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Periodical volume Medicinal-Wesen

Full text: Berliner statistisches Jahrbuch Issue 1854

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Als Gesammtzahl der in den verschiedenen Medieinal-Anstalten behan 
delten Erkrankungsfälle ergeben sich hiernach 
für die Krankenhäuser 17292 Erkrankungen, 
- Irren-Anstalten 330 
- orthopädischen Anstalten . 346 
- electromagnetischen Anstalten 23 
- Entbindungs-Anstalten 1054 
- Anstalten zur Behandlnng von Kranken inner 
halb ihrer Wohnungen, 
nach Abzug der an Krankenhäuser abgege 
benen Personen*), und zwar: 
aus der Armen-Praxis 2574 
ans dem Gewerks-Krankenverein . 805 
zusammen 3379 
bleiben 68570 
in Summa 87615 Erkrankungen. 
Es sind hierbei die in den Listen der Wasserheilanstalten aufgeführten 
Personen nicht mitgezählt worden, weil die grosse Mehrzahl derselben nicht 
innerhalb der Anstalten, sondern in ihren Wohnungen von den Aerzten 
dieser Anstalten hydropathisch behandelt wurden, so dass sie eigentlich der 
Kategorie sogenannter Privatkranker angehören. 
Sonach ergibt sich die obige Zahl von circa 87615 Personen, welche in 
den verschiedenen Medieinal-Anstalten ärztliche Behandlung fanden. Nicht 
ohne Interesse ist es zu wissen, wie sich diese Zahl nach Abzug von 1054 
Geburtsfällen zu der Krankenzahl überhaupt verhalten hat. Sichere Anga 
ben lassen sich allerdings in dieser Beziehung nicht machen; wie aber wei 
ter unten erörtert werden wird, dürfte sich die ungefähre Zahl der Erkran 
kungen pro 1854 auf circa 202500 abschätzen lassen, und würden dann 
86561, oder 43 pCt. auf die verschiedenen Kranken-Anstalten und circa 
115939, oder 57 pCt. auf die Privatpraxis zu rechnen sein. 
Summirt man die Erkrankungen der Krankenhäuser, der Polyklinik und 
der Armen-Praxis (ausschliesslich der an Krankenhäuser abgegebenen Per 
sonen), so erhält man die ungefähre Zahl von 62154 solcher Erkrankungen, 
welche grösstentheils ganz oder wenigstens theilweise auf Kosten der Ar 
menpflege oder anderweiten Wohlthätigkeit behandelt worden sind. Es be 
trägt dies, wenn man die Zahl von 202500 als richtige Angabe sämmtlicher 
Krankheitsfälle gelten lässt, 30 pCt., also fast ein Drittel aller Erkran 
kungen. 
Ein ähnliches Yerhältniss ergibt sich für die Todesfälle. Summirt man 
die Todesfälle der Krankenhäuser, der Irren-Anstalt, des Arbeitshauses und 
der Kommunal-Krankenpflege, so erhält man die Zahl von 3686 Todesfällen, 
wobei noch die in der Behandlung der üniversitäts-Klinik Verstorbenen 
fehlen. 
Jene Zahl, verglichen mit der Totalsumme der im Jahre 1854 Verstor 
benen von 10937, gibt ein Verhältniss von 33 pCt, d. h. ein Drittel aller 
♦) Die Angaben aus der Polyklinik und den Gesundheits-Pflege-Vereinen 
fehlen.
        
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