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Periodical volume Nahrungsmittel

Full text: Berliner statistisches Jahrbuch Issue 1854

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Der vorgenannte Handelsbericht macht zur Erklärung der hohen Preise 
auf die Geringfügigkeit der vorhanden gewesenen Bestände aufmerksam. 
Es betrugen nämlich die monatlichen Bestände pro 1854 iu.Wispeln: 
Weizen. 
am 1. Januar 120 
- 1. Februar 279 
- 1. März 107 
- 1. April 1127 
- 1. Mai 223 
- 1. Juni 221 
- 1. Juli 233 
- 1. August ..... 457 
- 1. September .... 502 
- 1. October ..... 60 
- 1. November .... 125 
- 1. Dcccmber .... 2u4 
- 30. December .... 476 
Koggen. 
Gerste. 
Hafer. 
Erbs 
3114 
159 
30 
24 
2727 
105 
10 
51 
1841 
14 
22 
75 
1299 
64 
4 
52 
1283 
144 
26 
69 
2085 
158 
414 
34 
765 
122 
317 
24 
1146 
334 
370 
— 
696 
94 
128 
18 
155 
18 
50 
30 
463 
25 
— 
10 
410 
109 
25 
40 
786 
269 
— . 
56 
Nach Angabe des Handelsberichtes waren die geringeren Erträge der 
Getreide- und Kartoffel-Ernte des Jahres 1853, das Verbot der Getreide- 
Ausfuhr (excl. Weizen) aus Polen und die Verwicklung der politischen Ver 
hältnisse Ursache, dass am Schlüsse des Jahres 1853 die Preise hoch blie 
ben. Man erwartete damals einen Druck der Preise im Frühjahre und eine 
Steigerung vor der Ernte, und machte, daher Lieferungskäufe in Russland, 
die jedoch wegen der gehemmten Ausfuhr aus Russland nicht zur Ausfüh 
rung gelangten und den Berliner Getreidehändlem grosso Verluste brachten. 
Die Zufuhren im März drückten die Preise, so dass in der letzten Woche 
der Weizen 82—9(1 Thlr, der Roggen 62—64 Thlr., pro Frühjahr 60—Oö'/a 
Thlr., grosse Gerste 49—52 Thlr., kleine Gerste 4(>—40 Thlr. und Hafer 
34—36 Thlr. galt. Auch im April, Mai und Juni waren die Zufuhren über 
Erwarten gross, aber cs war ebensowohl hier wegen der Geringfügigkeit der 
Bestände, wie vom Auslände her starke Nachfrage; die Preise stiegen trotz 
günstiger Witterung und guter Aussicht auf die nächste Ernte, und erreich 
ten Ende Juni für Weizen die Höhe von 90—106 Thlr., für Roggen von 
79—82 Thlr., für grosse Gerste von 52—58 Thlr., für kleine Gerste von 
46 — 50 Thlr., für Hafer von 37—42 Thlr. und für Erbsen von 70—76 Thlr. 
Die nun folgenden günstigen Ernteberichte bewirkten, dass Niemand über 
das Bedürfnis« des laufenden Tages kaufte, und dass die Preise rasch fielen. 
Sie erreichten ihren niedrigsten Stand vom 19. bis 26. August mit 72—84 
Thlr. für Weizen, 55—62 Thlr. für Roggen (Frühjahr 44 3 /i—43 Thlr.), 43 
bis 46 Thlr. für grosso Gerste, 36—40 Thlr. für kleine Gerste, 27—31 Thlr. 
für Hafer und 56—66 Thlr. für Erbsen. Die um diese Zeit einfallcnden 
Regengüsse und Ueberscliwemmungcn in Posen, Schlesien, Sachsen und Siid- 
deutsohland, wodurch Weizen und Sommerfrüchte gerade in der Ernte be 
schädigt wurden, steigerten von Neuem die Preise. Schlesien, Sachsen, Thü 
ringen kauften in Berlin, zum Theil für eignen Bedarf, zmn Then für die 
Anforderungen Süddeutschlands. Die hiesigen Zufuhren genügten zwar noch, 
aber in deui anhaltenden Kampfe zwischen einem grossen und allgemeinen 
Bedarf gegen kaum entsprechende Zufuhren würden diese, eher abnehmend, 
den Kürzeren gezogen haben, wenn nicht der Lieferungshandel vermittelnd 
eingetreten wäre. Er unterhielt in den Terminprcisen für Koggen einen er 
heblichen Deport von Termin zu Termin, bekundete dadurch eine vorherr 
schende Ansicht, dass die Preise immer billiger werden würden, und veran- 
lasste so den Landmann zum Verkaufe. 
Auch nach der Ernte wurden durch den Bedarf die Preise in steigen- 
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