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Periodical volume Bevölkerung

Full text: Berliner statistisches Jahrbuch Issue 1854

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Hierzu kommen noch: 
pro 1854. 
Bei der Kirche in Bethanien, wie 1 zu 2,00 
- Markuskirche, wie 1 - 6,42 
- Kirche am Königsthore 1 - 8,42 
- Kirche am Stralauer Platze .... 1 - 7,80 
- Kirche im Arbeitshause 1 - 1,66 
Wenn aus der obigen dreijährigen Uebersicht ein ziemlich konstantes 
Verhältnis» der unehelichen Geburten in den einzelnen Parochien hervor 
gellt, so berechtigt dies doch, wie es leicht den Anschein haben könnte, 
nichts desto weniger nicht zu einem sicheren Schlüsse auf grössere oder ge 
ringere Moralität der einzelnen Parochien, weil die Kirchen-Angehörigkeit 
nicht an der betreffenden Person haftet, sondern in der Rege) nach dem 
Orte der Wohnung sich richtet und danach sich ändert. Wenn beispiels 
weise in der Matthäikirchen-Parochie das Verhältnisss der unehelichen Ge 
burten weit geringer ist, als in der Gertrauden-Parochie, so mag allerdings 
die Sittlichkeit im Allgemeinen in der erstgenannten grösser sein, und das 
seinen guten Grund in der grösseren Wohlhabenheit und Bildung der dor 
tigen Einwohner haben, aber es ist dabei auch nicht ausser Rechnung zu 
lassen, dass eine Person, welche früher der Matthäikirche angehörte, behufs 
ihrer ausserehelichen Entbindung ein Unterkommen schwerer in der Matthäi- 
kirchen-Parochie als in der Gertrauden-Parochie finden und daher weit eher 
hier, als dort ihre Entbindung abwarten wird. Barum findet sich denn auch 
namentlich in der C'haritekirche, die nur das mit einer Entbindungsanstalt 
verbundene Charitekrankenhaus umfasst, das ungünstigste Verhältnis, und 
daher rührt auch das ungünstige Verhältnis der Dorotheen-Parochie, welche 
das klinische Institut für Geburtshülfe in sich begreift. 
Anders ist es dagegen mit der Beurtheilung der unehelichen Geburten 
bei den verschiedenen Glaubensbekenntnissen. Es kam 
in der evangelischen Kirche auf 6,34 Ein uneheliches Kind, 
- katholischen Kirche . - 12,27 - 
- jüdischen Kirche . . - 39,87 - 
Wenn hier die evangelische Kirche das schlechteste Verhältnis bietet, 
so liegt der Gnind darin, dass die bei W r eitem überwiegende Mehrzahl der 
Bevölkerung und auch namentlich die unteren Schichten der Bevölkerung 
hauptsächlich der evangelischen Kirche angehören. In der evangelischen 
Kirche zeichnen sich vortheilhaft die Mitglieder der französischen Gemeinde 
aus; der Grund liegt darin, dass diese, als eine in sich abgeschlossene Ge 
meinde, vor dem Zuzuge schlechter Mitglieder sich schützen kann. Auch 
die ebenfalls in sich abgeschlossene evangelisch-lutherische Gemeinde hat 
eine sehr geringe Zahl unehelicher Kinder. 
Die Zahl der Todtgcbornon belief sieh auf 
290 eheliche Knaben, 207 eheliche Mädchen, zusammen 497 ehe). Kinder. 
80 uneheliche - 62 uneheliche - - 142 unehel. - 
370 Knaben, 269 Mädchen, zusammen 639 Kinder. 
Es waren also 4,13 pCt. sämmtlichcr Neugebomen todtgeboren, oder 
es kam auf 24,20 Neugeborne Ein todtgebomes Kind. Dies Verhältnis» ist 
nicht ganz so günstig, als 1852 und 1853, wo resp. auf 25,41 und 25,31 
Eine Todtgeburt kam; jedoch günstiger als in den vorhergehenden Jahren, 
wo schon auf 23,37 (1842), auf 20,57 (1849), auf 22,57 (1851) Ein todtge- 
borncs Kind kam. Aber doch rechtfertigt sich daraus nicht die in dem 
Jahresberichte pro 1853 geäusserte Ansicht, dass der GruM in den Fort
        
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