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Volume H. 11

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 23.1928 (Public Domain)

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.<433. j—5 / Vergleichs-Miethaus mit sechs Zweizimmer-Wohnungen 
Haustiefe einschließlich Mauern g } 66 m / 03g«.- Kellergeschoß 
Mitte: Erdgeschoß / Unten: Dachgeschoß (vgl. Abb. 8—li) 
I. Besondere Wohnungsfläche, bestehend aus: 
1. Reiner Wohnfläche — Zimmer, Küche, Spülküche, 
Bad, Abort und geschlossene Veranden; 
2. Besonderen Wirtschaftsflächen für jede Wohnung — 
Keller oder Vorratsraum, Bodenkammer; 
3. Besonderer Nebenfläche für jede Wohnung — Flure 
und Treppen innerhalb der abgeschlossenen Wohnung. 
II. Gemeinschaftsfläche (pro Wohnung): 
1. Gemeinsame Wirtschaftsfläche, Waschküche, Trocken 
boden (Nutzraum); 
2. Gemeinsame Nebenfläche — Kellerflur, Hausflur, 
Treppenhaus, nicht nutzbare Bodenfläche. 
Der vergleichsweise herangezogene Mietshaustyp (Ab 
bildung 3 bis 7) zeigt neben der „besonderen Wohnungs 
fläche“ von 71 qm noch rd. 21 qm „Gemeinschaftsfläche“ 
für jede Wohnung, dabei aber nur eine reine Wohnfläche 
von 45 qm bei einer Gesamtfläche (besondere Wohnungs 
fläche -f- Gemcinschaftsfläche) von 92 qm. 
Bei kritischer Betrachtung dieses Wohnungstyps ergibt 
sich zweifelsfrei folgendes: 
1. Die reine Wohnfläche mit etwa 45 qm Fläche ent 
spricht nicht den Anforderungen einer „Wohnkultur“. 
Das zeigt sich besonders kraß, wenn man eine fünfköpfige 
Familie mit normalen Möbeln darin unterzubringen versucht. 
2. Die bei dieser Bauweise erforderliche umfangreiche 
Nebenfläche erhöht nicht den Wohnwert. Sie könnte, 
wenn es konstruktiv möglich wäre, zum größten Teile 
wegbleiben, ohne daß dadurch die Einzelwohnung in ihrem 
Werte beeinträchtigt wird. 
3. Die räumliche Trennung vonWohn- undWirtschaf tsraum 
(Keller und Bodenkammer) erschwert die häuslichen Arbeiten. 
4. Für alle Obergeschosse bringt naturgemäß das 
Treppensteigen eine nicht zu unterschätzende Mehr 
belastung für den Haushalt mit sich. 
5. Für die Masse der Wohnungsuchenden ist bei den heu 
tigen Baupreisen selbst die hier angeführte Mietwohnung 
noch zu teuer. Ein Herabsetzen der Baukosten ist bei 
diesem Haustyp aber nur durch weitere Verkleinerung des 
Wohnraumes möglich, da der Nebenraum schon auf das 
konstruktiv kleinste Maß eingeschränkt ist. Das Verhältnis 
von „Wohnfläche“ zu „gemeinschaftlicher Nebenfläche“ 
wird tatsächlich im Mietshause um so ungünstiger, je 
kleiner die Wohnungen sind, woraus sich ergibt, daß die 
Flächeneinheit der Kleinwohnung teurer als die von 
Mittel- oder Großwohnungen ist. 
Selbst bei den üblichen Typen des Einfamilienhauses 
ist, wenn auch in geringerem Maße, das Mißverhältnis 
zwischen Wohnfläche und Nebenfläche auch noch vor 
handen. Ebenso ergibt sich auch hier aus einer Verteilung 
der Wohn- und Wirtschaftsräume auf mehrere Stockwerke 
eine besondere Belastung des Haushaltes, namentlich, so 
lange noch kleinere Kinder vorhanden sind. 
Der oben gekennzeichneten Mietswohnung mit 71 qrh 
abgeschlossener Wohnungsfläche und je 21 qm Gemein 
schaftsfläche sei ein Einfamilienhaus mit 62 qm Gesamt 
fläche — das treppenlose Haus mit 3 Zimmern, Küche, 
Bade- und Waschraum und einem Wirtschaftsraum — 
gegenübergcstellt (vgl. Abb. 8 bis 11). 
Es ist aus dem Bestreben entstanden, eine Kleinst- 
wohnung zu schaffen, die bei Einschränkung des Wirtschafts 
und Nebenraumes auf das für den Haushalt notwendigste Maß
	        
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