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Periodical volume Gefängnisse

Full text: Berliner statistisches Jahrbuch Issue 1854

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weniger erreicht werden kann, wenn die Detinirten ihre Straf 
zeit in den engen Mauern der Gefängnisse verbüssen müssen. 
Ihr Aufenthalt in denselben wird ihnen einförmig und stumpft 
sie ab, wogegen Arbeit im Freien sie stärkt und neu belebt. 
Fs wird daher auch ferner darauf möglichst Bedacht genommen 
werden, diese durch Schicksale mancherlei Art gesunkenen Un 
glücklichen auf gleiche Art wieder aufzurichten und der mensch 
lichen Gesellschaft als thätige Mitglieder zuzuftihren. 
Auch ist 
24) die im vorigen Jahre eingeführte Strohflechterei von einigen 
männlichen Irren, die zu dieser Arbeit zu bestimmen gewesen, 
fortgesetzt worden und wird stets darauf Bedacht genommen, 
mehrere dieser Unglücklichen hcranzuziehen, um sie an Thiitig- 
keit zu gewöhnen und sie von ihren fixen Ideen abzubringen. 
Bis jetzt war diese Arbeit mit geringen Ausnahmen nur auf 
den Bedarf der Anstalt beschränkt; sie soll aber auf Privaten 
ausgedehnt und diesen Strohdecken zu angemessenen Preisen 
käuflich überlassen werden. 
§. 8. 
Bäckerei. 
Die Bäckerei der Anstalt liefert das erforderliche Brod auch dem Frie- 
drich-Wilhelms-Hospital, dem grossen Friedrichs-Waiscnhause, der Königli 
chen Charite, dem Clinieo der Königlichen Universität, dem grünen Hause 
und der Annen-Beschäftigungs-Anstalt. 
Im Jahre 1854 wurden 
6354 Ctr. 76 Pfd. 16 Lth. 
Mehl zu 896,175 Pfund Brod verbacken, mithin fast täglich für die verschie 
denen Anstalten circa 2455 Pfd. Brod gebraucht, also an Mehl täglich ver 
backen etwa 17'/* Centner.
        
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