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Ueber die Gemeinde-Einkommensteuer in Berlin.
Wie vorder erwähnt, sind die dem Haupl-Sleueramt zur Einschätzung mitgetheilten,
Seitens der diesseitigen Commissionen vorgeschlagenen Personen mit mehr als 1ÖOO Thlr.
Einkommen, ebenso die außerhalb zur Staats-Einkommensteuer veranlagten Personen hierbei
nutzer Betracht gelösten Einmal stehen die von ihnen aufzubringenden Beitrage noch nicht
fest, und andererseits erscheint ek uns gerathen, diese etwaigen Erträge alS Deckung für vorkommende
Ausfälle zu bezeichnen Wenn sich daraus etwa 90,000 Thlr. Steuer nach den
Taristätzen ergiebt, was wir annehmen zu können glauben, so sind dies 5 pCt. des Gesammt-Solls,
welche nach unseren Erfahrungen bei der Miethssteuer, wo etwa 3 bis 4 pCt. jährlich
niedergeschlagen werden und in Rücksicht darauf, daß bei der Einkommensteuer wiederum sich
weniger Befreiungen auS Armuthsgründen rc. finden werden, aber auch ein nennenSwerthes
Zugangs-Soll nicht entsteht, und durch Reklamationen, sowie Abgänge erhebliche Ausfälle
entiteden können, angemessen erscheinen.
Inwieweit diele Annahme richtig ist, wird die spätere Erfahrung lehren, eine sichere
Basis für dieselbe fehlt.
Dem Magistrat stellen wir deshalb ganz ergebenst anheim:
unter herbeizuführender Zustimmung der Stadtverordneten-Bersammlung die
Skeuerquote. welche für das zweite Semester dieses JahreS erhoben werden soll,
gefälligst schleunigst festsetzen zu wollen, damit wir die uns noch bleibenden
umfangreichen Arbeiten rechtzeitig zu erledigen vermögen.
Ueber daS diesmalige erste Einschätzungs-Geschäft selbst gestatten wir uns noch nachstehende
Bemerkungen.
Im Allgemeinen waren die uns und demzufolge auch den Bezirks-Vorstehern, sowie
Einschätzungs-Commissionen gestellten Fristen zur Bewältigung der' umfangreichen Arbeiten
schr k>rrz bemesten, zumal dieselben zum ersten Male vorgenommen wurden und den betteffenden
Organen daher Erfahrungen noch nicht zur Seite standen.
Schon bei der Aufnahme des Personenstandes durch die BezirkS-Borsteher zeigten sich
hier und da Schwierigkeiten und mußte eine bedeutende Anzahl Listen, die von den HauSeigenthümcrn
durch die BezirkS-Vorsteher nicht zu erlangen waren, von uns eingezogen
werden.
Die Formulare zu diesen Aufnahme-Listen hatten wir mit Bezeichnung der Grundstücke
und den erforderlichen Control-Nummern versehen lasten, ebenso war ein Verzeichinß der
Grundstücke nach Stadtbezirken jedem Bezirks-Vorsteher mit übergeben worden. Die zurückgekommenen
Ausnahme-Listen wurden diesseits durchgesehen, so weit es thunlich ergänzt, und
demnächst in die Einschätzungs-Listen überttazen. Am 29. April c. konnten wir den Borsitzenden
der Einschätzungs-Commissionen, die wir nebst deren Stellvcrttetern zum 30. ej. m.
zu einer Confercnz zusammenberufen hatten, die ersten Einschätzungs-Listen von ganzen Stadtbezirken
senden.
Ani 4. und 10. Mai c. wurden von uns abermals Conferenzen mit denselben abgehalten,
in welchen die Besprechungen über die einzelnen Besttmmungen deß Regulativs zu Ende
geführt werden konnten.
Inzwischen und bis zum 12. Mai c. waren die sämmtlichen Einschätzungs-Listen den
Commissions-Vorsitzenden zugesandt, und hatten auch die denselben zugewiesenen Beamten
mit dem 1. Mai c. ihre Thätigkeit begonnen.
Schon am 14 Mai c. erhietten wir die ersten erledigten Einschätzungs-Listen, am
26. Mai c. hatte bereits eine Eommission die Arbeit vollendet und heute ist uns das letzte
Material von 7 Stadtbezirken zurückgelieferk worden.
Die Thättgkeit der Kommissionen verdient alle Anerkennung. Die Mitglieder derselben
haben sich unter dem Vorgänge der Vorsitzenden in wahrhaft aufopfernder Weise den schwierigen
und zeitraubenden Arbeiten unterzogen und eö sind von den Commissionen Sitzungen
bis in die Rächt hinein in großer Zahl abgehalten worden. Hier hat sich in der That gezeigt,
daß es nicht an Bürgern fehlt, die weder Zeit noch Mühen und Beschwerden scheuen,
wenn es sich um allgemeine Interessen handelt.
Die zurückgelieferten Einschätzungs-Listen wurden mit der von den Beamten der
Einschätzungs-Commissionen aufgcsielltm Uebersicht zunächst in unserem Büreau revidirt, die
Ergänzungen veranlaßt, die Beamten rc., welche Steuer-Ermäßigungen zu fordern haben,
ertrahirt und demnächst in die Steuer-Kataster überttagen, welche" letztere in diesen Tagen
biß zu der ebenfalls schon in Angriff genommenen calculatorischen Prüfung soweit fertig
werden, daß nur noch die Steuerquote einzutragen bleibt. In gleicher Weise werden im
Laufe dieser Woche die Duplikat-Kataster für die Steuer-Erheber geschrieben.
Dann kommt es aber noch darauf an, die Steuerpflichttgen, welche übrigens nach den
Bestimmungen deß Regulattvs schon vom I. Juli c. ab zur Einzahlung chres Steuerbeitrages
berechtigt find. von der Veranlagung zu benachrichtigen und die Quittungen auszuschreiben.
Damit auch diese umfangreichen Arbetten correct und rechtzeitig erledigt werden können,
ist die Feststellung der Steuerquote schr dringend und bitten wir deshalb wiederholt,
die Beschlußnahme über die Steuerquote möglichst beschleunigen zu wollen.
WaS das Büreau-Personal anbetrifft, dessen wir für die Zukunft zu den Gemeinde-