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Volume H. 8

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 23.1928 (Public Domain)

Abb.$ / Danzig / Vorschlag für die Platzgestaltung vor dem Langgarter Tor / Vgl. Abb. j 
Architekt: Prof. 0. Kloeppel, Danzig 
Abb. 6 / Danzig J Das Langgarter Tor als monumentaler Zugang zur Hauptachse 
\_der alten Stadt j Architekt: Prof. 0. Kloeppel, Danzig 
Abb. y J Danzig / Das Langgarter Tor in neuem Rahmen gefaßt 
Architekt: Prof. 0. Kloeppel, Danzig 
als ihm irgend vorstellbar war, zu gestalten. Nur 
etwa seit hundert Jahren ist es damit nicht mehr 
ganz in Ordnung. Verglichen mit den Leistungen 
der Vergangenheit, können heute nur zu wenige von 
den neuen Dingen, die unserm Auge begegnen, An 
spruch auf den Ehrentitel einer Gestaltung machen. 
Der tiefere Grund für diesen Vorgang liegt vor 
allem in dem vollständig veränderten Maßstab des 
äußeren menschlichen Lebens. Die Lebensweiterung 
auf wissenschaftlich-technischer Grundlage hat einen 
derartigen Umfang angenommen, daß die Lebens 
steigerung auf metaphysisch-künstlerischer Grund 
lage damit nicht Schritt halten konnte. Am deut 
lichsten kommt das' vielleicht an der modernen 
Stadtanlage zum Ausdruck, Was für einen kompli 
zierten, raffiniert konstruierten Zweckorganisraus 
stellt doch die heutige Stadt dar, die, trotz vieler 
Anläufe zu Besserem, nach wie vor als Gestaltungs 
chaos vor uns steht. 
Diese Tatsache hat nun seit über einem Menschen 
alter den immer stärker gewordenen Wunsch ge 
zeugt, uns von den alten einheitlichen Städtebildern 
über eine Periode künstlerischen Zerfalls hinaus soviel 
wie möglich zu erhalten, einmal zur Freude der Gegen 
wart, und dann als Vorbild für eine erhoffte bessere 
Zukunft. Diese konservatorische Einstellung begegnet 
nun starken Widerständen, unter deren Trägern 
sich drei Gruppen unterscheiden lassen. 
Zunächst handelt es sich um die Hausbesitzer, 
die sich durch die Denkmalpflege im Stadtbild in 
der freien Ausnutzung ihres Eigentums bedroht 
fühlen. Es wird nur in den seltensten Fällen ge 
lingen, sie durch schöne Worte über den hohen 
künstlerischen Wert ihrer Häuser für sich zu ge 
winnen. Das einzige Mittel, das hierzu Aussicht 
auf Erfolg hat, dürfte sein, auf die Erhaltung des 
künstlerisch Wesentlichen des alten Zustandes eine 
Prämie in Form stärkerer räumlicher Ausnutzung 
ihres Besitztums zu setzen. Und das wird in den 
meisten Fällen auch ohne Schaden für die Sache, 
um die es sich hier handelt, durchführbar sein. 
Die zweite gegnerische Gruppe bilden alle die, in 
deren Hand die Durchfüh 
rung der modernen tech 
nischen, hygienischen, ver- 
kchrspolizeilichen usw. An 
forderungen liegt. Aber auch 
hier scheint mir eine Ver 
ständigung möglich, falls man 
nicht Unbilliges verlangt und 
wirklichen Notwendigkeiten 
entgegenkommt. 
An dritter Stelle tritt 
dem Städtekonservator der 
Architekt von heute ent 
gegen, der durch ihn in 
der Freiheit seiner künstle 
rischen Betätigung behindert 
zu werden fürchtet. Vielleicht 
ist dieser Widersacher der 
gefährlichste. Denn einmal 
Künstler ja ganz 
her einen großen 
Starrsinn, und dann gibt 
es da so viele verschiedene 
verfügt der 
allgemein ü 
Abb, 8 / Danzig / Der 
heutige Zustand der 
Umgebung des Milcb- 
kannenturmes
	        
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