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Volume H. 10

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 23.1928 (Public Domain)

Abb. 2 / Sundbyberg, 
Vorstadt von Stockholm. 
Ursprünglich wurden hier 
„Villen“ gebaut. Als die 
einzelnen Grundstücke 
nacheinander mehrmalig 
zum Verkauf kamen, wur 
den sie jedesmal höher be 
wertet. Die Haushohen 
veranschaulichen die 
Grundstückswerte. Wäre 
die Reihe noch fortgesetzt 
worden, so hätte man immer 
höhere Häuser bekommen. 
einer zusammenhängen 
den Reihe Wirtschaft- 
lieber und sozialer Übel 
wurde. Das erste Glied 
dieser unheilschwange- 
ren Kette war die Grund- 
stücksspekulation, über 
die so oft und so bitter 
während der letzten Jahrzehnte in fast allen germanischen und 
skandinavischen Großstädten geklagt wurde. Jedes einzelne 
Grundstück in den breiten Straßen war infolge der Berechtigung, 
ein Haus in der entsprechenden Höhe darauf bauen zu dürfen, 
mit wirtschaftlicher Notwendigkeit dazu vorausbestimrat, Bau 
platz für eine Mietkasernc zu werden. Hierdurch erhalten diese 
Grundstücke von vornherein einen hohen Wert, der gleichzeitig 
mit dem Anwachsen der Bevölkerungszahl selbsttätig steigt und 
bei rücksichtsloser Ausnutzung zu immer weiteren Steigerungen 
zwingt. In der Kunst, den Boden bei Aufstellung des Bebauungs 
entwurfs bis zum äußersten auszunutzen, machte man in 
Schweden in den letzten Jahrzehnten verblüffend schnelle Fort 
schritte. Bereits in der ersten Hälfte der 8ocr Jahre begann 
die Preissteigerung erstaunlichen Umfang anzunehmen. Sie 
erreichte besonders in den vorher unbebauten Stadtteilen oft 
das zehn-, ja sogar das zwanzigfachc des Preises, der dort noch 
bis zu Ende der 70er Jahre gezahlt wurde.“ 
Mit besonderer Vor 
liebe legte man in diesen 
mit Mietkasernen be 
bauten Grundstücken 
sein Kapital an. Beson 
ders die Kleinkapita 
listen taten sich hierin 
hervor. Sie konnten so 
in behaglicher Ruhe ihre Renten genießen. Sie spürten, als das 
Gesetz in Kraft trat, keine besondere Lust, ihre Liegenschaften 
abzustoßen. Man strebte im Gegenteil danach, sie möglichst 
schuldenfrei zu besitzen. Deshalb wurde ein großer Teil der 
Beleihungen, mit denen die Grundstücke belastet waren, auf 
Tilgung angelegt. 
Als aber gegen Ende der 70 er Jahre der Grundstückshandel 
zu voller Ausdehnung gelangte, konnte man bei den Besitzern 
die Neigung verspüren, den Beleihungscharakter zu ändern, 
um infeste Beleihung überzugehen.Man hattegemerkt, daß Grund 
stücke erst wenn sie möglichst hoch belieben waren gute 
Handelsobjekte waren. Man kaufte und verkaufte sie, und sie 
stiegen bei jedem Kauf im Wert. Man hat festgestellt, daß die 
Stockholmer Häuser in den Jahren von etwa 1870—1910 durch 
schnittlich 3y 3 mal zu ständig höher geschraubten Preisen im 
Handel waren. Das statistische Amt der Stadt Stockholm, das 
ja auf Grund seiner Stellung diese Angelegenheit sehr sachlich 
NIKQ LAISTAO 
Abb. 3 / Schwedischer Musterplan von 1874
	        
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