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städtischen Realschule und zu einer Abschlußhalle vor dem Berlinischen
Gymnasium im verflosicnen Jahre gefordert worden.
8. Straßenbau.
1. Reparaturen und Umpflasterungcn.
Für Unterhaltung und Umpflasterung der Straßen, so weit die
Stadtgcmeinde hierzu verpflichtet ist, waren nach dem Etat disponibel:
a) ordinair 22,409 Thlr. 11 Sgr. 6 Pf.
b) extraordinair 23,900 - — - — »
zusammen 46,309 Thlr. 11 Sgr. 6 Pf.
Größere Umpflasterungcn sind hierfür im verfloffenen Jahre in fol
genden Straßenstrecken ausgeführt worden:
a) in der Louisenstadt:
in der Adalbertsstraße von der Köpnicker- bis zur Waldemar
straße;
in der letzteren von der Adalberts- bis zur Manleuffelstraße;
in der Oranienstraße von der Brandenburgstraße bis zur Ora-
nienbrücke;
aus dem Mvritzplatz, besten Erhöhung gleichzeitig erfolgt ist;
in der Brandenburgstraße von der Rillerstraße bis zur Stadt
mauer;
auf dem Lcuisen-Ufer von der Königin-Brücke bis zum Oranien
platz;
in der Wasterthorstraße von der Brandenburgstraße bis zum
Louisen-Ufer;
in der Prinzenstraße von der Wasterthorstraße bis zur Stadt
mauer;
in der Mariannenstraße von der Kottbuser-Communication bis
zum Mariannenplatz.
b) In der Rosenthaler Vorstadt ist die Brunnenstraße vom
Rosenthalerthor bis über die Jnvalidenstraße,
und letztere von der Brunnen- bis zur Gartenstraße umgepfla
stert worden.
Zur Ausführung der genannten Umpflasterungen war ein Kostenauf
wand von 29,850 Thlrn. 5 Sgr. 9 Pf. erforderlich.
i 2. Neupflasterungen.
Ganz neu gepflastert werden sollte nach dem Etat:
der Hellwea vom Kottbuser - Ufer bis zur Brücke und vom
Wasterthor bis zur englischen Gasanstalt, und
das Elisabeth-Ufer von der Königin-Brücke bis zum Oranien
platz.
Von diesen Arbeiten ist jedoch die eine wegen des bevorstehenden
Abbruchs der Stadtmauer ausgesetzt, die andere im Jahre 1864 nicht
beendet worden.
Im Laufe des verflosienen Jahres ist ferner die Regulirung, Ent-
wästerung und Pflasterung folgender neuer Straßen bewilligt worden,
und zwar
a) in den nördlichen Stadttheilen:
der Fennflraße von der Müllerstraße bis zur Brücke über den
Fenngraben;
der Pankstraße in ihrer ganzen Länge;
der Gerichtsstraße von der Pankbrücke bis zur Reinickendorfer
straße;
der Rcinickcndorferstraße von der Müllerstraße bis zur projec-
tirtcn Straße Nr. 65.;
der Stromstraße von der Spree bis zur Birkenflraße;
der Prinzen - Allee von der Badstraße bis zur Querstraße
Nr. 68., ferner
des sogenannten Pappelplatzes (Ecke der Acker-, Znvaliden-
und Bergstraße) und
des Omnibushalteplatzes vor dem Schönhauserthor;
b) in den südlichen Stadttheilen wurden
die Militairstraße von der Teltoweistraße bis zum Haupt-Ent-
wäflerungSgrabcn;
die Teltowerstraße von der Lankwitzstraße bis zur Belle - Al
liancestraße;
die verlängerte Ritterstraße vom Kottbuserthor ab;
die Cuvrystraße von der Schlesischen bis zur Straße Nr. 51.
Abth. I. deö Bebauungsplans
regulirt und gepflastert.
Als Gcsammtkosten dieser Neupflasterungs- und EntwäfferungSarbei-
ten, welche übrigens nur zum kleineren Theile vollständig fertig haben
hergestellt werden können, waren 98,091 Thlr. 20 Sgr. 3 Pf. dis
ponibel.
3. Berbeflerung der Bürgersteige und kleinere selbstständige Reparaturen.
Hier ist zu erwähnen, daß die Bürgersteige in der Friedrichsstraße
von den Linden bis zur Weidendammer Brücke mit einem Kostenauf-
wande von 5379 Thlrn. 8 Sgr. fertig hergestellt worden sind.
Für kleinere selbstständige Reparaturen an Straßen und Brück.»
sind 6262 Thlr. 5 Sgr. 3 Pf. verausgabt, hierunter für Reparatur der
Schillingsbrücke allein 1894 Thlr. 13 Sgr.
6. Gesammtkosten der Bauverwaltung.
Für die gesammte städtische Bauthätigkeit (excl. des neuen Rath-
hauses) waren im verflosicnen Jahre 531,696 Thlr. 27 Sgr. — Pf.
im Vorjahre nur . 419,284 - 24 5 ■
disponibel. Es waren also für.das
Jahr 1864 112,412 Thlr. 2 Sgr. 7 Pf.
Baukosten mehr veranschlagt, als im Jahre 1863.
Die Erhöhung der Bauthäiigkeit machte besonders eine Vermehrung
der technischen Hülfskräfte der Bau-Deputation erforderlich.
Diese zählen jetzt:
a. 2 Bau-Jnspectoren,
b. 2 technische Hülfsarbeiter des Stadtbauraths,
e. 7 Baumeister,
ck. 10 Bauführer, Architekten, Eleven und Zeichner,
s. 3 Bauschreiber.
Der Zugang pro 1864 besteht hier in der Kategorie b., sodann in
4 Personen bei der Kategorie c. und einer bei der Kategorie ck.
Die seit Jahren schwebende Frage der Reorganisation des Bau
wesens ist zu einem allseitig befriedigenden Abschluß noch nicht gebracht
worden.
7. Kämmerei - Verwaltung.
1. Im Allgemeinen.
Die Einnahme aus dem Kämmerei-Vermögen, welche sich im Jahre
1663 auf rot. 121,546 Thlr. mit einem reinen Ueberschuß von 71,740
Thlr. (ohne Berücksichtigung der personellen Kosten) stellte, betrug nach
Ausweis des Final-Exlracts pro 1864 in diesem Jahre nur 77,956 Thlr.
mit einem Ueberschuß von 23,167 Thlr. Diese bedeutende Differenz ist
im Wesentlichen nur eine scheinbare. Sie findet zunächst ihre Erklä
rung in dem unregelmäßigen Eingänge des Gewinn-Anthcilö der Com
mune an dem Sccietäls-Betriebe der Rüdcrsdorser Kalkstein
brücke. Im Jahre 1863 ist nämlich noch eine Rest-Einnahme aus
dem Betriebe des Vorjahres von 24.746 Thlr. verrechnet, während in
das folgende Jahr 1864 nur ein Rest von 5,942 Thlr. übergegangen
ist. Würde demnach der ganze Gewinn-Antheil pro 1862 und 1863
richtig eingegangen sein, so würde sich die Einnahme für das letztere Jahr
auf 102,742 Thlr. und der Ueberschuß auf nur 52,936 Thlr. gestellt
haben.
Für das Jahr 1864 ist die Rest-Einnahme aus dem 1863er Be
triebe mit 5,942 Thlr. in Abzug und 18,805 Thlr. Rest-Antheil, welche
erst im Jahre 1865 gezahlt worden sind und verrechnet werden können,
in Zugang zu bringen, so daß sich die mit 1863 zu vergleichende Ein
nahme pro 1864 auf 90,819 Thlr. und der Ueberschuß auf 36,030 Thlr.
belaufen würde. Hiernach stellt sich die Minder-Einnahme im Jahre 1864
gegen das Vorjahr auf brutto 11,923 Thlr., während die Netto-Ein-
nahme oder der Ueberschuß in diesem Jahre 16,906 Thlr. weniger beträgt.
Diese eigentliche Differenz erklärt sich hauptsächlich aus dem wirklichen Min-
der-Ertrage des Gewinn-Amheils aus den Rüdcrsdorfer Kalksteinbrüchen,
welcher unter Weglasiung resp. Hinzurechnung der Rest-Einnahmen pro
1863 — 35,942 Thlr., pro 1864 aber nur 28.805 Thlr., also im letz-
ten Jahre 7,137 Thlr. weniger betrug. Der Grund zu dieser Minder-
Einnahme liegt in der Vermehrung der Betriebskosten. Es wurden näm
lich im Jahre 1864 wegen Mangels an ausreichenden Angriffspunkten in
dem noch zu Tage stehenden Kalksteinlager zu einer für die Consumtion
genügenden Production an Kalksteinen der Tiefbau mit seinen umfasienden
bergmännischen und Maschinen-Einrichtungen in Angriff genommen, der
erst nach einigen Jahre» eine gewinnreichere Production an Kalksteinen
sowie in Verbindung mit einer Eisenbahn im Anschluffe an die Berlin-
Küstriner Bahn eine erfolgreichere Kalkproduction in Aussicht stellt.
Sodann ist in Anschlag zu bringen, daß die Thätigkeit des Jahres 1864
mehr auf die Ausführung der im Jahre 1863 durch die Erwerbung einer
großen Anzahl von Grundstücken zu Straßcn-Durchlegungen und
Verbreiterungen und zu Schul- und Unterrichtszwecken ange
bahnten Projecte gerichtet war. Durch den Abbruch dieser Gebäude
kamen nämlich die erheblichen Miethserträge aus denselben in Wegfall.
Eck wurden zwar auch im Jahre 1864 noch viele Grundstücke neu hin
zugekauft, doch war der materielle Nutzen, den dieselben der Commune
brachten, nicht bedeutend, indem sie größtentheils schon im Laufe desselben
Jahres durch den Abbruch ihre schließliche Bestimmung fanden. Factisch
brachten die Mieths-Erträge aus Communal-Grundstücken im Jahre 1864
6071 Thlr. weniger ein.
Auch die Einnahmen aus den 3 städtischen Waageanstalten am
Petriplatz, Alexanderplatz und Waffergetreidemarkt sind im Jahre 1864
hinter dem herabgesetzten etatsmäßigen Soll von 5,484 Thlr. um 1600
Thlr. zurückgeblieben. Diese Minder-Einnahmen, welche im Jahre 1863
sogar 1831 Thlr. betrugen, wurden hauptsächlich durch die wiederholten