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Full text: Statistisches Jahrbuch (Public Domain) Issue 1983 (Rights reserved)

XIII. Bautätigkeit und Wohnungen 
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Bautätigkeit 
Die Bautätigkeitsstatistik erstreckt sich auf alle genehmigungs- und zustimmungspflichtigen Baumaßnah 
men im Hochbau, bei denen Wohnraum oder sonstiger Nutzraum geschaffen oder verändert wird. Nicht 
einbezogen werden Bagatellbauten im Nichtwohnbau — ausgenommen Gebäude mit Wohnraum — 
bis zu einem Volumen von 350 m 3 Rauminhalt oder 25.000,— DM (veranschlagte Kosten des Bau 
werks). Außerdem wird zum Jahresende der Bauzustand der genehmigten, aber noch nicht fertiggestell 
ten Bauvorhaben (Bauüberhang) festgestellt sowie der Abgang von Gebäuden und Gebäudeteilen. 
Wohngebäude 
Gebäude, die ausschließlich oder überwiegend Wohnzwecken dienen. 
Nichtwohngebäude 
Gebäude, die überwiegend für gewerbliche, landwirtschaftliche, soziale, kulturelle oder Verwaltungs 
zwecke benutzt werden, jedoch auch Wohnräume enthalten können 
Wohnungen 
Als Wohnung gilt jede in einem Wohn- oder Nichtwohngebäude liegende, nach außen abgeschlossene, 
zu Wohnzwecken bestimmte Einheit. Eine Wohnung kann ein ganzes Haus umfassen oder im Erdge 
schoß oder in einem Stockwerk liegen. 
Räume 
Wohn- und Schlafräume mit 6 oder mehr m 2 Räche, ferner gewerblich genutzte Räume in Wohnungen 
sowie Küchen, unabhängig von ihrer Größe. Kochnischen gelten nicht als Räume. 
Zugang an Gebäuden und Wohnungen 
Reinzugang; Sämtliche Zugänge aus der Bautätigkeit abzüglich Abgänge durch Brand, Abbruch usw 
Rohzugang; Sämtliche Zugänge aus der Bautätigkeit einschließlich Wiederherstellung, Um- und Ausbau 
ten sowie Erweiterungen. 
Wohnungsbestand 
Der Bestand an Wohngebäuden und Wohnungen (in Wohn- und Nichtwohngebäuden) wird bis zur 
nächsten totalen Gebäude- und Wohnungszählung durch Fortschreibung der Ergebnisse der 
Gebäude- und Wohnungszählung 1968 mit Hilfe der Bautätigkeitsstatistik ermittelt. Zusätzlich werden 
Veränderungen bei den von ausländischen Streitkräften in Anspruch genommenen Gebäuden und Woh 
nungen berücksichtigt. Dabei hat sich gezeigt, daß die Ergebnisse der Fortschreibung mit wachsender 
zeitlicher Entfernung vom Zählungsstichtag ungenauer werden. Der Grund hierfür liegt darin, daß die 
Bautätigkeitsstatistik Zugänge nahezu vollständig erfaßt, in bezug auf den Nachweis der Abgänge aber 
Lücken aufweist. Die Abgänge von Wohngebäuden und Wohnungen gehen in der Regel nur dann in 
die Statistik ein, wenn sie mit VerwaltungsmaBnahmen verknüpft sind. Diese Voraussetzungen sind vor 
allem bei Abgängen ganzer Gebäude oder von Gebäudeteilen gegeben, wenn sie auf Maßnahmen 
der Bauaufsicht. z.B. Schadensfälle oder Abbruch zurückgehen. Dagegen fehlen häufig entsprechende 
Anhaltspunkte über die Zusammenlegung oder Teilung von Wohnungen sowie bei Abgängen durch 
Nutzungsänderung (Zweckentfremdung bzw. Umwandlung von Wohnungen). Ebenso erfaßt die Bautä 
tigkeitsstatistik nicht die Modernisierung von Wohnungen, sofern hierbei Wohnraum weder zu- noch ab 
geht. Daher dürfte der Wohnungsbestand schlechterer Ausstattung zu Lasten der besseren überhöht 
sein. 
Die im Frühjahr 1978 durchgeführte 1 %-Wohnungsstlchprobe gibt u.a. Aufschluß über die Woh 
nungsversorgung der Bevölkerung, die qualitative Abstufung des Gebäude- und Wohnungsbestandes, 
die Bewegungsvorgänge am Wohnungsmarkt sowie über das Mieten- und Einkommensgefüge. Sie lie 
fert ferner erstmalig ausführlichere Ergebnisse über die Umweltverhältnisse der Wohnungen und gibt 
in Verbindung mit demographischen und sozialen Daten der Haushalte einen Einblick in das Umzugsver 
halten und die Wohnzufriedenheit der Bevölkerung. Ein weiterer Schwerpunkt der Erhebung war der 
Nachweis wichtiger Kostenfaktoren für das Wohnen im Eigentum oder in einer Mietwohnung. 
Bei den Ergebnissen von Wohnungsstichproben handelt es sich stets um hochgerechnete Zahlen. Erfah 
rungsgemäß stimmen auch die Ergebnisse dieser Repräsentativstatistik nach der Hochrechnung auf 
die Grundgesamtheit nicht völlig mit den entsprechenden Globalzahlen aus Totalstatistiken (Gebäude- 
und Wohnungszählungen und Bautätigkeitsstatistik) überein. Sie differieren von diesen Eckwerten durch 
Zufallsfehler, aber auch durch Unterschiede im Erhebungs- und Aufbereitungsverfahren und unter 
schiedliche systematische Fehler.
	        
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