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Full text: Jahresbericht ... (Rights reserved) Issue 2019 (Rights reserved)

JAHRESBERICHT 2019 B E R L I N E R Ö F F E N T L I C H E B I B L I OT H E K E N www.voebb.de 3 V O R W O R T D E S K U LT U R S E N A T O R S K LA U S L E D E R E R 18  Z E N T R A L - U N D L A N D E S B I B L I O T H E K BERLIN (ZLB) 4 K E N N Z A H L E N 2 019: B E Z I R K E U N D Z E N T R A L- U N D L A N D E S B I B L I O T H E K BERLIN 19  S T A D T B I B L I O T H E K ­ C H A R LOT T E N B U RG-W I L M E R S D O R F 6 D I E G E L I E H E N E W E LT 8 T E I L E N S TAT T H A B E N 11 L I E B L I N G S B I B L I OT H E K 12 E I N E W O C H E S I N D A U C H N U R A C H T TA G E 13 V E RT RA U E N I N D E N VÖ B B 14 D I G I T A L E W E LT E N – M A K E R S P A C E S UND MEHR 16 G RO S S E E RWA RT U N G E N 20  S T A D T B I B L I O T H E K F R I E D R I C H S H A I N-K R E U Z B E RG 21  S TA DT B I B L I OT H E K L I C H T E N B E RG 22  S T A D T B I B L I O T H E K MARZAHN-HELLERSDORF 23  S T A D T B I B L I O T H E K M I T T E 24  S T A D T B I B L I O T H E K N E U K Ö L L N 25  S TA DT B I B L I OT H E K PA N KO W 26  S T A D T B I B L I O T H E K R E I N I C K E N D O R F 27  S TA DT B I B L I OT H E K S PA N D A U 28  S T A D T B I B L I O T H E K S T E G L I T Z- Z E H L E N D O R F 29  S T A D T B I B L I O T H E K T E M P E L H O F-S C H Ö N E B E RG 30  S TA DT B I B L I OT H E K T R E P TO W-KÖ P E N I C K 31 JAHRESBERICHT 2019 B E Z I R K L I C H E R E S S O U R C E N 2019 J E TZT E R S T R E C H T Liebe Leserinnen und Leser, in Händen halten Sie geballte Berichte aus 2019, dem Vor-Corona-Jahr. Sie können wahrnehmen, wie aktiv Berlins Öffentliche Bibliotheken waren, wie ungemein sinnvoll es war, unsere Bibliotheken besser zu fördern, sie besser auszustatten. Hierfür habe ich mich intensiv eingesetzt und es zeigt sich: Berlins Bibliotheken werden immer stärker und sind wahrer Begegnungsort für die Berlinerinnen und Berliner. Das freut mich sehr. Umso bitterer, dass unsere Bibliotheken im Frühling 2020 für lange Zeit geschlossen bleiben mussten und ab Mitte Mai auch nur sehr eingeschränkt wieder öffnen konnten. Es kommt jedoch der Tag, an dem die Berliner*innen die Verbundbibliotheken wieder in vollem Umfang stürmen und nutzen können, wie wir das aus den letzten Jahren gewohnt sind. Für diesen Tag, und über ihn hinaus, wird Berlin weiterhin in die Infrastruktur seiner Öffentlichen Bibliotheken investieren. Auch für die „Nachcoronazeiten“ versichere ich Ihnen, dass die Förderung der Öffentlichen Bibliotheken eine wichtige Komponente meiner Arbeit bleiben wird. Ihr Klaus Lederer Senator für Kultur und Europa 3 www.voebb.de K E N N Z A H L E N 2019 B E Z I R K E U N D Z E N T R A L- U N D LA N D E S B I B L I OT H E K B E R L I N E I N W O H N E R * I N N E N ( S TA N D E N D E 2019) 2019 2018 2017 3.769.495 3.747.129 3.711.930 81 81 81 418.413 413.817 408.640 80.208 75.128 73.439 27.509.532 21.322.619 20.002.056 7.420.155 7.466.222 7.465.475 2 2 2 587.018 566.555 471.612 A N Z A H L S E L B S TÄ N D I G E B I B L I OT H E K E N G Ü LT I G E L E S E A U S W E I S E ¹ NEUANMELDUNGEN¹ N U TZ U N G D E S O N L I N E-KATA LO G S ( A U F R U F D E R S T A R T S E I T E W W W. V O E B B . D E ) ¹ G E S A M T B E S TA N D M E D I E N E I N H E I T E N (M E) M E D I E N B E S TA N D (M E) P RO E I N W O H N E R*I N A N ZA H L T RA N S PO RT I E RT E R M E D I E N ZW I S C H E N DEN VERBUNDBIBLIOTHEKEN ¹ A N ZA H L T RA N S PO RT I E RT E R M E D I E N ZW I S C H E N D E N V E R B U N D B I B L I OT H E K E N P RO W E R KTAG¹ BIBLIOTHEKSBESUCHE INSGESAMT² 2.339 2.248 1.879 9.539.758 9.470.320 9.421.397 2,53 2,53 2,54 461.312 474.640 474.465 23.357.741 23.645.496 24.387.559 6,2 6,3 6,6 32.839 33.713 32.930 410.584 426.481 407.090 2019 2018 32.824 Etat: 600.000 € 34.955 Etat: 665.000 € 54.585 47.670 A RT I K E LA B R U F E (G E N I O S, M U N Z I N G E R, D U D E N, B R O C K H A U S, PRESSREADER, SPIEGEL) 3.129.516 2.300.747 D I G I TA L E A U S L E I H E N (O N L E I H E, OV E R D R I V E, T I G E R B O O K S) 2.016.211 1.553.047 688.031 643.545 BIBLIOTHEKSBESUCHE PRO EINWOHNER*IN QUELLEN Angaben der Öffentlichen Bibliotheken für die Grund- und Leistungsdaten und vorläufiger Jahres­ abschluss der Zentral- und Landesbibliothek Berlin 1) Verbundstatistik der Verbundzentrale 2) 7 Bezirke und die ZLB verfügen über Bibliotheksstandorte mit Außenrückgaben; die 185.835 „Außenbesuche“ der 7 Bezirke sind hier mit eingerechnet R E A L I S I E RT E VO R M E R K U N G E N¹ ENTLEIHUNGEN (ME) INSGESAMT ENTLEIHUNGEN (ME) PRO EINWOHNER*IN V E R A N S T A LT U N G E N , A U S S T E L L U N G E N , FÜHRUNGEN T E I L N E H M E R * I N N E N A N V E R A N S T A LT U N G E N ZUR VERMIT TLUNG VON MEDIENKOMPETENZ UND LESEFÖRDERUNG Digitale Kennzahlen A N G E S C H A F F T E E-M E D I E N A U S D E M Z E N T RA L E N M E D I E N E TAT AKTIVE ONLEIHE-NUTZER*INNEN S T R E A M S (N A XO S, F I L M F R I E N D, F R E E G A L, M E D I C I T V) JAHRESBERICHT 2019 23,35 MIO AUSLEIHEN wurden von den Berliner*innen 2019 getätigt 80.208 BERLINER*INNEN meldeten sich im VÖBB neu an – so viele wie noch nie zuvor 90% DER BERLINER*INNEN empfinden ihre Öffentliche Bibliothek, gerade in Zeiten von Fake News, als einen vertrauenswürdigen Ort 5 www.voebb.de D I E G E L I E H E N E W E LT Ist Patrizia Engelskirchen der Berg, der zum Propheten kommt? 50 Liter Diesel auf 100 Kilometer, drei Tonnen Papier im Nacken. Ein Papierberg mit Seele, der nun in der ­Tempelhofer Kaiser-, Ecke Rathausstraße zum Stehen kommt. Seit 20 Jahren lenkt ­ Patrizia Engelskirchen als erste Frau einen Bücherbus durch Berlin. Für die Bibliothek Tempelhof-Schöneberg, ohne Unfall, immer knapp unter der erlaubten Höchstlast. ­ Doch noch immer kommen, wenn sie die Bücher über ihren piepsenden Scanner zieht, manchmal Leute und fragen entgeistert: Und wer kommt jetzt und fährt den Bus? Keiner kommt. Sie wechselt einfach von dem Drehstuhl rechts einen Meter auf den Fahrer­ sessel nach links. DEIKE DIENING schreibt seit 1999 für den „Tagesspiegel“, seit 2007 als Reporterin. Sie hat erst ihre Abschlussarbeit an der FU Berlin im Fach Publizistik und danach viele Artikel in Bibliotheken geschrieben. Während Berlins wissenschaftliche Bibliotheken mit ihren spektakulären Bauten alle Aufmerksamkeit absorbieren, kann man völlig übersehen, auf welche, nun ja, abgefahrene Weise die Stadtbibliotheken ihren Nutzern in den vergangenen Jahren entgegengekommen sind. Das Land des Lesens ist ein riesiges Netz aus Bücherbussen, „Maker-Spaces“ mit 3-D-Druckern und dem preisgekrönten Streamingportal „filmfriend.de“ geworden, für dessen Nutzung Couchpotatoes nicht einmal mehr ihr Haus verlassen müssen. Dazu 64 751 Quadratmeter Öffentliche Bibliothek in Berlin, mit Eigenschaften, die niemand downloaden kann. lin schon mehrere Stunden bleiben, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen? Lange kann man überlegen, um dann nicht drauf zu kommen. Bibliotheken sind ein öffentlicher Ort für Innerlichkeit. Konzentration statt Zerstreuung. ­Keine Beschallung. Die Öffnungszeiten strecken ­sich den Bedürfnissen ihrer Nutzer in den Abend entgegen, am Morgen warten die Menschen schon vor der Tür. Drinnen eine Welt nach ­Alphabet sortiert. Wenn Teilhabe der Kern der Bibliothek ist, dann wird sie nicht überflüssig, nur weil die Leute weniger gedruckte Bücher lesen. Seit der amerikanische Soziologe Ray Oldenburg 1989 das Konzept des „Dritten Orts“ eingeführt hat, nämlich dass die Menschen einen Ort jenseits des Zuhauses und der Arbeitsstätte brauchen, an dem sie sich frei begegnen und so Gesellschaft bilden, fragen sich die Bibliotheken, ob sie damit gemeint sein könnten. Was in der Antike die Marktplätze waren, die Agora, in den 20er Jahren Berlins Kaffeehäuser, ist das heute die Bibliothek? Draußen: Berlin, Kottbusser Tor, mit all seinen Zumutungen. Niedlich ist hier nichts, auch wenn man noch so lieb „Kotti“ dazu sagt. Die Großstadt rauscht mit ihren Obst- und Drogendealern, Taschendieben, Sozialarbeitern und Touristen vorbei. Doch drinnen ist der Lärm gedämpft. Egal, wer eine Person da draußen war, Und es ist ja auch großartig: All das gehört einem nicht. Nicht die Bücher, nicht der Tisch, hier wird sie zum Bibliotheksnutzer. Zur Nutzerin. Wird gezählt. Zählt. Eine respektable, staat- nicht die Lampe, noch der Stuhl. Aber man kann es trotzdem in Beschlag nehmen. Tastenklalich vorgesehene Rolle. Teebeutel zur Auswahl ckern. Knister, knuspel. Aus der Tasche Nüssund Kaffee aus der Pumpkanne 50 Cent. chen. Sogar die Aussicht kann einem ans Herz Um die Zeitschriften zu lesen, braucht man nicht wachsen, während man auf Einsichten hofft. Was die Bibliothekarinnen sich schon haben aneinmal einen Bibliotheksausweis. Im ersten hören müssen! „Haben Sie den Duden? Nein? – Stock nutzen die Erwachsenen Internetzugang und Drucker und Schüler die Hausaufgabenhilfe. Macht nichts, dann warte ich, bis er verfilmt ist.“ Maike Niederhausen, Bibliothekarin in der Mark Manche Mutter kommt täglich mit ihrem Kind. Hier werden die feinen Fäden der Gewohnheiten Twain Bibliothek Marzahn, mit einer Abneigung gegen Zahlen und einer Vorliebe für Rot, liebt gesponnen, die man im Nachhinein eine Kinddie Geräusche ihrer Leser, die sich zwischen heit nennt. den Regalen bewegen. Sie liebt den zentralen Treppenaufgang, auf dessen Absatz ein Flügel Hinter dem Tresen steht Ranija Hemieda, die steht, die Stockwerke falten sich darum wie sich um die so genannten Non-Books im Erd­ Ränge nach oben. Hätte ihr Vater nicht Rassegeschoss kümmert. Wo sonst kann man in BerJAHRESBERICHT 2019 kaninchen gezüchtet, wäre sie vielleicht nicht Bibliothekarin geworden. Die Preis­gewinne ­seiner Zuchtwettbewerbe: Bücher, die er an seine Tochter weitergab. Und in einem kleinen Dorf im Erzgebirge wurde ein junges Mädchen völlig unvorbereitet an einem dünnen Faden aneinandergereihter Buchstaben hinausgezogen in die Welt. Ihre Kolleginnen sind auch eine Art Streetworker der Bibliothek, für die Hausauf­gaben­ betreuung der Schüler. Und wenn die ­Pflanzen Läuse haben, ziehen sie mit ihren Blatt­duschen los. Nach zwei Stunden mit Maike Niederhausen dämmert einem: Die Krise des Buches, des Handels und der Verlage muss nicht die Krise der Bibliotheken sein. Denn die ist ein eigener Ort. Ein Ort, an dem die Leute miteinander reden, statt einander zu konfrontieren. ­­Ein Ort verschiedener Ideen und Interessen, die neben­einander ihre Berechtigung haben. Alle Schichten treffen sich. Man nimmt Rücksicht, die Stimmen werden automatisch leiser. Hier geht hin, wer etwas lernen will, nicht, wer recht­ haben will. Hier steckt die Vielfalt, die alle immer ­suchen. Es ist der ideale, demokratische Ort, den sich alle für das Land wünschen. Über­ raschung: Es gibt ihn schon! Dieser Artikel erschien in einer längeren Version im Januar 2019 im Tagesspiegel 7 www.voebb.de T E I L E N S TAT T H A B E N Sharing Economy – damit kennen sich die Berliner Öffentlichen Bibliotheken schon sehr lange und bestens aus. 2019 nutzten rund 418.000 Berliner*innen die vielfältigen ­Angebote und liehen rund 23,35 Millionen Medien aus. Teilen statt Haben sorgt für Nach­haltigkeit und der VÖBB bietet neben umfangreichen Buch-, DVD- und CD-Beständen ­viel Erwartbares und zunehmend Unerwartbares an. Bücher, Comics, DVDs, Musik-CDs, ­Hörbücher, Spiele und Noten gehören quasi zur Grund­ ausstattung. Aber wer weiß schon, dass Lernstifte wie Tiptoi, TING- und Bookie und auch ­Tonie-Hörboxen und -figuren zum ­multimedialen ­Entdecken von Geschichten ­ausgeliehen werden? Unerwartet ausleihbar: eine Lichtdusche für den langen Winter, die Seifenblasenmaschine für den Kindergeburtstag, Akku-Bohrschrauber, ein Badminton-Set, ja sogar eine Nähmaschine in der Amerika-Gedenkbibliothek, ein Lastenfahrrad in Lichtenberg und Tempelhof-Schöneberg, eine Blues-Gitarre, ein Naturforscher-Set und für erste Programmiererfahrungen den Roboterkäfer Blue Bot in der Pablo-Neruda-Bibliothek in Friedrichshain-Kreuzberg. Kleine Roboter warten auch in Bibliotheken in Mitte, Neukölln, Reinickendorf und Spandau auf ihre Mitnahme. Weit über 100 Musikinstrumente können in ­der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek in Steglitz-Zehlendorf ausgeliehen werden – darunter Altblock­ flöte, Kindergitarre und Percussion Set. Und wer seine Wohnung mit Kunst verschönern möchte: Auch die kann im VÖBB ganz unkompliziert und sogar mit passender Transportverpackung mit nach Hause genommen werden – Originalgrafiken, -plastiken und ­-fotografien. ­In der Amerika-Gedenkibliothek der ZLB und der Pablo-Neruda-Bibliothek, beide in Friedrichshain-Kreuzberg und der Ingeborg-Drewitz-­ Bibliothek in Steglitz-Zehlendorf ist das für 3 Monate möglich, in Marzahn-Hellersdorf werden Originalgrafiken sogar für 6 Monate verliehen. Die Ausleihe von Printmedien bildet im VÖBB das Kerngeschäft mit rund 54 Prozent. Die Ausleihanteile der verschiedenen Medienarten unterliegen Schwankungen. So sind parallel zum verstärkten Aufkommen von digitalen Musik- JAHRESBERICHT 2019 und Filmplattformen wie Spotify und Netflix die Ausleihen im CD- und DVD-Bereich in den letzten Jahren rückläufig, machen aber immer noch gut 35 Prozent der Gesamtausleihen aus. Berlin ist weitläufig. Und wer nicht durch die ganze Stadt fahren möchte, um Medien zu entleihen, kann sie sich mit dem VÖBB-Transport in die wohnungsnahe Bibliothek oder sogar nach Hause liefern lassen – für 1 Euro bzw. 2,50 Euro je Medium – auch das ist Sharing Economy. ­Das Transportsystem wurde in den letzten Jahren ausgebaut und verbessert. Und das war die ­richtige Investition, wie die ­gesteigerte ­­Zufriedenheit der aktuellen Nutzer­umfrage 2019 belegt. Die Nutzenden wissen, dass der VÖBB Medien aktuell und schnell zur Verfügung stellen kann. Und die Zahlen selbst sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache – mit 587.018 Transporten konnte der Rekord von 2018 überholt werden. Weiterhin ansteigend sind auch die Ausleihen­ von E-Books und die Nutzung der digitalen ­Zugänge. 2019 lag der Anteil der Ausleihen bereits bei 8,6 Prozent. Hier macht sich die dauerhafte zentrale Finanzierung des Senats ­­für den kontinuierlichen Kauf von Lizenzen ­positiv bemerkbar. Sie sichert ein vielseitiges und ­aktuelles Angebot, insbesondere im Bereich fremdsprachiger Literatur, die sehr gefragt ist. Mit den ausleihbaren E-Book-Readern können die digitalen Medien ausprobiert werden. Die VÖBB-Angebote machen neugierig. 2019 konnten 80.208 Neuanmeldungen registriert werden – so viele wie noch nie zuvor. VÖBB-Sharing heißt: Teilen und gemeinsam nutzen zu einem extrem günstigen Preis. ­Maximal 10 Euro kostet der Bibliotheksausweis ­jährlich. Mit ihm können bis zu 60 Medien gleichzeitig entliehen werden. 9 www.voebb.de JAHRESBERICHT 2019 L I E B L I N G S B I B L I OT H E K Dirk Möller, 56, Polizist, ist in der Bezirkszentralbibliothek „Eva-Maria-Buch-Haus“ in Tempelhof-Schöneberg aktiv – vorwiegend beruflich, aber auch privat. Als ausgebildeter Verkehrssicherheitsberater ist er überwiegend in Schulen, aber auch in Seniorenheimstätten und eben einmal im Monat in der Bibliothek tätig. Sie ist ein kleines Bibliotheksjuwel der siebziger Jahre, wurde von dem Scharoun-Schüler Bodo Fleischer gebaut und hat den liebevollen Spitznamen „Kleine Philharmonie der Bücher“. „Meist stehe ich gleich am Eingang mit einem Gerät zur Messung der Reaktionsgeschwindigkeit und spreche die Leute an und berate zu allen möglichen Sicherheitsthemen, z. B. wie man sich im Verkehr in der dunklen Jahreszeit am besten schützt. Die E-Mobilität ist gerade ein großes Thema. Mit den E-Scootern, die seit Juni 2019 herumkurven, steigt die Unsicherheit. Dazu gibt es dann schon mal eine Sonderveranstaltung. Besonders wichtig ist mir viel Zeit für Fragen und Diskussionen, das geht hier schon sehr lebendig zu. Man erreicht ein breites Spektrum an Menschen und es ist schön zu sehen, dass darüber hinaus eine positive Beziehung und Vertrauen in die Polizei vermittelt werden kann. es aber auch zugehen. Wenn es mit dem Lesen länger dauert, kaufe ich sie mir lieber selbst. Und Hörbücher sind beim Sport prima, da macht man gleich noch ein bisschen weiter, weil es gerade so spannend ist. Einen E-Book-Reader habe ich mir vor einiger Zeit zugelegt. Der ist für Reisen ganz praktisch, aber Bücher sind mir doch am liebsten. Die Bibliothek hier wird unglaublich gut ­genutzt und dass man seine eigenen Laptops und ­Handys mit WLAN nutzen kann, finde ich ­besonders gut und wichtig. Unterm Strich wird die Ruhe erstaunlich gut (ein)gehalten, man kann fast schon zum Entspannen herkommen!“ Überhaupt ist Bibliothek gar nicht mehr so, wie ich sie aus meiner Kindheit kenne. Der wöchentliche Bücherbus vor der Schule war da immer ein Highlight. Na ja, damals gab es ja auch kein Internet. Später, als die Kinder noch klein waren, haben wir für sie Bilderbücher ausgeliehen, das war in Rudow. Heute haben sie ihren eigenen Ausweis und meinen nutze ich gelegentlich mal hier und da. Ich mag Krimis und Thriller, besonders die von Sebastian Fitzek. Humorvoll darf GERN GELESEN, GESCHAUT UND G E H Ö R T 2019 ROMAN Saša Stanišić: Herkunft SACHBUCH Harald Jähner: Wolfszeit HÖRBUCH ERWACHSENE Volker Kutscher: Märzgefallene DVD Bohemian Rhapsody The handmaid’s tale, Staffel 2 HÖRBUCH KINDER Bibi & Tina 65. Abschied von Amadeus 11 www.voebb.de EINE WOCHE SIND AUCH N U R A C H T TA G E Licht aus: Berlins Öffentliche Bibliotheken hatten Mitte November 2019 eine ­Woche lang geschlossen. Durch die Einführung des E-Government-Gesetzes und ­der ­damit zwingend gewordenen Standardisierung der Berliner Verwaltungs-IT-Struktur musste eine Datenbankumstellung vorgenommen werden – gewissermaßen ein ­Austausch des VÖBB-Motors. Spot an: Gestartet wurde danach mit einer Website in ­neuem Design und mehr Suchmöglichkeiten. Bei knapp 420.000 Bibliotheksausweisen und ca. 7,5 Mio. Medien mit laufender Bestands-, Ausleih-, Adress- und Mahnverwaltung durfte getrost von einem gigantischen Datenumzug gesprochen werden. Im Klartext bedeutete es das Abschalten des Bibliothekssystems für eine Woche. Somit gab es auch keine Möglichkeit, die Medien zu bearbeiten und zu sichern und alle Bibliotheken blieben geschlossen. Leicht gefallen ist der Entschluss nicht, denn er bedeutete auch eine hohe Einschränkung für viele der sonst erwarteten ca. 200.000 Besucher*innen, die unser Angebot nutzen, sei es für Schule Studium und Beruf oder für die Zeitungslektüre und Internetnutzung vor Ort. Mit einer breit angelegten Kampagne wurden die Berliner*innen informiert, Plakate und digitale Informationskanäle wiesen auf die Schließwoche hin. Dazu gab es sehr frühzeitige Informationen in allen Bibliotheken: Möglichst niemand sollte vor verschlossenen Türen stehen. In der Schließwoche fielen keine Überziehungs­ entgelte an. Der Zugang zu den digitalen ­Angeboten des VÖBB blieb erhalten, als eine Art virtueller Rund-um-die-Uhr-VÖBB-­Standort – inzwischen vergleichbar dem ansehnlichen ­Medienbestand einer Bezirkszentral­bibliothek. Zeitgleich wurde der VÖBB-Katalog ­­­­­­ www.voebb.de­­, in dem die Medien des Verbundes recherchiert und gebucht werden können und die Nutzenden ihre Bibliothekskonten verwalten, mit neuen Funktionalitäten erweitert und umgestaltet. Die Website erhielt in dieser Zeit ein zeitgemäßes und responsives Design, womit sich ein lang gehegter Wunsch der Berliner Öffentlichen Bibliotheken erfüllte. JAHRESBERICHT 2019 Und die VÖBB-Mitarbeiter*innen alle im ­Urlaub? Natürlich nicht. Die Schließzeit wurde für wichtige Hintergrundarbeiten und interne Fortbildungen genutzt. In allen Häusern wurde am berlinweiten Bibliotheksentwicklungsplan gearbeitet. Jeweils zwei Berliner Bezirks­ bibliotheken schlossen sich zu Fortbildungs­ tandems zusammen. Durchgeführt wurden ­unter ­anderem Schulungen zu Servicestandards ­genauso wie Kurse zu unterschiedlichen digi­ talen Fragestellungen. Pünktlich am 25. November konnte der Betrieb wiederaufgenommen werden, leider nicht ohne Blessuren. Da ein sogenannter Lasttest mit den täglichen großen Datenmengen im Testsystem nicht simuliert werden konnte, traten für einige Wochen im laufenden Betrieb Störungen und ­Abstürze der Website auf. Das neue Erscheinungsbild des ­Online-Katalogs kommt insgesamt sehr gut an. Nun gibt es auch eine interaktive Standortkarte mit ­allen Bibliotheks­standorten und den aktuellen ­Öffnungszeiten. Aber vor allem die Suchmöglichkeiten sind erheblich erweitert worden. ­Ein sogenanntes Discovery-System sorgt dafür, ­­dass die digitalen Angebote zu Filmen, Musik­ angeboten, fremdsprachigen Titeln sowie Zeitungs- und Zeitschriftenartikel nun in die ­Recherche direkt einbezogen werden können und somit unkompliziert für alle auffindbar sind. V E RT RA U E N I N D E N VÖ B B Berlins Öffentliche Bibliotheken sind besonders vertrauenswürdig, hochbeliebt und ­sehr empfehlenswert. Das hat die repräsentative Befragung der Berliner Bevölkerung ­ im ­Auftrag des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) herausgefunden. Circa 90 Prozent der Befragten empfinden Öffentliche Bibliotheken, gerade in Zeiten von Fake News, als einen vertrauenswürdigen Ort. Und dies unabhängig davon, ob sie ­Bibliotheken nutzen oder nicht. Diese gute Botschaft war der Berliner Morgenpost im Juni sogar eine Schlagzeile wert. Auch nach den Gründen, Bibliotheken nicht zu nutzen, wurde gefragt: An erster Stelle nannten die Befragten das Internet als alternative Informationsquelle. Und sie nehmen eine unzureichende Ausstattung der Bibliotheken mit digitaler Infrastruktur wahr. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat im April 2019 das Berliner ­Abgeordnetenhaus entschieden, die Öffentlichen Bibliotheken mit Mitteln aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds (SIWANA V) zu fördern. Dies versetzt den VÖBB in die Lage, den Netzausbau 2020 zügig voranzutreiben und nach und nach alle Standorte mit einer Gigabit-­ Anbindung zu versorgen. Aus den SIWANA-Mitteln kann nun auch der dringend erforderliche Austausch der RFIDTechnologie finanziert werden. 2009 wurde die Selbstverbuchung mit Hilfe der Radiowellenfrequenztechnologie eingeführt und das Schlange stehen bei Ausleihe und Rückgabe ist seitdem abgeschafft. Nach einem knappen Jahrzehnt intensiver Nutzung sind die Geräte nicht mehr auf dem neuesten Stand und müssen ausge- tauscht werden. In der Planung ist außerdem, alle Selbstverbuchungsgeräte mit einer ECBezahlmöglichkeit und noch mehr Standorte im VÖBB mit Außenrückgaben und Rückgabeanlagen auszustatten. Die aktuelle Nutzungsumfrage des VÖBB zeigt, dass die Berliner*innen ihre Bibliotheken besonders als Ort zum Verweilen schätzen. 56 Prozent der befragten Nutzer*innen geben an, sich zwischen einer und vier Stunden in der Bibliothek aufzuhalten. Insgesamt 13.065 Menschen wurden in allen ­Öffentlichen Bibliotheken der Stadt befragt. Berlins Bibliotheksnutzer*innen sind zufrieden mit ihren Bibliotheken, ganz ­besonders mit dem Bibliothekspersonal. Das wird auf einer Skala zwischen 0 und 5 mit sehr positiven 4,7 (2014 4,6) bewertet. Der VÖBB genießt Vertrauen – bei den Berliner*innen, bei der Politik und bei den Mitarbeiter*innen – 2020 gilt es nun, die ­großen Erwartungen nach und nach einzulösen und mit einem verabschiedeten Bibliotheksentwicklungsplan die Zukunft zu gestalten. »Diese Förderung ist ein schönes Zeichen, dass im Berliner Senat und vor allem beim zuständigen Senator gesehen wird, wie wichtig Öffentliche Bibliotheken in der Stadt sind. Das ist einfach großartig und wir sind dem Senator außerordentlich dankbar.« Volker Heller, Vorstand der ZLB und einer der beiden Geschäftsführer der Direktorenkonferenz des VÖBB 13 D I G I T A L E W E LT E N – M A K E R S PA C E S U N D M E H R Die Bibliothek als Ort zum (Selber-)Machen: Jeder Bezirk soll möglichst über einen Bibliotheksraum für eigenständiges Produzieren, Ausprobieren und die Vermittlung von Medienkompetenz verfügen – das ist ein erklärtes Ziel des Projekts Digitale Welten. An insgesamt 8 Standorten konnte dies inzwischen mit den Landesmitteln umgesetzt werden. JAHRESBERICHT 2019 __ Im November 2018 startete in Reinickendorf das „Humbot“-Projekt. Es hatte Strahlkraft für den ganzen VÖBB. Robotik gehört nun schon über ein Jahr lang fest zum medien­ pädagogischen Konzept. Wer generell mehr über die vielfältige multimediale und ­spielerische digitale Leseförderung der Kinder- und Jugendbibliotheken im VÖBB wissen möchte: Einen anschaulichen Überblick gibt die im Sommer ­erschienene Broschüre „Bibliotheken mit Aussicht“ http://voebb.de/download/VOEBB_ Imagebroschuere_Ansicht.pdf. __ Im Februar 2019 konnte der „WerkRaum“ in der Pablo-Neruda-Bibliothek in FriedrichshainKreuzberg eröffnet werden. Das Machen wird hier auch gemeinschaftlich verstanden, denn der Raum kann über Workshops hinaus als Veranstaltungsort für den Kiez flexibel genutzt werden. __ In Charlottenburg-Wilmersdorf (HeinrichSchulz-Bibliothek) wurde der bereits bestehende elektronische „Mobile Musik-Makerspace“ (m3) um Software und eine umfassende mediendidaktische Begleitung zur Einführung in die Geräte erweitert, um einen weiteren Schritt in die Zukunft der traditionsreichen Musikbibliothek zu gehen. ONLINE-HITS 2019 DEUTSCHES E-BOOK (ONLEIHE) Dora Heldt: Böse Leute ENGLISCHES E-BOOK (OVERDRIVE) Sean Murphy: Batman – White Knight FILM (FILMFRIEND) Predestination (Australien 2014) S TAT I S T I K (S TAT I S TA) Abfrage Medien­nutzung durch Jugendliche in der Freizeit in Deutschland 2018 __ Dass ein Makerspace auch flexibel sein kann, beweist der im September 2019 in TreptowKöpenick eröffnete mobile Makerspace. Er ist mit drei Modulen bestückt und kann an allen Standorten zum Einsatz kommen. Die Themen: „Programmieren und Robotik“, „Gutenberg 2.0: Vom Manuskript zum fertigen Buch“ und „Filmprojekte: Geschichten in Bilder übersetzen“. __ In der Philipp-Schaeffer-Bibliothek in Mitte wurde im Oktober 2019 in Zusammenarbeit mit dem mediencollege Berlin ein Makerspace mit dem Schwerpunkt Foto, Film, Design und Mode eröffnet mit niedrigschwelligem Zugang zu professioneller Kameraausstattung sowie Bildbearbeitungswerkzeugen, digitalen Näh- und Stickmaschinen sowie Technologien aus dem 3D-Bereich. Gaming für Kinder und Jugendliche aufgebaut. Geschicklichkeit, logisches und räumliches Denken, Kreativität, die Fähigkeit zum eigenständigen Organisieren, aber auch soziale Kompetenzen wie Wertschätzung und Kooperation werden hier in einem spielerischen Erlebnis kombiniert. __ Für Februar 2020 ist die Eröffnung eines Makerspaces in Lichtenberg in der Anna-Seghers-Bibliothek vorgesehen. Der Kreativ- und Lernraum „Robo und Faden“ wird Digitalisierung und Textiltechniken verbinden. Rund um textiles Gestalten werden sich Kinder und Erwachsene mit und ohne Computer erproben können. Mit bezirklicher Finanzierung und Förderung der Europäischen Union läuft seit 2016 der ­Makerspace in der Schiller-Bibliothek in Mitte. Was ist sonst im VÖBB-Projekt Digitale Welten passiert? Anfang 2019 wurde der ArthouseFilmstreaming-Dienst „AVA“ vorgestellt. ­Mit ihm wird das ohnehin schon breite Film­ streaming-Angebot des VÖBB unter anderem um Kurzfilme des Berliner Interfilm-Festivals erweitert. Ende des Jahres startete das von Brockhaus zunächst exklusiv für den VÖBB entwickelte E-Learning-Angebot „Fit im Internet für ­Erwachsene“, das Themen wie Online-Shopping, Datenschutz, soziale Medien und vieles mehr vermittelt. Für die Online-Angebote war 2019 ein ­weiteres Jahr starker Nutzungssteigerung. Am Ende schaffte es der VÖBB bei der Anzahl der digitalen E-Book- und Hörbuch-Ausleihen sogar, mit 2.016.211 Ausleihen die 2-Millionen-Marke zu reißen, das sind immerhin 8,6 Prozent der verbundweiten Ausleihen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Anzahl der Filmstreams um 143 Prozent auf 86.798 gesteigert werden. Die Anzahl der online gelesenen Zeitungs- und ­Zeitschriftenartikel stieg um 49 Prozent auf ­2,6 Millionen. 16.263 Nutzende nahmen ausschließlich die digitalen Angebote des VÖBB wahr, eine Steigerung um 100 Prozent. __ Im November folgte in Neukölln die Bibliothek im Gemeinschaftshaus mit einer digitalen Textildruckwerkstatt, in der Nutzende den Prozess der Herstellung vom Design am Computer bis zum Druck erlernen können. __ In der Mittelpunktbibliothek „Ehm Welk“ in Marzahn-Hellersdorf wurde ein Makerspace mit dem Schwerpunkt analoges und digitales 15 www.voebb.de G RO S S E E RWA RT U N G E N Die Zukunft für Berlins Öffentliche Bibliotheken verbindlich zu untermauern, ist Ziel des 2019 begonnenen partizipativen Prozesses zur Erarbeitung eines Bibliotheks­ entwicklungsplanes für Berlin. Künftige Erfordernisse und Bedürfnisse an die ­Öffentlichen Bibliotheken der wachsenden und diversen Stadt Berlin werden ins Auge gefasst und mit zielführenden Maßnahmen unterlegt. Dabei steht dem VÖBB ein ­versiertes ­Beratungsteam zur Seite. Zum Auftakt trafen sich Mitte Juni rund 150 Menschen aus der Bibliothekswelt, den bezirklichen Verwaltungen, der Senatsverwaltung für Kultur, für Bildung und für Stadtentwicklung, Gruppen der Zivilgesellschaft, sowie VÖBBNutzer*innen und -mitarbeiter*innen zu einer ersten Statuskonferenz in der Zitadelle Spandau. In zwei herbstlichen Workshopserien mit ca. 500 VÖBB-Mitarbeiter*innen wurden Trendeinschätzungen und zukunftsfähige Szenarien erarbeitet. Eine Kurztagung zu aktuellen Modellen der ­ehrenamtlichen Mitwirkung von Bürger*innen in Bibliotheken in der Bibliothek am Luisenbad in Mitte mit Beispielen aus Hamburg und Bielefeld sowie eine Kreativwerkstatt für Nutzer*innen im frisch eröffneten Werkraum der Pablo-Neruda-Bibliothek in FriedrichshainKreuzberg ergänzten das umfangreiche Nachdenken über die Berliner Bibliotheken. Rund 25 Nutzer*innen zwischen 28 und 83 Jahren aus neun Bezirken diskutierten ihre Erwartungen an die Bibliothek der Zukunft. Drei Photo Library Walks mit Jugendlichen aus Marzahn-Hellersdorf, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg banden auch die Jüngeren ein. Mit Smart­phones dokumentierten sie Stärken und Schwächen der besuchten Standorte. Manche Hinweise, z. B. auf Gemütlichkeitsfaktoren, Schließfächer etc. wurden gleich umgesetzt. Auch die Erkenntnisse aus der aktuellen ­Nutzungsumfrage, die im Oktober 2019 abgeschlossen werden konnte, fließen in den Entwicklungsplanungsprozess ein. Die Anzahl derer, die in der Bibliothek lernen und arbeiten, nahm seit 2014 um 15 Prozent zu. Allerdings ist die Anzahl derer, die angaben, dass die ­Bibliotheken über eine ausreichende Anzahl an Sitz- oder JAHRESBERICHT 2019 ­ rbeitsplätzen verfügen, seit der letzten UmA frage gesunken. Hier zeigt sich die dringende Notwendigkeit, dem gestiegenen Bedarf durch entsprechende räumliche Erweiterungen und Veränderungen Rechnung zu tragen. Das stimmt mit den ersten Erkenntnissen aus dem Planungsprozess überein: Bibliotheken spielen zunehmend eine Rolle als Ort, den man gerne aufsucht, ein Wohlfühlort für alle mit Angeboten für Kultur, Spiel und Unterhaltung, barriere- und kostenfrei und gerne nachhaltig und grün. Sie sind eine wichtige Anlaufstelle für Neubürger*innen, Vernetzungsort für die Stadtgesellschaft und den demokratischen Diskurs. Lange Öffnungszeiten und eine ­große Angebotsvielfalt über die Bereitstellung von Medien ­hinaus mit Beratungsdiensten für Bürger*innen und Räumen zum Machen und Experimentieren werden gewünscht. Grundsätzlich notwendig ist die kontinuierliche Sicherstellung von Technologieerhalt, -ausbau und -unterhalt. Die VÖBB-Zukunft hat 2019 begonnen – 2020 werden die gewonnenen Erkenntnisse in eine Planung überführt, die im Sommer 2020 zur Beratung in das Abgeordnetenhaus eingebracht werden soll. 17 www.voebb.de Z E N T R A L- U N D LA N D E S B I B L I O T H E K B E R L I N (ZLB) S TA N D O RT E / H Ä U S E R BIBLIOTHEK DES JAHRES 2019 2 Bibliotheken Amerika-Gedenk­ bibliothek (AGB) Blücherplatz 1 10961 Berlin Berliner Stadtbibliothek (BStB) Breite Str. 30 – 36 10178 Berlin BESUCHERZAHL 1.539.021 ENTLEIHUNGEN 3.455.094 MEDIENEINHEITEN 3.716.256 AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB 3.091.924 € ÖFFNUNGSSTUNDEN/ WOCHE 64 (Regelöffnungszeit) Z E N T R A L- U N D LA N D E S B I B L I OT H E K BERLIN Stiftung des öffentlichen Rechts Postfach 61 01 79 10922 Berlin www.zlb.de info@zlb.de LEITUNG Volker Heller JAHRESBERICHT 2019 Am 24.10.2019 konnten wir im Roten Rathaus den Festakt zur Verleihung der Bibliothek des Jahres feiern. In seiner Lobesrede auf unsere Bibliothek würdigte Dr. Thomas de Maizière, MdB, die Arbeit der ZLB als besonders zukunftsgerichtet. Gelobt wurde die Sonntagsöffnung, die seit 2017 in der AGB allsonntäglich ein umfangreiches Programm bietet, ausgerichtet von Kuratorinnen aus der Kunstszene Berlins. Hervorgehoben wurde die Gesamtkonzeption unserer Bibliothek und deren konsequente und stringente Umsetzung. Die ZLB feierte die Verleihung mit über 400 Menschen aus der Stadtgesellschaft, mit Nutzenden, Politiker*innen und vielen Mitarbeiter*innen – und wir müssen zugeben, der Preis macht uns auch „stolz wie Bolle“. Das intensive Zusammenspiel von Medienangebot, Beratung und einer Öffnungsstrategie für neue Angebote und Funktionen unserer Bibliothek hat über 1.5 Millionen Besucher*innen in diesem Jahr begeistert. Mit den CommunityProjekten befindet sich die Bibliothek in der Mitte des Stadtgeschehens, wir sind Mitunterzeichnerin bei „Die Vielen“, nahmen an der Prideweek teil und beherbergen die arabische Bibliothek Baynatna. Unser „Makerspace“ stellt die Begegnung von Menschen ins Zentrum. In der neuen „Machwas!“-Sparte verknüpfen wir Menschen, Medien, Informationen und Begegnungen, und das durch Kombinieren von partizipativen Veranstaltungsformaten der Medienbildung und -pädagogik, und mit großer Zielgruppenorientierung. Neben der aktuellen Programmentwicklung ­arbeitet die ZLB weiter an ihrer Zukunft. ­Gemeinsam mit den zuständigen Stellen in Senat und Bezirk entwickelt sich nach und nach immer klarer, wie sich die Zusammenführung der Standorte Amerika-Gedenkbibliothek und ­Berliner Stadtbibliothek (und des Außen­ magazins!) gestalten wird. 2019 wurde von der ­Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen in einem sehr partizipativen Verfahren das künftige Areal der Bibliothek betrachtet und gemeinsame Annahmen für mögliche Standorte des Baus und der Freiflächen entwickelt. All dies geht nur in der Gemeinschaft. Die ­Zentral- und Landesbibliothek Berlin freut sich, mit ihren Angeboten und Ideen Teil des Verbunds der Öffentlichen Bibliotheken zu sein. EINWOHNERZAHL 342.332 S TA N D O RT E/H Ä U S E R 7 Bibliotheken S TA DT B I B L I OT H E K C H A R LO T T E N B U R G WILMERSDORF NEUE RÄUME, LÄNGER STÖBERN, KREATIV WERDEN Es heißt, Charlottenburg-Wilmersdorf sei reich und mondän. Ob dieses Klischee auch auf die Stadtbibliothek und ihre Nutzer*innen zutrifft? Zumindest sind wir einfallsreich und leben nicht hinter dem Mond, was uns ein Jahr mit viel­ fältigen Angeboten bescherte. Wir steigerten 2019 unsere Nutzungszahlen und meisterten einen herausfordernden Umzug: Im Januar bezog die Adolf-Reichwein-Bibliothek den ehemaligen Ratskeller im Rathaus Schmargen­dorf. In diesem Zusammenhang konnten wir dort die Öffnungszeiten erheblich erweitern, wie auch in der Heinrich-Schulzund Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek. Hier kann nun samstags zwei Stunden länger gestöbert, geschmökert und gesurft werden. Ebenfalls ausgebaut haben wir unseren ­Fokus auf Veranstaltungen. Unsere Vorträge zu ­aktuellen gesellschaftspolitischen Themen ermöglichen Meinungsbildung und gemeinsame Diskussion. Äußerst erfolgreich führten wir auch die Kooperation mit der Musikschule City West fort, z. B. mit klangvollen Konzerten zum Jahr des Saxofons. ausgetragen und das Kindermusikfestival fand bei uns eine Bühne. Der Schreibwett­bewerb „Stadt – Land – Ich!“ wurde ausgelobt und digitale Kompetenzen bei Kindern in Veranstaltungen rund um kleine Käferroboter und die Programmiersprache Scratch gefördert. Nicht nur Kinder erfreute unser Star-Wars-Tag mit Cosplayern und vielen kleinen Jedis sowie ­unsere erste Teilnahme am deutschlandweiten Gratis Comic Tag. Ein weiteres Highlight waren unsere regelmäßigen Workshops am mobilen Musik-Makerspace m3. Zahlreiche Interessierte lernten von Musikexperten, wie man dem kompakten Musikstudio elektronische Kompositionen entlockt. Im Mai waren wir sogar mit dem m3 auf dem Netzfest im Vorfeld der re:publica, wo wir zum aktiven Ausprobieren außerhalb unserer Bibliotheks­ räume einluden. Jetzt sind wir um neue Erfahrungen und Ideen reicher. Danke 2019! BESUCHERZAHL 700.994 V E R A N S T A LT U N G E N / FÜHRUNGEN/ AUSSTELLUNGEN 2.539 MIT 38.925 Besuchen, davon 21.987 Teilnehmer*innen an Maßnahmen zur Medienkompetenz und Leseförderung ENTLEIHUNGEN 1.381.672 MEDIENEINHEITEN 244.964 AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB 327.131 € ÖFFNUNGSSTUNDEN/ JAHR 8.489 BEZIRKSAMT Charlottenburg-­ Wilmersdorf AMT FÜR WEITERBILDUNG U N D K U LT U R Fachbereich ­Bibliotheken Otto-Suhr-Allee 96 10585 Berlin www.stadtbibliothek. charlottenburgwilmersdorf.de Blog: www.wir-bietenvielfalt-einen-ort.de Im Rahmen der Leseförderung boten wir u. a. Workshops für Willkommensklassen an. Auch der Vorlesewettbewerb im Bezirk wurde bei uns stadtbibliothek@ charlottenburgwilmersdorf.de LEITUNG Andres Imhof Bezirkszentralbibliothek Fahrbibliothek Mittelpunktbibliothek Stadtteilbibliothek 19 www.voebb.de EINWOHNERZAHL 289.762 S TA N D O RT E/H Ä U S E R 5 Bibliotheken (4 Bibliotheken, 1 nicht-öffentliche Schulbibliothek) S TA DT B I B L I OT H E K FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG BESUCHERZAHL 553.176 GRÜN, DIGITAL UND VIELE GRÜNDE ZUM FEIERN V E R A N S T A LT U N G E N / FÜHRUNGEN/ AUSSTELLUNGEN 1.957 MIT 38.627 Besuchen, davon 16.168 Teilnehmer*innen an Maßnahmen zur Medienkompetenz und Leseförderung ENTLEIHUNGEN 1.462.896 MEDIENEINHEITEN 229.495 AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB 464.539 € ÖFFNUNGSSTUNDEN/ JAHR 7.487 BEZIRKSAMT Friedrichshain-Kreuzberg AMT FÜR WEITERBILDUNG U N D K U LT U R Fachbereich ­Bibliotheken Frankfurter Allee 14A 10247 Berlin www.stadtbibliothek-fk. berlin.de info-stadtbibliothek@ ba-fk.berlin.de LEITUNG Julia Weis / Anne Maase JAHRESBERICHT 2019 Mit Friedrichshain-Kreuzberg assoziiert man landläufig linksalternative Hausprojekte, Ökologie, Partys und Start-up-Hipster. Alles bloß Klischees? Beim Blick auf unsere Bilanz 2019 finden sich doch einige Parallelen: Im Februar eröffnete in der Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda der Makerspace „WerkRaum“. Er lädt einerseits alle dazu ein, Virtual-Reality-Brillen oder kleine Roboter auszuprobieren und bietet Raum für Workshops zu digitalen und naturwissenschaftlichen Themen für die Nerds von morgen. Andererseits ist der WerkRaum auch ein flexibler Veranstaltungsraum für die Bibliothek und den Kiez. Von Lesungen und Gesprächen über Flohmärkte bis hin zum Foodsharer-Plenum reichte die Bandbreite der Veranstaltungen. Besonders viele Neuerungen gab es 2019 in der Mittelpunktbibliothek Wilhelm Liebknecht / Namik Kemal am Kottbusser Tor: Pünktlich zum Frühlingsbeginn eröffnete dort unser nachbarschaftlicher LeseGarten. In dieser Kooperation mit dem Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin sind interessierte Nachbar*innen seither eingeladen mit uns ökologisch zu gärtnern. Im August stieg dann im Hof der Bibliothek ein großes Sommerfest, um den ersten geöffneten Samstag zu feiern. Denn Dank des Personalzuwachses in der Stadtbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg steht seither endlich auch ein zweites Haus im Bezirk samstags für unsere Besucher*innen offen. Und um den Bibliotheksbesuch noch schmackhafter zu machen, eröffneten im September am Kotti gleich zwei Gaming Zones mit großem Bildschirm, Playstation 4 und Nintendo Switch sowie verschiedenen Konsolen­ spielen zum Ausprobieren. Bezirksweit hatten wir 2019 erstmalig die Möglichkeit alle Erstklässler*innen persönlich in die Bibliotheken einzuladen. Wer dem Aufruf auf der bei Schulstart erhaltenen Karte ­folgte, ­bekam als Begrüßung vor Ort einen kleinen Turnbeutel gefüllt mit Infos zu Umweltbildung. Alles in allem also ein ziemlich ökologisches und gleichzeitig digitales Jahr – in dem es viel zu feiern gab. Um das Klischee perfekt zu machen, fehlen noch die linksalternativen Hausprojekte? Denen wurden bei uns in der Performance der Künstlerin und Aktivistin Simone Dede Ayivi ein zeitgenössisches Denkmal gesetzt – Totgesagte leben länger. Friedrichshain-Kreuzberg wie gedacht also. Es gibt Schlimmeres. S TA DT B I B L I OT H E K LICHTENBERG EINWOHNERZAHL 294.201 S TA N D O RT E / H Ä U S E R 4 Bibliotheken BESUCHERZAHL VIELFÄLTIGES MITEINANDER – LICHTENBERGER BIBLIOTHEKEN ALS TREFFPUNKT FÜR EINE MODERNE STADTGESELLSCHAFT 619.482 V E R A N S T A LT U N G E N / FÜHRUNGEN/ AUSSTELLUNGEN Lichtenberg ist familienfreundlich! Das entsprechende Zertifikat des Vereins Familiengerechte Kommune e. V. konnte 2019 erneuert werden. Vielleicht entdecken deshalb immer mehr Menschen den Bezirk im Nordosten ­Berlins für sich? Seine Anziehungskraft besteht in familienfreundlichen Wohnungen, einem lebendigen Bildungs- und Kulturangebot sowie erstaunlich viel Grün. Für Bildung und Kultur steht die Stadtbibliothek Lichtenberg zweifelsfrei. Aber auch die Natur hat sich hier einen Platz erobert. Mit Unterstützung des Kiezfonds Hohenschönhausen entstanden im letzten Jahr auf dem Balkon der Anna-Seghers-Bibliothek Hochbeete und ein Insektenhotel. Veranstaltungen zu Naturschutzthemen in Kooperation mit dem Umweltbüro Lichtenberg stoßen bei den Besucher*innen auf reges Interesse. Zu einer nachhaltigen Lebensweise ermuntern die Lastenfahrräder Anna, Anton, Bodo und Egon, die dank der Initiative fLotte Berlin des ADFC in den vier Bibliotheken kostenlos ausgeliehen werden können. Die Förderung von Lese-, Sprach- und Medien­ kompetenz von Kindern gehörte auch 2019 zu den Schwerpunkten der Lichtenberger Bibliotheken. Mit viel Engagement erarbeiten die Mitarbeiter*innen innovative Konzepte, die sie mit Kitagruppen und Schulklassen umsetzen. Mit öffentlichen Formaten wie den regelmäßig stattfindenden ­FamilienSamstagen erreichen die Bibliotheken ein großes generationenübergreifendes Publikum. Sehr beliebt sind auch die Bezirkszentralbibliothek Fahrbibliothek Vorlesenachmittage oder der Sommerleseclub. Neu hinzugekommen ist ein Robotik-­Angebot für Kinder ab sechs Jahren mit Mini-Robotern, PCs mit Programmier-Apps und -spielen und jeder Menge Technik zum Entdecken. Die offenen Angebote zum Mitmachen und Ausprobieren fördern einen kreativen Umgang mit modernen Medien. Die Coding- ­und Robotik-Sets gehören zu dem neuen Makerspace „Robo und Faden“, der vom Land Berlin über das Projekt „Digitale Welten“ des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins gefördert wird. 2.640 MIT 52.637 Besuchen, davon 36.268 Teilnehmer*innen an Maßnahmen zur Medienkompetenz und Leseförderung ENTLEIHUNGEN 1.711.144 MEDIENEINHEITEN 276.897 AUSGABEN FÜR Beratungsangebote lokaler Einrichtungen wie der Stadtteilkoordinationsbüros, Ehrenamts­ beratung sowie eine kostenfreie Mieter*innen­ beratung und Informationsveranstaltungen wie der ExpertenRat bekräftigen den ­Anspruch der Bibliotheken, ein Ort des Austauschs, der Kultur- und Wissensvermittlung für die Bürger*innen zu sein. Die Frage, wie sie den vielfältigen Bedarfen einer modernen Stadtgesellschaft gerecht werden können, wird für die Bibliotheken auch in Zukunft ein zentrales Anliegen sein. Sie stehen nun vor der ­Aufgabe, sowohl ihre räumliche Gestaltung als auch ihre programmatischen Konzepte für eine umfassende ­Teilhabe der Lichtenberger*innen weiterzuentwickeln. MEDIENERWERB 414.917 € ÖFFNUNGSSTUNDEN/ JAHR 10.247 BEZIRKSAMT Lichtenberg AMT FÜR WEITERBILDUNG U N D K U LT U R Fachbereich Bibliotheken Anton-Saefkow-Platz 14 10369 Berlin www.stadtbibliothekberlin-lichtenberg.de LEITUNG Dr. Verena Paetow verena.paetow@­ lichtenberg.berlin.de Mittelpunktbibliothek Stadtteilbibliothek 21 www.voebb.de EINWOHNERZAHL 268.548 S TA N D O RT E / H Ä U S E R 6 Bibliotheken BESUCHERZAHL 546.176 V E R A N S T A LT U N G E N / FÜHRUNGEN/ S TA DT B I B L I OT H E K MARZAHN-HELLERSDORF AUSSTELLUNGEN 2.017 MIT 41.633 Besuchen, davon 33.072 Teilnehmer*innen an Maßnahmen zur Medienkompetenz und Leseförderung ENTLEIHUNGEN 1.222.447 MEDIENEINHEITEN 288.530 AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB 275.198 € ÖFFNUNGSSTUNDEN/ JAHR 8.619 BEZIRKSAMT Marzahn-Hellersdorf AMT FÜR WEITERBILDUNG U N D K U LT U R Fachbereich ­Bibliotheken Marzahner Promenade 54 (im Freizeitforum Marzahn) 12679 Berlin www.berlin.de/ bibliotheken-mh bibl.service@ ba-mh.berlin.de LEITUNG Benita Hanke benita.hanke@ ba-mh.berlin.de JAHRESBERICHT 2019 WIE ALLES BEGANN… DIE BIBLIOTHEKEN IN MARZAHN - HELLERSDORF WURDEN 40 JAHRE ALT Am 1.10.1979 wurde die Stadtbibliothek Marzahn-­ Hellersdorf offiziell gegründet. Unter diesem Eindruck stand das gesamte Jahr 2019. In einer Ausstellung mit historischen Fotos erinnerten die Mitarbeiter*innen der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf an die Anfänge der Bibliotheken im Bezirk und ließen die Besucher*innen an dieser Geschichte teilhaben. An diesem Tag war deutlich die Nähe der in den Bibliotheken Arbeitenden mit ihren Besucher*innen zu spüren. 2019 war auch das Jahr der Mit-Mach-Bibliotheken. Unsere beliebten Reihen und Projekte wie die Literaturempfehlungsshow „Schwebende Bücher“, das Vorstellen von Musik in „Musik Querbeet“, die ­Veranstaltungsreihe „Live bei Kleist“, „Der literarische Kaffeeplausch“ oder das Nähprojekt in der Bibliothek Kaulsdorf sind Meilensteine dessen, was die Bibliotheken im Bezirk prägt. Die ersten 4 Bibliotheken befanden sich in Mahlsdorf, Kaulsdorf und Biesdorf und wurden von der Stadtbibliothek Lichtenberg übergeben. Es waren kleine Bibliotheken in zum Teil beklagenswert schlechten Gebäuden. Sie sollten in den kommenden Jahren mehrfach umziehen und zu leistungsstarken Stadtteilbibliotheken ausgebaut werden. Gleichzeitig wurden 4 neue Bibliotheken und 25 Arbeiterwohnheim-Bibliotheken geplant und dabei sollte es nicht bleiben. In den ersten Jahren gab es echte AufbruchStimmung. Tausende Kartons mit Büchern wurden Jahr für Jahr angeliefert, geschleppt und bearbeitet. Um die Menge der Bücherkartons unterstellen zu können, wurde das ehemalige Gasthaus Tegelitz in Mahlsdorf angemietet. Dort wurde unter schwierigen Bedingungen in dem seit Jahren leer stehenden Gebäude gearbeitet. Die folgenden Jahre waren geprägt von der Eröffnung zahlreicher moderner Bibliotheken mit dem ersten Bestand von Tonbandkassetten, Schallplatten, der ersten Artothek, den ersten Veranstaltungen. Und es sollte turbulent weiter­gehen mit Eröffnungen, Schließungen und Wiedereröffnungen, Trennung der Stadtbezirke in Marzahn und Hellersdorf und deren Wiedervereinigung im Jahr 2000. Heute präsentieren sich im Bezirk 6 moderne Bibliotheken, verbunden durch ein ­ausgefeiltes Computernetz und Medien, von denen wir bei Gründung nicht zu träumen wagten. Umso größer ist das Erstaunen, was in den Jahren geschafft wurde. Harte Klischees: Viele Menschen mit rechter Gesinnung…, da wohnen nur Arme oder Hartz IV-Empfänger…, triste Plattenbauten…, kaum Kulturleben… Unsere Antwort: „Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist anders und besonders für die Bibliothek gilt: kulturvoll, ein Bildungsort, ein Kulturort, ein grüner Ort mit aufgeschlossenen und interessierten Menschen.“ S TA DT B I B L I OT H E K MITTE FREELAB, ESCAPE ROOM UND LIVE DRAWING CONCERT – MIT TE BIETET UNGEWÖHNLICHES EINWOHNERZAHL 385 748 S TA N D O RT E / H Ä U S E R 10 (7 Bibliotheken, 3 Fahrbibliotheken) BESUCHERZAHL 1.019.160 V E R A N S T A LT U N G E N / FÜHRUNGEN/ Der Bezirk Mitte gilt mithin als ein lebendiger, multikultureller Schmelztiegel und als Herz der Stadt. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der enormen Bandbreite der Angebote der Stadtbi­ bliothek Mitte wieder. Der Makerspace in der Philipp-Schaeffer-­ Bibliothek öffnet mit Nähmaschinen, ­Grafik­und ­Design-Werkzeugen, 3D-Drucker und viel­fältigen Veranstaltungsangeboten, z. B. dem wöchentlichen Familiennachmittag rund um die programmierbaren Roboter Sphero, Dash und Ozobot. Neue drittmittelfinanzierte Projekte starten auch in der Bruno-Lösche-Bibliothek, der Bi­ bliothek am Luisenbad und der Schiller-­Biblio­ thek. So kann jetzt im FreeLab der SchillerBibliothek das bisher eingesetzte Equipment des Makerspace von interessierten Maker*innen selbst genutzt werden. Das literarische Live Escape Game „Das verschwundenen Manuskript“ in der Bibliothek am Luisenbad hat sich mit insgesamt 152 Veranstaltungen etabliert und gewinnt mit seinem Konzept den 1. Preis im Best-Practice-Wett­ bewerb der Gemeinsamen Kommission des VDB und dbv. Die Hansabibliothek wird nach denkmalgerechter Sanierung mit einer feierlichen Übergabe und Gästen aus Kultur und Politik wiedereröffnet. Auch die Kurt-Tucholsky-Bibliothek feiert nach Erweiterung und Einbau eines Fahrstuhls ihre Wiedereröffnung im Rahmen eines Nachbarschaftsfestes. AUSSTELLUNGEN Zwei neue Bücherbusse bieten mehr Platz als ihre Vorgänger, z.B. für die Reihe „Philosophieren mit Kindern“ und das Bilderbuchkino. ENTLEIHUNGEN Höhepunkte des Veranstaltungsangebots waren das Live Drawing Konzert mit der Band „The Good Sons“ und Comiczeichner Reinhard Kleist, die Lesung mit Schauspieler Florian Lukas und die Eröffnung der 10. Berliner Bücherinseln mit prominenten Persönlichkeiten der Kinderliteratur. Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Kontaktstelle PflegeEngagement Mitte ergänzt das neu aufgebaute Medienangebot zum Thema Demenz. 3.757 MIT 60.215 Besuchen, davon 42.374 Teilnehmer*innen an Maßnahmen zur Medienkompetenz und Leseförderung 2.303.457 MEDIENEINHEITEN 454.777 AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB 552.122 € ÖFFNUNGSSTUNDEN/ JAHR 15.529 BEZIRKSAMT Mitte AMT FÜR Vielfältig und aktuell waren auch die TRENDPräsentationen des Jahres. Angeboten wurden Medien u.a. zu den Themen Pedalritter, Making, Science-Fiction & Dystopie und Klimawandel. WEITERBILDUNG U N D K U LT U R Fachbereich Bibliotheken Mathilde-Jacob-Platz 1 10551 Berlin www.stadtbibliothekmitte.berlin.de LEITUNG Stefan Rogge stefan.rogge@ ba-mitte.berlin.de Bezirkszentralbibliothek Fahrbibliothek Mittelpunktbibliothek Stadtteilbibliothek 23 www.voebb.de EINWOHNERZAHL 329.917 S TA N D O RT E / H Ä U S E R 4 Bibliotheken BESUCHERZAHL 505.593 S TA DT B I B L I OT H E K N E U KÖ L L N V E R A N S T A LT U N G E N / FÜHRUNGEN/ AUSSTELLUNGEN SO VIELFÄLTIG WIE DER BEZIRK – DAS ANGEBOT DER NEUKÖLLNER BIBLIOTHEKEN 2.118 ENTLEIHUNGEN 1.533.560 MEDIENEINHEITEN Arm aber sexy wird häufig mit Neukölln verbunden: laut, authentisch, chaotisch aber irgendwie doch sexy und solidarisch. Wer durch Neukölln läuft, findet Studenten, Arbeitssuchende, Kunstschaffende, Senioren und Partygänger, alteingesessene Familien oder Menschen aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt – diese Mischung findet den Weg in die Neuköllner Bibliotheken und nutzt das bunte Angebot: 292.453 AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB 415.479 € ÖFFNUNGSSTUNDEN/ JAHR 6.216 BEZIRKSAMT Neukölln AMT FÜR WEITERBILDUNG U N D K U LT U R Fachbereich Bibliotheken Karl-Marx-Str. 66 (in den Neukölln Arcaden) 12040 Berlin www.berlin.de/ stadtbiblio­thekneukoelln info@stadtbibliothekneukoelln.de LEITUNG Evelyn Stussak JAHRESBERICHT 2019 Am 26. November 2019 wurde der MakerSpace in der Bibliothek im Gemeinschaftshaus in der Gropiusstadt eröffnet. In der Textildruck-­ Kreativwerkstatt konnte man bis zur pandemiebedingten Schließung zwei Mal pro Woche sein eigenes T-Shirt, Beutel oder andere Textilien bedrucken. Dabei lässt sich der Prozess der Herstellung vom Design am Computer bis zum fertigen Druck miterleben. Geschultes Personal steht dabei allen Interessierten zur Seite. Neben klassischen bibliothekarischen Dienstleistungen erweitert die Stadtbibliothek ­Neukölln auch ihre Beratungsangebote mit dem Fokus auf gesellschaftliche Teilhabe. So konnten auch in 2019 gemeinsam mit dem ­LernLaden Neukölln Beratungen zu Bildung und Beruf angeboten werden. Mit der Unterstützung von ­KuBus e. V. und der Lebenshilfe Berlin treffen sich wöchentlich Menschen mit und ohne Behinderung beim LEA Leseklub®. Eine Aktionswoche rund um die seelische Gesundheit sowie die 1. Neuköllner Alpha-Woche fanden erfolgreich statt. Als Mitglied im Alpha-Bündnis Neukölln macht sich die Bibliothek stark für Grund- bildung und Alphabetisierung von Erwachsenen und fungiert dabei als Raum für Begegnung und Verständigung. Seit April 2019 besucht Vorlesehund Cara mit ihrer Hundehalterin Simone Riedel regelmäßig die Helene-Nathan-Bibliothek. Diese ­besondere Form der Leseförderung hat das Ziel, dass ­Kinder positive Emotionen mit dem Lesen verbinden und Freude am Lesen entwickeln. Kindern, die noch keine Erfahrungen mit Hunden gemacht haben, wird die Scheu vor dem Tier genommen. Zusätzlich verbinden die Kinder das positive Erlebnis mit dem Ort Bibliothek und werden behutsam an die Nutzung der übrigen Angebote herangeführt. Trotz anhaltend hoher Temperaturen bot die Stadtbibliothek Neukölln in 2019 erstmals auch während der Sommerferien ein umfangreiches Programm für Kinder und Jugendliche. In der Helene-Nathan-Bibliothek und den Stadtteil­ bibliotheken Britz-Süd und im Gemeinschaftshaus konnte man unter anderem Nistkästen für Vögel bauen, die neuesten Kinder- und Familien­spiele ausprobieren, ­eigene Notizhefte basteln oder auch mit der ­X-Box spielen. Das Sommerprogramm soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden und umfangreiche Alternativen für ­Daheimgebliebene bieten. 100 Jahre 33.800 Besuchen, davon 28.654.Teilnehmer*innen an Maßnahmen zur Medienkompetenz und Leseförderung Stadtbibliothek Neukölln MIT EINWOHNERZAHL 407.765 S TA DT B I B L I OT H E K PA N KO W S TA N D O RT E / H Ä U S E R 8 Bibliotheken BESUCHERZAHL 820.110 V E R A N S T A LT U N G E N / GEMEINSAM AUF KURS FÜHRUNGEN/ AUSSTELLUNGEN 2.833 In Pankow kann man alles finden – die hippe Szene im Prenzlauer Berg, die Künstler*innen in Weißensee und im Norden die ländliche Idylle. Die Angebotsformate in den Bibliotheken sind im ständigen Wandel begriffen und passen sich den Bedürfnisse ihrer Bürger*innen an. In diesem Jahre konnte die Kurt-Tucholsky-­ Bibliothek nach umfangreichen Renovierungsarbeiten mit neuen Büchertrögen, Leseecken, einem ActivPanel und einer kleinen Kochnische (Mikrowelle, Teekocher) die Besucher*innen wieder empfangen. Mit der Wiedereröffnung erhielt das gesamte Gebäude einen neuen Namen. Im Haus haben neben der Bibliothek auch der Verein Pro Kiez Bötzowviertel e. V. und der Homer Freunde e. V. ihren Sitz unter dem Hausnamen Kiez & Kurt gefunden. Die Räume bieten Platz für Kultur und sind ein Ort für bürgerschaftliche Begegnungen im Kiez. Das Haus punktet mit Coding-Angeboten und Filmnachmittagen und der „Bibliothek der Dinge“. Durch die ebenfalls im Haus befindliche Koordinationsstelle für ehrenamtliche Tätigkeit in den Pankower Bibliotheken konnten neue Interessierte für die freiwillige Mitarbeit geworben werden. liotheken diskutiert und neue Veranstaltungsformate entwickelt. So fanden unter anderem Workshops zu den Themen Umgang mit Rechtspopulismus, Outreach, Design Thinking, Obdachlosigkeit und agilem Arbeiten statt. Im Rahmen der diversitätsorientierten Öffnung wurden an zwei Tagen Workshops zur gewaltfreien Kommunikation angeboten. Fahrbibliothek 55.496 Besuchen, davon 45.996 Teilnehmer*innen an Maßnahmen zur Medienkompetenz und Leseförderung ENTLEIHUNGEN 2.044.106 MEDIENEINHEITEN Als Orte für die Stadtgesellschaft unterstützen Pankower Bibliotheken demokratische Diskurse. Mit den Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 11. – 24.03.2019 wurde in Diskussionsrunden, Ausstellungen, Konzerten, Lesungen und Workshops auf die von Rassismus ­betroffenen Menschen aufmerksam gemacht. Die Pankower Bibliotheken sind ­Treffpunkte die das soziale Miteinander fördern und verstehen sich als Teil einer Öffentlichen Bibliothekslandschaft. 394.819 AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB 409.169 € ÖFFNUNGSSTUNDEN/ JAHR 12.029 BEZIRKSAMT Pankow AMT FÜR WEITERBILDUNG U N D K U LT U R Fachbereich ­Stadtbibliothek Greifswalder Str. 87 10409 Berlin www. stadtbibliothekpankow.berlin.de Im Rahmen der Tandem-Akademie nahmen Mitarbeiter*innen der Stadtbibliotheken in Pankow und Tempelhof-Schöneberg an einem einwöchigen bezirksübergreifenden fachlichen Austausch teil. In Workshops wurden über die veränderten Aufgaben der Öffentlichen Bib- Bezirkszentralbibliothek MIT heinrich-boellbibliothek@ba-pankow. berlin.de LEITUNG Danilo Vetter Danilo.Vetter@ ba-pankow.berlin.de Mittelpunktbibliothek Stadtteilbibliothek 25 www.voebb.de EINWOHNERZAHL 265.225 S TA N D O RT E / H Ä U S E R 7 (5 Bibliotheken, 2 Fahrbibliotheken) BESUCHERZAHL S TA DT B I B L I OT H E K REINICKENDORF 539.553 V E R A N S T A LT U N G E N / VON HUMBOLDT ZU HUMBOT: FORSCHEN, ENTDECKEN, WISSEN SAMMELN FÜHRUNGEN/ AUSSTELLUNGEN 2.693 MIT 57.912 Besuchen, davon 31.475 Teilnehmer*innen an Maßnahmen zur Medienkompetenz und Leseförderung ENTLEIHUNGEN 1.516.808 MEDIENEINHEITEN 277.087 AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB 313.257 € ÖFFNUNGSSTUNDEN/ JAHR 8.918 BEZIRKSAMT Reinickendorf AMT FÜR WEITERBILDUNG U N D K U LT U R Fachbereich ­Bibliotheken Karolinenstr. 19 13507 Berlin www.berlin.de/­ stadtbibliothekreinickendorf humboldt-bibliothek@ reinickendorf.berlin.de LEITUNG Hannah Neumann JAHRESBERICHT 2019 Reinickendorf: Viel Grün, gut zum Wohnen und sonst nichts los? Immerhin hat der Ortsteil Tegel zwei echte Kosmopoliten hervorgebracht, die von hier aus als Forscher und Entdecker in die Welt hinauszogen: Alexander und Wilhelm von Humboldt. Angelehnt an die umfassende Bildungsvorstellung ihrer berühmten Namensgeber entwickelte die Bezirkszentralbibliothek ein neues Angebot, das im Juli 2019 sogar in der „Berliner Abendschau“ zu sehen war: HumBot Coding Space. Hier können kleine und große Reinickendorfer*innen neue Technologien gemeinsam entdecken und ausprobieren. Das 30jährige Bestehen der Humboldt-Bibliothek fiel zusammen mit dem 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt, deshalb eröffnete das Bibliotheks-Jubiläum zugleich eine Reihe von bezirklichen Feiern. Über 1.000 Besucher*innen erlebten ein großes gemein­ sames Familienfest. Das Programm reichte vom traditionellen Puppentheater bis zur Ausleihe von Robotern. Das ganze Jahr über wurde die Bibliothek als Veranstaltungsort der bezirklichen Aktivitäten genutzt und mit hochkarätigen Lesungen und Vorträgen das facettenreiche Leben ihres gefeierten Namensgebers beleuchtet. Großen Anklang fand eine Ausstellung ­seiner Tierzeichnungen, das Interesse daran zog Besucher*innen aus ganz Berlin an. Ein umfangreicher Medienbestand mit zahlreichen Neuerscheinungen zum Leben und Werk der ­Humboldt-Brüder und Literatur zum ­Thema „Nature Writing“ lud zur Vertiefung ein. Den Abschluss des Festjahres bildete die ­Präsentation einer digitalen HumboldtRallye durch ­Tegel zu den Wirkstätten und Lebens­stationen der ­Humboldt-Brüder, die Schüler*innen über zwei Jahre lang in Zusammenarbeit mit der Bibliothek entwickelt hatten. Die Stadtteilbibliotheken erweiterten ihre digitalen Angebote: So entstand z. B. der „Märker Space“ in der Bibliothek im Märkischen Viertel. Hier können Kinder, Jugendliche und ­Familien die neuesten Gaming-Angebote testen, mit verschiedenen Robotern Coding-Aktivitäten starten, mit Elektronik bauen und basteln. Ermöglicht wird dieses Angebot durch die Zusammenarbeit im örtlichen Bildungsnetzwerk. Auch die Bibliothek Reinickendorf-West und die Bibliothek am Schäfersee stärken durch die Zusammenarbeit mit den lokalen Partner*innen ihre Rolle als wichtiger Begegnungsort in ihrem Quartier. Aber auch die Reinickendorfer Ortsteile „janz weit draußen“ werden mit Literatur und Medien beliefert. Die kleinste Bibliothek in Frohnau und der Bücherbus versorgen die „Dörfer“. So wird beides möglich: Wohnen im Grünen und die kulturelle Teilhabe an der Stadtgesellschaft. EINWOHNERZAHL 243.977 S TA N D O RT E/H Ä U S E R S TA DT B I B L I OT H E K S PA N D A U CODING, MAKING, GAMING IN DER STADTBIBLIOTHEK SPANDAU 7 Bibliotheken (5 Bibliotheken, 1 nicht-öffentliche Schulbibliothek, 1 ­Fahrbibliothek) BESUCHERZAHL 648.785 V E R A N S T A LT U N G E N / FÜHRUNGEN/ AUSSTELLUNGEN 3.985 Spandau ist nicht Berlin und die Spandauer*innen sind ein eigenes Völkchen, so sagt man und das mag auch ein wenig stimmen. Denn wenn wir „in die Stadt“ fahren, ist das nicht etwa Berlin-Alexanderplatz, sondern unsere geliebte Altstadt. Dass wir trotzdem nicht hinterm Mond leben, zeigen unsere vielen Projekte und Ideen, gerade auch in den Bereichen Coding, Gaming und Making. Die Einrichtungen der Stadtbibliothek Spandau können zufrieden auf das Jahr 2019 zurückblicken. Die Heimausleihe bekam ein neues Gewand und versorgt nun mit Hilfe der ehren­ amtlichen Medienboten unter dem Namen „Mobiler Medienservice“ jede*n in Spandau, der die Standorte der Stadtbibliothek nicht mehr aus eigener Kraft heraus aufsuchen kann. Da die Digitalen Angebote des VÖBB sich weiterhin großer Beliebtheit erfreuen bemühen sich auch die Mitarbeiter*innen der Stadtbibliothek sehr darum, jede*n Spandauer*in bei der Nutzung zu unterstützen. Nach wie vor sind die Termine für die Tolino-Sprechstunden und die Digitale Sprechstunde heiß begehrt, weswegen beides nun häufiger angeboten wird. Wir freuen uns auch sehr darüber, dass das EFRE-geförderte Projekt „Sprachprofis“ in der Hauptjugend­ bibliothek sowie den Stadtteilbibliotheken ­Falkenhagener Feld und Heerstraße zur frühkindlichen Sprach- und Medienkompetenz­ förderung weiterhin umgesetzt wird. Bezirkszentralbibliothek Fahrbibliothek Darüber hinaus konnte im Jahr 2019 endlich das lang erwartete EFRE-geförderte Projekt „Digital Lokal“ an den Start stehen. Unter den großen Themen „Coding, Making, Gaming“ wird fleißig an neuen Formaten gefeilt. In wöchentlichen Workshops vor Ort wird gezeigt, dass Programmieren alles andere als langweilig ist. Spielerisch werden Kinder und Jugendliche im Klassenverband oder offenen Veranstaltungen an die Programmierung kleinerer Roboter herangeführt. Vorbei sind die Zeiten, in denen man in einer Bibliothek die Stecknadel fallen hören konnte, denn nun können Kinder kleine blaue Dash-Roboter durch die Gegend flitzen und sogar Klavier spielen lassen. In der Hoffnung, dass Kinder später die digitale Welt nicht nur besser verstehen, sondern sogar selbst mitgestalten können. Im Jahr 2020 geht das Projekt in die nächste Runde. In Planung befinden sich Angebote zum Gaming, die Anschaffung neuer Laptops für die Nutzung vor Ort und natürlich erste Ideen für den Makerspace Spandau. Und nicht zuletzt feiert die Stadtbibliothek Spandau im kommenden Jahr ihren 100. Geburtstag! MIT 67.001 Besuchen, davon 52.926 Teilnehmer*innen an Maßnahmen zur Medienkompetenz und Leseförderung ENTLEIHUNGEN 1.342.772 MEDIENEINHEITEN 300.588 AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB 358.969 € ÖFFNUNGSSTUNDEN/ JAHR 10.337 BEZIRKSAMT Spandau AMT FÜR WEITERBILDUNG U N D K U LT U R Fachbereich Bibliotheken Carl-Schurz-Str. 2-6 13597 Berlin www.berlin.de/ stadtbibliothek-spandau bibliothek@ba-spandau. berlin.de LEITUNG Heike Schmidt h.schmidt@ba-spandau. berlin.de Mittelpunktbibliothek Stadtteilbibliothek 27 www.voebb.de EINWOHNERZAHL 310.071 S TA N D O RT E/H Ä U S E R 6 (3 Bibliotheken, ­ 1 nicht-öffentliche Schulbibliothek, 2 Fahrbibliotheken) S TA DT B I B L I OT H E K S T E G L I T Z- Z E H L E N D O R F BESUCHERZAHL 884.900 MIT ALT UND JUNG AUF NEUEN WEGEN UNTERWEGS V E R A N S T A LT U N G E N / FÜHRUNGEN/ AUSSTELLUNGEN 2.117 MIT 40.169 Besuchen, davon 17.847 Teilnehmer*innen an Maßnahmen zur Medienkompetenz und Leseförderung ENTLEIHUNGEN 2.654.305 MEDIENEINHEITEN 391.206 AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB 503.239 € ÖFFNUNGSSTUNDEN/ JAHR 8.630 BEZIRKSAMT Steglitz-Zehlendorf AMT FÜR WEITERBILDUNG U N D K U LT U R Fachbereich Bibliotheken Grunewaldstr. 3 12165 Berlin www.stadtbibliotheksteglitz-zehlendorf.de info@stadtbibliotheksteglitz-zehlendorf.de LEITUNG Jens Gehring JAHRESBERICHT 2019 Wie können wir Bibliotheken attraktiv(er) gestalten? Mit dem Bibliotheksentwicklungsplan für das Land Berlin boten sich uns in diesem Zusammenhang 2019 neue Möglichkeiten, diese Frage den aktuellen Tendenzen anzupassen und unseren Alltag neu zu denken. Während des großen Datenumzugs des VÖBB nutzten wir mehr denn je die Zeit für den Austausch mit Kolleg*innen aus anderen Bezirken und entwickelten Ideen für die Zukunft unserer Standorte. Nicht nur Berlinweit vernetzen konnten sich die Kolleg*innen der Fahrbibliothek. Mit einem unserer Bücherbusse fuhren sie im September zum ersten internationalen Fahrbibliothekskongress nach Hannover. In unseren Standorten vor Ort passierte auch so einiges: Christian Berkel las aus seinem „Apfelbaum“, Buchpreisträgerin Inga Maria ­Mahlke entführte uns auf ihr „Archipel“ und zum 30. Jahres­tag des Mauerfalls lauschten wir der Musik und den Texten Stephan Krawczyks. Am „Runden Tisch“ diskutierten wir mit unseren Gästen u. a. über den Umgang mit Obdachlosigkeit im Bezirk. Schon seit längerem sind Bibliotheken nicht mehr nur ein Ort des Ausleihens, sondern ein Ort der Möglichkeiten. Dass die Steglitz-Zehlendorfer Bibliotheken erneut die ausleihstärksten Einrichtungen Berlins nach der ZLB sind, passt bestens zum Klischee von der gutbürgerlichen, älteren Bevölkerung, liegt aber ganz sicher auch an unserer vielseitigen Auswahl. So können u. a. seit Februar 2019 in der Ingeborg-Drewitz-­ Bibliothek Musikinstrumente wie Ukulelen, Mandolinen oder Violinen ausgeliehen werden. Und es mangelt nicht an lesefreudigem Nachwuchs, den wir für unsere Angebote 2019 gewinnen konnten: Der Sommerleseclub sorgte für eine große Überraschung in unserer Mittelpunktbibliothek mit mehr als dreimal so vielen Anmeldungen wie 2018. Die Abschlussparty begeisterte über 200 Kinder in der IngeborgDrewitz-Bibliothek. Durch den schönen Garten in der Gottfried-Benn-Bibliothek durften wir zusätzlich auch viele kleine Leser*innen bei unserer Veranstaltungsreihe „Kamishibai im Grünen“ mit Geschichten erfreuen und konnten erstmals mit Kooperationspartner*innen eine Hausaufgaben­hilfe anbieten und den Umgang mit Digital ­Devices näher bringen. Die Stadtteilbibliothek Lankwitz begrüßte 5.000 mehr Besucher*innen als im Vorjahr und bekam für eine Woche einen neuen Namen: Junior-­ Bibliothek. Während dieser Zeit übernahmen unsere Auszubildenden die Kontrolle und konnten in allen Bereich ihr Wissen anwenden und ihre Kenntnisse des Bibliotheksalltags vertiefen. Diese und viele weitere Aktionen wollen wir 2020 ebenso ausbauen wie die Garagen für ­unsere Bücherbusse. S TA DT B I B L I OT H E K TEMPELHOF-SCHÖNEBERG DER BEZIRK, DER BIS AN DIE GRENZEN GEHT EINWOHNERZAHL 351.644 S TA N D O RT E / H Ä U S E R 7 (6 Bibliotheken, 1 Fahrbibliothek) BESUCHERZAHL 564.597 Wo sich Hase und Igel gute Nacht sagen – an diese Redewendung denken viele, wenn von Ortsteilen wie Lichtenrade oder ­Marienfelde die Rede ist. Wer nun wem eine gute Nacht wünscht, haben wir nicht überprüft, aber sicher ist, dass das menschliche Auge, je näher die Stadtgrenze rückt, immer mehr natürliches Grün und Weite zu sehen bekommt. Einen ­halben Marathon legt man von dort in Richtung Schöneberg zurück, den trendigen, ­queeren und zentral gelegenen Ortsteil. Unterwegs kann man auf jede Menge Gegensätze treffen wie Piefigkeit und Extravaganz, Hinterwäldler und Großstadtpflanze, auf all das eben, was den Stadtteil Tempelhof-Schöneberg ausmacht. Auf den Straßen dieser so unterschiedlich wahrnehmbaren Ortsteile ist unser neuer, hoch­ moderner Bücherbus unterwegs, dessen Ankunft im Frühjahr mit einem bunten, ­fröhlichen Garagenfest gefeiert wurde. Die mobile Bibliothek, 12 Meter lang und mit 290 PS unter der Haube, bietet einen barrierefreien Zugang zu rund 4000 Medien. Ein besonders wichtiges Merkmal dabei ist, dass unser Neuer die Abgasnorm erfüllt, was seine Einsatzgebiete „grenzenlos“ werden lässt. Auf zahlreichen Stadtteil­ festen war er der Hingucker schlechthin und der Haltestellenplan konnte erweitert werden. Einen weiteren Neustart markierte der Projektbeginn „Medienwerkstatt Encounters“, gefördert im Programm hochdrei der Kulturstiftung des Bundes. Zusammen mit den Projektpartnern Freie Universität Berlin und dem Mauerpark Institut e. V. haben wir ein gemeinsames Ziel: den öffentlichen Bibliotheksraum als Raum der Begegnung unterschiedlicher Generationen, Geschlechter, Kulturen in den Mittelpunkt zu stellen. Mit zahlreichen Workshops und Veranstaltungen rund um grenzenlose Perspektiven und kreativem Ausdruck haben wir Menschen an unseren Standorten zusammengebracht und sind dabei, eine aktive, informierte und medienversierte Community zu etablieren. Unter www.encounter-blog.com/de informiert diese Initiative über das fortlaufende Programm. V E R A N S T A LT U N G E N / Auf unseren Lese- und Veranstaltungsbühnen war gewohnt viel Raum für kulturelle Begegnungen mit Adriana Altaras, Marion Brasch, Harald Martenstein, Lea Streisand und vielen anderen. Begeisterte Menschen nahmen zahlreich teil, darunter sicher auch der eine oder andere Hinterwäldler und die Großstadtpflanze. Sie alle führten vor allem eines vor, nämlich wie leicht sich sämtliche Klischees über den Haufen fahren lassen und das gelebte Miteinander zelebriert werden kann. ÖFFNUNGSSTUNDEN/ FÜHRUNGEN/ AUSSTELLUNGEN 2.816 MIT 51.754 Besuchen, davon 47.991 Teilnehmer*innen an Maßnahmen zur Medienkompetenz und Leseförderung ENTLEIHUNGEN 1.505.707 MEDIENEINHEITEN 283.072 AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB 417.376 € JAHR 9.821 BEZIRKSAMT Tempelhof-Schöneberg AMT FÜR WEITERBILDUNG U N D K U LT U R Fachbereich ­Bibliotheken Hauptstr. 40 10827 Berlin www.stb-ts.de stabi@ba-ts.berlin.de LEITUNG Dr. Boryano Rickum Bezirkszentralbibliothek Fahrbibliothek Mittelpunktbibliothek Stadtteilbibliothek 29 www.voebb.de EINWOHNERZAHL 273.689 S TA N D O RT E / H Ä U S E R 8 (6 Bibliotheken, 2 Fahrbibliotheken) S TA DT B I B L I OT H E K T R E P TO W-KÖ P E N I C K AUF DIGITALEN BILDUNGS - PFADEN BESUCHERZAHL 598.211 V E R A N S T A LT U N G E N / FÜHRUNGEN/ AUSSTELLUNGEN 1.735 MIT 29.078 Besuchen, davon 27.387 Teilnehmer*innen an Maßnahmen zur Medienkompetenz und Leseförderung ENTLEIHUNGEN 1.223.773 MEDIENEINHEITEN 270.011 AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB 237.111 € ÖFFNUNGSSTUNDEN/ JAHR 10.664 BEZIRKSAMT Treptow-Köpenick AMT FÜR WEITERBILDUNG U N D K U LT U R Fachbereich ­Bibliotheken Alter Markt 2 12555 Berlin www.sb-tk.de info@sb-tk.de Wenn man an Treptow-Köpenick denkt, fällt einem zuerst die gediegene Erholung im ­Grünen und am Wasser ein. Aber wer hätte gedacht, dass hier am meisten gebaut wird und der ­Bezirk in Berlin den stärksten Zuwachs zu ­verzeichnen hat, weil vor allem junge Familien mit Kindern Trubel in die Ruheoase bringen? Um diesem Trend gerecht zu werden, setzt die Stadtbibliothek Treptow-Köpenick nicht nur vor Ort verstärkt auf familiengerechte Angebote (z. B. Spielenachmittage), sondern sie war 2019 auch verstärkt auf digitalen Bildungs-Pfaden unterwegs: Seit der Eröffnung des mobilen ­Makerspaces fanden regelmäßig offene Angebote zum Coding & Making statt. Der mobile Makerspace ist mit 3 Modulen bestückt, die einen niedrigschwelligen Zugang ermöglichen und dezentral zum Einsatz kommen können: 1. ­Programmieren und Robotik; 2. Gutenberg 2.0: Vom Manuskript zum fertigen Buch; 3. Filmprojekte: Geschichten in Bilder übersetzen. Ein Highlight war die Digitale Bildungswoche, die im Oktober 2019 erstmalig stattfand und wegen der positiven Resonanz in Zukunft verstetigt werden soll. Im Programm waren neben offenen Angeboten wie dem „Open ­Makerspace“ vor allem Workshops, in denen erste Programmierkenntnisse vermittelt worden sind und Angebote, die sich insbesondere an Mädchen richteten: Es wurde eine automatische Minigießanlage gebastelt und program- miert, elektronische Musik komponiert und der Holzroboter „Cubetto“ auf eine spannende Abenteuer­reise geschickt. Im Digitalen Salon erhielten Eltern Tipps, wie sie ihre Kinder sicher und gelassen in der digitalen Welt begleiten können. Wie wichtig für diese digitale Bildungsarbeit eine funktionierende Infrastruktur ist, zeigte sich beim Stromausfall in großen Teilen von ­Alt-Köpenick im Februar 2019: Bei Brücken­ arbeiten wurde ein Starkstromkabel durchtrennt und 31 Stunden lang lag die Stadtbibliothek im Dunklen. Nicht einmal die elektrische Eingangstür der Mittelpunktbibliothek Köpenick konnte wieder ordnungsgemäß geschlossen werden. Der Bürgermeister persönlich klopfte mit ­Taschenlampe in der Hand an und half dem Team aus der Misere. LEITUNG Janin Präßler JAHRESBERICHT 2019 Bezirkszentralbibliothek Fahrbibliothek Mittelpunktbibliothek Stadtteilbibliothek B E Z I R K L I C H E R E S S O U RC E N 2019 2019 2018 2017 QUELLE Angaben der Öffentlichen Bibliotheken für die Grundund Leistungsdaten P E R S O N A L (G E R U N D E T E Z A H L) P LA N S T E L L E N U N D S T E L L E N LA U T S T E L L E N P LA N ( O H N E A U S B I L D U N G S P LÄT Z E ) 691 691 672 46.951.343 € 45.963.987 € 43.551.401 € 4.688.608 € 4.612.364 € 4.480.548 € 1,24 € 1,23 € 1,21 € FINANZEN G E S A M TA U S G A B E N (INKL. PERSONAL / OHNE INVESTITIONEN) AUSGABEN FÜR MEDIENERWERB A U S G A B E N F Ü R M E D I E N E RW E R B P RO E I N WO H N E R*I N S AT Z U N D LAYO U T IMPRESSUM Hrsg. vom Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins – VÖBB im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa kursiv Kommunikationsdesign Angela Köntje, Katrin Schek DRUCK Ruksaldruck, Berlin FOTOGRAFIE REDAKTION 1, 24 € pro Einwohner*in gaben die zwölf Bezirke für neue Medien aus. Daniela Haberland, Anna Jacobi, Moritz Mutter, Simon Schmiederer © VÖBB, Fotos Barbara Dietl Rückseite: © ZLB I L L U S T RAT I O N Marie Luise Emmermann G E S T A LT U N G S K O N Z E P T von Zander GbR / Architektur & Design S TA N D 31. Mai 2020 31 »Die neue Website ist prima, ich kann mir Bücher merken und diese Liste speichern, ich kann endlich ein vernünftiges Passwort anlegen, das Layout ist klar und übersichtlich. Gefällt mir sehr gut.“ « Mail Katrin S., VÖBB-Nutzerin www.voebb.de
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