiter.... 1941 
Dienstboten 62 - 
unverehelichte Frauenspersonen .... 906 - 
Ehefrauen 61 
separirte oder eheverlassene Frauen . . 305 
Wittwen 4950 
Im Monat December 1869 erhielten: 
a. die 8337 Almosen-Empfänger für sich resp. ihre Familien als 
Almosengeld zusammen 24,957 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. und zwar: 
511 Personen bis zu 1 Thlr. incl. 
2226 
2339 
1941 
1250 
48 
12 
6 
1 
3 
1 bis 2 Thlr. 
2 - 3 
4 
5 
6 
7 
8 
9 
10 
b. die 2614 Pflegemütter für die 4168 
6132 Thlr. 17 Sgr. 6 Pf. und zwar: 
für 7 Pflegekinder unter 1 Thlr. 
- 
14 
- 
ä 1 Thlr. 
S 
2193 
m 
a 1 
- 
7 Sgr. 
6 
- 
3 
- 
ä 1 
- 
10 - 
— 
- 
1 
- 
ä 1 
- 
12 - 
6 
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1191 
- 
ä 1 
- 
15 - 
— 
- 
51 
- 
a 1 
- 
20 . 
— 
- 
59 
- 
ä 1 
- 
22 - 
6 
* 
3 
- 
ä 1 
- 
25 - 
— 
- 
2 
- 
ä 1 
- 
27 - 
6 
- 
567 
- 
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— 
- 
1 
- 
ä 2 
- 
7 - 
6 
15 
- 
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15 - 
— 
- 
51 
- 
a 3 
- 
— » 
— 
- 
10 
- 
ä 4 
- 
und darüber. 
Pflegekinder zusammen 
Pf. 
Als allgemeine Ursachen der Untcrstützungs - Bedürftigkeit ergeben die 
Almosen-Listen, daß von den 8337 Empfängern unterstützungsbedürftig 
waren: 
4087 wegen hohen Alters, 
3472 wegen andauernder Krankheit oder Siechthums, 
778 wegen nicht zureichenden Erwerbs- oder anderen ähn 
lichen Ursachen. 
Was die Frequenz-Verhältnisse betrifft, so sind im Jahre 1869 
3654 Almosen- und Pflegegeld-Empfänger aus dem Bereiche 
einer Commission in den einer anderen verzogen; 
1672 Almosen-Empfänger, 
723 Pflegegeld - Empfänger, 
neu aufgenommen, resp. ist denselben das Almosen 
oder Pflegegeld, das wegen Verpflegung im Kranken 
hause oder sonst abgesetzt war, wieder bewilligt worden; 
ausgeschieden sind dagegen: 
1355 Almosen-Empfänger und zwar: 
563 durch Tod, 
284 - Ueberweisung nach Krankenhäusern, 
153 - Unterbringung in Hospitäler, 
16 - Verzug nach außerhalb, 
339 - Entziehung der bisherigen Unterstützung und 
674 Pflegegeld-Empfänger in Folge verschiedener Gründe. 
Nach unserem Verwaltungsbericht für das Jahr 1868 ist die Civil- 
Einwohncrzahl Berlins pro 1868 vorläufig auf . . 705,638 
festgestellt, demnächst aber berichtigt worden auf . . 713,391; 
rechnet man hierzu die pro 1869 bekannt gewordene 
Vergrößerung durch vermehrten Zuzug und Geburten 
mit angeblich 50,675 Personen, 
so würde die ganze Civil-Bevölkerung Berlins ultimo 
1869 zusammen betragen 764,066 Personen. 
Hiervon waren ult. 1869 
Almosen-Empfänger 8337, 
Pflegegeld - Empfänger 2614, 
zusammen also 10,951 
laufend Unterstützte, welche 1,43 pCt. der Civil-Bevölkerung repräsentiren; 
mithin war pro 1869 rot. jeder 70. Civil-Einwohner ein mit Geld lau 
fend Unterstützter, oder Ortsarmer im strengsten Sinne des Wortes. 
Zur besseren Veranschaulichung der progressiven Steigerungen fügen 
wir für die letzten 10 Jahre das nachstehende Tableau bei: 
i. 
Jahr. 
2. 
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ZsZAZ, 
Thlr. fgr.pf. 
1869 
764066 
8337 
2614 
10951 
70ste 
1,43 
413155 
21 
—. 
1868 
713391 
8020 
2565 
10585 
67ste 
1,48 
396944 
19 
9 
1867 
678003 
7668 
2442 
10110 
67ste 
1,49 
366052 
11 
10 
1866 
642420 
7152 
2278 
9430 
68ste 
1,47 
330977 
— 
1 
1865 
534079 
6826 
1923 
8749 
7 2 sie 
1,38 
296777 
4 
1 
1864 
608659 
6648 
1856 
8504 
72ste 
1,40 
283744 
23 
5 
1863 
578247 
6555*^ 
6701 
1754 
8309 
70ste 
1/44 
279899 
27 
3 
1862 
550082 
1699 
8400 
65ste 
1,53 
373714 
17 
7 
1861 
523931 
6585 
1674 
8259 
63ste 
1,66 
261624 
5 
2 
1860 
470018**) 
6366 
1601 
7967 
59ste 
Civil-Ein 
wohner. 
1,70 
251016 
13 
4 
Hiernach hat das Freizügigkeitsgesetz vom 1. November 1867 in Be 
treff der lausend aus Armenfonds unterstützten Personen bisher noch nicht 
den befürchteten nachtheiligen Einfluß ausgeübt; ob dies für die Folge ein 
treten wird, wenn die Ausweisung verarmter hier angezogener Familien ge 
setzlich nicht mehr erwirkt werden kann, bleibt abzuwarten. 
2. Armen-Krankenpflege. 
Für die offene Armen-Krankenpflege sind 47 Armenärzte und 5 Ar 
men - Wundärzte gegen Besoldung thätig; außerdem wirken noch unent 
geltlich 4 Aerzte für Frauen-Krankheiten, ein Armen-Augenarzt, ein Arzt 
für gehörkranke Arme und ein Arzt für orthopädische Kranke. 
*) Vom 1. September 1863 ab erhalten die Veteranen aus den Freiheits 
kriegen 1813 — 1b nicht mehr aus allgemeinen Armenfonds, sondern aus dem 
bei der Stadt-Haupt-Kasse geführten Separatsonds monatliche Unterstützungen 
bis zur Höhe von 10 Thlrn. 
**) Veränderte Weichbildgrenze.
	        
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