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Volume No. I. Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin

Full text: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Issue 1868 (Public Domain)

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denen des Vorjahres in Beziehung gesetzt werden. Es ergiebt sich auch für 
diese Kosten eine nicht unbeträchtliche Vermehrung absolut und im Ver 
hältniß zum Gesammtzuschuß. 
Nur unwesentlich erhöht gegen das Vorjahr erscheinen die Zuschüsse, 
welche für die Verwaltung der Obligationsschulden und die Ko 
sten der eigentlichen städtischen Verwaltung zu leisten waren. In 
letzterer Beziehung hat die bedeutendste Vermehrung der Zuschuß für die 
nicht zum Normal-Besoldungs-Etat übernommene Stellen, Special-Verwal 
tung Nr. 27 s., erlitten, und zwar durch die hierher übernommenen Ge 
hälter der Bau-Jnspectoren, der Hülfsarbeiter der Stadtbauräthe und des 
Bllreaupersonals der Bauinspectionen. Eine theilweise Erleichterung hat in 
dessen hierdurch der Diätenfonds erlitten. Auch durch die Uebernahme der 
personellen Kosten für das statistische Büreau, welche vom I. Januar 1868 
ab aus 3 Jahre neu bewilligt sind, hat die genannte Special-Verwaltung 
Nr. 27 s. eine Erhöhung erfahren, während die betreffende Position von der 
Special-Verwaltung dir. 28. abgesetzt worden ist. 
Die bedeutendste Minderung zeigt sich bei dem Zuschuß für die Ser 
vis- und Militair - Verwaltung, welcher aber bei seiner absoluten 
Niedrigkeit im Ganzen wenig in's Gewicht fällt. 
In Betreff derjenigen Zweige der communalen Verwaltung, welche sich 
theils vollständig aus eigenen Mitteln unterhalten, theils ohne gesetzliche 
Verpflichtung bestimmte Zuschüsse aus den allgemeinen Mitteln beziehen, 
können wir aus die durch das Communalblatt bereits zum Abdruck gelang 
ten Special-Berichte verweisen. Auf den allgemeinen finanziellen Zustand 
der Stadlgemeinde, den wir bis hierher in seinen einzelnen Theilen verfolgt 
haben, üben die Resultate keinen Einfluß aus. 
Werfen wir hiernach auf die Veränderung der gesammten Lage des 
Stadthaushalts am Anfang und Ende des Jahres 1868 und 
die während desselben erreichten Resultate einen Blick, so betrug 
I. der Bestand aus dem Jahre 1867 .... 692,403 Thlr.") 
II. die Restverwaltung ergab 
1. eine Einnahme 
a. im Ordinarium von . 97,490 Thlr. 44 ) 
b. im Extraordinarium von 7,858 - ") 
zusammen eine Einnahme von 105,346 Thlr. 
2. erforderte eine Ausgabe 
s. im Ordinarium von . 180,714 Thlr.") 
b. im Extraordinarium von 4,592 - ") 
zusammen eine Ausgabe von 1«5,306 Thlr. 
Bei einer Mehrausgabe im Ordinarium von 
83,224 Thlr. 
und einer Mehreinnahme im Exlra- 
ordinarium von . . . . . . 3,266 - 
entstand also für die gcsammte Restverwat- 
tung eine Mehrausgabe von 79,958 - 
III. Die lausende Verwaltung ergab 
1. eine Einnahme 
s. im Ordinarium von 4,209,624 Thlr.") 
I). im Extraordinarium 
von .... 89,128 - 45 ) 
zusammen eine Einnahme von 4,296,752 Thlr. 
2. erforderte eine Ausgabe 
s. im Ordinarium von 3,602,860 Eljlr. 45 ) 
b. im Extraordinarium 
von 1,040868 - 4ä ) 
zusammen eine Ausgabe von 4,643,726 Thlr. 
Bei einer Mehreinnahme im Ordinarium von 
606,764 Thlr. 
und einer Mehrausgabe im Extra 
ordinarium von . . . . . . 951,740 - 
entstand also für die gesammte laufende Ver 
waltung eine Mehrausgabe von .... 344,976 - 
IV. Nach Zusammenrechnung der laufenden und Restvcrwaltung 
war also bei 
1. einer Mehr-Einnahme 
im Ordinarium von . 523,540 Thlrn.") 
2. und einer Mehr-Aus 
gabe im Extra ordina- 
rium von . . . . 948,474 - 45 ) 
eine Eesamnit MehrauSgobc von .... 424,934 Thlrn. 
oder 252,957 Thlr. weniger als am Schluffe 
des Jahres 1867 zu decken. 
V. Als Deckungsmittel für dieses Deficit haben 
gedient: 
") Csr. Final-Abschluß, Fol. 2. und 5., 
Tabellen I — IV. 
") Cft. Final-Abschluß, Fol. 4. und 6., 
Tabellen I-1V. 
Transport 424,934 Thlr. 
1. der Bestand aus dem 
Vorjahre .... 692,403 Thlr.") 
2. Erlös aus Capitals- 
Umsätzen . . . . 407,975 Thlr.") 
Zusammen also 1,100,378 
VI. Es blieb also am Schluffe des Jahres 1868 ein 
Bestand von 675,444 Thlr.") 
(oder 16,959 Thlr. weniger als ult. 1867), wo 
runter jedoch an geleisteten Vorschüffeu . . . 271,235 - *«) 
enthalten waren. 
VII. Reste verblieben aus der Rest- und laufenden 
Verwaltung 
1. in der Einnahme, und zwar 
L. im Ordinarium . 198,232 Thlr.") 
b. im Extraordinarium 32,718 - ") 
Summa 230,950 - 
2. in der Ausgabe, und zwar 
s. im Ordinarium . 181,405 Thlr.") 
b. im Extraordinarium 532,645 - ") 
Summa . . ! ! ! ! ! ! ' 7 714,050' » 
Bei Mehr-Einnahme-Resten 
im Ordinarium von . 16,827 Thlrn. 
und Mehr-Ausgabe-Resten 
im Extra-Ordinarium 
von 499,928 - 
verblieben also zusammen in der lausenden und 
Restverwaltung Mehr-Ausgabe-Reste . 483,100 - 
VIII. Das Kapital-Vermögen der Commune 
ult. 1868 bestand aus 
1. Dispositions-Fonds 
l». in Hypotheken rc. 52,782 Thlr. 
j b. in Effecten ■ . 426,075 - 
Summa 478,857 - 4T ) 
2. Armenhäuser-Fonds . . . 114,936 Thlr. 
3. Krankenhäuser-Fonds. . . 74,677 
betrug also zusammen . ] ’ j j ’ 7 668,470 - 
und hat sich demnach gegen die entsprechende 
Summe ult. 1867 97S1R9 - ") 
vermindert um 
IX. Die Schulden der Commune nlt. 1868 be 
standen ans 
1. Obligations-Schulden 
leinschließl. 1,128,879 
Thlr. Gasschuld) . . 7,074,870 Thlr. 
2. Cautionsschuldeu . . 13,650 
3. Kaufgelderresten . . 555,242 
4. verwendeten Stipen- 
dien-Capitalien . . 854 - 
betrugen also zusammen 
haben sich also gegen die gleiche Summe von 
1867 von 
vermindert um . . . ~7 
7,644,616 
7,935,712 
291,096 
48) 
Auch für das laufende Jahr 1869 läßt sich nicht erwarten, daß die 
etatsmäßigen Einnahmen die Ausgaben der Commune zu decken im 
Stande sein werden, nachdem auf der einen Seite die für 3 Quartale des 
vorigen Jahres genehmigte Erhöhung der Miethssteuer vom Beginn 
dieses Jahres in Wegfall gekommen ist, andererseits die in Stelle dersel 
ben von den Communal-Behörden beschlossene Einführung einer Gemeinde- 
Einkommensteuer erst vom 1. Juli d. I. ab zur Ausführung gebracht 
werden konnte und bei Feststellung des von letzterer zu erhebenden Steuer 
satzes die niöglichste Rücksicht auf die Verhältnisse der Steuerpflichtigen und 
die allgeinciue Lage der Erwerbsverhältniffe geboten erschien. 
Immerhin dürfen wir nach den bis zum Schluffe des III. Quartals c. 
vorliegenden Kassen-Abschlüssen voraussetzen, daß sich die finanziellen Ergeb 
nisse des laufenden Jahres nicht unwesentlich günstiger als im Vorjahre 
gestalten werden. 
Nicht blos die Haus- und Miethssteuer werden nach ihren regelmäßi 
gen Erhebungssätzen von resp. 2f und 6h Prozent einen erheblichen Mehr- 
Ertrag nachweisen, sondern auch die indirekten Steuern, — die Mahl- und 
Schlachtsteuer —, wie auch im klebrigen über deren Werth oder Unwerth 
geurtheilt werden mag, lassen eine wesentliche Mehreinnahme gegen das 
vorige Jahr gewärtigen. 
Es tritt ferner namentlich die bedeutende Mehr-Einnahme zu den lau 
fenden Ausgaben aus dem Gewinnüberschuffc der städtischen Gas-Anstalten 
") Csr. Final-Abschluß, Fol. 6. 
") Csr. Final-Abschluß, Fol. 6. 
") Cfr. Final-Abschluß pro 1867, Fol. 6.
	        
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