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Periodical volume Handel und Gewerbe

Full text: Berliner statistisches Jahrbuch Issue 1854

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7. Kohlenhandel. 
Nach unbefahren Berechnungen beträgt der jährliche Verbrauch 
55,000 Last englischer Steinkohlen und Schmelz-Coaks, 
15,000 - schlesische (incl. einer geringen Quant, sächsischer) 
im Ganzen 70,000 Last ä 72 Berliner Scheffel. 
Die englischen Steinkohlen werden hauptsächlich von den Gasanstalten 
zur Erzeugung des Gases, von den Eisenbahnen zur Goaksbrennerei, von 
den Maschinen- und anderen Fabriken u. s. w. zum Buddeln, Schmieden, 
für Flammöfen und auch zu Kesselfeuerungen benutzt, die englischen Coaks 
zum Schmelzen von Eisen und anderen Metallen; die schlesischen Kohlen 
wesentlich für Kesselfeuerungen. Der Verbrauch der englischen Kohlen ist, 
ungeachtet des höheren Preises, viel bedeutender, als der der schlesischen 
(im Verhältuiss von 11 zu 3). 
8. Handel mit Eisen und anderen Metallen. 
Der Verbrauch von Eisen war im Jahre 1854 im Fortschreiten begrif 
fen; der Absatz würde noch bedeutender gewesen sein, wenn nicht die po 
litischen Verhältnisse, besonders im zweiten Halbjahre, hemmend gewirkt 
hätten. Auch der Handel mit den übrigen Metallen war im Jahre 1854 sehr 
lebhaft bei steigenden Preisen. 
9. Maschinenbau. 
Die Erfolge würden ungewöhnliche gewesen sein, wenn nicht die Un 
sicherheit der politischen Verhältnisse lähmend cingewirkt hätte. Glück 
licher Weise führte der vermehrte Eisenbahn-Verkehr den Maschinenbau- 
Anstalten zahlreiche Aufträge zu. Die Ausfuhr nach Oesterreich und Russ 
land war verringert. 
10. Kolonial- und Matcriahvaarcnbaiidcl. 
Das Geschäft war 1854 wenig belebt und beschränkte sich hauptsäch 
lich auf den hiesigen Bedarf. Konjunkturen traten nur in Fettwaarcn, na 
mentlich russischen Produkten ein; im Herbst erfuhren Reis und ähnliche 
Lebensmittel einen starken Abzug nach Schlesien und auch nach Oesterreich. 
Kolonialzuoker kommt wenig im Handel vor; der Bedarf wird grössten- 
theils von der Eübenzuckerfabrication gedeckt. 
11. Handel mit Indigo und Farbewaaren. 
Dies früher mit grösserem Erfolg getriebene Geschäft fühlte lebhaft die 
Schwere eines unsicheren und theueren Jahres. 
13. Drognerle-Waaren- Handel. 
Auch dieser Handel blieb von den Zeitverhältnissen nicht unberührt. 
13. Speditions-Wesen. 
Unter den Fortschritten der Verbände der Eisenbahn-Verwaltungen und 
der dadurch ermöglichten directen Güter-Verladungen unterliegt das Spe 
ditions-Wesen einem immer weiteren Rückgänge. Temporär wurde es be 
lebt durch Gütertransporte von der russischen Grenze u. s. w. 
14. Weinbandol. 
Der Umsatz hat sich im Jahre 1854 nicht ausgedehnt, zum Theil wegen 
der Lcbcnsmittel-Theuerung beschränkt. Die Einfuhr hat abgenommen.
        
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