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Periodical volume Witterungs-, Erdtemperatur- und Wasserstands-Beobachtungen

Full text: Berliner statistisches Jahrbuch Issue 1854

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Der Wasserstand erreichte im Jahre 1B54 eine bedeutendere Höhe, als 
im vorhergehenden Jahre, und zwar am Oberwasser von 11 Fuss 1 Zoll. 
Diese Höhe war zwar geringer, als in manchen früheren Jahren, z. B. im 
Jahre 1830, wo sogar eine Hoho von 13 Fuss 5 Zoll erreicht wurde. Aber 
auffallend war die ungewöhnliche Jahreszeit, in der diese Höhe ein trat, 
nämlich im Monat August und die Dauer dieses hohen Wasserstandes, wel 
cher vom 30. Juli bis zum 1. September nie unter 10 Fuss betrug. Es 
kam daher auf den sonst wasserarmen Monat August ein durchschnittlicher 
Wasserstand von 10 Fuss 7,12 Zoll, während z. B. im Jahre 1853 der 
durchschnittliche Wasserstand des August nur 8 Fuss 3,39 Zoll betragen 
hatte. Dagegen war 1853 der durchschnittliche Wasserstand mit 10 Fuss 
0,96 Zoll im April am höchsten: 1854 hatte April einen Wasserstand von 
8 Fuss 6,93 Zoll und März, welcher nächst dem August und dem December 
den höchsten Wasserstand hatte, 9 Fusa 3,70 Zoll. Es brachte also das 
Frühjahr 1854 in Folge der geringeren Mengen von Schnee, welche in den 
Wintermonaten gefallen waren, einen geringeren Wasserstand, als das nasse 
Frühjahr für die Sommermonate zur Folge hatte. 
Der Jahresdurchschnitt des Wasserstandes betrug pro 1854: 
8 Fuss 7,91 Zoll, 
dagegen pro 1853 : 8 Fuss 8,71 Zoll. 
Ein nachtheiliger Einfluss des hohen, in den Sommermonaten stattge 
habten Wasserstandes auf die menschliche Gesundheit hat sich in keiner 
Weise kundgegeben. 
Zweites Kapitel. 
II e v « 1 k e r 11 u g. 
Einwohnerzahl. 
Am Schlüsse des Jahres 1853 belief sich die Einwohnerzahl Berlins 
und des Weichbildes, escl. des aktiven Militairs, auf 430,519 Seelen. 
Im Laufe des Jahres 1854 vermehrte sich die Bevölkerung Berlins: 
durch den Ueberschuss der Gehörnen über die Gestorbenen um 4525, durch 
den Uebersclmss der von ausserhalb liier Zugezogenen über die von hier 
nach ausserhalb Abgezogenen, um 1048, zusammen um 5573 Personen, so 
dass am Schlüsse des Jahres 1854 sich die gesammte Civil-Bevölkcrung Ber 
lins auf 436,092 Seelen belief. — Eine Zahlung hat im Jahre 1854 
nicht stattgefunden und lassen sich daher auch für dies Jahr genauere 
Nachrichten über die Bevölkerungs-Verhältnisse nicht geben. 
Die Erlaubnis zur Niederlassung erhielten 1126 Personen, worunter 
sich 42 Juden und 30 Ausländer befanden. Die Zahl war, in Folge des 
strengeren Verfahrens bei Ertheilung der Erlaubniss zur Niederlassung, um 
174 geringer als im Jahre 1853. — Das Vermögen, welches von den Nie 
dergelassenen angeblich mitgebracht wurde, betrug in Summa 2,467,976 Thlr., 
wovon 482,300 Thlr. jüdischen Personen und 362,845 Thlr. Ausländern 
gehörten.
        
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