12
Geba>en sind im Jahre 1863 aus . Festtag für die Häuslinge, welche etat8mäßig nur einmal im Jahre, am
617,275 Pfunden Mehl 851,893% Pfunde Brod, " Geburtstage Sr. Majestät des Königs, Fleis< bekommen.
im Jahre 1862 aus Außer dieser Festlichkeit wurde auch, wie in früheren Jahren, ven
640,237 = = 875,7638 = = obdachlosen Familien, den Schulfindern und den Geisteskranken in beiden
im Jahre 1863 also aus 100 Pfunden Mehl circa 138 Pfund Brod, | Anstalten eine Weihnachtsfreude bereitet.
gegen 1862 100 - = - 134 = Es ist nämlich auch im Jahre 1863 wiederum eine Collecte Seitens
also 1863 aus . - 100 Pfunden Mehl circa 4 Pfund Brod des Arbeitshaus- Geistlihen zu vorgenanntem Zwecke veranstaltet, welche
mehr, eine die Vorjahre übertreffende Einnahme ergeben. Die Herren Mit-
over es haben ergeben glieder- ver dem Arbeitshause zunächst vorgesetzten Behörde haben sich auch
1863 72% Pfunde Mehl == 100 Pfunde Brod, die8smal wieder bei vem Einsammeln betheiligt, und ist dieser Bemühung
1862 745 - = =.:100 = » onezngeneise ver reime Eriran zu verdanken.
8 is 1859 incl. regelmäßig 75 Pfund Mehl auf 100 Pfund m heiligen Weihnachts - Abende wurden die genannten Insassen des
Währen wurden. Ze ubi NN y f Bi Arbeitshauses und die Geisteskranken in beiden Anstalten sehr reichlich be-
Wird vas im Jahre 1863 verba>ene Quantum Mehl von 617,275 schenkt, und war diese durch gemeinschaftlihen Gesang und Ansprache
Pfund auf die in der Bäcerei geschehenen 260 Backtage gerechnet, so Seitens des Anstalts- Geistlichen eingeleitete Festlichkeit die8mal ganz be-
fommen pro Arbeitstag über 23 Ctr. Mehl und dürften somit in Ber- sonders feierlich und erhebend. . .- |
lin nicht viele Bäcereien vorhanden sein, welche einen größeren Berbrauch Es war das erste Weihnachtsfest, an welhem die Geschlechter bei
an Mehl haben, den Renee Zureuul n. den A REGI Aufaen: Mun
EEE EEN SER R geräumigen, dur; Gas und Weihnachtsbäume erhellten Aufenthaltssälen,
Im Jie En fr für Dir Meteret ne: a ven faber gede>ten, mit Geschenken beladenen Tischen versammelt
. E . - aren. (Es herrschte diesmal eine sol<e Ruhe und Ordnung, und malte
2,240 Ctr. Roggen, welcher letztere auf der Adlermühle ver sich auf allen Gesicht ; the „Jreiite=äb iD ND
mahlen und 1669 Ctr. 66 Pfd. Mehl und 458 Ctr. 20 Pfd. Kleie er- Wunsch ien Wi Mem eie fame | En En ne das ier m
eine M FRE RR Is in ee a uber zum Unglüdlihen diese Freude bereitet hatten, wären bei der Festlichkeit zu-
; : ii“ gegen gewesen, =- auch sie würden eine wirkliche Weihnachtsfreude gehabt
Preise von 5,289 15 Sgr. gekauften 2,240 Roggen haben dur<sc<nitt : | . W| Ä
7 : . . Tir . ; haben. Unter den geisteskranken Frauen hatten sich sogar einige aus freiem
lich alfo pro Wispel ä 2,000 Pfund circa 475 gekostet, Antriebe einen vierstimmigen Choral eingeübt, und trugen denselben bei
Die dur<scnittlichen Brodpreise waren pro 1863: dem Beginne der Festlichkeit so sicher und schön vor, daß wir bei dem
für Schwarzbrod 75% Pf. pro Pfund, ruhigen Verhalten der übrigen Geisteskranken wirklich vergaßen, uns in
- Mittelbrod 11575 = = Gemeinschaft von über 150 unheilbar geisteskranken und epileptischen Frauen
- Weißbrod 1255 = * | zu befinden.
und bemerken wir hierzu, daß so niedrige Brodpreise seit vielen Jahren Den innigsten Dank allen Wohlthätern für die ven Unglü>lichen und
nicht vorgekommen sind. uns bereitete Freude.
Der Ankauf des für die Bäcerei erforderlichen Roggens resp. Meh-
le8 wurde auch im vorigen Jahre durch zwei Mitglieder der Armen-Di- 8. 18.
rection, Abtheilung für vie Verwaltung des Arbeitshauses besorgt. Besondere Bemerkungen über das Filial-Hospital.
8 17 5 WentD erder sagt: „ nn Di Theater des Lebens ist gewöhnti] ein
E05 ospital erbaut, in welches sich nach und nach die meisten der Schau-
2 I Besuche und Festlichkeiten. 3. AE spieler verlieren ", so ist dieser Ausspruch in seiner traurigsten Bedeutung
Ihre Majestät die Königin Augusta geruhten am 6. März 1863, in auf das Fiial - Hospital anzuwenden: hier endet ein Trauerspiel ves Lebens
Begleitung Sr. Excellenz des Ober- Kammerherrn Grafen von Boos=- für viele der Mitwirkenden. Dem zur Zuchthausstrafe verurtheilt gewe-
Walde> und der Pallastdame Gräfin von Hake, das Arbeitshaus und senen und nach Verbüßung der Strase wieder freigewordenen oder schon
das Filial-Hospital abermals mit Allerhöchst Ihrer Gegenwart zu be- früher begnadigten Verbrecher, wie vem im Nichtsthun ergrauten Bettler,
glüfen. Bon den versammelten Mitgliedern der Armen- Direction, Ab- gewährt das Filial- Hospital ein Unterkommen, wenn das Älter mit seinen
theilung für die Verwaltung des Arbeitshauses, ehrerbietigst empfangen, Gebrechen an sie herantritt und sie unfähig macht, ihren alten Gelüsten
nahmen Ihre Majestät den unterthänigsten Dank für Allerhöchstdero be- zu fröhnen; =- wenn sich in der menschlichen Gesellschaft Niemand mehr
wundernswerthe, rührende Theilnahme an den theils unglüdlichen, theils findet, == wenn sich keine andere Wohlthätigkeits = Anstalt mehr Bereiter
schuldbeladenen Insassen des Hauses, so wie die ehrfur<tsvolle Bersiche- klärt, ihnen Obdach und Nahrung zu gewähren, so muß das Filial-Ho-
rung entgegen, daß sich die Verwaltung nach Krästen bemäht habe, den spital aushelfen, es wird ihre Heimath. Es möchte daher auch wohl nicht
Ermahnungen Ihrer Majestät bei vem letzten Besuche, das Loos der ih- viele Verbrechen und Vergehen mehr geben, wel<he nicht wenigstens in
rex Obhut anvertrauten Personen möglichst zu mildern, Folge zu leisten. einem der Hospitaliten vertreten wäre.
Seführt von dem Mitgliede der Abtheilung, Sr. Durchlaucht dem Für- An den im Jahre 1863 im Filial - Ho8pital vorhanden gewese-
B. Radziwill, nahmen Ihre Majestät die gejammten Räumlichkeiten nen Hospitaliten waren vor ihrer Einlieferung nachfolgende Strafen
in Augenschein, forawgen überall Ihre vente een über die Ord- vollstret :
nung und Reinlichkeit, so wie über die verschiedenen Beschäftigungen aus = .
BUN hten SEE A Speisung beizuwohnen und das Essen als ganz 86 Strafen wegen Dirnicht,
i<madhast zubereitet, zu bezeichnen. Eg
Vielen einzelnen Personen schenkten Allerhöhstdieselben Ihre beson- Fülsihung,
vere Aufmerksamkeit und ließen es an ernsten Ermahnungen für die Ge- . H ershlagun-
fallenen und an liebreihen Trost für vie UnglüFlichen nicht fehlen. Für ! a Äifung, 5
die obdachlosen Familien händigte Ihre Majestät selbst vem Arbeitshaus- jiwere ißhandlung,
Director Herforvt ein namhaftes Geldgeschenk aus, welches die Direc- in T u Trunk
tion in den Stand setzte, besonders einer unbescholtenen Fvmilie mit fünf s Stm EIE &
Rindern, welcher der Wirth Alles einbehalten hatte, eine neue Existenz S Michtät „Deleidigung,
wiederum zu begründen. Um ven Häuslingen in Erinnerung an den Aller- E50 Zeseriien,
höchsten Besuch zum nächsten Sonntage etwas Außergewöhnliches zu verab- 97 Va ci vi
Rien, aine vem Stadtrath Schreiner durch Fe Zuni Seereäir a Tu SE
rer Majestät auf Allerhöchsten Befehl noc< 6 Friedri 8d'or zu und / ;
wurden dieselben zur Gewährung a. Speisung mit Fleisch ver- 221 unterlassene Beschaffung eines Unter-
wendet. . et
Der unverkennbare Eindru>, den die landesmütterlihe Liebe und Dire >
Theilnahme Ihrer Majestät in ven Herzen und Gemüthern beider An- R nI e,
stalten zurü&gelassen, wird Ihren Besuch no< lange segensreich fortwir- m
fen lassen. Das sind die Insassen des hauptsächlich nur für bescholtene Verso-
So berichtet vas Communalblatt Nr. 10 de 1863 und haben wir nen bestimmten Filial-Hospitals, welchen dort eine reinliche Kleivung und
dem nur no<h hinzuzufügen, daß die von Ihrer Majestät uns übergebene Lagerstelle und ausreichende Speise gewährt und dafür von ihnen nichts
Summe der betreffenden Familie zum wirklihen Segen geworden ist, =- weiter verlangt wird, als daß sie sich mit ihren etwa no< vorhande-
dieselbe ist nicht wieder im Arbeitshause gewesen, sondern lebt nac<h den nen Kräften der Anstalt nüßlich machen und ordentlich und sittsam be-
unsrerseits angestellten Erkundigungen zwar in dürftigen Verhältnissen, er- tragen. .
wirbt si< aber ihren Unterhalt in redlicher Weise, Unter den im Jahre 1863 vorhanden gewesenen 340 verschiedenen
Am 8. März wurde den Häuslingen aus dem Geldgeschenke Ihrer Filial-Hospitaliten waren nur 65 noc<h nicht bestrafte, == veren sonstige
Majestät eine Speisung mit Fleisc< bereitet, und zwar konnte pro Per- Verhältnisse jevo< auch bei den meisten entweder der Art, daß sie für
jon fat 1 VWfund Fleisch verabreicht werden. Der Tag war somit ein vie Unterbringung in andere Anstalten nicht geeignet erschienen oder be-